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Gian-Franco Kasper, president of the FIS, poses during a press conference at the 2019 FIS Alpine Skiing World Championships in Are, Sweden Monday, February 4, 2019. (KEYSTONE/Jean-Christophe Bott)

FIS-Präsident Gian-Franco Kasper steht unter Beschuss. Bild: KEYSTONE

Shitstorm gegen Skiverband-Präsident: So versucht er sich zu rechtfertigen

Das Theater um den FIS-Präsidenten Gian Franco Kasper und dessen in einem Interview mit dem «Tages-Anzeiger» gemachten Aussagen über Diktaturen und den Klimawandel findet seine Fortsetzung.



Kasper, seit 1998 Präsident des Internationalen Skiverbands, unterstellte am Freitag in einem weiteren Interview mit dem deutschen TV-Sender ARD dem «Tages-Anzeiger» eine falsche Wiedergabe seiner Zitate. «Wir müssen schon den Tatsachen ins Auge schauen und schauen, was ich wirklich gesagt habe - nicht, was nachher herausgekommen ist.»

Als Reaktion veröffentlichte die Zeitung aus Zürich auf ihrer Website umgehend die Audio-Datei mit den fraglichen Passagen des insgesamt über eineinhalb Stunden dauernden Gesprächs zwischen dem 75-jährigen Kasper und zwei Journalisten. Diese Gesprächsauszüge beweisen, dass der FIS-Boss nicht ungenau zitiert worden ist.

Unter anderem hatte Kasper dem «Tages-Anzeiger» Ende Januar gesagt: «Es ist nun einmal so, dass es für uns in Diktaturen einfacher ist. Vom Geschäftlichen her sage ich: Ich will nur noch in Diktaturen gehen, ich will mich nicht mit Umweltschützern herumstreiten. Diktaturen können solche Veranstaltungen mit links durchführen, die müssen nicht das Volk befragen.»

Kasper beklagte in der ARD zudem die Feststellung, er leugne die Klimaerwärmung. «Das habe ich sowieso nicht gesagt. Ich glaube nicht an die Klimaerwärmung, aber ich glaube den Fakten, die uns einfach ganz klar zeigen, dass wir im Moment eine Erwärmung haben», sagte er. «Aber ich wehre mich dagegen vorauszusagen, das heisst, dass in zehn Jahren kein Schnee mehr existiert. Das können wir nicht entscheiden, das ist Spekulation», meinte er und sprach davon, dass eine «Klimakrise» nicht zu bezweifeln sei.

Vor einigen Tagen hatte sich der Engadiner, der vor seiner Zeit als Präsident bereits über 20 Jahre auch FIS-Generalsekretär war, in seinen veröffentlichten Grussworten zur WM in Are entschuldigt. Seine Aussagen seien nicht wortwörtlich gemeint gewesen, aber er übernehme die Verantwortung für die Missverständnisse.

Derweil hagelt es in den sozialen Netzwerken viel Kritik. Unter Instagram-Posts des Skiverbands verlangen User von der FIS ein Statement. Die Organisation «Protect Our Winters» hat eine Online-Petition gestartet, die Kasper zum Rücktritt auffordert.

«Der Klimawandel ist echt! Nur weil Leute wie Kasper sich nicht mehr mit den Folgen herumschlagen müssen, darf man den Umstand nicht ignorieren.»

Instagram-Nutzer

«Wird die FIS diskutieren, ob Gian-Franco Kasper als Präsident zurücktreten soll, aufgrund seiner Kommentare zum Klimawandel?»

Facebook-Nutzer

«Kasper muss zurücktreten! In der Ski-Gemeinschaft hat es keinen Platz für Klimalügner.»

Instagram-Nutzer

«Die FIS verrät ihre eigenen Fans und Leute. Schande über euch! Kennt Kasper nicht den Unterschied zwischen Klima und Wetter?»

Instagram-Nutzer

«Wir verlangen den sofortigen Rücktritt von Klimalügner Gian-Franco Kasper.»

Instagram-Nutzer

«Wegen eurem Präsident schäme ich mich, jemals mit eurer Organisation zu tun gehabt zu haben.»

(abu/sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • romiZH 10.02.2019 08:34
    Highlight Highlight GFK scheint ein intellektueller Tiefflieger zu sein. Die Audiofiles im TA sind erschütternd... wie u.a. z.B. die Aussage über die "Vereinigten Nationen"... und dergleichen Vollposten sind Präsident eines wichtigen Sportverbandes! Tragisch... und wie gesagt erschütternd!
  • Adumdum 10.02.2019 05:22
    Highlight Highlight Der Mann ist 72 - wählt doch einfach jüngere als Chefs eurer Dachorganisationen, für die die nächsten 10-20 Jahre auch noch relevant sind!

