Schweiz
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Didier Berberat, SP-NE, links, und Raphael Comte, FDP-NE, Mitte, sprechen an der Seite von Christian Levrat, SP-FR, rechts, an der Fruehlingssession der Eidgenoessischen Raete, am Mittwoch, 7. Maerz 2018 im Staenderat in Bern. (KEYSTONE/Anthony Anex)

Raphaël Comte (Mitte., FDP) mit Didier Berberat (l.) und Christian Levrat (r., beide SP). Bild: KEYSTONE

Wenn der Ständerat (85% Männer) eine Frauen-Klausel annimmt, dann ist 2018

Höchst unerwartet hat sich der Ständerat dafür ausgesprochen, dass künftig Frauen und Männer angemessen im Bundesrat vertreten sein sollen. Möglich gemacht hat es ein Liberaler – und die Angst vor einer weiteren kalten Dusche.



Das kam nun wirklich überraschend: Der Ständerat hat sich am Mittwoch dafür ausgesprochen, dass künftig Frauen und Männer im Bundesrat «angemessen» vertreten sein sollen.

Der Entscheid erstaunt nicht nur, weil sich die vorberatende Kommission klar gegen die parlamentarische Initiative von Raphaël Comte (FDP) ausgesprochen hatte. Sondern auch, weil der Frauenanteil im Ständerat mit 15 Prozent fast schon vernachlässigbar tief ist. Und es zudem kein Geheimnis ist, dass nicht wenige der Männer im Saal selber auf einen Bundesratssitz aspirieren.

Image

quelle: parlament.ch

Dass sich doch eine Mehrheit für eine Geschlechterklausel ausgesprochen hat, dürfte schlicht und einfach mit der Erkenntnis zu tun haben, dass im Jahr 2018 kein Weg mehr daran vorbeiführt.

Dass ein bürgerlicher Mann dem Anliegen zum Durchbruch verholfen hat, entbehrt nicht einer gewissen Ironie.

Von einer unvermeidlichen «Modernisierung» der Verfassung sprach der Absender des Vorstosses. Es gehe ihm keinesfalls darum, eine Quote zu kreieren, so der 38-jährige Comte. Vielmehr handle es sich um eine «moralische Pflicht», ein «politisches und kollektives Ziel», das zu erreichen im Interesse jedes gewählten Politikers sein sollte.

ARCHIV --- ZUM SDA-TEXT ZU RAPHAEL COMTE ALS STAENDERATSPRAESIDENT STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILD ZUR VERFUEGUNG --- Raphael Comte, candidat du parti PLR pour le Conseil des Etats, lors de son arrivee au Chateau de Neuchatel, pour la journee des resultats des elections federales ce dimanche 18 octobre 2015 a Neuchatel. (KEYSTONE/Sandro Campardo)

Raphaël Comte überzeugte seine Ratskollegen. Bild: KEYSTONE

Dass ein bürgerlicher Mann dem Anliegen zum Durchbruch verholfen hat, entbehrt nicht einer gewissen Ironie. Ein fast gleichlautender Vorstoss der Grünen Maya Graf ist derzeit im Parlament hängig. Ob die Forderung von dieser Absenderin ebenfalls auf Anhieb eine Mehrheit gefunden hätte, darf bezweifelt werden.

Vielleicht war bei den Herren Ständeräten auch die Erinnerung an die kalte Dusche noch sehr frisch, die sich nach der Lohngleichheits-Debatte über sie ergossen hatte.

Allerdings hat Comte auch einfach vieles sehr richtig gemacht. Vielleicht war es die unaufgeregte Selbstverständlichkeit, mit der er seine Forderung im Ständerat vorgetragen hat, die am Ende zum Erfolg führte. Vielleicht war bei den Herren Ständeräten auch die Erinnerung an die kalte Dusche noch sehr frisch, die sich nach der Lohngleichheits-Debatte über sie ergossen hatte.

Jedenfalls traf Comte einen Nerv, als er seinen Kollegen sagte, das Parlament werde auch in Zukunft die Freiheit haben, den kompetentesten Mann oder die kompetenteste Frau zu wählen. «Die Frau wird dem Mann an dem Tag wirklich gleichgestellt sein, an dem man einen wichtigen Posten mit einer inkompetenten Frau besetzt», zitierte er die französische Feministin Françoise Giroud.

