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Frauen und Geld

3 Frauen, die in der Schweiz durchstarten und etwas bewegen

Sie sind jung, gründen Unternehmen, finden neue Jobs, haben Familie, und setzen sich für Gleichberechtigung ein. Diese Geschichten von drei engagierten jungen Frauen machen Mut und zeigen, dass vieles auch gleichzeitig möglich ist.

Olga Miler
Olga Miler



Dass die Pandemie viele Spuren hinterlässt, wissen wir alle. Klar ist auch, dass die langfristigen Folgen Frauen besonders hart treffen werden, «Shesession» titelte die NY Times bereits im Mai die Auswirkungen. Global betrachtet verlieren Frauen ihre Stellen schneller da sie vielfach in besonders betroffenen Industrien arbeiten. In besonders exponierten Berufen wie z.B. im Gesundheitswesen, oder als Lehrpersonen tragen viele grössere gesundheitliche Risiken.

Gleichzeitig entsteht zunehmender Druck durch z.B. zusätzliche Kinderbetreuung zu Hause und die häusliche Gewalt nimmt zu. Kombiniert mit der Tatsache, dass Frauen bereits von Anfang an weniger finanzielle Sicherheit haben, in England z.B. könnten 37% der Frauen eine unerwartete Rechnung von £100 nicht bezahlen. Düstere Aussichten. Dass es auch anders geht zeigen die Beispiele von jungen Frauen in der Schweiz, die alle eines gemeinsam haben: sie nutzen berufliche Chancen und setzen sich gleichzeitig aktiv für eine moderne, gleichberechtigte Schweiz ein.

Mich hat interessiert was sie bewegt sie und was sie sich für die Zukunft wünschen.

Cécile Moser – startet durch als neue Marketingleiterin bei Jelmoli. In ihrer Freizeit macht sie ein Online-Magazin für feministische Anliegen

Cécile Moser, Olivia Frei, Anna Stando

Cécile Moser, Head of Marketing & Communication, Jelmoli bild: zvg

Watson: Was ist dein Highlight von diesem Jahr und was hast du neu angefangen?
Cécile Moser: Ich denke, Corona hat uns alle auf unsere Grundbedürfnisse zurückgeworfen. Das war – natürlich von meiner privilegierten Situation ausgehend – auch eine sehr positive Erfahrung für mich: Ich habe mein Quartier, meine Wohnung und die Stadt neu entdeck. Zudem wurden enge Freundschaften noch intensiver. Abgesehen davon freut mich meine Beförderung zur Head of Marketing & Communication bei Jelmoli. Ich habe vor einem Jahr als PR-Verantwortliche begonnen und durfte nun diese Stelle per 1. Dezember übernehmen. Wir befinden uns derzeit in grosser Transformation und in einem solchen Umfeld zu arbeiten, ist sehr inspirierend.

Was wünschst du dir 2021 für die Frauen in der Schweiz?
Ein wichtiges Jahr! Da ich mich mit meinem Online-Magazin fempop seit rund 4 Jahren für feministische Anliegen einsetze, liegt mir dieses Thema besonders am Herzen. Ich wünsche mir noch mehr Frauen in Führungspositionen und Verwaltungsräten, und dass wir auch endlich das wirtschaftliche Potential davon erkennen. Role Models sind immens wichtig, gerade auch für kommende Generationen. Ich wünsche mir noch mehr mutige Frauen! Zudem glaube ich, dass wir in diesem Jahr ein kollektives Selbstvertrauen unter Frauen erreicht haben, dass uns neue Dimensionen erschliesst. Die Unterstützung, die ich in den letzten Monaten von Freundinnen und Arbeitskolleginnen erhalten habe, hat mich sehr berührt.

Welche Vorsätze hast du für 2021 und was möchtest du nächstes Jahr erreichen?
Die Themen Mindfulness, mentale Stärke und zu erkennen, was mir gut tut und gut für mich ist, haben mich dieses Jahr sehr stark begleitet. Ich möchte mit diesem Bewusstsein ins 2021 starten.

