Wirtschaft
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Bernie Sanders Blitzkommentar

Bild: montage: watson / material: keystone

Kommentar

Löpfes Blitzkommentar: Der alte Mann Sanders sollte die Finger davon lassen

Der eigenwillige Senator aus Vermont startet einen zweiten Versuch, US-Präsident zu werden. Eine saudumme Idee.



Im Jahr 2016 war Bernie Sanders die Überraschung. Obwohl er gar nicht Mitglied der Demokratischen Partei ist, brachte er die Kronfavoritin Hillary Clinton in grösste Nöte. Und obwohl er sich ganz offen als Sozialist deklarierte, flogen ihm die Herzen vor allem der jungen Wähler entgegen.

Geschafft hat es Bernie nicht, zu gross waren die Hürden, die ihm in den Weg gelegt wurden. Doch der Polit-Pensionist wurde über Nacht zum Symbol der Hoffnung der Progressiven. Jetzt also nimmt er einen zweiten Anlauf.

epa07350678 Democratic Representative from New York Alexandria Ocasio-Cortez delivers remarks during a press conference on deportation at Capitol Hill in Washington, DC, USA, 07 February 2019. During the press conference Representatives called for a cutoff of funding to ICE (US Immigration and Customs Enforcement) and CBP (US Customs and Border Protection).  EPA/SHAWN THEW

Bekannter als ihr Mentor: Alexandria Ocasio-Cortez. Bild: EPA/EPA

Heute hat Sanders offiziell seine Kandidatur für das Präsidentschaftsamt erklärt. Diesmal trifft er jedoch auf ein völlig anderes Umfeld. 2016 war er der Aussenseiter, der einer etablierten Elite-Kandidatin den Kampf erklären konnte. Amerikaner lieben Aussenseiter, deshalb konnte Sanders die Erwartungen weit übertreffen.

Inzwischen jedoch haben die Progressiven in der Demokratischen Partei massiv an Einfluss gewonnen. Rund 90 Abgeordnete im Repräsentantenhaus gehören dem linken Flügel an. Sanders' ehemalige Wahlkampfhelferin Alexandria Ocasio-Cortez steht ihm bereits vor der Sonne.

Ocasio-Cortez wird nicht kandidieren, aber eine ganze Reihe von anderen progressiven Kandidaten. Elizabeth Warren, Kamala Harris, Amy Klobuchar und Cory Brooker gehören dabei zu den Favoriten. Ebenfalls ins Rennen steigen wird wahrscheinlich Beto O’Rourke, der Shootingstar aus Texas. Und selbstverständlich wird auch der zweite Senior sein Glück versuchen: Joe Biden, der ehemalige Vize von Barack Obama.

U.S. Sen. Amy Klobuchar wipes snow from her hair after announcing she is running for president of the United States, at Boom Island Park, Sunday, Feb. 10, 2019, in Minneapolis. Klobuchar joined the growing group of Democrats jostling to be president and positioned herself as the most prominent Midwestern candidate in the field, as her party tries to win back voters in a region that helped put Donald Trump in the White House. (Anthony Souffle/Star Tribune via AP)

Warum keine Frau? Amy Klobuchar im Schnee von Minnesota. Bild: AP/Star Tribune

Sanders versteht sich als Held der Arbeiterklasse. Zu seinen bekanntesten Forderungen gehören ein anständiger Mindestlohn, eine Krankenkasse für alle und bezahlbare Universitätsgebühren. Schön und gut. Doch mittlerweile sind diese Forderungen Mainstream geworden.

Alter muss im Politbetrieb nicht zwangsläufig ein Nachteil sein. Das hat Nancy Pelosi als Mehrheitsführerin im Repräsentantenhaus eindrücklich bewiesen. Mit ihrer Erfahrung und ihrer Schläue hat sie den Präsidenten ins Leere laufen lassen und die Partei hinter sich vereinigt.

Findest Du es gut, dass Bernie Sanders wieder kandidiert?

Für Sanders trifft dies nicht zu. Die Demokraten können aus einem sehr qualifizierten Feld von Kandidatinnen und Kandidaten auswählen. Sanders hat keinen Mehrwert zu bieten – ausser der Eitelkeit eines alten Mannes. Deshalb sollte er einer jüngeren Frau den Vortritt lassen.

«Die Randensprosse ist das Arschloch der Gesellschaft»

Video: watson/Philipp Löpfe, Emily Engkent

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