Während eine Frau heute perfekt sein müsse, um in den Bundesrat gewählt zu werden, sehe man einem Mann durchaus die eine oder andere Schwäche nach, argumentierte Comte.

Mit seinem Pragmatismus nahm der Freisinnige auch all jenen den Wind aus den Segeln, die mit einer Geschlechterklausel unüberwindbare Schwierigkeiten aufziehen sahen. Heute steht in der Verfassung, dass die Landesgegenden und Sprachregionen bei der Zusammensetzung des Bundesrats berücksichtigt werden müssen. Künftig sollen im gleichen Artikel auch noch die Geschlechter erwähnt werden – was gewisse Politiker ernsthaft ins Grübeln brachte.

Es ist eine Sache, eine Geschlechterklausel aus ideologischen oder verfassungsästhetischen Gründen abzulehnen. Wer aber suggeriert, dass die Frauen staatspolitisch keine Bedeutung haben, kann im Jahr 2018 nur verlieren.

Die Kommission stelle sich die Frage, was zu tun sei, wenn die Kriterien in Konkurrenz zueinander gerieten, sagte Peter Föhn (SVP) im Rat. «Soll in einem konkreten Fall eher das Kriterium ‹Landesgegend› erfüllt werden oder doch eher das Kriterium ‹Geschlecht›, wenn keine geeignete Person zur Verfügung steht, welche beide Kriterien erfüllt?»

Ausserdem handle es sich beim Anliegen einer Geschlechterklausel um eine rein «gesellschaftspolitische Forderung», so Föhn. «Das ist natürlich schon etwas anderes als die für den Zusammenhalt des Bundesstaates zentraleren staatspolitischen Kriterien der Landesgegenden und Landessprachen.»

SVP-Ständerat Peter Föhn, foto: Peter Klaunzer/Keystone

Peter Föhn (SVP) wollte, wie die Mehrheit seiner Kommission, nichts von einer Geschlechterklausel wissen.

Das ist, mit Verlaub, grober Unfug. Es ist eine Sache, eine Geschlechterklausel aus ideologischen oder verfassungsästhetischen Gründen abzulehnen. Wer aber suggeriert, dass die Frauen staatspolitisch keine Bedeutung haben, kann im Jahr 2018 nur verlieren.

Der Versuch, die Sprachenfrage gegen die Geschlechterfrage auszuspielen, zeugt zudem von einem verstörenden Unwillen, sich überhaupt mit der Problematik auseinanderzusetzen. Gerade weil keine starren Quoten geplant sind, werden vor Bundesratswahlen auch künftig keine detaillierten Anforderungskataloge aufliegen, die die erforderlichen Eigenschaften nach auf- oder absteigender Wichtigkeit auflisten.

Beträgt das Geschlechterverhältnis vorübergehend einmal nicht drei zu vier, ist das kein Drama.

Als mit Alain Berset, Didier Burkhalter und Guy Parmelin zwischenzeitlich drei Romands in der Regierung sassen, waren diese damit übervertreten. Denn gemessen an ihrem Bevölkerungsanteil, hätte die Westschweiz arithmetisch nur gerade Anspruch auf 1,75 Bundesräte. Die Situation wurde mehr oder weniger schulterzuckend zur Kenntnis genommen. Man wusste ja: Die nächste Wahl kommt bestimmt.

Es wäre viel gewonnen, könnte die Frauenfrage genauso unaufgeregt behandelt werden. Beträgt das Geschlechterverhältnis vorübergehend einmal nicht drei zu vier, ist das kein Drama. Die weibliche Hälfte der Bevölkerung mit einem einzigen Sitz abzuspeisen (wie das nach dem Rücktritt von Doris Leuthard geschehen könnte), ist jedoch einfach nur peinlich.

Man stelle sich vor, wie die Lateiner angesichts einer solch krassen Untervertretung aufschreien würden. Sie täten es in der Gewissheit, die Verfassung auf ihrer Seite zu haben.

Der springende Punkt ist: Hat ein Parteichef heute bei einer Vakanz in der Romandie keinen Nachfolger bereit, fällt das auf ihn zurück. Hätte er sich mal besser um seine Kantonalsektionen gekümmert, hm?

