Sport
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
epa05199991 Russian tennis player Maria Sharapova announces that she has tested positive for a banned substance at a press conference at the LA Downtown Hotel in Los Angeles, California, USA, 07 March  2016. Sharapova said she failed a drug test at the Australian Open in January.  EPA/MIKE NELSON

Sie habe einen ganz grossen Fehler gemacht.
Bild: MIKE NELSON/EPA/KEYSTONE

Die 4 wichtigsten Fragen zu Meldonium: So dopte Scharapowa – und so wirkt das Dopingmittel

Maria Scharapowa gestand gestern Dopingmissbrauch. Meldonium, ein Medikament gegen Herz- und Kreislaufstörungen nehme sie seit 2006 ein. Seit diesem Jahr ist es verboten. Doch was bewirkt die Substanz?



Wie wirkt das Medikament?

Meldonium ist ein Wundermittel. Antidoping Schweiz erklärt die Wirkung wie folgt: «Diese Substanz kann die sportliche Ausdauerleistung positiv beeinflussen, steigert die Regeneration nach Belastung, schützt vor Stress und wirkt stimulierend auf das Zentralnervensystem.» Es verhindert zudem giftige Ablagerungen im Gewebe.

Kurz: Mehr Leistung, kürzere Erholung.

1-2 Jahre Sperre drohen – Sponsoren springen ab

Maria Scharapowa ist per 12. März vorerst suspendiert. Der Russin droht gemäss Anti-Doping-Experten eine mindestens zweijährige Sperre, WADA-Präsident Craig Reedie erklärte gegenüber der Associated Press eine einjährige Sperre als wahrscheinlichste Strafe. Auch die Sponsoren haben reagiert: Nike setzt die Millionenverträge mit der 28-Jährigen vorerst aus, Porsche hat ebenfalls nachgezogen.

Auch Tag Heuer wird die Zusammenarbeit mit Scharapowa nicht fortsetzen. Die Schweizer Uhrenmarke gab am Dienstag bekannt, dass sie den Ende 2015 ausgelaufenen Vertrag mit der 28-jährigen Russin nun nicht verlängern werde.​

Warum nahm es Scharapowa zu sich?

Maria Scharapowa nimmt das Medikament, das auch unter dem Namen Mildronat bekannt ist, nach eigenen Aussagen seit 2006. Grund dafür seien Herzrhythmus-Störungen und Diabetes, wogegen es eigentlich gedacht ist. Scharapowa sagt: «Ich erhielt das Medikament damals für verschiedene gesundheitliche Beschwerden, welche ich damals durchmachte.»

Sie sei ständig krank gewesen, hätte immer wieder die Grippe aufgelesen und habe ungewöhnliche EKG-Resultate ausgewiesen. «Ich hatte zu wenig Magnesium und in meiner Familie war Diabetes ziemlich verbreitet», führte Scharapowa aus. Mit Meldonium wird die Durchblutung und Sauerstoffversorgung im Körper verbessert.

Tablets and vials of meldonium, also known as mildronate, are photographed in Moscow, Tuesday, March 8, 2016. Russian tennis star Maria Sharapova says she failed a drug test for meldonium at the Australian Open. The drug was only banned in January and there has been a string of failed tests by athletes in several sports since. (AP Photo/James Ellingworth)

Mildronat: Finger weg, wenn du Spitzensport betreiben willst.
Bild: James Ellingworth/AP/KEYSTONE

Warum kam Meldonium erst jetzt auf die Dopingliste?

Meldonium wird in Lettland produziert, in den USA ist es beispielsweise verboten. Seit 2016 steht das Medikament auf der Dopingliste, die Anti-Doping-Behörde (WADA) informierte darüber am 16. September 2015. Zuvor wurde das Medikament von der WADA beobachtet. Dabei fand man heraus, dass einige der Wirkungen die Athletenleistung steigern können, insbesondere im Ausdauerbereich.

