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EM 2024: Wie stellt Yakin die Schweizer Nati gegen Deutschland auf?

epa11423991 Head coach Murat Yakin of Switzerland.gestures during the UEFA EURO 2024 group A soccer match between Scotland and Switzerland, in Cologne, Germany, 19 June 2024. EPA/GEORGI LICOVSKI
Murat Yakin erteilt im Schottland-Spiel Anweisungen.Bild: keystone

Wen zaubert Yakin gegen Deutschland aus dem Hut? Bislang gingen seine Pläne auf

Der Achtelfinal-Einzug an der EM 2024 ist so gut wie fix. Nun wartet zum Abschluss der Vorrunde der grosse Leckerbissen: Das Duell mit Gastgeber Deutschland. Breel Embolo dürfte erstmals von Beginn an stürmen.
20.06.2024, 13:1820.06.2024, 14:33
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Die «Pflicht» ist abgehakt, nun geht es für die Schweizer Nati zur «Kür». Nach dem 3:1-Sieg gegen Ungarn und dem 1:1 gegen Schottland muss viel passieren, damit die Schweiz die Achtelfinals noch verpasst.

Mit einem Sieg zum Abschluss der Vorrunde im «Spiel der Spiele» gegen Deutschland (Sonntag, 21 Uhr in Frankfurt) hat die Nati sogar die Chance, die Gruppe vor dem Gastgeber, der seine beiden ersten Partien gewonnen hat und schon sicher weiter ist, auf Platz 1 abzuschliessen.

Nagelsmann will wenig rotieren

Schont Deutschland, weil es seinen Platz in den Achtelfinals eben schon auf sicher hat, gegen die Schweiz viele Asse? An diese Möglichkeit sollten Spieler und Fans der Nati nicht zu viele Gedanken verschwenden. Der deutsche Bundestrainer Julian Nagelsmann kündigte nach dem 2:0-Sieg gegen Ungarn an, man wolle unbedingt Gruppensieger werden: «Das ist das erste Ziel, weshalb es keine sieben Wechsel geben wird.»

Und im Schweizer Team? Da macht Trainer Murat Yakin es den Beobachtern nicht leicht, wenn sie versuchen, ihm in die Karten zu blicken. Gegen Ungarn zum EM-Auftakt zauberte er Michel Aebischer und Kwadwo Duah aus dem Hut, überrumpelte damit den Gegner und hatte das Glück, dass beide Spieler trafen.

Duah kam im zweiten Spiel gegen Schottland jedoch nicht mehr zum Einsatz. Dafür brachte Yakin den gegen Ungarn nicht eingesetzten Xherdan Shaqiri von Anfang an – und wieder ging sein Plan auf. «Shaq» erzielte den wunderbaren Ausgleichstreffer.

DFB-Elf über aussen angreifbar

Und nun also Deutschland, der stärkste Schweizer Gegner in der Vorrunde. Murat Yakin wird wieder gefragt sein, denn die DFB-Elf hat bislang überzeugt. So sehr, dass selbst im eher zurückhaltenden Fachblatt «Kicker» zu lesen ist: «Auch wenn es noch früh ist im Turnier: Spätestens jetzt reift in Deutschland der Traum vom Gewinn der Heim-EM.»

epa11423178 Germany fans reacts to the 1-0 during the Public screening of the UEFA EURO 2024 match Germany vs Hungary in Berlin, Germany, 19 June 2024. EPA/CLEMENS BILAN
Euphorie in Berlin: Fan-Trio beim Public Viewing des Spiels Deutschland – Ungarn.Bild: keystone

Wie spielt man gegen diese Deutschen? Einen Ansatz liefert Taktik-Experte Tobias Escher. Er sah Deutschland gegen Ungarn auf den Seiten verletzlich. «Zwar konnten die Ungarn aus ihren Flügelangriffen und den anschliessenden Standards kein Kapital schlagen. Ein individuell stärkerer Gegner würde dies jedoch tun», analysierte er bei «11 Freunde». Escher sieht sein Heimatland nach zuletzt durchzogenen Turnieren im Aufwind: «In einem engen Spiel überzeugte die Elf mit vergessen geglaubten Tugenden: Kampfstärke, Widerstandsfähigkeit, Wucht im Gegenpressing.»