Genauso wird sich künftig strategisches Unvermögen vorwerfen lassen müssen, wer nicht rechtzeitig geeignete Frauenkandidaturen aufbaut. Denn diese fallen nicht vom Himmel.

Nun ist der Nationalrat am Zug

Mit 20 zu 17 Stimmen hat der Ständerat der parlamentarischen Initiative des Neuenburgers Raphaël Comte (FDP) zugestimmt. Als nächstes befasst sich der Nationalrat mit dem Geschäft. Aktuell sitzen im siebenköpfigen Bundesrat mit Doris Leuthard und Simonetta Sommaruga zwei Frauen. Doch die weiblichen Bundesrätinnen waren auch schon in der Mehrheit: Zwischen dem Amtsantritt von Sommaruga im November 2010 und dem Rücktritt von Micheline Calmy-Rey Ende 2011 gehörten zwischenzeitlich vier Frauen dem Bundesrat an. (sda)

Diese Frauen könnten Nachfolgerin von Doris Leuthard werden

Frauen an der Macht – von 1945 bis heute

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Video: watson

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    Alle Leser-Kommentare
  • Schnäggebei 16.03.2018 10:51
    Highlight Highlight Wieso wird die Tauglichkeit eines Kanditaten oder einer Kanditatin für ein (politisches) Amt nicht nicht einfach nach dessen Kompetenzen beurteilt? Mir persönlich wäre ein Bundesrat mit den sieben Personen, die am besten für die Aufgabe geeignet sind lieber, als die Ausgewogenheit von Herkunft, Sprache und Geschlecht.
  • elalbi 16.03.2018 10:50
    Highlight Highlight Ich stimme für eine Frauenquote auf dem Bau für eine Männerquote im Schulwesen!
    • aglio e olio 16.03.2018 16:10
      Highlight Highlight Es gibt viele Frauen am Bau. Die meisten findest du angepinnt an der Klotürinnenseite.
      ;)
  • DerWeise 16.03.2018 10:24
    Highlight Highlight Quoten sind sexistisch...
  • Altweibersommer 15.03.2018 17:40
    Highlight Highlight Bürgerliche sind eigentlich auch nur linke die halt einfach 10 bis 50 Jahre länger brauchen um die Probleme zu sehen. 😜
  • einmalquer 15.03.2018 12:14
    Highlight Highlight Das Rumgeheule der Männer wegen Frauenquoten ist ja nicht auszuhalten.

    Wir haben ja jetzt schon Quoten:
    beim Bundesrat aufgrund der Kantonsklausel
    beim Nationalrat aufgrund der Bevölkerungszahlen

    aber bei Frauen wollt ihr sie nicht.

    Man muss ja nicht gleich beim Jahr 0 anfangen, beginnen wir mal bei 1848.

    Frauen werden benachteiligt, seit es die Schweiz gibt.

    Um Fairness walten zu lassen, könnten doch jetzt die Männer die nächsten 170 Jahre benachteiligt werden, und danach reden wir übers Militär etc.
  • Schluch 15.03.2018 09:02
    Highlight Highlight Tessiner und Romands sind Minderheiten. Frauen wären es gerne.
    • Phrosch 15.03.2018 19:09
      Highlight Highlight Nein, Frauen sehen sich nicht als Minderheit. Wenn aber eine Mehrzahl männlicher Politiker in beiden Räten es nicht schafft, einen sinnvoll ausgewogenen Bundesrat zu wählen, weil Sprache und Parteizugehörigkeit wichtiger sind als eine angemessene Anzahl Frauen, dann muss halt ein wenig Nachhilfe her.
    • Maragia 16.03.2018 15:54
      Highlight Highlight Du findest also, dass Frauen im BR zu haben wichtiger als jemanden von jedem Teil der Schweiz? Quoten für das eine aber keine Quoten für das andere?!
  • Galius Julius 15.03.2018 09:02
    Highlight Highlight Das ist sehr erfreulich, da es ja gerade keine fixe Quote ist, sondern das niederschreibt, was eigentlich klar sein sollte.

    Als Politiker auf Ortspartei-Ebene ruf ich aber auch die Frauen dazu auf ihren Beitrag zu leisten und aktiv zu politisieren. Wir haben jeweils Mühe aus unserer eher männerlastigen Basis genügend Kandidatinnen zu stellen.
    • You will not be able to use your remote control. 16.03.2018 15:52
      Highlight Highlight > und da fängt Diskriminierung an!