Wer vor dem 1. Januar 2016 das Medikament benutzte, muss keine Strafen fürchten. Schon während den Olympischen Sommerspielen 2004 in Athen hätte eine Studie gezeigt, dass Meldonium vor allem bei Athleten aus der ehemaligen Sowjetunion sehr beliebt war.

Wer ist sonst noch betroffen?

In Russland scheinen «Herzrhythmusstörungen und Diabetes» bei Sportlern besonders verbreitet zu sein. In einer Dok von 2015 berichtet das WDR von 4316 russischen Dopingproben bei denen in 724 Fällen Meldonium nachgewiesen werden konnte. Zumindest bis 2014 sei das Medikament «ein Renner» unter den Sportlern Russlands gewesen.

Schon am Montag gab die russische Olympiasiegerin im Eiskunstlauf, Ekaterina Bobrova, Meldonium-Missbrauch zu. Ebenfalls unter Verdacht stehen Velofahrer Eduard Vorganov, die Biathleten Artem Tyschenko und Olga Abramova und der äthiopische Marathonläufer Endeshaw Negesse.

Für einen TdF-Sieg braucht es kein Meldonium: Die gedopten Tour-de-France-Sieger

Unvergessene Tennis-Geschichten

06.01.1996: Wegen Rossets Dummheit des Jahres bricht Hingis beim Hopman Cup in Tränen aus

Link zum Artikel

Gut gebrüllt: «Niemand schlägt Vitas Gerulaitis ­17 Mal hintereinander!»

Link zum Artikel

20.01.2013: Djokovic fügt Wawrinka die Mutter aller heroischen und bitteren Niederlagen zu

Link zum Artikel

21.01.1999: «Yips» beschert Anna Kurnikowa trotz Sieg einen unglaublichen Negativrekord 

Link zum Artikel

24.01.2001: Hingis macht Kleinholz aus Serena und Venus und stürmt in den Australian-Open-Final

Link zum Artikel

26.01.2002: Martina Hingis' Traum schmilzt bei 50 Grad im Glutofen von Melbourne weg

Link zum Artikel

01.02.2009: Federer verpasst Sampras' Rekord und weint nach Pleite gegen Nadal bittere Tränen

Link zum Artikel

13.02.2000: Roger Federer verliert seinen ersten Final, weint bittere Tränen und jammert, er werde nie mehr in ein Endspiel kommen

Link zum Artikel

30.03.2002: Roger Federer bodigt zum ersten Mal die Weltnummer 1 – und diese ist sich sicher: «Er kann den Durchbruch schaffen»

Link zum Artikel

30.04.1993: Wie ein Messerstich die Tenniswelt veränderte

Link zum Artikel

31.05.2009: Robin Söderling fügt Rafael Nadal die einzige Niederlage an den French Open zu und ebnet Roger Federer den Weg zum Karriere-Grand-Slam

Link zum Artikel

01.06.2009: Gedanklich ist Federer wohl schon ausgeschieden. Dann rettet ihn eine unglaubliche Vorhand auf dem Weg zum Karriere-Slam 

Link zum Artikel

05.06.1989: Mondbälle, Krämpfe und ein «Uneufe»-Aufschlag – der 17-jährige Michael Chang treibt Ivan Lendl mit seinem Psychokrieg in den Wahnsinn

Link zum Artikel

05.06.1999: Hingis' schwärzeste Stunde – zwei «Uneufe»-Aufschläge, gellende Pfiffe und bittere Tränen

Link zum Artikel

06.06.2005: Nadals erster erster Streich am French Open – ganz Paris verliebt sich in das «Kind mit der donnernden Linken»

Link zum Artikel

05.07.1997: Martina Hingis ist mit 16 Jahren die jüngste Wimbledon-Siegerin des 20. Jahrhunderts

Link zum Artikel

07.07.1985: Als jüngster Spieler aller Zeiten gewinnt Boris Becker Wimbledon und löst so einen Tennis-Boom in Deutschland aus

Link zum Artikel

08.07.2001: Die Weltnummer 125 triumphiert in Wimbledon: Goran Ivanisevics grosser Traum wird doch noch wahr

