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ARCHIVBILD ZUM RUECKTRITT VON DAVOS-TRAINER ARNO DEL CURTO --- Davos Cheftrainer Arno Del Curto in Aktion im Eishockey Meisterschaftsspiel der National League zwischen dem SC Bern und dem HC Davos, am Mittwoch, 28. Februar 2018, in der PostFinance Arena in Bern. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Arno Del Curto trat nach dem 5:1-Sieg über die ZSC Lions zurück.  Bild: KEYSTONE

Arno Del Curto, die Schmach von 1993 und der SCB als letzte Herausforderung

Die Hockey-Götter haben eine Situation herbeigeführt, von der viele seit «ewigen Zeiten» träumen: Arno Del Curto (62) ist arbeitslos und die ZSC Lions und Lugano sind unter dem Strich klassiert.



Nicht einmal nach Ralph Kruegers Demission als nationaler Trainer (2010) sind in unserem Hockey so viele Psalmen gesungen worden wie in den letzten Tagen für Arno Del Curto.

Ja, General Henri Guisan nach der Demobilisierung der Armee und Bundesrat Adolf Ogi nach dem Adieu aus der Politik sind bei weitem nicht so gerühmt worden wie der «ewige» HCD-Trainer.

Bildnummer: 05105830  Datum: 08.11.2009  Copyright: imago/Ulmer/Cremer
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Ralph Krueger 2009.

Das ist erfreulich. Arno Del Curto hat jeden Buchstaben der Lobeshymnen verdient. Aber zugleich sind diese Lobgesänge beunruhigend. Der grandiose Abgang könnte den Nonkonformisten ja dazu verleiten, nicht mehr ins Hockey zurückzukehren. Meidet er fortan die Banden, ist ihm ewiger Ruhm sicher.

Aber Eishockey ohne Frontmann Arno Del Curto ist wie die Rolling Stones ohne Mick Jagger. Etwas fehlt. Und es kann ja nicht sein, dass der grösste Schweizer Trainer aller Zeiten künftig nur noch irgendwo in einem TV-Studio als Experte den «Louis de Funès des Hockeys» gibt.

Die Karriere von Arno Del Curto:

Inzwischen haben sich die Weihrauchwolken verzogen. Der nüchterne Verstand beginnt wieder zu funktionieren. Der Blick wird frei auf das Hockey-Tagesgeschäft. Und wir erkennen: Die Hockeygötter haben eine wunderbare Situation arrangiert: Die ZSC Lions und Lugano sind unter dem Strich klassiert und Arno Del Curto ist arbeitslos.

ARCHIVBILD ZUM RUECKTRITT VON DAVOS-TRAINER ARNO DEL CURTO --- Davos' Cheftrainer Arno Del Curto, beim Eishockey-Qualifikationsspiel der National League A zwischen dem HC Davos und dem Lausanne HC, am Freitag, 16. November 2018, in der Vaillant Arena in Davos. (KEYSTONE/Gian Ehrenzeller)

Ex-HCD-Coach Arno Del Curto hat Angebote anderer Klubs stets abgelehnt. Bild: KEYSTONE

Ach, wie oft haben wir in den letzten 20 Jahren das Gerücht verbreitet, der HCD-Trainer könnte Bandengeneral in Lugano oder Zürich werden. Und nur er weiss, wie oft sich die Autoritäten dieser Klubs um seine Dienste bemüht haben. Egal. Er hat immer «nein» gesagt.

Luganos Trainer Greg Ireland im Eishockey Meisterschaftsspiel der National League zwischen dem SC Bern und dem HC Lugano, am Dienstag, 25. September 2018, in der PostFinance Arena in Bern. (KEYSTONE/Daniel Teuscher)

Lugano-Trainer Greg Ireland. Bild: KEYSTONE

Der Chronist wagt es als Laie nicht, die Arbeit von Serge Aubin im Hallenstadion und Greg Ireland in Lugano zu kritisieren. Da seien die Hockey-Götter davor! Aber er kann erzählen, was er sieht.

Greg Ireland und Serge Aubin haben keinerlei Charisma. Würde einer der beiden neben Arno Del Curto in einem Kabinengang stehen, so würde man ihn für den Assistenten des Materialwartes halten. Alleine die Präsenz von Arno Del Curto würde in Lugano oder in Zürich für einen eruptiven Energieschub sorgen. Und, natürlich, für beste Unterhaltung.

Lassen wir einmal Lugano aussen vor. Lugano hat zwar in seiner Geschichte immer wieder grossen Trainern alle Macht überlassen. Aber die Gefahr wäre gross, dass die «welsche Mafia» um «Don Vauclair» gegen einen so fordernden und kompromisslosen Trainer erfolgreich intrigieren würde. Mit ziemlicher Sicherheit ist Arno Del Curto für Lugano zu gross.

