Michael van Gerwen liess im ersten Halbfinal der Darts-WM in London nichts anbrennen. Der Niederländer machte mit dem Engländer Chris Dobey kurzen Prozess. Nach ihm war Luke Littler gegen Stephen Bunting ebenso klar überlegen.
Eine Wartezeit von sechs Jahren muss genug sein: Michael van Gerwen will endlich wieder Weltmeister werden. Der dreifache Champion (2014, 2017 und 2019) benötigt nur noch einen weiteren Sieg dazu, denn am Donnerstagabend hat er sich im Alexandra Palace als erster Spieler für den WM-Final 2025 qualifiziert. Neben der Sid Waddell Trophy winkt ein Siegercheck in Höhe von umgerechnet rund 560'000 Franken.
«MvG» wurde seiner Favoritenrolle gegen Chris Dobey von A bis Z gerecht. Am Ende gewann der 35-Jährige mit 6:1 Sätzen und es machte den Eindruck, als ob er dabei nicht an seine Grenzen gehen musste.
Im zweiten Halbfinal hatte der Engländer Stephen Bunting seinem Landsmann Luke Littler kaum etwas entgegenzusetzen. Spätestens als «The Bullet» mit 0:4 Sätzen im Hintertreffer lag, war die Partie gelaufen.
Littler überzeugte mit einem hohen Scoring und mit einer Checkout-Quote von bis dahin fast 50 Prozent. Er gewann am Ende ebenfalls mit 6:1 und brillierte mit einem Drei-Pfeile-Schnitt von 105,48 Punkten. 13 Mal warf Littler die maximal möglichen 180 Punkte.
Der Teenager war im Vorjahr praktisch aus dem Nichts bis in den WM-Final gestürmt. Erst dort stoppte Luke Humphries seinen Siegeszug. Nach der Weltmeisterschaft knüpfte Littler nahtlos an seine Leistungen im «Ally Pally» an, unter anderem gewann er in diesem Jahr die Premier League. Als Nummer 4 der Welt rangiert er nur noch einen Platz hinter Finalgegner van Gerwen.
«Mighty Mike» van Gerwen galt als der Mann, der nach dem 16-fachen Weltmeister Phil «The Power» Taylor den Darts-Sport über Jahre prägen würde. Die bislang «nur» drei WM-Titel werden seinem Status als langjährige Weltnummer 1 kaum gerecht. Seine letzten beiden Finals im «Ally Pally» verlor van Gerwen, 2020 gegen Peter Wright und 2023 gegen Michael Smith.
Dass sich seit der letzten WM alles um Luke Littler dreht, stiess dem Niederländer wiederholt sauer auf. «Bei allem Respekt, er hat noch nichts gewonnen», stänkerte van Gerwen etwa im April. «Er wird immer derjenige sein, der mich verfolgt.» Ganz klar: In diesem WM-Final ist Zündstoff drin.
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