Olivia Frei – startet durch mit neuer eigener Firma und als neue Co-Geschäftsführerin der Frauenzentrale Zürich

Cécile Moser, Olivia Frei, Anna Stando

Olivia Frei, Co-Geschäftsführerin der Frauenzentrale und Einzelunternehmerin bild: zvg

Watson: Was ist dein Highlight von diesem Jahr und was hast du neu angefangen?
Olivia Frei: Dieses Jahr hat aufgrund der Pandemie Dinge möglich gemacht, die vorher gebremst wurden. So z.B. die Umstellung auf die Arbeit im digitalen Raum. So mussten wir bei der Frauenzentrale Zürich Anlässe online durchführen. Anfängliche Skepsis wich der Begeisterung. Solidarität unter Frauen und das Gefühl der Vernetzung funktioniert auch online. Das diese Grenzen im Kopf gesprengt werden konnten, freut mich sehr. Ich habe dieses Jahr gleich einiges neu angefangen. Die Gründung meiner Einzelfirma mit der ich Personen, Teams und Firmen durch Innovationsprozesse begleite und die Übernahme der Stelle als Co-Geschäftsführerin bei der Frauenzentrale Zürich.

Was wünschst du dir 2021 für die Frauen in der Schweiz?
Dass wir den Kampfgeist nicht verlieren denn es gibt noch viel zu tun in Sachen Gleichstellung. Ich denke dabei unter anderem an die Revision des Sexualstrafrechts oder auch die Individualbesteuerung. Zudem wünsche ich mir von uns allen und auch von politischen Organisationen und Parteien Solidarität mit Frauen, die keine grosse Plattform haben und deren Stimmen oft nicht gehört werden.

Welche Vorsätze hast du für 2021 und was möchtest du nächstes Jahr erreichen?
Mit der Frauenzentrale Zürich möchte ich mich dafür einsetzen, dass sich mehr Frauen für Exekutivämter auf Gemeindeebene zur Wahl stellen. Im privaten: Mein 10jähriger Sohn interessiert sich sehr für Geld und stellt mir Fragen zu Aktien und Investitionen, die ich leider mehr schlecht als recht beantworten kann. Darum habe ich mir vorgenommen, mich schlau zu machen, um diese Welt gemeinsam mit meinem Sohn zu entdecken.

Anna Stando – Diversity & Inclusion Spezialistin, startet durch mit neuem Geschäft

Anna Stando

Anna Stando, bald 2-fache Mutter und Gründerin BabyMiles bild: zvg

Watson: Was ist dein Highlight von diesem Jahr und was hast du neu angefangen?
Anna Stando: Ich habe mich sehr gefreut zu sehen, wie Menschen dieses Jahr füreinander da sind und alles daransetzen, diejenigen zu unterstützen, die es in diesen aussergewöhnlichen Zeiten am dringendsten brauchten. Sich auf das Positive zu konzentrieren hat dieses Jahr vieles leichter gemacht. Ich hätte nie erwartet, dass ich als Mutter mein eigenes Start-Up gründen würde, aber genau das ist dieses Jahr passiert. Als ich stillte, lernte ich eine kleine Silikon-Milchpumpe kennen, die einfach und angenehm zu bedienen war, erschwinglich und schnell und die hier total unbekannt ist. Dieses zeitsparende Produkt will ich vielen Frauen zugänglich machen. So habe ich meinen Online-Shop gestartet und dabei auch viel gelernt.

Was wünschst du dir 2021 für die Frauen in der Schweiz?
Ich wünsche mir, dass Frauen in der Schweiz, die ein Kind erwarten, aber weiterarbeiten möchten, sich nicht mehr fragen müssen, ob dies finanziell sinnvoll ist. Die Antwort auf diese Frage sollte ein klares «JA, natürlich!» sein. Dazu braucht es erschwingliche Kinderbetreuung, ein Schulsystem, das berufstätige Eltern und Unternehmen unterstützt und flexible Arbeitsmodelle, ohne dass man dauernd das Gefühl haben muss, immer «on» sein zu müssen.

Welche Vorsätze hast du für 2021 und was möchtest du nächstes Jahr erreichen?
Ich erwarte im Januar ein zweites Kind. In den ersten Monaten werde ich mich auf unsere gewachsene Familie konzentrieren. Danach möchte ich meine Firma weiterentwickeln.

Und was hat euch dieses Jahr gefreut und bewegt und was habt ihr im 2021 vor?

21 Menschen, die trotz gutem Vorsatz gescheitert sind:

Wenn sich Männer die Sprüche anhören müssten, die sonst nur Frauen abkriegen

Video: watson/Emily Engkent, Madeleine Sigrist, Knackeboul

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bild: zvg

Olga Miler ...

... war über zehn Jahre in verschiedenen Funktionen bei der UBS tätig, unter anderem hat sie dort das Frauenförderungsprogramm Unique aufgebaut. Jüngst gründete sie das Start-up SmartPurse, eine Plattform, auf der sie digitale Kurse, Workshops und Coachings zum Thema Finanzen für Frauen anbietet. Ab dem 27. Januar wird uns Miler im watson-Blog «Frauen und Geld» an ihrer Expertise teilhaben lassen.

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