Zuerichs Sportchef Sven Leuenberger, links, und Zuerichs Trainer Hans Kossmann, rechts, im Eishockey Meisterschaftsspiel der National League zwischen den ZSC Lions und dem Lausanne HC, am Freitag, 2.Februar 2018, im Hallenstadion in Zuerich. (KEYSTONE/Melanie Duchene)

Sven Leuenberger, Sportchef der ZSC Lions. Bild: KEYSTONE

Aber bei den ZSC Lions könnte er noch einmal so richtig rocken. Noch erlaubt es die Eitelkeit Sportchef Sven Leuenberger nicht, «seinen» Trainer Serge Aubin nüchtern und kritisch zu beurteilen. Natürlich wird der Gedanke an Arno Del Curto in Zürich noch verworfen. Den Trainer bis im nächsten Frühjahr im Amt zu halten, ist ja Pflicht.

HC Davos Cheftrainer Arno Del Curto, rechts, im Gespraech mit ZSC Lions Praesident Walter Frey bei der Siegerehrung nach dem fuenften Playoff Finalspiel der National League A zwischen den ZSC Lions und dem  HC Davos, am Samstag, 11. April 2015, im Hallenstadion in Zuerich. (KEYSTONE/Patrick B. Kraemer)

ZSC-Präsident Walter Frey mit Arno Del Curto. Bild: KEYSTONE

Aber es braucht nicht mehr viele Niederlagen, bis sich die ZSC Lions ernsthaft um die Playoff-Qualifikation Sorgen machen müssen. Dann könnte die «Versuchung Arno Del Curto» Sven Leuenberger heimsuchen. Und einer Trainerentlassung, um Platz für Arno Del Curto zu machen, könnte vielleicht sogar Präsident Walter Frey zustimmen.

Für Arno Del Curto würde sich bei einer Rückkehr zu den ZSC Lions der Kreis schliessen. Die Zürcher haben ihn einst am 23. Oktober 1993 zu Unrecht entlassen. Mit einer Heimkehr in den Zürcher Hockeytempel wäre diese Schmach nach 25 Jahren getilgt.

Die Spengler-Cup-Sieger im neuen Jahrtausend:

Aber es gibt noch einen anderen «ewigen Hockeytraum»: Arno Del Curto und Marc Lüthi vereint beim SC Bern. Rock im Büro und Roll auf dem Eis. Bei Lichte besehen eigentlich der perfekte Karriere-Schlusspunkt für den ehemaligen HCD-Trainer. Eigentlich ist ein Lebenslauf im Schweizer Eishockey ohne eine Anstellung beim SCB unvollendet.

SCB CEO Marc Luethi praesentiert die Bilanz  der SCB-Eishockey AG der vergangenen Meistersaison am Dienstag, 29. August 2017 in Bern. (KEYSTONE/Lukas Lehmann)

SCB-Präsident Marc Lüthi. Bild: KEYSTONE

Spätestens im Sommer 2020 braucht der SCB einen Nachfolger für Kari Jalonen. Vielleicht auch früher. Arno Del Curto wird 2020 erst 64 Jahre als sein. Noch nicht einmal im AHV-Alter. Bei weitem nicht zu alt, um ein Meistertrainer zu sein. Scotty Bowman war 69, als er 2002 mit Detroit den Stanley Cup gewann. Eine NHL-Saison ist noch ein bisschen anstrengender als eine in der höchsten Liga unseres Landes.

Wäre die Hockeywelt ein Ponyhof, dann würde Arno Del Curto jetzt eine ausgedehnte Selbstfindungs-Auszeit antreten, alle Jobangebote ablehnen, eine NHL-Tour machen, Rockkonzerte und Pokerturniere besuchen, seinen Lebensmittelpunkt ganz in den schönen Oberaargau verlegen, viel «Ich-Zeit» nehmen, sich in langen Wanderungen über die Hügel und durch die Wälder erholen, die einst schon Albert Bitzius zu Werken der Weltliteratur inspiriert haben, und sich für den Anruf von SCB-Sportchef Alex Chatelain (oder dessen Nachfolger) bereithalten.

