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Schöne Erinnerung: Dean Walker mit der letztjährigen Fahne zum Aufstieg. bild: dean walker

36 Spiele, 0 Siege – wie Brechin Citys treuster Fan die Horror-Saison erlebt hat

So schlecht war eine Mannschaft in Schottland zuletzt, als die Welt noch schwarz-weiss war. Brechin City stieg ohne einen einzigen Sieg aus der zweiten Liga ab. Wie hält man so etwas aus? Brechins grösster Fan hat es uns erzählt.



Eine ganze Saison lang Daumen drücken, singen und hoffen. Alles vergebens. Brechin City steigt mit einer Horror-Bilanz aus der zweiten schottischen Liga ab. In 36 Spielen gab's nicht einen einzigen Sieg und nur gerade vier Unentschieden.

«Dieses Ende ist wirklich sehr enttäuschend», gibt Dean Walker, der Präsident von Brechins offiziellem Fanklub, gegenüber watson zu. «Wir wussten ja alle, dass es eine harte Saison werden würde. Aber dass wir gleich ohne einen einzigen Sieg wieder runter müssen, das habe ich dann schon nicht erwartet. Wir sind alle froh, dass die Saison nun vorüber ist.»

Vor einigen Wochen hofften noch alle auf den ersten Sieg:

Brechin City war eines von zwei Amateurteams in der schottischen Championship und in der Vorsaison äusserst glücklich aufgestiegen. In den Playoffs setzte sich das Team aus der Region Angus sowohl im Halbfinal wie auch Final als Aussenseiter im Penaltyschiessen durch. Doch bei den Profis eine Etage höher war das Glück aufgebraucht und fussballerisch hatten die Hobbykicker – wie man sieht – kaum einen Stich.

Vier Remis als Höhepunkte

Für den 24-jährigen Anhänger Walker bleibt jedoch nicht nur die desaströse Schlussbilanz im Gedächtnis. Die Saison werde ihm, abgesehen von den Resultaten, trotz allem in guter Erinnerung bleiben. «Ich erhielt die Möglichkeit, neue Stadien zu besuchen. Das war wie ein Bonus für mich.»

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Kurze Dokumentation über Brechin City und sein Stadion. Video: YouTube/Ross Cunningham

Gerade in der ersten Hälfte der Saison war Brechin City manchmal nahe dran an einem Sieg. «Am nächsten kamen wir dem Dreier wohl im Heimspiel gegen Dundee United», erinnert sich Dean Walker an einen Samstag Ende November. Mehr als 2600 Zuschauer strömten in den Glebe Park, das Heimstadion mit der berühmten Hecke entlang der Gegengerade. «Wir hatten einen Freistoss in der letzten Minute und mussten hilflos mitansehen, wie der Ball haarscharf am Pfosten vorbei strich.»

So blieb es beim 1:1, einem von vier Unentschieden. «Diese vier Punktegewinne, das waren für mich die Höhepunkte der Saison», hält Walker fest. «Wer weiss, wie man uns ausgelacht hätte, wenn wir gar keinen Punkt geholt hätten?»

Trainer trotz allem fest im Sattel

Die allerletzte Chance auf den einzigen Saisonsieg hatte Brechin City am Samstag, als es zuhause gegen Queen of the South ging. Der Gegner hatte im Mittelfeld der Tabelle weder viel zu gewinnen, noch etwas zu verlieren – eigentlich optimale Voraussetzungen. Dass Brechin trotzdem 1:5 unterging, lag gemäss Walker an der Einstellung der Gäste: «Stell dir die Zeitungen am nächsten Tag vor. Von einem Team, das die ganze Saison nicht ein Mal gewonnen hat, willst du dich nicht schlagen lassen. Jeder bei den Queens hätte sich dafür geschämt.» Der Ehrentreffer war immerhin Brechins erstes Tor, nachdem die acht Partien zuvor allesamt zu Null verloren gingen.

Die ständigen Niederlagen und das ewige Warten auf einen Sieg liessen die Supporter zunehmend verzweifeln. «Wir hatten zu jedem Auswärtsspiel einen Car, auch wenn er nicht mehr immer voll war. Je länger die Saison ging, desto öfter hörte man auch Rufe der Fans nach einem Trainerwechsel.» Darren Dods durfte jedoch bis zum bitteren Ende bleiben. Damit waren laut Walker nicht alle Zuschauer einverstanden. «Nach dem letzten Spiel hörte man schon einige lauthals fluchen, als sie das Stadion verliessen.»

Dean Walker (links) mit dem langjährigen schottischen Nationalspieler Barry Ferguson in Brechin.

Aussicht auf viele Derbys

Nun ist Brechin City also wieder in der drittklassigen League One angelangt – einem Ort, wo der Klub mit seinen Strukturen wohl besser aufgehoben ist. Dean Walker freut sich auf die kommende Saison, die sportlich mit Sicherheit besser verlaufen wird als die abgelaufene. Und er freut sich auf viele Derbys. «Mit Forfar, Montrose und womöglich auch Arbroath könnten gleich vier Klubs aus Angus in der Liga spielen.»

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Brechin liegt auf halbem Weg zwischen Dundee und Aberdeen. grafik: google maps/watson

Ob sie Eintracht Frankfurts legendären Trainer Dragoslav Stepanovic auch im Osten Schottlands kennen? Vermutlich nicht. Aber seine berühmten Worte gelten auch da, selbst nach einer Saison mit 0 Siegen, 4 Unentschieden und 32 Niederlagen: «Lebbe geht weider.»

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