      Nö, die Männer sind doch ganz selbst schuld, wenn so viele kandidieren. Es könnten einfach weniger Männer in die Politik und dann würden auch alle immer gewählt.

      > vielen Männern u d wenigen Frauen

      Warum ist das so? Weil zu viele Männer genug blöd sind, um in die Politik zu wollen?
    • You will not be able to use your remote control. 16.03.2018 18:50
      Highlight Highlight hihi genau, wann merkst du, dass deine Logik nicht funktioniert?


      > Vielleicht interessieren sich Männer auch einfach häufiger dafür...?
      Das ist natürlich nichts anders als eine unbelegte Vermutung, die die Schuld bei den Opfern sucht. Solche Vermutungen *sind Diskriminierend*.

      Man interessiert sich nicht einfach nicht für Politik, oder verschenkst du Geld/Macht einfach so an Fremde?
    • You will not be able to use your remote control. 17.03.2018 11:57
      Highlight Highlight > keine Diskriminierung anzunehmen ist diskriminierend

      Dazu wikipedia:
      "Als moderner Sexismus wird die Leugnung von Diskriminierung bezeichnet sowie die Ablehnung von Maßnahmen, die darauf abzielen, Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern abzubauen. Diese Form des Sexismus zeigt sich insofern nicht offen und direkt, sondern indirekt."


      Wenn in 47 Jahren von 35 Bundesräten nur gerade 7 Frauen waren, kann man das nicht wegdiskutieren und auch nicht auf unterschiedliche Interessen zurück führen.

      Wenn du denkst dies sei frei gewählt, dann behauptest du, Frauen verzichten einfach so auf Macht.
  • mxpwr 15.03.2018 08:30
    Highlight Highlight Die Geschlechter sollen "angemessen vertreten" vertreten sein. Was hat das mit einer Quote zu tun? Ich als Mann kann auch von einer Frau angemessen vertreten werden. Und ich denke, Frauen sollten auch von Männern angemessen vertreten werden können. Schliesslich sagt ja gerade die Linke, dass die Geschlechterunterschiede nur gesellschaftlich konstruiert seien und ein binäres Modell sowieso nur in den Köpfen existiere. Dementsprechend gibt es auch keine spezifischen Frauenthemen, die nur von Frauen vertreten werden können. Nach dieser Logik bräuchte man beispielsweise auch eine Blondenquote.
    • Phrosch 15.03.2018 19:12
      Highlight Highlight Na ja, wenn dann diese Männer auch 2018 sich nicht aktiv für Lohngleichheit stark machen wollen, dann sind Frauen nicht durch Männer angemessen vertreten.
    • MeineMeinung 15.03.2018 22:40
      Highlight Highlight ungerechtfertigte Lohnungleichheiten können schon lange angeklagt werden
  • Dä_Dröggo 15.03.2018 07:42
    Highlight Highlight Einen Tipp für Feministen; werdet Humanisten. Da schliesst man kein Geschlecht aus ;)

    Nein Scherz beiseite. Kämen zu den ganzen Forderungen für mehr Rechte der Frauen auch mal Männerthemen wie eine gerechte Teilung des Sorgerechts hinzu, fände man zu einer vernünftigen gemeinsamen Herangehensweise an diese Geschlechterthemen statt.

    Aber alles fleissig über einen Kamm zu scheren scheint da einfacher zu sein als Selbstkritik. Betrifft ein Thema l nicht das eigene Geschlecht stoppt das Gerechtigkeitsempfinden meist abrupt.
    Das ist nicht nur bei Männern so meine lieben Damen.
    • Phrosch 15.03.2018 19:15
      Highlight Highlight Echt jetzt? Da sitzen in beiden Räten zwei Drittel Männer. Jetzt müssen sich die untervertretenen Frauen für Männerthemen einsetzen, weil es die Männer nicht selbst schaffen??? 🤔
    • You will not be able to use your remote control. 16.03.2018 15:53
      Highlight Highlight > Warum zwingen wir nicht Frauen zur Kandidatur

      Es ist ganz klar, wenn weniger Frauen kandidieren, liegt das an einer unterschwelligen Diskriminierung, die du ganz bestimmt nicht fassen kannst.
    • You will not be able to use your remote control. 16.03.2018 18:47
      Highlight Highlight > woran machst du fest
      Nichts, hast du schon einmal eins deiner Argumente an was 'fest gemacht', z.B. 'einfach an unterschiedlichem Interesse'?

