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epa06219707 FC Sion soccer team president Christian Constantin attends a press conference the day after he physically attacked Rolf Fringer, in Martigny, Switzerland, 22 September, 2017. Swiss club president physically attacked the former national coach and television commentator Rolf Fringer after the Super League soccer match Sion's 2-1 win at Lugano on 21 September.  EPA/OLIVIER MAIRE

Ja, was soll ich denn machen? Ich bin halt so. Bild: EPA/KEYSTONE

Kommentar

Kein Schamgefühl – dieses Trump-Getue von CC macht alles nur noch schlimmer

Christian Constantin prügelt mehrfach auf TV-Experte Rolf Fringer ein. Statt einer Entschuldigung hält er eine PK, sitzt arschcool da und sagt, dass er nicht der Böse ist.



Eines muss man Christian Constantin lassen: Er hat Nerven aus Stahl. Am Vorabend schlägt er in aller Öffentlichkeit mehrfach auf Rolf Fringer ein. Am nächsten Tag fragt er, «wofür soll ich mich entschuldigen?». Und hält dann eine Pressekonferenz, bei welcher er erst – mit heroischer Musik unterlegt – ein Video mit Rolf Fringers Aussagen über ihn zeigt, sich dann abgebrüht als Opfer hinstellt und veranschaulicht, wie böse alle anderen sind. Schamgefühl? Auf dem Niveau von Donald Trump. Höchstens.

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Das Einleitungsvideo von Constantin mit heroischer Musik. Video: streamable

Etwas machen, das in der Öffentlichkeit verpönt ist und dann damit rechtfertigen, dass alle mal runterkommen sollen, das sei doch nicht so schlimm gewesen. Hmm. Erinnert ihr euch an Trumps «Pussy Skandal»?

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Die Prügelattacke von Christian Constantin. Video: YouTube/Teleclub

Vielleicht hat Constantin in einem Punkt ja sogar ein bisschen recht. Es ist nicht lustig, wenn man von der gleichen Person im TV immer wieder schlecht geredet wird. Irgendwann würde das jeden aufregen. Da kann man noch lange sagen: «Du bist eine Person des öffentlichen Lebens, du musst damit umgehen können.» Irgendwann kommt die Antwort. So auch bei Constantin. Das ist sein Recht.

Nur: Die Art und Weise war völlig daneben.

Darüber lässt sich nicht diskutieren. Und selbst CC gab zu: «Sicher war meine Reaktion nicht die beste. Es ist nicht schön, wenn man auf jemanden losgeht.» Nur leider hängt der Sion-Boss noch an: «Aber ich kann nicht sagen, dass ich es bereue. ... Ich kann nicht sagen, dass ich nicht heissblütig bin.»

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Christian Constantin: «Ich bin halt so.» Video: streamable

Ich weiss nicht, ob es schlechtere Argumente gibt, um eine schlechte Tat zu begründen. «Ich bin halt so.» So, als ob er sagen will: «Ich weiss, es gibt Regeln und so. Ich würde die ja auch gerne einhalten, aber ich kann leider nicht. Der liebe Gott – oder wer auch immer die Geschicke dieser Welt leitet – hat mich halt so gemacht.» Das ist kindisch. 

Er darf – und soll – sich wehren. Teleclub habe ihn nie eingeladen, um zu Fringers Vorwürfen Stellung zu nehmen. Warum meldete er sich denn nicht selbst beim TV-Sender? Die beiden hätten eine Plattform erhalten, die Leute hätten das sehen wollen und man hätte die Probleme aus der Welt schaffen können.

«Ich wollte es beenden und das war der einzige Weg», sagte Constantin in einer Selbstverständlichkeit, als wäre es die ultimative Wahrheit. Aber eigentlich war es der einzige Weg, der nicht ging, um den Konflikt zu beenden.

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Constantin: «Es war der einzige Weg.» Video: streamable

Da predigt man in der Fussballwelt unablässig von «Respect», «Fair Play» und all den schönen Dingen auf der Welt. Aber dann prügelt ein Präsident im Stadion auf einen Experten ein. Wie will man da glaubwürdig bleiben, wenn man nichts gegen ihn unternimmt? Wie will man so jungen Fussballern weiterhin sagen, sie sollen Gegner, Schiedsrichter und Zuschauer respektieren? Für die Swiss Football League gibt es jetzt wirklich nur noch einen Weg. Constantin gehört gesperrt.

Wie weiter mit Christian Constantin?

CC geht um die Welt – so berichtet die internationale Presse über die Prügel für Fringer

Und wenn Constantin der Wind ins Gesicht bliese, dann würde er auch ihn Ohrfeigen:

Video: watson/Emily Engkent

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67 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
Ass
22.09.2017 20:44registriert January 2017
CC hat auf dem Feld nicht verloren! Gemäss Hooligan gesetz muss es jetzt ein 2 jähriges Rayonverbot geben. Alles andere ist für jeden Hooligan ein Freilos.
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Darkside
22.09.2017 18:18registriert April 2014
Wieso auch nicht? Trump kommt ja auch damit durch und alle schauen nur zu. Erdogan genauso. Wenn so ein Verhalten irgendwann salonfähig werden sollte, dann gute Nacht uns allen. Deswegen finde ich auch ganz klar: Eine Sperre muss her und zwar nicht nur ein paar Monate.
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Sloping
22.09.2017 18:50registriert October 2014
Es gibt doch nur Sieger in dieser Posse: Aserbaidschan Röfe, der als Trainer/Sportchef nicht mehr vermittelbar und als "Experte" sicherlich auch nicht auf Rosen gebettet ist, erhält für ein paar Ohrfeigen eine schöne Altersvorsorge. Der narzisstische und cholerische Sonnenkönig aus dem Wallis erhält seine uneingeschränkte Aufmerksamkeit. Der Pöbel jede Menge Unterhaltung zum Nulltarif. Und nun ganz im Ernst: Der Fussballverband wird seinen Schwanz leider wiederholt gegen CC einziehen. Und wenn CC nicht mehr amten darf, übernimmt halt das Sportchefjahrhunderttalent den Verein.
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Kommentar

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