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Sara Benz, second from left, of Switzerland, celebrates a goal with her teammates as Nana Fujimoto (1), of Japan, skates off during the second period of the preliminary round of the women's hockey game at the 2018 Winter Olympics in Gangneung, South Korea, Monday, Feb. 12, 2018. (AP Photo/Julio Cortez)

Sara Benz schiesst die Schweizer Hockey-Girls mit zwei Toren gegen Japan in den Viertelfinal. Bild: AP/AP

Die beinahe schon kitschige Geschichte von Matchwinnerin Sara Benz

Sascha Fey, Gangneung



Die vergangenen beiden Saisons musste Sara Benz verletzt pausieren. Nun trug die 25-jährige Winterthurerin mit zwei Toren zum 3:1-Sieg gegen Japan massgeblich zum vorzeitigen Viertelfinal-Einzug der Schweizerinnen bei.

Nach dem Gewinn der Bronzemedaille vor vier Jahren in Sotschi machte Sara Benz sportlich mehrheitlich eine schwierige Zeit durch. In den drei Spielzeiten danach konnte sie in der Meisterschaft bloss zwölf Partien bestreiten. Sie litt an Schwindel als Folge einer Hirnerschütterung. Dennoch setzte Nationaltrainer Daniela Diaz nach dem Comeback auf die Stürmerin.

Sara Benz (13), of Switzerland, celebrates after scoring a goal against Japan during the second period of the preliminary round of the women's hockey game at the 2018 Winter Olympics in Gangneung, South Korea, Monday, Feb. 12, 2018. (AP Photo/Julio Cortez)

Eiskunstlauf war nichts für Sara Benz, lieber trug sie die Hockeyausrüstung ihres Bruders. Bild: AP/AP

Warum, ist an den Winterspielen zu sehen. Nach ihren drei Assists beim 8:0 im Auftaktspiel gegen das vereinigte Team Korea schoss sie die Schweizerinnen gegen Japan mit einem Doppelschlag innert 171 Sekunden zum 2:0 (34.) auf die Siegerstrasse. Beim 1:0 erwischte sie die japanische Keeperin Nana Fujimoto mit einem Schuss unter die Latte in der nahen Ecke.

Zweimal eiskalt

«Wir wussten, dass ihr Goalie oben nicht so stark ist und schnell in die Knie geht, wenn wir von der Seite kommen», sagte Sara Benz. Und da sie nicht so recht wusste, was sie machen soll, brachte sie den Puck einfach mal aufs Tor, was sich als richtiger Entscheid entpuppte. Vor dem ebenfalls im Powerplay erzielten zweiten Treffer wurde sie von Christine Meier mit einem herrlichen Pass aus der eigenen Zone bedient, worauf sie alleine vor Fujimoto eiskalt abschloss.

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Sara Benz entwischt und lässt Japans Keeperin keine Chance. Video: streamable

Dass Sara Benz ein «Knipser» ist, stellte sie in der Schweizer Liga, in der sie für die ZSC Lions tätig ist, immer wieder unter Beweis. 121 Tore in 92 NLA-Partien lautet ihre eindrückliche Bilanz. Zudem verfügte sie trotz des Verletzungspechs über eine enorme internationale Erfahrung. Pyeongchang sind ihre dritten Olympischen Spiele, ausserdem nahm sie an vier Weltmeisterschaften teil, erstmals 2009 im Alter von 16 Jahren. An Winterspielen war sie vor der Partie gegen Japan aber erst zweimal erfolgreich.

Bruder als Vorreiter

Dass Sara und ihre Zwillingsschwester Laura, die ebenfalls zum Team gehört, vom Eishockey-Fieber infiziert sind, kommt nicht von ungefähr, übte doch auch der vier Jahre ältere Bruder Dominik die Sportart aus. Er brachte es immerhin in die 1. Liga. Die Eltern schickten die beiden Töchter jedoch zunächst zum Eiskunstlauf. Sara und Lara wollten aber lieber eine so tolle Ausrüstung wie ihr Bruder tragen.

Swiss Eishockey team with Isabel Waidacher, Sabrina Zollinger, Monika Waidacher, Nina Waidacher, Lisa Rueedi, Tess Allemann and Sara Benz, from left, pose in olympic rings, pictured during a media tour through the Gangneung Olympic Village one day prior tot he opening of the XXIII Winter Olympics 2018 in Gangneung, South Korea, on Thursday, February 08, 2018. (KEYSTONE/Alexandra Wey)

Sara Benz (ganz rechts) und ihre Kolleginnen nehmen die olympischen Ringe in Beschlag. Bild: KEYSTONE

Neben dem Eis schloss Sara Benz im vergangen Jahr ihr Jura-Studium ab. Danach absolvierte sie bis Ende November einen Teil ihres einjährigen Praktikums. Dieses setzt sie nach den Winterspielen fort, ehe sie die Anwaltsprüfung bestehen will. Derzeit gilt ihr ganzer Fokus aber dem Eishockey. Dass die Schweizerinnen nach zwei Partien bereits vorzeitig ihr Zwischenziel Viertelfinal erreicht haben, ist für sie «eine grosse Erleichterung. Es war eine super Teamleistung.»

Zum Abschluss der Vorrunde am Mittwoch gegen Schweden soll nun weiteres Selbstvertrauen getankt werden, schliesslich wollen die Schweizerinnen erneut eine Medaille gewinnen. Im Viertelfinal bekommen sie es sehr wahrscheinlich mit Finnland oder Russland zu tun. «Wir haben gegen beide Teams eine Chance. Das Wichtige ist, dass wir als Team zusammenstehen und unser Spiel spielen.»

Goalie-Rekord für Schelling

Goalie-Rekord für Florence Schelling: Die 28-Jährige feierte beim 3:1 der Schweizerinnen gegen Japan ihren achten Sieg an Olympischen Winterspielen. Damit egalisierte sie die Bestmarke der Kanadierin Kim St. Pierre. «Das ist grossartig. Aber ich bin nicht hier, um Rekorde zu brechen. Ich bin hier, um mit dem Schweizer Team Geschichte zu schreiben.»

Schelling war gegen Japan neben der zweifachen Torschützin Sara Benz die überragende Schweizer Spielerin. Sie wehrte gegen die über weite Strecken der Partie besseren Asiatinnen nicht weniger als 37 Schüsse ab. «Ich habe solche Spiele sehr gerne. So ist es einfacher, in der Partie zu bleiben», sagte Schelling. Die Japanerinnen hätten sie im ersten Drittel (1:7 Torschüsse) mit ihrer physischen und läuferischen Stärke überrascht. «Nach dem ersten Tor ging der Knopf auf.» (sda)

So hexte Schelling:

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