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Schrankenloses Online-Shopping: EU stoppt Geoblocking

Schrankenloses Online-Shopping: EU stoppt Geoblocking – die Sache hat nur einen Haken

Die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union haben sich auf das Ende des Geoblockings beim Internethandel geeinigt. Beim Streaming bleibt die Blockade aber bestehen.
27.02.2018, 15:3327.02.2018, 15:40

Geoblocking sei eine diskriminierende Praxis, die Online-Kunden davon abhalte, Dienste und Produkte auf Webseiten aus anderen EU-Staaten in Anspruch zu nehmen, erklärte der EU-Rat am Dienstag.

Die Mitgliedsstaaten bestätigten damit einen Beschluss des Europäischen Parlaments von Anfang Februar. Die EU-Länder erhoffen sich vom Verbot dieser Praxis «eine grössere Auswahl und folglich bessere Angebote für Konsumenten und mehr Möglichkeiten für Händler im Internet», wie der EU-Rat mitteilte. Die Verordnung wird voraussichtlich Ende dieses Jahres in Kraft treten.

epa06355787 Workers at the Amazon logistics and distribution center in Rheinberg, Germany, 28 November 2017. The Amazon logistics center is directly connected to a 'Deutsche Post' DHL shippi ...
Die andere Seite des Onlineshoppings: Ein Amazon-Logistikzentrum in Deutschland.Bild: EPA/EPA

Bisher können Online-Händler mit Hilfe von Geoblocking den Zugang zu bestimmten Bestellseiten verweigern, wenn die Kunden in einem anderen Staat ansässig sind oder im Ausland ausgestellte Kreditkarten benutzen. Oft werden sie dann automatisch auf Seiten in ihrem Land umgeleitet – wo die Preise womöglich höher sind. Davon profitieren vor allem die grossen Onlineshops.

Einer Untersuchung der EU-Kommission zufolge verwenden fast zwei Drittel aller Websites Geoblocking. Sie verweigern etwa die Bezahlung aus einem anderen Land oder mit ausländischen Kredit- und Bankkarten.

Für digitale Medien wie E-Books, Filme und Computerspiele wird es vorerst weiterhin Ländergrenzen geben. Zwei Jahre nach Inkrafttreten der neuen Verordnung steht dem EU-Rat zufolge aber Überprüfung durch die EU-Kommission an. Eine Ausweitung des Geoblocking-Verbots auf digitale Medien könnte dann folgen. Unter anderem die Grünen fordern dies bereits jetzt. (sda/afp)

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17 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Notstromaggregat
27.02.2018 15:45registriert Februar 2018
Und wann wird dies von der Schweiz umgesetzt?
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PhilippS
27.02.2018 19:15registriert September 2016
Wie kommt ihr auf den Gedanken, dass wir das je übernehmen? Wir sind doch grad dabei das Gegenteil zu tun mit Geoblocking für ausländische Online-Casinos - da ist der Schritt zu weiterem Heimatschutz nicht mehr weit.

Besser darauf achten, dass wir politisch nicht weiter in eine komplett andere Richtung laufen...
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