Yakin dürfte wieder auf eine Dreier-Abwehr vor Yann Sommer setzen. Ein Fragezeichen gibt es bei Fabian Schär, der sich gegen Schottland relativ früh die Nase brach, die Partie aber zu Ende spielte. Sollte er nicht mittun können, würde vermutlich Nico Elvedi für ihn verteidigen. Oder ersetzt ein Ostschweizer einen anderen: Leonidas Stergiou, den Yakin zwei Mal für Rechtsaussen Silvan Widmer einwechselte?

COLOGNE, RheinEnergie Stadium, 15-06-2024 , European Football Championship Euro2024, Group stage match no.2 between Hungary and Switzerland. Hungary player Roland Sallai and Switzerland player Leonida ...
Leonidas Stergiou bedrängt Ungarns Roland Sallai.Bild: www.imago-images.de

Embolo von Beginn an

In der Zentrale sind Granit Xhaka und Remo Freuler gesetzt. Ruben Vargas und Dan Ndoye haben viel Zug nach vorne, aber ihre Abschlüsse … Vielleicht ist Steven Zuber, der bislang angeschlagen ausfiel, bereit. Oder Yakin überrascht wie im Startspiel bei seiner Aufstellung und stellt Renato Steffen auf, der in der Super League für Lugano in 31 Saisonspielen 19 Skorerpunkte sammelte.

Und Xherdan Shaqiri? Gut möglich, dass der 32-Jährige gegen Deutschland zunächst wieder auf der Ersatzbank Platz nehmen muss. Im Sturm liess der Nationaltrainer nach dem Schottland-Spiel durchblicken, dass er erstmals von Beginn an auf Breel Embolo setzt, solange ihn die Beine nach der langen Verletzungspause tragen werden.

Seinen Plan hat Murat Yakin bestimmt seit langem im Kopf. Nun geht es für ihn und Co-Trainer Giorgio Contini darum, diesen zu verfeinern. Noch drei Tage bis zum Hit.

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In diesem exklusiven Klub ist Xherdan Shaqiri Mitglied
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Nur diesen sieben Fussballern gelang es, sowohl an einer WM als auch einer EM je fünf oder mehr Tore zu erzielen. (Stand 19.6.2024)
quelle: imago sportfotodienst / imagebroker
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65 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Frodo3000
20.06.2024 13:33registriert April 2022
Sorry, aber welcher Plan von Yakin ist aufgegangen gegen Schottland? Und ja, ich befürchte auch, dass Yakins Plan ein Unentschieden war...... Aber eine Schüssel gewinnt man nur, wenn man gewinnen will und nicht wenn man mit einem Unentschieden gegen Schottland zufrieden ist!!
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loquito
20.06.2024 14:13registriert September 2017
Aufgegangen? Als Schweiz fan hatte ich gestern Mühe. Spielerisch massiv besser, hätten wir fast noch verloren. Eigentlich hätten die Schotten für ihren Einsatz es verdient uns zu schlagen. Das hintenrum Spielen kann sinnvoll sein. Aber wie sich die CHer gestern im eigenen viertel haben zurü drängen lassen. Da kassieren wir au h 5 gegen Deutschland.....
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MartinZH
20.06.2024 14:19registriert Mai 2019
Wenn man Yakin im Interview nach dem Spiel zugehört hat, dann kann keine Rede davon sein, dass sein "Plan" aufgegangen ist – im Gegenteil: Die CH-Nati hatte eigentlich nur Glück, dass es bei diesem 1:1 geblieben ist. Die Schotten sind gerannt und haben eine Menge Chancen herausgespielt. Der Pfostenschuss war Glück für die CH, die eigentlich ziemlich überrumpelt wurde. Die CH-Chancenauswertung war miserabel. Und vor dem Match glaubte man noch an einen Sieg, weil man davon ausgegangen ist, dass Schottland so spielen wird wie im ersten Match – nichts mehr mit erstmals zwei Siegen in der Vorrunde.
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