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Adieu, Telefonistin: 10 Jobs, die dem Fortschritt zum Opfer fielen

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Unsere Zeit hat durch den stetigen technischen Fortschritt sehr viele Annehmlichkeiten hervorgebracht. Allerdings mussten wir uns dadurch auch von gewissen Dingen verabschieden ...

Im Prager Sozialversicherungsinstitut fährt niemand mehr mit diesen tollen Liftschreibtischen rum, um an die richtigen Akten ranzukommen. 

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Beamte bei der Arbeit, 1937.  bild: imgur

Adieu, Akten. Adieu, Liftschreibtische.

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bild: cssz.cz

Und auch die guten alten Schreibmaschinen hat der Fortschritt gefressen ...

Schreibmaschinen-Unterricht an einer texanischen High School, 1947.  bild: rootsweb

Warum steht in keinem heutigen Büro mehr einer dieser schicken und schweren englischen Schreibtische?

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Womöglich eine Zeitungsredaktion in den 50ern.  bild: thegraphicsfairy

Weil da jetzt gesundheitsfördernde, höhenverstellbare Pulte sind. Die sind nicht unbedingt schön, dafür gut für die Haltung. Alles wird mit der Zeit ersetzt. Langsame, sperrige und komplizierte Maschinen weichen ihren schnelleren, handlicheren und bedienungsfreundlicheren Nachfolgern.

Und das macht auch manch einen Job überflüssig ...

Gleich folgen die veralteten Jobs, vorher ein kurzer Hinweis:

Mit der Allianz in die Zukunft

Du willst auf keinen Fall einen 0815-Arbeitsalltag, sondern einen zeitgemässen, abwechslungsreichen Job mit interessanten Anstellungsbedingungen? Jeden Tag neue Herausforderungen meistern, ohne deine persönlichen Träume aufzugeben? Dann bewirb dich jetzt als Kundenberater/in im Aussendienst der Allianz Suisse.

Und nun, zurück in die Vergangenheit ...

Der Eisschneider

Eisblöcke werden herausgeschnitten, um sie dann in die Städte zu transportieren, Sand Lake in South Dakota, ca. 1938.  bild: wikimedia

Die ersten einigermassen salonfähigen Kühlschränke gab es um 1920. Allerdings wurden diese noch mit Ammoniak und Schwefeldioxid betrieben – giftige und übelriechende Substanzen. Bis in die 50er Jahre wurden hölzerne Eisschränke verwendet, die meist im Keller standen und mit Eis versorgt werden mussten.

Dafür sorgten die Eisschneider. Sie schnitten grosse Blöcke aus gefrorenen Teichen und Seen heraus, um die Bevölkerung mit dem kühlenden Element zu versorgen. Ein sehr gefährlicher Job.

Der Navigations-Assistent

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Eine niederländische Navigations-Hotline im Jahr 1963. bild: anp-archief

Als es noch kein Google Maps und GPS gab, lotsten Menschen hilflose Autofahrer durch die Strassen dieser Welt.

Temporärjob als Pferd

1. Weltkrieg-Frauen

Französinnen spannen sich vor den Pflug, zwischen 1914 und 1918. bild: wikimedia

Bevor Traktoren und Spatenmaschinen die Lockerung des Bodens übernahmen, spannte man Zugtiere vor den Pflug. Im Ersten Weltkrieg waren die Pferde mit ihren Männern an der Front. Und so mussten die Frauen diese strapaziöse Arbeit übernehmen.

Die Telefonistin

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bild: vintag.es

«Das Fräulein vom Amt» arbeitete im Fernverkehr, musste Telefongespräche annehmen und an die gewünschten Teilnehmer mittels Umstecken der Anschlussbuchse auf dem Klappenschrank vermitteln.

Frauen verdrängten ab 1889 die Männer im Telefondienst, weil höhere Stimmen über die damals übertragenen Telefonfrequenzen besser verstanden werden konnten. Die Damen mussten eine gute Schulbildung und beste Umgangsformen haben, zudem jung, ledig und aus gutem Hause sein.

Der menschliche Wecker

Während der industriellen Revolution bis in die 1920er Jahre gab es in Grossbritannien und Irland sogenannte «knocker-ups». Sie klopften mit Schlagstöcken oder langen Bambusstäben für die oberen Etagen an die Fenster der Leute und sorgten so dafür, dass sie nicht zu spät zur Arbeit kamen. Manche benutzten auch Pfeifen. Denn Weckuhren gab es anfangs noch nicht oder sie waren für die Arbeiterklasse zu teuer.

Der Beruf war vor allem in grossen Industriestädten wie Manchester sehr verbreitet und wurde meist von älteren Männern oder Frauen ausgeübt. Die pflichtbewusstesten Aufwecker gingen nicht weiter, bevor ihre Klienten ihnen eindeutige Zeichen gegeben hatten, dass sie wach waren.

