Sport
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Croatia players celebrate after scoring last penalty spot in a shootout at the end the quarterfinal match between Russia and Croatia at the 2018 soccer World Cup in the Fisht Stadium, in Sochi, Russia, Saturday, July 7, 2018. (AP Photo/Darko Bandic)

Dreimal dürft ihr raten, welches Team gewonnen hat. Bild: AP/AP

Russlands Sommermärchen wird von Kroatien im Penaltyschiessen beendet

Kroatien hat im Viertelfinal das Sommermärchen des WM-Gastgebers beendet. Die Mannschaft um Captain Luka Modric zog durch den Sieg im Penaltyschiessen gegen Russland zum zweiten Mal nach 1998 in die Top 4 ein.



Wieder rettete sich Russland in die Verlängerung und später ins Penaltyschiessen, aber diesmal verschossen die Russen aus elf Metern einmal zu viel. Weil Fedor Smolow scheiterte und Mario Fernandes kläglich verzog, endete für das Heimteam die WM im eigenen Land. Bei Kroatien bewahrten mit Ausnahme von Mateo Kovacic sämtliche Schützen die Nerven, als Letzter wie im Achtelfinal gegen Dänemark Ivan Rakitic. Das bedeutet, dass der WM-Dritte von 1998 am kommenden Mittwoch ab 20 Uhr im Luschniki-Stadion von Moskau im Duell mit England den zweiten Finalisten ermittelt.

abspielen

Der entscheidende Penalty von Rakitic. Video: streamable

Einen Augenschmaus wie Brasilien und Belgien am Tag davor offerierten Russland und Kroatien in diesem letzten WM-Viertelfinal in Sotschi nicht. Es war vielmehr ein Kampf auf Biegen und Brechen. Er endete nach 90 Minuten darin, dass die beiden Teams wie schon im Achtelfinal gegen Spanien (Russland) respektive Dänemark (Kroatien) beim Stand von 1:1 wieder Überzeit zu leisten hatten.

abspielen

Das 1:0 durch Cheryshev. Video: streamable

abspielen

Das 1:1 von Kramaric. Video: streamable

Über die grösseren Kraftreserven in der Verlängerung schien Russland zu verfügen. Mehrere kroatische Spieler, unter ihnen Goalie Danijel Subasic, konnten sprichwörtlich kaum mehr gehen. Und doch setzten die «Vatreni» in der ersten Hälfte der Verlängerung den vermeintlich entscheidenden Nadelstich, wenig überraschend nach einer Standardsituation. Der aufgerückte Innenverteidiger Domagoj Vida traf nach einem Corner in der 100. Minute etwas glückhaft zum 2:1.

abspielen

Das 2:1 für Kroatien durch Vida. Video: streamable

Der russische Trainer Stanislaw Tschertschessow regte sich fürchterlich darüber auf, dass sein Team nach dem Rückstand nicht ausreichend unterstützt wurde. Die Geste des Coachs mit offenen Handflächen und sich nach oben bewegenden Armen war unmissverständlich: Schreit, und helft uns! Der Lärmpegel stieg, nach dem ersten Länderspiel-Tor des gebürtigen Brasilianers Fernandes, dem dritten Kopfball-Treffer dieser Partie, sogar exponentiell. Denn Russland wusste zu diesem Zeitpunkt, dass fünf Minuten reichen würden, sich erneut ins Penaltyschiessen zu retten – dort war dann aber Endstation.

abspielen

Der späte Ausgleich der Russen durch Fernandes. Video: streamable

Das Telegramm

Russland - Kroatien 2:2 (1:1, 1:1) n.V.; Kroatien 4:3-Sieger im Penaltyschiessen
Sotschi. - 44'287 Zuschauer. - SR Ricci (BRA).
Tore: 31. Tscheryschew 1:0. 39. Kramaric 1:1. 101. Vida 1:2. 115. Fernandes 2:2.
Penaltyschiessen: Smolow (gehalten), Brozovic 0:1; Dsagojew 1:1, Kovacic (gehalten); Fernandes (daneben), Modric 1:2; Ignaschewitsch 2:2, Vida 2:3; Kusjajew 3:3, Rakitic 3:4.
Russland: Akinfejew; Fernandes, Kutepow, Ignaschewitsch, Kudrjaschow; Samedow (54. Jerochin), Sobnin, Kusjajew, Tscheryschew (67. Smolow); Dsjuba (79. Gasinski), Golowin (102. Dsagojew).
Kroatien: Subasic; Vrsaljko (97. Corluka), Lovren, Vida, Strinic (74. Pivaric); Rakitic, Modric; Rebic, Kramaric (88. Kovacic), Perisic (63. Brozovic); Mandzukic.
Bemerkungen: Russland ohne Schirkow (verletzt), Kroatien ohne Nikola Kalinic (nach Hause geschickt). 60. Pfostenschuss von Perisic. Verwarnungen: 35. Lovren (Foul). 38. Strinic (Foul). 101. Vida (Unsportlichkeit). 109. Gasinski (Foul). 114. Pivaric (Hands).

