Sport
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Australia's Joshua Risdon, left, tackles France's Antoine Griezmann, second left conceding a penalty kick for France during the group C match between France and Australia at the 2018 soccer World Cup in the Kazan Arena in Kazan, Russia, Saturday, June 16, 2018. (AP Photo/Hassan Ammar)

Klarer Fall: Nach diesem Foul von Josh Risdon an Antoine Griezmann muss es Penalty geben. Bild: AP/AP

Analyse

Na also, geht doch! So macht der Videobeweis Freude



Die Befürchtungen bei Fans, Spielern und Funktionären waren gross: Wie würde der Videobeweis auf der grossen WM-Bühne wohl ankommen? Bilder von wütenden Spielern, enttäuschten Fans und überforderten Schiedsrichtern wurden gezeichnet. 

Erstmals wird der VAR («Video Assistant Referee») bei einer WM eingesetzt. Bei der Hauptprobe am Confed Cup vor einem Jahr gab es gleich mehrfach Konfusion. Auch in der deutschen Bundesliga sorgten kuriose Ausgeburten der Video-Technologie wie der Pausen-Penalty von Mainz und drastische Fehlentscheide immer wieder für Kopfschütteln.

Bild

Da sitzen sie in voller Montur: Die Video-Schiedsrichter bei der Arbeit. bild: screenshot ard

Nach drei WM-Tagen in Russland ist dagegen festzuhalten: Der Videobeweis macht bislang keinerlei Probleme. Im Gegenteil: Die Spiele wurden sogar merklich fairer.

Frankreich feierte dank der Technik sogar einen verdienten Sieg, statt sich zum WM-Start gegen Australien gleich zu blamieren. Im gestrigen Mittagsspiel entschied Schiedsrichter Andres Cunha nach Rücksprache mit dem Video-Schiedsrichter und Studium der Bilder auf Penalty für die Franzosen, den Antoine Griezmann zum 1:0 verwertete. Später gab er das Siegtor von Paul Pogba nur dank der Torlinientechnik.

In der Partie zwischen Dänemark und Peru (1:0) hatte Schiedsrichter Papa Bakary Gassama aus Gambia nach einem Foul von Yussuf Poulsen am Peruaner Christian Cueva im Strafraum zunächst weiterlaufen lassen. Nach der Intervention des Videoschiedsrichters schaute sich Gassama die Szene aber noch einmal am Spielfeldrand an und gab Penalty. Den Elfmeter schoss der Gefoulte jedoch über die Latte.

Das heisst aber nicht, dass Fehlentscheidungen damit komplett verhindert werden können. Wo Menschen arbeiten und entscheiden, wird es immer Fehler geben.  Nach dem grenzwertigen Ellbogen-Einsatz von Diego Costa gegen Pepe vor Spaniens 1:1-Ausgleich gegen Portugal, hätte man durchaus abpfeifen können. Doch der VAR meldete sich nicht. Ebenso wenig wie bei einem ersten Foul an einem Peruaner im Strafraum der Dänen.

abspielen

Der Ellbogen-Einsatz von Diego Costa gegen Pepe. Video: streamable

Trotz dieser kleinen Mängel ist der erste Eindruck durchwegs positiv. Der Videobeweis macht, was er soll und das ganze Prozedere geht in einem annehmbaren Tempo über die Bühne. Auch die Transparenz ist gewährleistet: Der Zuschauer im Stadion und am TV-Gerät sieht, wie sich der Hauptschiedsrichter die Szene an der Seitenlinie noch einmal zu Gemüte führt und wie er sich dann entscheidet. Und – das ist auch wichtig – der Fan im Stadion und zuhause kriegt die genau gleichen Bilder zu sehen.