      Das war ein Hinweis, dass du am spekulieren bist, deine Spekulation ist maximal gleich wahr wie meine.

      > halte ich für schwer daneben
      Nun deine wiederholte Behauptung, die Verteilung des Bundesrates müsse der Verteilung der Kandidaten des Nationalrates entsprechen, sagt mir, dass du nicht verstehst worum es geht:

      Das Anliegen ist ja gerade, dass mehr Frauen kandidieren.
    Weitere Antworten anzeigen
  • cypcyphurra 15.03.2018 07:19
    Highlight Highlight Ich bin für eine 50% (+-5%), denn das sichert eine künftige Balance.

    Wenn man sieht, dass Frauen eher einen akademische Abschluss haben als Männer, wäre das nur eine Frage der Zeit bis wir Neandertaler nix mehr zu melden haben.
  • j0nas 15.03.2018 04:32
    Highlight Highlight Wenn man sich die Kommentare hier anschaut wird einem vor Augen geführt, wie wichtig diese Debatte ist.

    Ich bin schockiert ob der Empörung vieler Männer, sobald das Thema Gleichberechtigung konkrete Formen annimmt. Sogar von der Diskriminierung von Männern wird da gesprochen. Es geht um Gleichberechtigung, nicht um Frauen Bevorteilung.
    Sind das die selben Männer, die sich 1971 gegen das Frauenstimmrecht ausgesprochen haben?
    Wie gerne würde ich mich einmal mit so einem Mann unterhalten. Leider (oder zum Glück?) lese ich solche Meinungen nur Online.
    • Anam.Cara 15.03.2018 07:48
      Highlight Highlight Frauenquoten sind bitte nicht mit Gleichberechtigung zu verwechseln. GLeichberechtigung wäre dann, wenn wir gar nicht über Quoten diskutieren müssten.
      Das nötige Umdenken kann man m.E. nicht mit Quoten erzwingen.
    • G-Man 15.03.2018 08:04
      Highlight Highlight Ich bin zwar nicht empört, aber ich finde es schon bedenklich wenn man in einem System nicht die fähigste / passendste Person wählt sondern aufgrund einem Geschlecht den Kandidaten auswählt. Und das gilt in beide Richtungen. Gleichberechtigung hört doch dort auf wo für eine Sache jemand bevorzugt wird aufgrund einer bestimmten Eigenschaft. Wenn man nun Gesetze erlässt, welche eine Quote erfordern für was auch immer, dann gelten nicht mehr für alle die gleichen Rechte, sprich Gleichberechtigung ist weg? Wir können uns gerne darüber unterhalten...
    • derEchteElch 15.03.2018 08:05
      Highlight Highlight Eine Quote ist undemokratisch! Das ist Fakt. Durch eine Quote „muss“ man quasi gew. Personen wählen.

      Ich wiederhole;
      Das ist undemokratisch!

      Es geht nicht um Frau oder Mann, Jung oder Alt, sondern schlicht darum die Person wählen zu können, die MANN u. FRAU SELBST wählen möchten.

      Warum hat es im Nationalrat nur Akademiker und Studierte? Braucht es in dem Fall nicht auch Quoten für Maurer, Bäcker etc...?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Str ant (Darkling) 15.03.2018 02:45
    Highlight Highlight Wie wäre es denn mit einer "angemessenen" Vertretung junger ?
  • exeswiss 15.03.2018 02:00
    Highlight Highlight "Es gehe ihm keinesfalls darum, eine Quote zu kreieren, so der 38-jährige Comte. "