(sda/qae)

Tränen der Fans – die Ausgeschiedenen

Ticker: 07.07.18: Russland-Kroatien

Wenn Laien versuchen, Fussball-Begriffe zu erklären ...

Video: watson/Angelina Graf

So würde die Schweizer Nati ohne Doppelbürger aussehen

Unvergessene WM-Geschichten

26.06.2006: «Züngeler» Streller leitet das peinliche Schweizer Penalty-Debakel ein

Link zum Artikel

17.06.1970: Fehler über Fehler und Beckenbauers an den Körper geklebter Arm sorgen für das Jahrhundertspiel

Link zum Artikel

20.06.1982: Schiedsrichter Lund-Sörensen gibt bei Spanien gegen Jugoslawien einen Penalty, der keiner ist, und lässt ihn auch noch wiederholen

Link zum Artikel

08.07.1982: Das brutalste WM-Foul aller Zeiten: Toni Schumacher streckt Patrick Battiston nieder

Link zum Artikel

01.07.1990: Unglaublich, aber wahr: Dank cleverer Taktik und zwei verwandelten Penaltys darf England vom WM-Titel träumen

Link zum Artikel

16.07.1950: Ein Uru bringt das Maracanã zum Schweigen und sorgt dafür, dass Brasilien nie mehr in Weiss spielt

Link zum Artikel

Aus «Dico» wird «Pelé» und dieser wird dank zwei WM-Finaltoren zum Weltstar

Link zum Artikel

19.06.1958: Just Fontaine schiesst im Viertelfinal zwei seiner total 13 Tore an einer WM – ein Rekord für die Ewigkeit

Link zum Artikel

05.07.1982: Italiens Rossi kehrt nach zweijähriger Sperre zurück und versenkt «unbesiegbare» Brasilianer im Alleingang

Link zum Artikel

16.06.1938: Was man hier nicht sieht: Dem Penalty-Schützen riss das Gummiband der Hose, der Goalie lachte sich krumm

Link zum Artikel

31.05.1934: Goalie Zamora war Kettenraucher, sass im Knast und landet an der WM fast im Rollstuhl

Link zum Artikel

23.06.1990: Roger Milla gegen René Higuita – der Alte entzaubert den Irren

Link zum Artikel

06.07.2010: «Ik probeer het maal», denkt sich Giovanni van Bronckhorst im WM-Halbfinal und erzielt aus 37 Metern dieses Traumtor

Link zum Artikel

27.06.1994: Effenberg zeigt seinen berühmten Stinkefinger – leider hat ihn fast niemand gesehen

Link zum Artikel

15.06.1958: Von wegen krummbeinig – Garrincha dribbelt die Sowjets schwindlig und gelangt zu Weltruhm

Link zum Artikel

22.06.1986: Maradona schiesst das Tor des Jahrhunderts – aber in Erinnerung bleibt die «Hand Gottes»

Link zum Artikel

Ampel inspiriert Schiri zu Gelben und Roten Karten – ein Chilene spürt die Folgen zuerst

Link zum Artikel

03.07.1974: Ganz Polen gibt der deutschen Feuerwehr die Schuld für die Niederlage in der «Wasserschlacht von Frankfurt»

Link zum Artikel

07.06.1970: England-Goalie Gordon Banks wehrt mit der grössten Parade aller Zeiten den Kopfball von Pelé ab

Link zum Artikel

11.07.1966: Die «Nacht von Sheffield», der grösste Skandal der Schweizer Fussballgeschichte