Der Kegeljunge

Kegeljungen um 1919. bild: wikimedia

Bowling entstand in den Vereinigten Staaten aus dem europäischen Kegeln, das von deutschen und niederländischen Einwanderern mit in die neue Welt gebracht worden war. Bis in die 60er Jahre übernahmen «Pinboys» das Aufstellen der Kegel – dann wurden mechanische Vollautomaten entwickelt, die heute zur Standardausrüstung von Kegel- und Bowlingbahnen gehören.

Der Rattenfänger

Die Rattenfänger sorgten dafür, dass sich Krankheiten und Seuchen – vor allem die Pest – nicht weiter ausbreiteten. Die Nagetiere sind Träger von Parasiten wie Flöhen, Läusen und Milben, die wiederum die Pesterreger auf den Menschen übertrugen. 

Erfolgreiche Rattenfänger mit ihrer Beute in Sydney, während eines Ausbruchs der Beulenpest, 1900. bild: wikimedia

Der Laternen-Anzünder

Spätabends zündete er die Strassenlaternen an, frühmorgens löschte er sie wieder aus. Das war der Beruf des Laternenanzünders, der jeweils mit einem langen Stecken durch die Dunkelheit ging. 

Die Elektrifizierung raubte diesen Männern den Job. Heute ist er nahezu verschwunden. In Brest, Weissrussland, gibt es noch einen Laternenanzünder, der unter den staunenden Augen der Touristen sein tägliches Werk in den Einkaufsstrassen verrichtet. In London kümmert sich ein kleines Team um die Gaslampen, die von der «English Heritage Trust»-Stiftung installiert worden sind. 

Der Flösser

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Der gefährliche und anstrengende Job der Flösser, hier am Exploits River, Neufundland, zwischen 1910 und 1919.  bild: the Grand Falls Windsor Heritage Society via anglonewfoundlanddevelopmentcompany

Überall wo es viel Wald gab, gab es einst auch Flösser. Männer, die gefällte Baumstämme als Floss auf Flüssen oder einzeln auf Bächen und extra angelegten Flossgräben in die Sägewerke, Werften und Köhlereien trieben. Ihr Werkzeug war der Flosshaken, damit konnten sie verkeilte Holzstämme voneinander trennen, Brücken zwischen ihnen bauen oder ganze Holzinseln bilden. 

Der Zigarrenfabrik-Lektor

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Ein Fabrik-Lektor liest den Zigarrenmachern einer kubanischen Fabrik die Zeitung vor, zwischen 1900 und 1910. bild: rarehistoricalphotos

Oft war die Arbeit in den Fabriken monoton bis enorm langweilig. So auch das Zigarren-Drehen. In den karibischen Zigarrenfabriken etablierte sich deshalb der Lektor. Ein Mann, der auf einem erhöhten Stuhl in der Menge der Arbeiter sass und ihnen aus Büchern und Zeitungen vorlas. Am liebsten in dramatischer Manier. Die Tradition brachten die kubanischen Zigarrenarbeiter mit in die USA, als sie zu Tausenden nach Florida emigrierten. Oft las er aus politisch linken Zeitungen vor, die von Gewerkschaften bezahlt wurden. 

Die Arbeiter sollten gebildet werden – aber eben nicht in eine Richtung, die den Fabrikbesitzern missfiel, 1909 in einer Zigarrenfabrik in Florida. bild: rarehistoricalphotos

1931 jagten die Fabrikbesitzer die Lektoren aus ihren Werkstätten. Sie hätten den Kommunismus propagiert, hiess es. Der Druck der Grossen Depression, der zunehmende Einsatz von Maschinen in den Zigarrenfabriken und zuletzt der Verlust ihres Lektors veranlasste die Arbeiter zu einem gewaltsamen Streik.

Die Lektoren kamen nie wieder zurück – sie wurden durch das Radio ersetzt.

Der Allianz Aussendienst

Unsere Berater stehen unseren Kunden in allen Lebenslagen zur Seite. Die Experten für Versicherungslösungen und Vorsorgepläne sind an rund 130 Standorten schweizweit präsent und geben tagtäglich alles. Mehr über diesen aussergewöhnlichen Beruf und über die Menschen, die der Allianz ein Gesicht verleihen, erfährst du hier.