    und doch ist es nichts anderes als eine quote. damit wird nicht mehr die fähigste person gewählt, sondern die politisch korrekteste.
    • kuni 15.03.2018 07:19
      Highlight Highlight Du meinst, so wie es bei der Wahl von BR Cassis der Fall war?
  • olga 15.03.2018 00:22
    Highlight Highlight Wow, hier tümmeln sich nur Männer in den Kommentaren und alle nur am rumjammern. Ein Glück dass die werten Herren Ständeräte nicht so sehr den Ka** in den Hosen hattet wie ihr hier. Aber das ist schon ok, die Sklavenhalter fandes auch nicht so geil als die Sklaverei abgeschafft wurde...
    • Anam.Cara 15.03.2018 07:54
      Highlight Highlight Olga: ich bin nicht sicher, ob Quoten der richtige Weg sind, um Gleichberechtigung zu erreichen. Eigentlich müssten mehr Frauen politische Ämter anstreben (offenbar gibt es bei den Wahlen immer noch deutlich mehr männlich Kandidaten). Und die Frauen müssten halt auch Frauen wähen. Würde es so laufen, müsste niemand über Quoten diskutieren, weil der Frauenanteil in den Räten über 50% liegen würde.
      Im Bundersrat möchte ich ganz einfach die fähigsten Personen. Unabhängig von Sprache oder Geschlecht.
    • mogad 15.03.2018 10:38
      Highlight Highlight @Anam.Cara. Wenn wir Gleichberechtigung hätten, bräucht es keine Quoten! In der Vergangenheit war's leider bei BR-Wahlen immer so: wenn ein Mann und eine Frau gemeinsam kandidierten wurde bis auf eine Ausnahme immer der Mann gewählt. Und nicht, weil die Frau schlechter qualifiziert war. Mit dieser Behauptung wird ja gerne noch nachgetreten!
    • Lezzelentius 15.03.2018 11:01
      Highlight Highlight Selbstverständlich Olga. Frauen sind ja auch bekanntlich die Sklaven der Männer.
    Weitere Antworten anzeigen
  • atomschlaf 14.03.2018 23:22
    Highlight Highlight Frauen haben seit fast 50 Jahren das Stimm- und Wahlrecht.
    Frauen stellen die Bevölkerungsmehrheit dar.
    Da braucht es bestimmt keine Quoten.
    • grünezecke #fcksvpafd 15.03.2018 11:42
      Highlight Highlight boah seit 50 Jahren, wahnsinn! leider aber immernoch 70jahre im rückstand.
  • reich&schön 14.03.2018 23:07
    Highlight Highlight Ich freue mich schon auf den Doppelrücktritt von Maurer und Schneider-Ammann und die anschliessende Kandidatur von Keller-Sutter und Martullo-Blocher.

    Frauenpower! 💪
  • Knety 14.03.2018 22:18
    Highlight Highlight Wer denkt an die anderen 71 Geschlechter?
  • Hugo Wottaupott 14.03.2018 22:12
    Highlight Highlight Judihui! Wir werden von Geschlechtern regiert!
  • derEchteElch 14.03.2018 21:32
    Highlight Highlight Frauenquoten sind undemokratisch und gehören abgeschafft! Eine ausreichende Qualifikation oder eine Wahl durch Wahlberechtigte sollten massgebend sein!

    Warum? Ganz einfach;

    Angenommen ein Volk besteht aus 1000 Männern u. 1000 Frauen, entspricht total 2000 Wahlberechtigte. Diese 2000 (m+w) Wahlberechtigte wählen jedoch ein Parlament mit 200 Frauen u. 0 Männer.

    Wer will ihnen (m+w) denn dies Verbieten? Dies würde zu einer Vorschrift führen, wen man wählen darf, wen nicht und wen man muss! Das ist undemokratisch!

    Eine Frauenquote bedeutet auch eine Männerquote! Das ist nicht demokratisch!
    • DerTaran 14.03.2018 22:43
      Highlight Highlight Der Elch, dein Beispiel passt nicht, lass dir helfen:

      “Angenommen ein Volk besteht aus 1000 Männern u. 1000 Frauen, entspricht total 2000 Wahlberechtigte.”

      So weit so gut, jetzt kommt die Realitätsanpassung:

      “Die Parteien stellen 400 Kandidaten auf, davon 375 Frauen und 25 Männer.”

      Und dann:

      “Die 2000 (m+w) Wahlberechtigte wählen ein Parlament mit 200 Frauen u. 0 Männer.”

      So, jetzt passt dein Beispiel!
    • derEchteElch 15.03.2018 06:58
      Highlight Highlight @Taran:
      Du kannst aber Männer u. Frauen nicht dazu zwingen, sich als Kandidaten aufstellen zu lassen, nur damit eine Quote erfüllt ist.

