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MANNHEIM, GERMANY - JANUARY 26:  Brandon Yip (L) of Mannheim fights with Colton Jobke of Straubing during the DEL match between Adler Mannheim and Straubing Tigers at SAP Arena on January 26, 2016 in Mannheim, Germany.  (Photo by Alex Grimm/Bongarts/Getty Images)

Spielt Adler Mannheim, geht es des Öfteren wild zu und her. Bild: Bongarts

«Eine Schande fürs Hockey!» Adler Mannheim dreht kurz vor Schluss komplett durch 

Adler Mannheim scheidet in der Champions Hockey League im Achtelfinal aus und präsentiert sich dann als miserabler Verlierer. Mehrere unsportliche Aktionen bescheren dem deutschen Vertreter eine Strafenflut und einen Shitstorm in den sozialen Medien. Mittendrin: der frühere Nati-Coach Sean Simpson.



Wüste Szenen im Champions-Hockey-League-Spiel zwischen der schwedischen Mannschaft Brynäs IF und dem deutschen Vertreter Adler Mannheim. Die Schweden setzen sich mit 2:1 durch und können somit das Achtelfinal-Duell für sich entscheiden. 

Die Schlussphase ist hitzig und kurz vor dem Ende brennen Adler Mannheim, dem Team des früheren Nati-Coachs Sean Simpson, die Sicherungen komplett durch:

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Mannheims Spieler gehen kurz vor Schluss die Gegner an. Video: streamable

Bereits der Check an Brynäs' Nummer 31 hinter dem Tor ist in einem Graubereich. Der grösste Übeltäter ist aber Thomas Larkin. Sein Blindside-Check gegen den Kopf von Brynäs-Stürmer Daniel Paille hat nur ein Ziel: den Gegner ausser Gefecht zu setzen. Larkin war erst Sekunden zuvor von der Strafbank (Cross-Check) zurückgekehrt.

Hier gibt's den Check nochmals im Detail zu sehen.

Zum Gesundheitszustand des Opfers ist nichts genauer bekannt. Doch Brynäs-Sportchef Stefan Bengtzén meint: «Den Umständen entsprechend geht es ihm gut.»

Larkin kassiert zwei Mal fünf Minuten plus Spieldauer – einmal für den Check, und noch ein weiteres Mal für den Faustkampf. Doch der amerikanisch-italienische Doppelbürger ist nicht der einzige Adler, der sich in der Sündenliste einträgt.

Kurz zuvor wird Mark Stuart nach einer gänzlich unprovozierten Schlägerei unter die Dusche geschickt. Und nach dem Check von Larkin attackiert Nikolai Goc das Knie und den Kopf von Brynäs-Verteidiger Jörgen Sundqvist. Auch Goc kassiert einen Restausschluss.

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Der Kampf von Stuart. Video: streamable

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Gocs Attacke auf Knie und Kopf von Sundqvist. Video: streamable

Es bleibt die Frage, was hinter diesen Aussetzern steckt. Gab es eine Vorgeschichte? Oder war es schlicht Frustration die bei den Mannheimern überbordete? 

Letzteres scheint wahrscheinlicher, denn nirgends sind Anzeichen auf Provokationen seitens der Schweden in dieser Partie oder im Hinspiel zu finden. Auch der Spielverlauf deutet auf Frustration hin. Die Adler führten bis zur 58. Minute mit 1:0 und hätten damit zumindest die Verlängerung erreicht. 

Doch zwei Tore in doppelter Unterzahl kurz vor der Schluss-Sirene brachten Sean Simpsons Team um den Traum vom Champions-League-Viertelfinal. Auf Twitter sind sich schwedische User gar einig, dass Simpson seine Athleten bewusst nochmals auf die Gegner losgelassen hat. Mit dem Ziel, sie zu verletzen. 

Angeblich wimmelte der frühere ZSC- und Nati-Coach Brynäs-Trainer Tommy Sjödin mit einem «fuck off» ab, als dieser ihn konfrontieren wollte. Auch Mannheims Pressekonferenz nach dem Spiel wurde abgesagt. Vom Verein fehlt noch jegliche Reaktion auf die Geschehnisse. 

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Im Interview nach dem Spiel äussert sich Sean Simpson nicht zu den Ereignissen.  Video: YouTube/Champions Hockey League

Auf Brynäs-Seite sind die Reaktionen dagegen deutlich. «Das war einfach nur feige. Sie wussten, dass sie nicht mehr gegen uns spielen müssen, und haben sich wie Idioten aufgeführt», sagt Captain Jacob Blomqvist. Noch deutlicher wird der Sportchef der Schweden: «Das war ein Mordversuch», sagt er gegenüber der Zeitung «Aftonbladet».

In den sozialen Medien kriegt neben Sean Simspon insbesondere auch Thomas Larkin sein Fett weg.

«Ihr solltet Larkin entlassen, die Situation ist einfach nur peinlich.»

«Das ist unentschuldbar.»

«Ihr seid eine Schande für diesen Sport.»

«Euer Klub, euer Coach und eure Spieler sind ein Witz und eine Beleidigung für das professionelle Eishockey.»

HCD-Verteidiger Magnus Nygren findet es «widerlich» und legt noch ein schwedisches Fluchwort hinterher.

Am besten bringt es aber Sanny Lindström auf den Punkt. Der frühere Nationalverteidiger Schwedens und heutige TV-Experte nennt Mannheims Verhalten peinlich. Das Team habe an diesem Abend sich selbst und den Hockeysport blamiert. 

Dem können wir nur zustimmen. Ein solches Verhalten hat – egal aus welchen Gründen – im Eishockey nichts verloren.

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