    Sorry, gä
  • Billy Meier 09.02.2019 23:31
    Highlight Highlight Da macht sich einer zum Kasper.
  • Töfflifahrer 09.02.2019 21:16
    Highlight Highlight Oh Mann, der alte Mann soll bitte endlich in Pension gehen.
  • wasps 09.02.2019 18:20
    Highlight Highlight Und was meint der Schweizer Skiverband dazu? Der ÖSV? Totschweigen und das nächste mal ihn wieder wählen?
    • c_meier 09.02.2019 21:15
      Highlight Highlight der ÖSV wird sicher nichts sagen, google mal wie alt ÖSV-Präsident Schröcksnagel ist...
    • mukeleven 09.02.2019 23:09
      Highlight Highlight oooops ja - schröcksnadel ist bereits auch auf ch-terrain aktiv (savognin und neu auch in saas-fee) - aber das ist ein anderes thema (nicht minder uninteressanter)
  • Walser 09.02.2019 17:15
    Highlight Highlight Wenn FIS Präsident Kasper ernsthaft zu seiner Aussage über die Zusammenarbeit mit den Diktaturen steht, so muss er zurücktreten. Sonst ist die Organisation FIS in höchstem Masse unglaubwürdig. Da ist seine Einstellung zum Klimawandel zwar auch ein Skandal, aber geradezu harmlos.
    • satyros 09.02.2019 21:10
      Highlight Highlight Dazu muss man allerdings sagen, dass die FIS eher selten Grossveranstaltungen in Ländern mit einer Diktatur durchführt. Beim schnellen Durchsehen der bisherigen Austragungsorte der Alpinen Ski WM sticht nur Cortina d’Ampezzo in den Jahren 1931 und 1941 negativ hervor. Da hat die FIFA z.B. mehr Dreck am Stecken. Die Aussage bezog sich wohl eher auf seinen Sitz im IOC und dort ist er noch nicht mal der Schlimmste.
    • Mutzli 10.02.2019 11:24
      Highlight Highlight @satyros

      Hab das auch noch kurz überflogen und zumindest beim Snowboarden und Weltcups siehts da bisschen diktatorischer aus. Trotzdem im Vergleich mit anderen sportlichen Grossevents (leider) immer noch relativ human.

      Was die Aussage noch bizarrer macht, ausser man berücksichtigt auch die Austragungsorte der Winter-Olympiade, bei der die FIS auch mitentscheidet scheinbar.

      Dort ist dann die Bilanz himmeltraurig, seis Plattform bieten für Regimes wie Russland & China, grassierende Korruption, Umweltschäden etc.
  • Gipfeligeist 09.02.2019 17:08
    Highlight Highlight "Ich glaube nicht an die Klimaerwärmung, aber ich glaube [...] dass wir im Moment eine Erwärmung haben"
    Also glaubt er Fakten, aber er glaubt ihnen nicht. Ehrenmann!
    • eBart! 09.02.2019 17:12
      Highlight Highlight Umgangssprachlich auch unter "Demenz" bekannt.
  • eBart! 09.02.2019 16:50
    Highlight Highlight Es sollte zwingend eine weltweite Regelung die Ü65 Leute von offiziellen Ämtern ausschliesst. Sei es Präsident / Staatschef / Regierungschef, UNO Generalsekretär, Weltbank Chef, Fifa Chef, etc. etc.

    Gerade gestern mit einer Kollegin diskutiert die kürzlich ein 4 Sterne Hotel in 4. Generation übernommen hat - die über 70jährige Tante, welche seit 50 Jahren im Betrieb war/ist, kann sich einfach nicht zurücknehmen. Das ist schlicht egoistisch.

    Genau wie dieser Kasper - seine Zeit ist vorbei, der soll fischen gehen oder Glühwürmchen zählen. Zusammen Mit Trump, Blatter und co.
    • Nico Rharennon 09.02.2019 20:46
      Highlight Highlight Finde ich eine ausgezeichnete Idee! Vielleicht kann man die Grenze leicht variabel an die durchschnittliche Lebenserwartung koppeln. Wenn die Lebenserwartung steigt, steigt auch das maximale Alter für offizielle Ämter.
    • eBart! 09.02.2019 22:50
      Highlight Highlight Nein. Man wird mit dem Alter nicht fitter. 65 reicht.
    • mukeleven 09.02.2019 23:07
      Highlight Highlight infantino koennen sie auch gleich zum fischen mitnehmen, obwohl er die ü65-er limite noch lange nicht erreicht.
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Klimawandel-Shitstorm: Rate mal, wo der nächste Kongress des Ski-Verbands FIS stattfindet

FIS-Präsident Gian Franco Kasper hat sich mit fragwürdigen Aussagen in einem Interview ins Abseits manövriert. Für einen angeblichen Klimawandel sieht der 75-Jährige keine Beweise. Besonders sensibel verhält sich der Internationale Ski-Verband bei diesem Thema ohnehin nicht.

Klimawandel? «Es gibt keinen Beweis dafür. Es gab schon immer kalte und wärmere Winter.» Das sagte FIS-Präsident Gian Franco Kasper Anfang Woche im Tages-Anzeiger und er löste mit dieser und ähnlichen Aussagen eine Lawine aus. So äusserte sich die Schweizer Slalom-Hoffnung Daniel Yule schockiert über die Haltung des 75-Jährigen und auch Olympiasiegerin Michelle Gisin äusserte ihr Unverständnis.

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