Gesellschaft & Politik
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Wahrheitskommission in Nicaragua meldet 265 Tote nach Protesten



Bei Protesten gegen die Regierung von Präsident Daniel Ortega sind in Nicaragua seit Mitte April nach Angaben der Wahrheitskommission 265 Menschen ums Leben gekommen. Das sind zwar deutlich mehr als die von der Regierung Anfang der Woche genannten 195 Todesopfer. Menschenrechtsorganisationen melden aber weit höhere Opferzahlen.

Die Proteste gegen den einstigen Revolutionär Ortega hatten sich Mitte April an einer Reform der Sozialversicherung entzündet. Obwohl Ortega diese zurückzog, fordern Demonstranten weiter seinen Rücktritt und den seiner Frau, Vizepräsidentin Rosario Murillo.

epaselect epa06919553 Hundreds protest against Daniel Ortega's Government, in Leon, Nicaragua, 30 July 2018. Students marched against the taking over of universities by the government and stating they refused to attend lectures until the president resigns.  EPA/Esteban Biba

Sie protestierten gegen die Regierung von Präsident Daniel Ortega. Bild: EPA/EFE

Murillo versicherte am Mittwoch (Ortszeit), die Regierung strebe nach «Gerechtigkeit und Wiedergutmachung» für die betroffenen Familien. Die Proteste bezeichnete sie als «Putschversuch und Terroranschlag». «Die Terroristen, Anstifter, Komplizen, Täter und Kriminellen» dürften nicht ungestraft bleiben, sagte sie örtlichen Medien.

Die Mehrheit der Todesopfer sind der Wahrheitskommission zufolge Männer (241). 13 Tote seien Minderjährige. Die meisten Getöteten stammten aus der Provinz Managua (114), wo etwa ein Drittel der 6 Millionen Einwohner lebt.

Die Wahrheitskommission des Parlaments zur Untersuchung der Todesfälle wird von Regierungsanhängern dominiert. Nach Angaben des Zentrums für Menschenrechte (Cenidh) kamen bei Zusammenstössen zwischen Demonstranten und Polizei bislang 302 Menschen ums Leben. Die Menschenrechtsorganisation ANPDH spricht gar von 448 Todesopfern. Ausserdem sprechen Menschenrechtsorganisationen von mehr als 2000 Verletzten sowie Hunderten Festgenommenen und Verschwundenen. (sda/dpa)

Proteste und Plünderungen in Nicaragua

Video: srf

Das könnte dich auch interessieren:

Wie ich nach 3 Stunden Möbelhaus von Wolke 7 plumpste

Link zum Artikel

Die Fallzahlen steigen wieder leicht an – so sieht's in deinem Kanton aus

Link zum Artikel

Der Mann, der es wagt, Trump zu widersprechen

Link zum Artikel

Magic Johnson vs. Larry Bird – ein College-Final als Beginn einer grossen Sportrivalität

Link zum Artikel

4 Gründe, weshalb die Corona-Zahlen des BAG wenig mit der Realität zu tun haben

Link zum Artikel

Wie ansteckend sind Kinder wirklich? Was die Wissenschaft bis jetzt dazu weiss

Link zum Artikel

Das iPad kriegt Radar? Darum ist der Lidar-Sensor eine kleine Revolution

Link zum Artikel

Lasst meinen Sex in Ruhe, ihr Ehe- und Kartoffel-Fanatiker!

Link zum Artikel

So lief Tag 1 nach Bekanntgabe der «ausserordentliche Lage» für die Schweiz

Link zum Artikel

Corona International: EU beschliesst Einreisestopp ++ Italien mit 345 neuen Todesopfern

Link zum Artikel

Die Schweiz befindet sich im Notstand – die 18 wichtigsten Antworten zur neuen Lage

Link zum Artikel

Vaduz steigt trotz 3:4-Niederlage gegen Thun auf

Link zum Artikel

Ein Virus beendet Jonas Hillers Karriere: «Es gäbe noch viel schlimmere Szenarien»

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Interview

«Warlords haben die Macht untereinander aufgeteilt» – was im Libanon alles schiefläuft

Die Explosion in Beirut war nur ein weiteres Kapitel in einer langen Reihe von Krisen, die der Libanon in den letzten Jahren erlebte. Die Schweizer Journalistin Marguerite Meyer erzählt im Interview, wie das Land scheiterte.

Sie haben letztes Jahr mehrere Monate in Beirut als Journalistin gearbeitet. Im Vorgespräch haben Sie erzählt, dass Sie die Explosion persönlich getroffen hat. Wie haben Sie die letzten 48 Stunden erlebt?Marguerite Meyer: Vorab möchte ich sagen: Ich war seit Dezember nicht mehr vor Ort. Die Lage im Land hat sich seither sehr stark verändert und ich stand immer wieder im Kontakt mit Bekannten im Libanon. Am Dienstagabend schickte mir ein Freund die Zeile «Bomb in Beirut» per Whatsapp – …

Artikel lesen
Link zum Artikel