      Jeder hat das Recht zu kandidieren. Jeder hat aber auch das gute Recht es nicht zu tun.

      Und du (als Wähler) kannst (in der Schweiz) auch Bürger wählen, die nicht offiziell kandidieren.
  • raues Endoplasmatisches Retikulum 14.03.2018 21:00
    Highlight Highlight Nun muss gilt es auf den Nationalrat zu hoffen. Ich lehen Gesetzte strikt ab, die Merkmale, die sich die Betroffenen ausgesucht haben als relevant beachten.
    Die Sprachenvertretung kann man histotisch und mit dem Verweiss auf den Föderalismus grade noch begründen, die Parteienvertretung ist reiner Prakmatismus. Wie wird das Geschlecht begründet? Mit Untervertretung? Untervertreten sind auch junge und sehr alte. Nicht unveränderlich aber auch relevant, Bildungshintergrund, es hat fast nur Akademiker.
  • myy 14.03.2018 20:46
    Highlight Highlight Geht es nicht um die Meinungen der Personen und wie sie zu Themen stehen und nicht darum, welches Geschlecht sie habe? 🤔
  • w'ever 14.03.2018 20:40
    Highlight Highlight wenn quote, dann auch eine für religion, hautfarbe, haarfarbe, ausbildungsstatus, alter, zivilstand, kontostand.
  • rodman 14.03.2018 20:36
    Highlight Highlight Typischer Fall von "Only Nixon could go to China"
  • Redly 14.03.2018 20:18
    Highlight Highlight Wenn wir (in unseren Gesetzen) Unterschiede nach Geschlecht machen, dann haben wir das Gegenteil von Gleichberechtigung erreicht.
    Es ist Zeit dass dieser Männerdiskriminierung ein Ende gemacht wird durch einklagen der Menschenrechte. Eine Benachteiligung nach Geschlecht (zB Quoten) ist Musterbeispiel von Diskriminierung.
    • bokl 14.03.2018 20:50
      Highlight Highlight @Redly
      Komm mal wieder runter.

      1. Verfassung nicht Gesetz
      2. Es geht um die Verteilung der Geschlechter, d.h. auch 6F / 1M sind nicht i.O. Also nix mit Männerdiskriminirung
    • Redly 14.03.2018 22:09
      Highlight Highlight Das Geschlecht als relevantes Kriterium für Anstellung/Begörderungen/Wahlen/Gesetze etc. (und für dich: Verfassung) entspricht tiefstem Mittelalter. Ich hatte gehofft, nur noch eine Kleinst-Minderheit von Ewiggestrigen hat das noch nicht überwunden.
    • j0nas 15.03.2018 04:22
      Highlight Highlight Fühlst du dich als Mann diskriminiert, wenn Plätze in einem Gremium ausgewogen nach Geschlechtern aufgeteilt werden? Wenn ja, wieso?

      Ich sehe das als eine Geschlechterquote, nicht als eine Frauenquote.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Bivio 14.03.2018 20:17
    Highlight Highlight Gilt die Quote auch für erfolgreiche, konservative Frauen wie z.B. Magdalena Blocher? Oder dürfen nur Frauen gewählt werden, welche dem Credo: links & feministisch entsprechen?
    • Angelo C. 14.03.2018 20:51
      Highlight Highlight Du darfst davon ausgehen, dass wenn Ueli Maurer einmal zurücktritt und die SVP auf Grund dieser grotesken Quote eine Frau portieren muss, dass dann exakt Magdalena Martullo-Blocher zur Wahl stehen wird.

      Wetten dass 😄?!
    • Tsunami90 15.03.2018 01:40
      Highlight Highlight Was hat die Blocher politisch den geleistet?
    • Roterriese 15.03.2018 06:58
      Highlight Highlight @Tsunami90 das ist ja der Witz an der Sache. Mit Quoten werden einfach Quoten gewählt, ohne Leistungsausweis.
    Weitere Antworten anzeigen
  • IchSageNichts 14.03.2018 20:06
    Highlight Highlight Naja Lohn und BR sind 2 paar Schuhe. Das eine ist leistungsbezogen Entgelt, das andere ist angemessene Vertretung.
    Also nicht hyperventilieren.
  • TheMan 14.03.2018 20:03
    Highlight Highlight Also versteh ich das richtig, ab jetzt ist jede Frau im NR oder SR eine Quotenfrau? Diese Politikerinnen müssen ja Stolz darauf sein.
    • Astrogator 14.03.2018 20:32
      Highlight Highlight Nein, sie verstehen das falsch.
  • banda69 14.03.2018 19:44
    Highlight Highlight Die selbsternannte "Partei des Volkes" - die SVP - hat die Frauenquote abgelehnt.

