Sport

Europa League, Gruppenphase, 1. Runde

Young Boys – Olympiakos 0:1 (0:1)

Guter Match, keine Punkte: Goalie Yvon Mvogo ist frustriert. Bild: KEYSTONE

Trotz ansprechender Partie: Die Young Boys unterliegen Olympiakos Piräus zum EL-Start knapp

Zum Auftakt der Europa-League-Gruppenspiele waren die Young Boys daheim gegen den Gruppenfavoriten Olympiakos Piräus keineswegs das schwächere Team, eher das stärkere. Dennoch mussten sie eine 0:1-Niederlage hinnehmen.

Publiziert: 15.09.16, 21:21 Aktualisiert: 16.09.16, 06:57
«Man darf nicht vergessen, gegen wen wir gespielt haben. Wir haben gegen einen sehr sehr guten Gegner eine gute Figur gemacht.» 

YB-Coach Adi Hütter nach der knappen Niederlage

»» Hier gibt's die Tore der Partie Villarreal – FC Zürich.

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2010 und 2014 gewannen die Berner in der Europa League das erste Heimspiel. Beide Male erreichten sie die K.o.-Phase. 2012 begannen sie daheim mit einem 3:5 gegen Liverpool – und schieden nach den Gruppenspielen aus. In den weiteren Spielen der Gruppe, der noch APOEL Nikosia und die Kasachen aus Astana angehören, müssen sie also auch gegen die Logik der Statistik spielen.

Trotz der aus der Sicht der Spieler schwer nachvollziehbaren Trennung von Sportchef Fredy Bickel zeigten die Young Boys gegen das internationale Ensemble des griechischen Serienmeisters – im ganzen Match spielte kein Grieche – eine ansprechende Leistung. Dennoch fehlte in der Mannschaft von Beginn an ein Feuer, wie es Anfang August bei der grandiosen Leistung gebrannt hatte, mit der YB Schachtar Donezk aus der Champions-League-Qualifikation warf.

Nach toller Passstafette schiesst Cambiasso seine Mannschaft in Front – es sollte der einzige Treffer der Partie bleiben. Video: streamable

«Wir hätten vor dem Tor etwas entschlossener sein müssen, dennoch bin ich mit unseren Spielern sehr zufrieden.»

Ein nicht ganz so enttäuschter Adi Hütter

Rückstand nicht zwingend

Bei YB – Olympiakos hätte es in der Pause statt 0:1 auch 0:0 heissen können. Beiden Mannschaften waren in den Ansätzen eine Reihe guter Angriffe gelungen, aber wirklich grosse Chancen waren nicht auszumachen. Es war wohl kein Wunder, dass gerade der routinierteste Spieler auf dem Platz, der Argentinier Esteban Cambiasso, kurz vor der Halbzeit zuschlug. Der langjährige Spieler von Inter Mailand lenkte den Ball aus wenigen Metern unter dem macht- und schuldlosen YB-Goalie Yvon Mvogo ins Tor.

Das Spiel der zahlreichen Halbchancen setzte sich fort, bis die Young Boys nach 60 Minuten hätten ausgleichen müssen. Nach einem Tohuwabohu vor Olympiakos' jungem italienischem Goalie Nicola Leali kam Stürmer Yuya Kubo aus kürzester Distanz zum Schuss. Aber ein Verteidiger konnte den Versuch so blocken, dass der Ball über die Latte flog. Es blieb allerdings die einzige hochkarätige Chance für die Gastgeber.

Adi Hütter kann seinen Mannen nicht sonderlich viel vorwerfen. Bild: EPA/KEYSTONE

«Wir hätten vor dem Tor etwas entschlossener sein müssen», sagte YBs Trainer Adi Hütter. «Dennoch bin ich mit unseren Spielern sehr zufrieden, die Leistung hat mir in der ersten Halbzeit noch besser gefallen als nachher. Ja, wir waren gegen eine Spitzenmannschaft ebenbürtig. Dass wir verloren haben, ist einfach nur schade.»

Die Reaktion der Fans

Die Nachwirkungen der Absetzung von Sportchef Bickel und CEO Kappeler drückten auf die Stimmung. Die eingefleischten YB-Fans waren gegen Olympiakos längst nicht in der gewohnten Zahl angerückt und kaum zu hören.

Nach weniger als zehn Spielminuten zündeten die Fans dann Böller, die dicke Rauchschwaden entwickelten und den Klub ein paar tausend Euro Busse kosten werden.

Danach machten die verärgerten Anhänger ihren Unmut gegen Urs Siegenthaler, den Leiter der YB-Sportkommission, bemerkbar. (sda)

Mit Urs Siegenthaler haben die YB-Fans so ihre liebe Mühe. Bild: KEYSTONE

Was hätten Hoarau/Gerndt ausgerichtet?

Vielleicht wären Guillaume Hoarau und Alexander Gerndt, die nominell stärksten Stürmer der Berner, erfolgreicher gewesen als das Duo Yuya Kubo/Michael Frey. Aber den beiden jungen Angreifern kann man nicht zur Last legen, dass YB kein Tor erzielte. Auch von den weiteren offensiven Trümpfen wie den Flügeln Miralem Sulejmani und Yoric Ravet hätte man etwas mehr sehen dürfen.

In den europäischen Wettbewerben haben die Griechen den Bernern viel voraus, auch wenn sie selber, gemessen an den ganz grossen Ansprüchen, keine Übermannschaft sind. Einen ihrer besseren von acht Herbsten in den Champions-League-Gruppenphasen hatte sie vor einem Jahr. Sie siegten unter anderem auswärts gegen Arsenal. Sie gewannen drei von sechs Gruppenspielen, was üblicherweise zum Weiterkommen reicht. Dennoch mussten sie als Gruppendritte in der Europa League weiterfahren. Dort scheiterten sie schon in der ersten K.o.-Runde an Anderlecht. Vom Erfahrungsunterschied war aber im Stade de Suisse nicht viel oder gar nichts zu sehen.

Das Telegramm

Young Boys - Olympiakos Piräus 0:1 (0:1) 11'132 Zuschauer. - SR Boiko (UKR).
Tor: 42. Cambiasso 0:1.
Young Boys: Mvogo; Sutter, Rochat, von Bergen, Lecjaks; Ravet (86. Duah), Zakaria, Bertone, Sulejmani; Kubo, Frey (78. Schick).
Olympiakos Piräus: Leali; Figueiras, Da Costa, Botia, De La Bella; Milivojevic, Cambiasso; Marin (63. Martins); Elyounoussi (93. Romão), Brown (82. Cardozo), Seba.
Bemerkungen: Young Boys ohne Hoarau, Gerndt, Sanogo, Joss, Wüthrich, Nuhu, Obexer, Benito, Seferi (alle verletzt) und Vilotic (nicht im Aufgebot). Olympiakos Piräus ohne Elabdellaoui (verletzt). Verwarnungen: 12. Da Costa (Foul), 14. Kubo (Foul), 44. Lecjaks (Foul), 78. Seba (Foul). (sda)

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