Aber er weiss ja selbst noch nicht, wie es weitergehen soll …

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    Alle Leser-Kommentare
  • Mister#83 03.12.2018 12:35
    Highlight Highlight Eine Karriere unvorstellbar ohne SCB🤷🏼‍♂️ Ernsthaft...? Bitte, das ist hetablassend. Arno del Curto der Ewige HockeyGott hat nur den HCD verdient. Die anderen Vereine würden ihn nicht wertschätzen. UNSEREN EWIGEN HOCKEYGOTT. ER WIRD FÜR IMMER DAVOSER BLEIBEN.
    • LebeauFortier 03.12.2018 18:19
      Highlight Highlight Falls Du dafür ein Herz willst, müsstest Du Dir wohl selbst eins geben.
  • Nelson Muntz 03.12.2018 10:04
    Highlight Highlight Gold-Arno für Silber-Fischer?
    • mukeleven 03.12.2018 12:50
      Highlight Highlight jaaaa! und silber-fishi mit paterlini als co-coaches zu davos.
      mit dieser konstelation koennte ich gut leben.
  • Genital Motors 03.12.2018 08:31
    Highlight Highlight Wir in der 3. Liga GEC hätten auch Bedarf :D
  • Dynamischer-Muzzi 03.12.2018 08:04
    Highlight Highlight Den Job als "Louis de Funès des Hockey's" I'm TV wird AdC nicht einnehmen können, diesen Platz hat sich nach seiner Schmach in Kloten Kevin Schläpfer reichlich verdient. Nach diesem Fehler, zu den Fliegern zu gehen, ist seine Karriere als Coach eh vorbei.
  • Rumbel the Sumbel 03.12.2018 06:35
    Highlight Highlight Tu es nicht. Nirgends. Gewinnen kannst du nichts mehr. Verlieren schön. Also geniess den Ruhestand.
  • zeusli 03.12.2018 06:34
    Highlight Highlight Arno beim ZSC und der SCB würde über Jahre kein meisterliches Licht am Ende des Tunnels sehen. Arno bei Lugano und die Chronisten währen akut Burnout gefährdet. Arno beim SCB und Tikannen würde das Fondue im Halse stecken bleiben! 😉
    • mukeleven 03.12.2018 12:52
      Highlight Highlight ... oder die hirschmedalions! 😜
  • Tikkanen 03.12.2018 06:21
    Highlight Highlight ...herrlicher Bericht Chlöisu👍🏻 Du hast ja einst bei Telebärn einen Sporttalk moderiert. In einer Sendung hattest du AdC und Lüthi als Gäste, dort hat Arno klar gesagt dass er eines Tages in Europas Hockeyhauptstadt🐻 arbeiten wolle😳 Aber heute sehe ich Arno eher nicht mehr an der Bande sondern eher als GM in Bern, und zwar so: AdC erholt sich bis nächsten Sommer, wird dann als GM und Sportchef die 1. Mannschaft operativ und Future strategisch leiten. Weil dann pro Jahr mind. 3 Future Spieler ins 1. hoch müssen isch Käru fürig und wird durch Cereda ersetzt = Serienmeister🏆
    Hopp Bärn😊🍻
    • SBP 03.12.2018 08:08
      Highlight Highlight Langweilige Märchenstunde mit Klöisu und Tikkanen... Denn es is auch nicht für 0-10 Jährige unterhaltsam, wenn sich Herren im gesetzten Alter in Ihren ach so tollen Fantasien und Worthülsen suhlen.
    • mukeleven 03.12.2018 12:58
      Highlight Highlight dream on my friend.
      aber träumen darf man ja.
      arno ist kein manager, also er managed schon aber arno-free-style halt. dies ist mit herrn lüthi‘s ausrichtung eher weniger kongruent und eine höchst explosive mischung.
      und cereda soll in ambri bleiben - die machen einen top-job dort und wissen mich echt zu begeistern.
      btw: die hirschmedalions haben gerockt gestern?
  • Socceroo04 03.12.2018 06:13
    Highlight Highlight ...Eigentlich ist ein Lebenslauf im Schweizer Eishockey ohne eine Anstellung beim SCB unvollendet...🤪 Da sind Segi, Fischer, Sulander, Eberle, Hollenstein, Hiller oder Jaques Soguel und viele mehr sicher einer Meinung mit dem Eismeister 🤣
  • Sloping 03.12.2018 05:38
    Highlight Highlight An Arnos Stelle würde ich erst die Batterien wieder laden und erst nächsten Sommer wieder was annehmen, sofern er denn im Hockeybusiness bleiben will. Das ist ja auch nicht zu 100% sicher. Er machte mir zuletzt einen ziemlich ausgebrannten Eindruck, was nicht überrascht nach so vielen Jahren im Doppelamt und zum Schluss wohl auch Querelen in der Mannschaft.
  • Scooby doo 03.12.2018 05:08
    Highlight Highlight "dä seich".
    Wenn ich Arno del Curto wöre, ich würde mich sicher nicht auf ein Lugano oder den "Z" stürzen.... Lieber im Landwassertal bleiben und schön Nachwuchsarbeit betreiben oder mal das Leben geniessen .

Das wären die Logos der Schweizer Klubs, wenn sie NHL-Teams wären

Die Eishockey-Sprache ist englisch: Crosscheck, Slot und Butterfly-Goalie, Boxplay, Icing und Emptynetter. Auch die Schweizer Ligen heissen nicht mehr Nationalliga A und B, sondern National League und Swiss League. Nur die Klubs haben immer noch ihre alten Namen.

Höchste Zeit, dass auch sie sich wandeln upgraden und ihre HC, SC und EV durch zeitgemässe Namen ersetzen!

* Update: User weisen darauf hin, dass der richtige Plural «mice» lautet. Das ist natürlich korrekt. Da ein kleiner Fehler zum …

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