    Eines muss man den Herren von der SVP lassen: Sie ziehen ihr Motto "Frauen braucht es nicht" konsequent durch.

    Ja. Die SVP. Die tut was fürs Volk.
    User Image
    • Watson=Propagandahuren 14.03.2018 20:22
      Highlight Highlight Wieso sollte in einer gleichberechtigten Welt ein Geschlecht in überhaupt irgendetwas Priorität haben?
      Logik, halloooo?
    • TheMan 14.03.2018 20:49
      Highlight Highlight banda. Was macht den die SP fürs Volk?. Die MEI nicht umgesetzt und den Turbo zünden für in die EU.👏👏👏. Warum will die SVP keine Qoutenfrauen. Weil es auf das können ankommt und nicht auf die Qoute. Eine Qoutenfrau muss nicht zwingend das können haben. Billiges geschwafel also von dir. 👏👏👏
    • grumpy_af 14.03.2018 21:09
      Highlight Highlight @banda69, ist auch richtig so. Die Frauen sollen von sich aus entscheiden, ob und wie sie politisieren. Falls sich die Bevölkerung dann von ihr vertreten fühlt, wird sie auch gewählt. Aber deine Anti-SVP Brille blockt schön semipermeabel alles ab, was dir nicht ins Bild passt.
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  • Theor 14.03.2018 19:24
    Highlight Highlight Spätestens sei Marine Le Pen sollte klar sein, dass Frauen nicht zwangsweise die besseren Politiker sind. Gerade diese würde sich aber sehr freuen, wenn es in Frankreich ähnliche Debatten zur Frauenvertretung in der Politik geben würde.
  • Sir Konterbier 14.03.2018 19:22
    Highlight Highlight Finde ich okay! Vor allem da es keine fixe Quote ist.

    Ich glaube aber nicht dass man die Landessprachen gegen die Frauen ausspielen wollte: Wenn ein Bundesrat schon aus einer Partei und aus einer Sprachregion kommen muss und nun auch noch ein Geschlecht haben sollte kann die Suche gerade im Tessin ein bisschen kompliziert werden. Er oder sie sollte ja doch auch noch fähig sein^^

    Es gibt viele denen das wichtig ist, von dem her ist das richtig so. Aber als Mann hätte ich beispielsweise kein Problem wenn eines Tages 6/7 Bundesräten Frauen wären. Spielt für mich keine grosse Rolle :/


  • bokl 14.03.2018 19:10
    Highlight Highlight Wenn der Ständerat einer Frauenquote zustimmt, ist sie unverbindlich und nicht einklagbar. Auch 2018!
  • SwissMafia 14.03.2018 18:55
    Highlight Highlight Wenn wiedereinmal ein Bericht über Männer und Frauen (Thema egal) geschrieben wird dann ist 2018
  • olga 14.03.2018 18:49
    Highlight Highlight Danke für den wichtigen Artikel! Sie sprechen mir aus dem Herzen. Ich hoffe sehr, dass er vielleicht den/die einen oder andere Gegner/in zum Umdenken verleiten mag.
    • Watson=Propagandahuren 14.03.2018 19:37
      Highlight Highlight Angemessene Vertretung in der Landesverteidigung wäre doch auch was. Da seid ihr dann aber plötzlich wieder ganz leise.....
    • plop 14.03.2018 20:32
      Highlight Highlight @bullshitdetector: wir haben noch die Schmerzschreie vom Gebären im Ohr, darum so still...
    • einmalquer 14.03.2018 20:39
      Highlight Highlight @BullshitDetector3000

      Zur Erinnerung:

      Die Armee ist eine Institution geschaffen von Männern für Männer,

      Frauen wollte man jahrzehntelang nicht dabei haben,

      Dass Frauen sich nicht in die Armee drängen (lassen) ist verständlich - auch viele Männer drücken sich...
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