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epa07165535 Switzerland's Christian Fassnacht reacts during the International Friendly soccer match between Switzerland and Qatar in Lugano, Switzerland, 14 November 2018.  EPA/ENNIO LEANZA

Christian Fassnacht ist nach der Niederlage gegen Katar fassungslos.  Bild: EPA/KEYSTONE

«Wir waren einfach schlecht»: Schweizer Nati mit «Betriebsblamage» gegen Katar

Die Schweiz verliert das Testspiel gegen Katar 0:1 – warum Nationaltrainer Petkovic trotzdem nicht böse ist.

ETIENNE WUILLEMIN / az



Die Schweiz verliert 0:1 gegen Katar. Ein Debakel? Peinlich? Oder doch nur eine ärgerliche, aber unbedeutende Niederlage?

Ja, was soll man davon halten? Nationaltrainer Vladimir Petkovic findet: «Katar hat den Sieg nicht gestohlen. Manchmal kommt so ein Abend vor. Das sollte zwar nicht sein. Aber wir sind alle auch Menschen. Darum bin ich auch nicht so böse auf das Team.» Verteidiger Fabian Schär meint: «Wir waren einfach schlecht. So gewinnst du einfach keine Spiele. Das einzig Gute ist, dass es nur ein Testspiel war.»

Switzerland's Fabian Schaer reacts during an international friendly soccer match between Switzerland and Qatar at the Cornaredo stadium in Lugano, Switzerland, on Wednesday, November 14, 2018. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Fabian Schär Bild: KEYSTONE

Eine Mischung aus Verständnis und Selbstkritik also. Warum? Verständlich, weil solche Spiele im tiefen Herbst eigentlich niemand braucht. Schweiz gegen Katar findet nur statt, da ein Testspiel zu diesem Zeitpunkt von der Uefa vorgeschrieben ist. So sehr das für Katar (Nummer 96 der Weltrangliste) ein Highlight ist, so sehr ist es für die Schweiz (Nr. 8) eine Pflichtaufgabe. Und da fehlt dann der letzte Wille, richtig in die Zweikämpfe zu steigen, nach einem Ballverlust nachzusetzen – oder mit letzter Konsequenz Tempo zu machen.

Und trotzdem ist Selbstkritik angebracht. Weil es trotz den Umständen nicht sein kann, dass die Schweiz gegen einen bescheidenen Gegner wie Katar in Nöte gerät, ja sogar verliert. Ein bisschen stolz darf auch erwartet werden, wenn man das rote Schweizer Shirt bei einem Test trägt.

Switzerland's head coach Vladimir Petkovic during a media conference in preparation for the match against Qatar, on Tuesday, 13 November, 2018, near the Cornaredo stadium in Lugano. (KEYSTONE/Ti-Press/Pablo Gianinazzi)

Vladimir Petkovic Bild: TI-PRESS

Ob es eher eine Blamage oder ein Betriebsunfall war, wird Petkovic noch gefragt. «Etwas zwischen drin, vielleicht eine Betriebsblamage», sagt er. Den Humor hat er nicht verloren. Denn er weiss, das Schweizer Highlight folgt erst noch, am Sonntag gegen Belgien, wenn es um den Gruppensieg der Nations League geht. Dann wird eine ganz andere Schweiz auf dem Platz stehen. «Vielleicht haben wir tatsächlich ein bisschen zu sehr in Richtung Sonntag geschaut», sagt Petkovic noch, «und deshalb bin ich auch überzeugt, dass dies nun kein Rückschlag ist.»

Man kann ihn verstehen. Schliesslich hat der Trainer mit seiner Aufstellung auch die Richtung vorgegeben. Es spielt die zweite Garde. Womit man aber auch sagen kann: Genau jene, die sich eigentlich aufdrängen müssten in so einem Spiel, haben versagt. Von Freuler, über Zakaria zu Fassnacht oder Gavranovic – jeder ist schlecht. Aber auch von allen anderen muss mehr kommen. Für Loris Benito und Leo Lacroix ist es das erste Länderspiel, es wird keine schöne Erinnerung bleiben.

Gefährlich wird die Schweiz nur zweimal. Ein Kopfball von Lang landet am Pfosten. Ein Schuss von Fassnacht an der Latte. Aber sonst? Der Ball wird hin und her geschoben, ein echter Plan fehlt. Die Bereitschaft, sich zum Sieg zu leiden ebenfalls. Über 90 Minuten gesehen hat Katar die besseren Möglichkeiten, steht mehrfach kurz vor der Führung. Nur der starke Mvogo verhindert sie. Bis zur 86. Minute. Dann vollendet Akram Afif einen Konter nach dem Ballverlust von Lacroix und Sow. Die Szene hat etwas von Slapstick.

epa06406319 Qatar's Spanish coach Felix Sanchez looks during the Gulf Cup of Nations soccer match between Iraq and Qatar at Al Kuwait sports club Stadium, Kuwait City, Kuwait, 26 December 2017.  EPA/NOUFAL IBRAHIM

Felix Sanchez freut sich über den Sieg. Bild: EPA/EPA

Felix Sanchez, Katars Trainer, sagt hinterher mit Recht: «Wir standen kompakt, waren gut organisiert, es war nicht einfach für die Schweiz.» Und dann ergänzte er: «Ich bin richtig stolz auf diese Leistung. Meine Jungs feiern zurecht in der Garderobe. Es war für uns die Möglichkeit, zu zeigen, dass wir mithalten können mit Spielern, die zu den Besten der Welt gehören, viele Erfahrungen in der Champions League gemacht haben. Das ist toll.» Die Frage, ob denn Katar so gut, oder die Schweiz so schlecht war, goutierte Sanchez nicht wirklich. Wohl wissend, dass das Resultat schon auch mit der Bühne zusammenhing. Das ist auch der Grund, warum Petkovic das Spiel nicht gross analysieren wird. «Es hat jeder verstanden, was gefehlt hat.»