Bild

So sieht Transparenz aus: Alle wissen, was gerade passiert (ist). bild: screenshot srf

Noch wurde der Videobeweis allerdings erst bei Penalty-Szenen angewandt – und erst noch bei ziemlich klaren. Aber was passiert nach einer kniffligen 50:50-Entscheidung? Was, wenn das erste Tor wegen eines Fouls oder Abseits erst Sekunden oder gar Minuten später aberkannt wird und die Emotionen bei Fans und Spielern hochgehen? Läuft dann immer noch alles so transparent und geregelt ab?

Der FIFA kann das vorerst egal sein. Als «sehr zufriedenstellend» bewertet der Weltverband nach den ersten drei Spieltagen die Premiere des Videobeweises. «Es ist so gelaufen, wie es laufen soll. Wir hoffen, dass es so weitergeht», sagte ein Sprecher nach den ersten sichtbaren Einsätzen der Video-Assistenten. Genau das hoffen wir auch! (pre/sda)

Die besten Bilder der Fussball-WM 2018 in Russland

Unvergessene WM-Geschichten

18.06.1994: Beni Thurnheers fataler Irrtum – es gibt eben doch einen Zweiten wie Bregy

Link zum Artikel

22.06.1986: Maradona schiesst das Tor des Jahrhunderts – aber in Erinnerung bleibt die «Hand Gottes»

Link zum Artikel

12.07.1998: Ronaldo kämpft vor dem WM-Final mit dem Tod – warum er trotzdem spielt, bleibt bis heute ein Rätsel

Link zum Artikel

09.07.2006: Weil Materazzi Zidanes Schwester beleidigt, kommt es zum berühmtesten Kopfstoss der Fussball-Geschichte

Link zum Artikel

26.06.2006: «Züngeler» Streller leitet das peinliche Schweizer Penalty-Debakel ein

Link zum Artikel

17.07.1994: «Eine Wunde, die sich niemals schliesst» – Roberto Baggios Penalty in die Erdumlaufbahn

Link zum Artikel

19.06.1958: Just Fontaine schiesst im Viertelfinal zwei seiner total 13 Tore an einer WM – ein Rekord für die Ewigkeit

Link zum Artikel

30.06.2006: Jens Lehmann hext Deutschland gegen Argentinien in den WM-Halbfinal – dank einem unnützen Spickzettel im Stulpen

Link zum Artikel

11.07.1966: Die «Nacht von Sheffield», der grösste Skandal der Schweizer Fussballgeschichte

Link zum Artikel

02.07.1994: Kolumbiens Andrés Escobar wird nach seinem Eigentor gegen die USA mit 12 Schüssen hingerichtet

Link zum Artikel

04.07.1954: «Aus, aus, aus, aus! Das Spiel ist aus! Deutschland ist Weltmeister …»

Link zum Artikel

08.07.1982: Das brutalste WM-Foul aller Zeiten: Toni Schumacher streckt Patrick Battiston nieder

Link zum Artikel

30.06.1998: Mit einem Wundersolo geht Michael Owens Stern auf, der nur allzu schnell wieder verglüht

Link zum Artikel

25.06.1982: Die «Schande von Gijon» – Deutschland und Österreich schliessen einen Nichtangriffspakt

Link zum Artikel

05.07.1982: Italiens Rossi kehrt nach zweijähriger Sperre zurück und versenkt «unbesiegbare» Brasilianer im Alleingang

Link zum Artikel

06.07.2010: «Ik probeer het maal», denkt sich Giovanni van Bronckhorst im WM-Halbfinal und erzielt aus 37 Metern dieses Traumtor

Link zum Artikel

27.06.1994: Effenberg zeigt seinen berühmten Stinkefinger – leider hat ihn fast niemand gesehen

Link zum Artikel

Aus «Dico» wird «Pelé» und dieser wird dank zwei WM-Finaltoren zum Weltstar

Link zum Artikel

28.06.1994: Der Russe Oleg Salenko erzielt als bisher einziger Spieler in einem WM-Spiel fünf Tore