Link zum Artikel

08.08.1992: Marc Rosset holt sich an Roger Federers 11. Geburtstag den einzigen grossen Titel, der dem «Maestro» noch fehlt

Link zum Artikel

10.08.2003: Andy Roddick ist einen Sommer lang der beste Tennisspieler des Planeten – dann vergeht ihm das Lachen für lange, lange Zeit

Link zum Artikel

04.09.1977: Bei McEnroes drittem US-Open-Auftritt wird ein Zuschauer mitten im Stadion durch eine Pistolenkugel verletzt

Link zum Artikel

05.09.1996: Sampras kotzt gegen Corretja auf den Court – denkwürdigstes US-Open-Tiebreak aller Zeiten 

Link zum Artikel

20.09.2009: «Who ist the beeest? Better than the reeest?» Federer outet sich nach dem Davis-Cup-Sieg gegen Italien als Party-Tiger

Link zum Artikel

25.10.2002: Nach Roger Federers Gegensmash wirft ihm Andy Roddick frustriert das Racket vor die Füsse

Link zum Artikel

24.11.2009: Das kommt uns Spanisch vor – im Interview mit CNN hat Roger Federer seinen legendären Lachflash

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Das könnte dich auch interessieren:

Mehr als 70 Tote nach Zyklon «Idai» 

Link zum Artikel

Boeing 737 Max 8: Diese europäischen Airlines setzen ebenfalls auf die Unglücksmaschine

Link zum Artikel

«Er hatte keine Zeit für mich» – Streit zwischen Federer und Djokovic eskaliert

Link zum Artikel

Mein Abstieg in die Finsternis – Wie ich zur Katzenfrau wurde

Link zum Artikel

So ticken die Putinversteher

Link zum Artikel

Es lebe die Superheldin! Steckt euch euren «Feminismusscheiss» sonstwohin

Link zum Artikel

5 Elektroauto-Gerüchte im Check: Ein paar sind richtig, ein paar aber kreuzfalsch

Link zum Artikel

Hat das Parlament gerade unser Internet gerettet? – Es soll kein Zwei-Klassen-Netz geben

Link zum Artikel

Kevin Schläpfer – Oltens verpasste «Jahrhundert-Chance» und Langenthals «Anti-Anliker»

Link zum Artikel

«Vielleicht sind die Regeln einfach falsch» – VAR-Penalty sorgt für hitzige Diskussionen

Link zum Artikel

«Doping ist wie beim Hütchenspiel. Du weisst, dass es Betrug ist. Aber du spielst mit»

Link zum Artikel

Man liebt den Verrat, aber selten die Verräterin – nein, Galladé verdient Lob

Link zum Artikel

Der EHC Kloten, die Hockey-Titanic – so viel Talent, so miserabel trainiert und gecoacht

Link zum Artikel

Das Huber-Quiz! Heute mit einer Premiere!

Link zum Artikel

«Rape Day»: Gaming-Plattform bringt Vergewaltigungsgame raus – und löst Shitstorm aus

Link zum Artikel

Schär ist der beste Verteidiger in England – nach dem Supertor dreht sogar Shearer durch

Link zum Artikel

Warum die FDP (vielleicht) gerade unsere Beziehung zu Europa gerettet hat

Link zum Artikel

Erleuchtung für 190 Franken: Ist diese 17-Jährige die neue Uriella?

Link zum Artikel

10 Schauspieler, die ihre grössten Rollen nicht mehr leiden können

Link zum Artikel

Papst Franziskus – der Reformer, der keiner ist

Link zum Artikel

Stellt das Popcorn bereit: Trumps Anwalt Michael Cohen will auspacken

Link zum Artikel

Samsung hat das Galaxy Fold enthüllt, das unsere Smartphones für immer verändern könnte

Link zum Artikel

Im Juni wurde «The Beach» geschlossen – jetzt zeigt sich, wie gut dieser Entscheid war

Link zum Artikel

Warum der Schweizer Klubfussball auf dem absteigenden Ast ist

Link zum Artikel

5 Promi-Seitensprünge und ihre Ausgänge (und was diese Dame damit zu tun hat)

Link zum Artikel

9 Grafiken rund um das Elektroauto in der Schweiz

Link zum Artikel

Zwangsschulfrei wegen Masern: Schon 12 Fälle an Steiner-Schule – warum das kein Zufall ist

Link zum Artikel

Ihr spinnt! Wieso trinkt ihr im Restaurant kein Leitungswasser?