(rof)

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Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
15Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Zap Brannigan 15.06.2017 19:20
    Highlight Highlight Lektoren wurden nicht wegen des technischen Fortschritts abgeschafft. Sondern aus Spargründen.Das Resultat sieht man gut auf Watson: Die Artikel sind gespickt mit Fehlern. Genitiv ist verlernt. Aber heute findet man selbst in der NZZ peinliche Fallfehler. Früher (tm) undenkbar.
  • Gulasch 11.06.2017 08:32
    Highlight Highlight Flösser gibt es noch, unregelmässig in der Schweiz auf dem Aegerisee!
    http://mobile.luzernerzeitung.ch/nachrichten/bilder/anlaesse/Floessen-auf-dem-AEgerisee;cme162049,986051
    Benutzer Bild
    • Gustav.s 12.06.2017 13:56
      Highlight Highlight Anscheinend gibt es den Beruf noch regelmässig z.b in Kanada aber er ist auch da bald weg. Gab mal ne Doku auf Arte(?).
  • Schildlaus 07.06.2017 23:17
    Highlight Highlight In Indien kennt man den Beruf Rattenfänger noch. Hab das mal in einer Doku gesehen und auf die schnelle mal den Artikel gefunden. https://www.welt.de/wissenschaft/umwelt/article11211381/Der-aussichtslose-Kampf-der-indischen-Rattenfaenger.html
  • Luca Brasi 07.06.2017 21:25
    Highlight Highlight Auf Kuba gibt es die Lektoren meines Wissens immer noch:
    http://www.spiegel.de/karriere/zigarren-drehen-auf-kuba-vorleserin-liest-arbeitern-shakespeare-vor-a-916834.html

    ;)

    Hier noch der Laternenanzünder aus "Le Petit Prince":
    Benutzer Bild
  • Benizzel 07.06.2017 17:03
    Highlight Highlight Es gab Liftschreibtische?? Und sowas wurde abgeschafft??
    • zsalizäme 08.06.2017 14:28
      Highlight Highlight Wie lange darf man den Fortschritt auch wirklich Fortschritt nennen? Was würde ich für einen Liftschreibtisch, anstelle meines langweiligen Pultes, geben...
  • Der Tom 07.06.2017 15:41
    Highlight Highlight Der Allianz Aussendienst auch? Oder ist Werbung?
  • Hessmex 07.06.2017 13:05
    Highlight Highlight Guter Artikel, fehlen natürlich noch viele Berufe, unter anderen, die aus der grafischen Branche wie: Schriftsetzer und Stereotypeur.
    • α Virginis 07.06.2017 21:28
      Highlight Highlight Dachte eben auch gleich an Schriftsetzer, unser Bassist in unserer Band damals, so Mitte Achziger wurde noch als solcher ausgebildet, weil "zukunftsträchtig", dann schlug der Digitalsatz zu und eine ganze Branche war sozusagen von einem Tag auf den anderen weg.
    • DerElch 10.06.2017 00:15
      Highlight Highlight Voilà. Ich lerne Polygraf der ersteren Generation und schlug mich noch mit Maquetten rum. Heute arbeite ich noch immer im Grafischen, allerdings komplett digital und bedroht vom Denken, das "jeder doch doch bitz Gestalten kann". Und zack, wegratiosalisiert und ersetzt durch einen jungen wilder Jounalist-Webdesiger-Programmierer-Kaffichocher-Buchhaltungs-Alleskönner. Adee professionelle Typografie, Hallo digitales Laien-Design
    • IrmaFirma 10.06.2017 08:51
      Highlight Highlight Ich hab Farbfoto-Laborantin gelernt, mitte der Neunziger. Tja, futsch.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Pasch 07.06.2017 12:07
    Highlight Highlight Sehr geil mehr davon!!

    Ahahaha Liftschreibtisch an einem Freitagmorgen nach einem Donnschtigstreff! 🤣🤹🤸

In Deutschland waren die Flüchtlinge nicht mal willkommen, als es Deutsche waren

Wer glaubt, für Fremdenfeindlichkeit brauche es Menschen aus fremden Ländern, irrt. Nach dem verlorenen Krieg drängten sich Millionen Flüchtlinge und Vertriebene aus den deutschen Ostgebieten in Rest-Deutschland. Heute gilt ihre Aufnahme als vorbildlich – doch in Wahrheit schlugen ihnen damals Hass und Verachtung entgegen und der offen ausgesprochene Gedanke, nicht nach Westdeutschland, sondern nach Auschwitz zu gehören.

Der Volkszorn kocht, und der Redner weiss genau, was die Leute hören wollen: «Die Flücht­lin­ge müs­sen hin­aus­ge­wor­fen wer­den, und die Bau­ern müs­sen da­bei tat­kräf­tig mit­hel­fen», ruft Josef Fischbacher. Der Kreisdirektor des bayerischen Bauernverbandes giesst kräftig Öl ins Feuer und nimmt sogar das Nazi-Wort «Blutschande» in den Mund.

Was hier nach Sachsen im Jahr 2016 klingt, ist Bayern im Jahr 1947. Und die Flüchtlinge, die Fischbacher hinauswerfen will, kommen nicht aus …

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