Link zum Artikel

01.07.1990: Unglaublich, aber wahr: Dank cleverer Taktik und zwei verwandelten Penaltys darf England vom WM-Titel träumen

Link zum Artikel

16.07.1950: Ein Uru bringt das Maracanã zum Schweigen und sorgt dafür, dass Brasilien nie mehr in Weiss spielt

Link zum Artikel

23.06.1990: Roger Milla gegen René Higuita – der Alte entzaubert den Irren

Link zum Artikel

20.06.1982: Schiedsrichter Lund-Sörensen gibt bei Spanien gegen Jugoslawien einen Penalty, der keiner ist, und lässt ihn auch noch wiederholen

Link zum Artikel

03.07.1974: Ganz Polen gibt der deutschen Feuerwehr die Schuld für die Niederlage in der «Wasserschlacht von Frankfurt»

Link zum Artikel

19.06.1958: Just Fontaine schiesst im Viertelfinal zwei seiner total 13 Tore an einer WM – ein Rekord für die Ewigkeit

Link zum Artikel

17.06.1970: Fehler über Fehler und Beckenbauers an den Körper geklebter Arm sorgen für das Jahrhundertspiel

Link zum Artikel

Ampel inspiriert Schiri zu Gelben und Roten Karten – ein Chilene spürt die Folgen zuerst

Link zum Artikel

07.06.1970: England-Goalie Gordon Banks wehrt mit der grössten Parade aller Zeiten den Kopfball von Pelé ab

Link zum Artikel

16.06.1938: Was man hier nicht sieht: Dem Penalty-Schützen riss das Gummiband der Hose, der Goalie lachte sich krumm

Link zum Artikel

31.05.1934: Goalie Zamora war Kettenraucher, sass im Knast und landet an der WM fast im Rollstuhl

Link zum Artikel

15.06.1958: Von wegen krummbeinig – Garrincha dribbelt die Sowjets schwindlig und gelangt zu Weltruhm

Link zum Artikel

12.06.1998: José Luis Chilavert wird beinahe zum ersten Goalie, der an einer WM ein Tor erzielt

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

3
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
3Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • neutrino 17.06.2018 11:49
    Highlight Highlight Das "Foul" an Pepe wird als Mangel betrachtet? Das war 1. kein Foul und 2. greift der VAR nur bei klaren Fehlentscheidungen ein.
  • TWilli 17.06.2018 11:46
    Highlight Highlight Die Szenen wo der VAR nicht eingegriffen hat sind jedoch nicht glasklar. Und hier finde ich sollte die Entscheidung des Schiedsrichters auf dem Feld zählen. Auch bei einer Konsultation des Videos müssen aus meiner Sicht klare Beweise für ein Fehlurteil vorhanden sein. Sonst sollte die erste Entscheidung stehen bleiben.
    • Cometos 17.06.2018 14:20
      Highlight Highlight Ist ja auch so, der Schiedsrichter auf dem Platz hat immer das letzt Wort.

Unvergessen

23 kg Sprengstoff machen das legendäre Wankdorfstadion dem Erdboden gleich

3. August 2001: Unkraut, Moder und eine gemeingefährliche Elektrizitätsanlage. 47 Jahre nach dem Wunder von Bern hat das alte Wankdorfstadion seinen Dienst getan und wird gesprengt.

Um Punkt 15 Uhr ist es um das Wankdorfstadion geschehen. Fünf lange und drei kurze Hornstösse dröhnen als letztes Warnsignal über das Areal – dann zündet Sprengmeister Marco Zimmermann die 23-Kilogramm-Ladung des Sprengstoffs Gelamon. Rund viertausend Augenzeugen sehen, wie die ausgeweidete Fussballruine mit einem dumpfen Knall in sich zusammensackt.

Doch das Wankdorf wäre nicht das Wankdorf, wenn es sich widerstandslos ergeben würde. Trotz der akribischen Planung will sich einer der vier …

Artikel lesen
Link zum Artikel