Zum Schluss ein Blick zurück. Das 0:1 gegen Katar ist auf dem Papier das schlimmste Resultat der Nati seit dem 1:2 in der WM-Qualifikation gegen Luxemburg im September 2008, kurz nachdem Ottmar Hitzfeld das Team als Trainer übernahm. Einmal gab es noch ein 0:0 auf Malta, im Februar 2011. Seither aber blieb die Schweiz von solchen Peinlichkeiten verschont.

Nun, die Niederlage gegen Katar ist die vierte in den letzten sechs Spielen. Eine Korrektur ist dringend nötig. Am besten schon gegen Belgien. (aargauerzeitung.ch)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Ajax 15.11.2018 09:41
    Highlight Highlight Gratulation übrigens an das Kinderchörli, welches die Nationalhymnen gesungen hat.
    Ihr wart mit Abstand die Besten am gestrigen Abend :)
  • Glenn Quagmire 15.11.2018 09:19
    Highlight Highlight 1. Es war ein Testspiel auf einem furchtbaren Acker mit einer B-Mannschaft

    2. Keiner der Ersatzspieler konnte sich wirklich aufdrängen, die Breite fehlt ganz klar.

    3. Gewinnt gegen Belgien mit 2 Toren Unterschied und keiner erinnert sich an das Spiel von gestern.
  • Zeit_Genosse 15.11.2018 09:09
    Highlight Highlight Für Belgien geschont. Wenn es aufgeht, ok.
  • Aha Effekt 15.11.2018 08:58
    Highlight Highlight Darum liebe ich Watson. Ihr seid kein Blick und keine 20min ihr hetzt einfach nicht. Super geschriebener Artikel.
    Einfach nur fachlich nichts emotional.

    #thumbsup
  • rodolofo 15.11.2018 07:43
    Highlight Highlight Wie viel hat Katar für diesen Sieg bezahlt?
    Macht doch nichts!
    Gegen Belgien dann wieder "Volle Pulle", und Harry Hasler aus Schwamendingen ist wieder mit Euch zufrieden.
  • Naraffer 15.11.2018 07:12
    Highlight Highlight Und wieder hat es der Coach nicht geschafft, die Mannschaft bis in die Haarspitzen zu motivieren.
    • Olmabrotwurst vs. Schüblig 15.11.2018 09:08
      Highlight Highlight Eins muss man Petkovic lassen er zieht die Jungen nach, das wollte ein Berahmi zum Beispiel nicht akzeptieren, denn er hätte eine gute Vorbildfunktion gehabt.
  • Scooby doo 15.11.2018 07:04
    Highlight Highlight Böse zungen würden jetzt behaupten dass geld im Spiel war......
    Aber vielleicht war es einfach ein Fussballabend zum vergessen,der spielerischen Leistung entsprechend,da die nati gegen schlechtere teams immer wieder ihre Probleme aufweisen.
  • Rumbel the Sumbel 15.11.2018 06:39
    Highlight Highlight Geht das jetzt unter ein ‚Schritt Vorwärtsgang‘ machen? Oder ‚wir wollen weiterkommen‘? Alles eine Frage der Einstellung. Mal schauen, was gegen Belgien läuft.
  • Gordon Blue 15.11.2018 06:33
    Highlight Highlight Schlechte Wortspiele mit "verkatart" in 3,2,1...
    • Natürlich 15.11.2018 07:26
      Highlight Highlight Hier😉
      Benutzer Bild
    • Natürlich 15.11.2018 07:26
      Highlight Highlight Oder so😄
      Benutzer Bild
    • Devante 15.11.2018 08:31
      Highlight Highlight Qatastrophe!!! Die neuen jungen Buben aus Bern haben zudem bewiesen, dass sie ausserhalb der Kunstrasen-Romantik nicht wirklich internationales Format haben
  • HerrLich 15.11.2018 06:01
    Highlight Highlight Kann man so sagen, ja!
  • recto 15.11.2018 05:26
    Highlight Highlight Jetzt weiss ich Fussball-Laie wenigstens, dass in Katar Fussball gespielt wird 🙈

Petr Cech steht wieder zwischen die Pfosten – aber er hat die Sportart gewechselt

Damit hat wohl kaum jemand gerechnet: Die tschechische Goalielegende Petr Cech, jahrelang bei Chelsea und bis diesen Sommer bei Arsenal tätig, kehrt ins Tor zurück. Allerdings nicht etwa als Fussballgoalie.

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