Link zum Artikel

Diese Schweizerin trug 365 Tage lang dasselbe Kleid

Link zum Artikel

Hinter den Kulissen von «Game of Thrones» haben sich alle lieb. Hier 15 Beweis-Bilder!

Link zum Artikel

Und jetzt: Die fiesen Sex-Fails der watson-User! 🙈

Link zum Artikel

Hier kommt ein Feel-Good-Dump für alle, die ein bisschen Aufmunterung gebrauchen können

Link zum Artikel

27 Sprüche, die zeigen, dass wir unbedingt auch Jahrbücher in den Schulen brauchen

Link zum Artikel

«Breaking Bad» kommt zurück – dazu die 10 besten Zitate von Jesse Pinkman

Link zum Artikel

Die Post lässt sich ein bisschen hacken – und macht sich zum Gespött der Hacker

Link zum Artikel

Sorry, aber wir müssen wieder über Trump und Faschismus reden

Link zum Artikel

«Eine Hure zu sein, war oft top», sagt Virginie Despentes aus Erfahrung

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

6
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
6Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • rodolofo 09.03.2016 08:01
    Highlight Highlight Ist doch egal, ob Scharapowa gedopt war, oder nicht!
    Für die Werbung sieht sie immer noch toll aus, und etwas "Drögeler-Verruchtheit" steigert doch sogar ihren "Glamour"!
    Ihre scheinheilige Haupt-Werbefirma hat sie aber einfach fallen lassen, wie eine heisse Kartoffel.
    Wenn ich Scharapowa wäre, würde ich mit solchen "Verrätern" nichts mehr zu tun haben wollen!
  • pamayer 08.03.2016 12:22
    Highlight Highlight à propos tour de france: gibt es einen tdf sieger, der nachweislich NICHT gedopt war?
  • Joseph Dredd 08.03.2016 11:44
    Highlight Highlight Wo kann man das Zeug bestellen? ;)
    • acki_ 08.03.2016 14:28
      Highlight Highlight Hab ich mir auch gerade gedacht :D
  • Angelo C. 08.03.2016 11:41
    Highlight Highlight Wenn dieses Dopingmittel zumindest als Nebeneffekt bewirken würde, die orgasmusartigen Urschreie der nun Beklagten auf ein erträgliches Mass zu reduzieren, müsste man über dessen Zulassung ernsthaft diskutieren 😉 !
    • soulcrates 08.03.2016 12:21
      Highlight Highlight Denkfehler.

Federer widerspricht Nadal: «Ich spielte oft mit Schmerzen und würde es wieder tun»

Wegen Problemen mit den Knien musste Rafael Nadal auf den Halbfinal gegen Roger Federer in Indian Wells verzichten. Er fühle sich gegenüber seinen Konkurrenten benachteiligt, weil er öfter mit Schmerzen spiele als sie. Roger Federer widerspricht dieser Darstellung.

Linke Schulter, rechte Schulter, Blinddarm, beide Handgelenke, beide Knie, Rücken, Bauch, Hüfte, Oberschenkel – die Verletzungsgeschichte von Rafael Nadal ist ein Streifzug durch die Anatomie. Vom Scheitel bis zur Sohle, nach zwei Jahrzehnten auf der Tennis-Tour ist kein Körperteil des Spaniers unversehrt.

Am Freitag musste er zum fünften Mal in seiner Karriere vor einem Spiel die Segel streichen: der Halbfinal von Indian Wells gegen Roger Federer.

Es klang verbittert, als er sein Aus erklärte. …

Artikel lesen
Link zum Artikel