Link zum Artikel

19.06.1958: Just Fontaine schiesst im Viertelfinal zwei seiner total 13 Tore an einer WM – ein Rekord für die Ewigkeit

Link zum Artikel

12.06.1998: José Luis Chilavert wird beinahe zum ersten Goalie, der an einer WM ein Tor erzielt

Link zum Artikel

04.07.1954: «Aus, aus, aus, aus! Das Spiel ist aus! Deutschland ist Weltmeister …»

Link zum Artikel

25.06.1982: Die «Schande von Gijon» – Deutschland und Österreich schliessen einen Nichtangriffspakt

Link zum Artikel

09.07.2006: Weil Materazzi Zidanes Schwester beleidigt, kommt es zum berühmtesten Kopfstoss der Fussball-Geschichte

Link zum Artikel

02.07.1994: Kolumbiens Andrés Escobar wird nach seinem Eigentor gegen die USA mit 12 Schüssen hingerichtet

Link zum Artikel

30.06.1998: Mit einem Wundersolo geht Michael Owens Stern auf, der nur allzu schnell wieder verglüht

Link zum Artikel

17.07.1994: «Eine Wunde, die sich niemals schliesst» – Roberto Baggios Penalty in die Erdumlaufbahn

Link zum Artikel

30.06.2006: Jens Lehmann hext Deutschland gegen Argentinien in den WM-Halbfinal – dank einem unnützen Spickzettel im Stulpen

Link zum Artikel

28.06.1994: Der Russe Oleg Salenko erzielt als bisher einziger Spieler in einem WM-Spiel fünf Tore

Link zum Artikel

12.07.1998: Ronaldo kämpft vor dem WM-Final mit dem Tod – warum er trotzdem spielt, bleibt bis heute ein Rätsel

Link zum Artikel

18.06.1994: Beni Thurnheers fataler Irrtum – es gibt eben doch einen Zweiten wie Bregy

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

33
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
33Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Mguli 08.07.2018 09:12
    Highlight Highlight Gratuliere, das ist noch Fussball solche Spiele wollen wir sehen!
  • stef77 08.07.2018 04:55
    Highlight Highlight wer hätte gedacht, dass russland so weit kommt? sack starke leistung und respekt, ich hätte ehrlich gesagt kein rappen auf ein viertelfinal von russland gewettet.
  • kupus@kombajn 07.07.2018 23:33
    Highlight Highlight Es war genau das harzige Spiel, dass ich erwartet hatte, ganz besonders nachdem ich die Aufstellung der Kroaten gesehen habe. 4 Stürmer, nur 2 im Mittelfeld, entsprechend fehlende Anspielstationen im Mittelfeld. Gegen England wird es ein anderes Spiel.
  • Mr.Bean 07.07.2018 23:15
    Highlight Highlight Schade, ich hätte es den Russen gegönnt. Nicht aufgrund des Teams sondern wegen den herzlichen Menschen die während der WM freudig die Fans aus aller Welt begrüssten.
  • Pasch 07.07.2018 23:09
    Highlight Highlight Ab uf Meeehlin... Gratisbier ohne Ende! Gäll Luka 😉
  • Schniggeding 07.07.2018 22:54
    Highlight Highlight Achtung Achtung: Sascha Rufner sofort zur Dopingkontrolle!
  • Gooner1886 07.07.2018 22:53
    Highlight Highlight Gratulation an Kroatien. Das bessere Team steht im Halbfinale, auch wenn es heute nicht berauschend war.
  • Legume 07.07.2018 22:40
    Highlight Highlight dopping?
  • cicero 07.07.2018 21:42
    Highlight Highlight Welches Spiel schaut der „Ruefer“???
    Keine der Mannschaften empfehle sich für den Halbfinal - wie lächerlich von Sascha ...
    Ein hin und her mit vielen Finessen, die der Ruefer nicht sehen will. Vermutlich hat er immer noch die schwedischen Bäume vor seinem Kopf.
    Ich schalte definitiv auf ZDF/ORD um!
    Tschüss SRF!
    • Dexta 07.07.2018 21:56
      Highlight Highlight Katastrophe der Ruefer
    • Pasch 07.07.2018 22:16
      Highlight Highlight Wenn ich den schon höre, ich geniesse die WM auf ARD da kommt auch mal eine Dame als Kommentatorin, plus die ganzen Analysen, und nicht so ein Stammtischgeplänkel. Achhh und Palina 😍😍
    • authxpn 07.07.2018 22:55
      Highlight Highlight palina <3
    Weitere Antworten anzeigen
  • Kengru 07.07.2018 20:48
    Highlight Highlight Der Speaker auf srf2 hat ja in der 29min. Gesagt die Russen sind mit einem unterschied von 2.5km im gegensatz zu den Kroaten sehr Laufstark. Das sieht man auch, jetzt frag ich mich könnte es möglich sein das beim Doping Test "ein" Auge zugedrückt wird?
    • Pasch 07.07.2018 21:10
      Highlight Highlight Wir reden hier von Fussball und da ist die Mannschaft mit den grossen Doping Problemen Brasilien. Russland ist so im Fokus was das betrifft , ich glaube die haben eher schiss vor dem Gulag sollten sie unehrenhaft versagen.
    • esmereldat 07.07.2018 21:26
      Highlight Highlight Also das ist ja pro Spieler nur etwa 250 m mehr im Schnitt. Kein Wunder, wenn du 75% der Zeit dem Ball hinterher läufst. Es gibt sogar innerhalb von Mannschaften Spieler, die alleine 2.5 km mehr rennen in einem Spiel als gewisse Mitspieler.
  • Margherita Turdo 07.07.2018 20:40
    Highlight Highlight forza marione 😁
  • Gooner1886 07.07.2018 20:36
    Highlight Highlight Für das Turnier wärs besser wenn Russland heute ausscheidet. Ich höre schon jetzt die Diskussion übers Doping.

