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Die C-Star-Mission der «Identitäre Bewegung» zieht rechte Internet-Prominenz an.

Internetstars der «Alt-Right»-Bewegung: Die Kanadierin Lauren Southern und die Amerikanerin Brittany Pettibone in Catania.
Internetstars der «Alt-Right»-Bewegung: Die Kanadierin Lauren Southern und die Amerikanerin Brittany Pettibone in Catania.Bild: twitter.com/Lauren_Southern

YouTuber und Reality-TV-Stars schwärmen in Sizilien für das rechte Anti-Flüchtlings-Boot 

Mit der «C-Star» gegen Bootsflüchtlinge: Die rechtsextreme «Identitäre Bewegung» will von Sizilien aus mit einem Schiff gegen NGOs vorgehen, die Flüchtlinge aus Seenot retten. Die Aktion zieht eine ganze Menge rechte Prominenz an – darunter Trump-Fans, «Infowars»-Mitarbeiter und ein skandalumwitterter früherer Reality-TV-Star.
25.07.2017, 09:2725.07.2017, 18:38

Sie sind jung, modisch gekleidet, drücken sich gewählt aus und stehen politisch am äussersten rechten Rand: Die Mitglieder der «Identitären Bewegung» sorgen wieder einmal für Schlagzeilen. Mit Spendengeldern organisieren sie derzeit eine Bootsmission, mit der NGOs daran gehindert werden sollen, Flüchtlinge in Seenot zu retten und nach Italien zu bringen. Koordinator ist ein ehemaliger Offizier der Schweizer Armee.

So retten NGOs Flüchtlinge auf dem Mittelmeer – watson war vor Ort

Im Jahr 2017 sind im Mittelmeer bisher bereits mehr als 2300 Menschen ertrunken. Die Versuche von NGOs, etwas gegen dieses tägliche Drama zu unternehmen, bezeichnen die «Identitären» als Schlepperei von illegalen Migranten nach Europa, welche die Sicherheit und Zukunft des Kontinents gefährde. Unter dem Namen «Defend Europe» wollen sie mit der «C-Star» auf hoher See Flüchtlingsboote abfangen und nach Afrika zurückbringen.

Die bekanntesten Führungsfiguren der «Identitären» in Europa befinden sich derzeit in Catania – die Österreicher Martin Sellner und Patrick Lenart, der Italiener Lorenzo Fiato und Clément Galant aus Frankreich. Ihr Vorhaben macht sie rechtsaussen zu Helden der Stunde – und zieht Internet-Prominenz in die sizilianische Hafenstadt, von wo aus die «C-Star» für ihre Missionen auslaufen soll. 

Wer sind die «Identitären»? Hier erfährst du mehr über die «Hipster von rechts»

Der prominenteste Fan der «Identitären» vor Ort ist die Britin Katie Hopkins. Bekannt geworden mit Auftritten in Reality-TV-Sendungen wie «The Apprentice» und dem britischen «Dschungelcamp», wurde sie dank äusserst kontroversen Kolumnen für die Boulevardzeitungen «The Sun» und «Daily Mail» zum Liebling der äussersten Rechten.

Katie Hopkins (2.v.l.) mit dem Österreicher Martin Sellner (2.v.r.) in CataniaBild instagram

Sie bezeichnete Flüchtlinge als «Kakerlaken» und «Wilde», die sich «ausbreiteten wie das Noro-Virus» und forderte den Einsatz von Kanonenschiffen gegen Flüchtlingsboote auf dem Mittelmeer. Hopkins hat über 800'000 Twitter-Follower und wurde von Donald Trump für ihre «kraftvollen Beiträge über die Probleme Grossbritanniens mit Muslimen» gelobt.

Auch die «Alt-Right»-Bewegung aus den USA verfolgt «Defend Europe» mit Wohlwollen. Die erfolgreiche YouTuberin Brittany Pettibone befindet sich derzeit in Catania – ihre Videos wurden insgesamt über eine Million mal angeschaut.

Pettibone mit den «Identitären» Lenart, Fiato und Sellner in Catania.Bild: Instagram

Pettibone bezeichnet sich als «amerikanische Nationalistin» und berichtete auch schon für das Portal «Infowars». Die Plattform wird vom rechtsextremen Verschwörungstheoretiker Alex Jones betrieben – US-Präsident Donald Trump ist ein bekennender Fan von Radio-Talker Jones.

Unter Titeln wie «Europe's youth are taking a stand» oder «Fighting for identity» berichtet Pettibone beinahe täglich aus Catania für ihr Publikum. 

In Sizilien ist derzeit auch Pettibones Freundin Lauren Southern anzutreffen, eine kanadische Bloggerin, die ebenso der «Alt-Right»-Bewegung zugerechnet wird. Ihr folgen auf YouTube und Twitter je über 300'000 Menschen. Southern hat im Selbstverlag ein Buch mit dem Titel «Barbarians: How Baby Boomers, Immigrants, and Islam Screwed My Generation» herausgegeben.

Mit Waffen zelebrierte Lauren Southern am 4. Juli den amerikanischen Nationalfeiertag.Bild instagram

"Sea Watch" erneuert Vorwürfe gegen libysche Küstenwache und gegen die EU

Video: reuters

Zum International Migrant Day – Menschen die 2016 auf der Flucht waren.

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Zum International Migrant Day – Menschen die 2016 auf der Flucht waren.
Flüchtlinge warten bis sie vom italienischen Marineschiff «Chimera» an Land gebracht werden. Bereits im April 2015 drängte Italien die Europäische Union, konkrete Schritte gegen die tödliche Flucht von Migranten über das Mittelmeer zu unternehmen. Doch noch immer versuchen zahlreiche Flüchtlinge in überfüllten Booten nach Italien überzusiedeln.
quelle: ap / francesco pecoraro
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