    Ich persönlich äussere mich nicht dazu, ich denke es mir nur.
    • IfyouNeverNevergoyouwillNeverNeverknow 07.07.2018 20:52
      Highlight Highlight Word 🙄
    • Gooner1886 07.07.2018 21:15
      Highlight Highlight Ich behaupte ja nicht die Russen dopen. 😐
      Ich sage nur das es Zweifel wecken könnte. Weil vor der WM waren die Russen wirklich sehr bescheiden. Abgesehen davon ich bin nicht für ihr Image verantwortlich und die Geschichte mit Seppelt war auch nicht hilfreich.
    • esmereldat 07.07.2018 21:28
      Highlight Highlight Meines Wissens kann man aber Zusammenspiel, technische Fähigkeiten etc. nicht dopen. Mit nur viel mehr rennen allein ist im Fussball auf diesem Niveau kaum eine Viertelfinalqualifikation geschafft.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Illuminati 07.07.2018 19:59
    Highlight Highlight Man kann ja über das Land halten was man mächte aber die Hymne von Russland kann einfach nichts überbieten.
    Was für eine melodie 👌
    • abuladze 07.07.2018 20:41
      Highlight Highlight Aber der text ist etwas seicht ;)
    • Charivari 08.07.2018 02:07
      Highlight Highlight Die alte sowjetische Hymne, von der ja die jetzige abgekupfert wurde, ist noch ein Spürlein besser.
    • redeye70 08.07.2018 09:06
      Highlight Highlight Halte ja nichts von Kommunismus (und anderen totalitären Systemen) aber die Bildsprache, Symbolik und eben auch das akustische Auftreten fand ich schon immer imposant und beindruckend.
    Weitere Antworten anzeigen

Unvergessen

23 kg Sprengstoff machen das legendäre Wankdorfstadion dem Erdboden gleich

3. August 2001: Unkraut, Moder und eine gemeingefährliche Elektrizitätsanlage. 47 Jahre nach dem Wunder von Bern hat das alte Wankdorfstadion seinen Dienst getan und wird gesprengt.

Um Punkt 15 Uhr ist es um das Wankdorfstadion geschehen. Fünf lange und drei kurze Hornstösse dröhnen als letztes Warnsignal über das Areal – dann zündet Sprengmeister Marco Zimmermann die 23-Kilogramm-Ladung des Sprengstoffs Gelamon. Rund viertausend Augenzeugen sehen, wie die ausgeweidete Fussballruine mit einem dumpfen Knall in sich zusammensackt.

Doch das Wankdorf wäre nicht das Wankdorf, wenn es sich widerstandslos ergeben würde. Trotz der akribischen Planung will sich einer der vier …

Artikel lesen
Link zum Artikel