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In seinen legendären Hosen: Wawrinka auf dem Weg zum French-Open-Sieg 2015. Bild: International Sports Fotos

Stan Wawrinka vor Paris-Start keck: «Ich brauche kein Training»

Nach seinem Turniersieg in Genf sprüht Stan Wawrinka vor Selbstvertrauen. Das sind für die Konkurrenz schlechte Nachrichten.

29.05.17, 06:25

Keine zwölf Stunden nach seinem zweiten Erfolg in Genf taucht Stan Wawrinka, der Sieger von 2015, auf der Anlage der French Open auf. Er wirkt entspannt, versprüht Optimismus und wirkt gut gelaunt, nachdem er in seiner Heimat den ersten Titel des Jahres hat feiern können. Und er verrät, dass er vor seinem Erstrundenspiel in Paris (am Dienstag) nicht mehr gross trainieren wird.

Stan Wawrinka, in der Woche vor einem Grand-Slam-Turnier zu spielen, ist eher ungewöhnlich, nicht aber bei Ihnen. Wieso funktioniert es bei Ihnen?
Ich komme aus der Nähe von Genf, wo ich auch lebe, wo meine Familie und meine Freunde zuhause sind. Darum ist es mir wichtig, dieses Turnier zu bestreiten. Als ich in Genf angekommen bin, war ich nicht in Bestform. Jetzt fühle ich mich grossartig. Ich bin gut in Form. In Genf zu gewinnen, ist das Beste, was mir passieren konnte.

Wie bereiten Sie sich nun auf Ihr erstes Spiel vor?
Ich muss nicht gross trainieren. Natürlich werde ich ein paar Bälle schlagen, um mich an die Unterlage zu gewöhnen, aber in Genf zu gewinnen, ist die beste Vorbereitung. Ich werde mich jetzt einfach erholen, meine Batterien aufladen und mich auf das neue Turnier einstimmen.

Was wissen Sie über ihren ersten Gegner, den Slowaken Josef Kovalik?
Ich muss zugeben, dass ich nicht viel über ihn weiss. Mein Coach Magnus Norman wird sich darum kümmern und dann werden wir die Taktik besprechen. Ich weiss, dass mein Freund Benoit Paire kürzlich gegen ihn gespielt hat. Also werde ich ihn um Rat fragen.

Roger Federer lässt das Turnier aus. Können Sie sich das auch vorstellen, um ihre Karriere zu verlängern?
Es ist unmöglich, das jetzt zu beantworten. Ich werde in Zukunft vielleicht weniger spielen, aber ich werde sicher nicht die grossen Turniere auslassen, denn sie sind der Grund, wieso ich Tennis spiele. Roger hat andere Gründe, nicht auf Sand zu spielen. Er trifft die richtigen Entscheidungen für seine Karriere. Ich denke aber nicht, dass das ein Thema wird für mich.

Was halten Sie davon, dass Novak Djokovic neu Andre Agassi als Trainer hat?
Das sind grossartige Nachrichten für das Tennis, aber es ist noch zu früh, um mehr zu sagen, weil Agassi zum ersten Mal jemanden coacht. Es wird sicherlich interessant zu beobachten sein. Djokovics Formkurve zeigt seit einigen Wochen nach oben, er wird hier schwer zu schlagen sein.

(Aufgezeichnet von Simon Häring, Paris)

Wawrinkas 16 Turniersiege

20.01.2013: Djokovic fügt Wawrinka die Mutter aller heroischen und bitteren Niederlagen zu

06.01.1996: Wegen Rossets Dummheit des Jahres bricht Hingis beim Hopman Cup in Tränen aus

05.07.1997: Martina Hingis ist mit 16 Jahren die jüngste Wimbledon-Siegerin des 20. Jahrhunderts

30.03.2002: Roger Federer bodigt zum ersten Mal die Weltnummer 1 – und diese ist sich sicher: «Er kann den Durchbruch schaffen»

26.01.2002: Martina Hingis' Traum schmilzt bei 50 Grad im Glutofen von Melbourne weg

01.06.2009: Gedanklich ist Federer wohl schon ausgeschieden. Dann rettet ihn eine unglaubliche Vorhand auf dem Weg zum Karriere-Slam 

24.01.2001: Hingis macht Kleinholz aus Serena und Venus und stürmt in den Australian-Open-Final

05.06.1989: Mondbälle, Krämpfe und ein «Uneufe»-Aufschlag – der 17-jährige Michael Chang treibt Ivan Lendl mit seinem Psychokrieg in den Wahnsinn

07.07.1985: Als jüngster Spieler aller Zeiten gewinnt Boris Becker Wimbledon und löst so einen Tennis-Boom in Deutschland aus

Gut gebrüllt: «Niemand schlägt Vitas Gerulaitis ­17 Mal hintereinander!»

08.07.2001: Die Weltnummer 125 triumphiert in Wimbledon: Goran Ivanisevics grosser Traum wird doch noch wahr

08.08.1992: Marc Rosset holt sich an Roger Federers 11. Geburtstag den einzigen grossen Titel, der dem «Maestro» noch fehlt

05.09.1996: Sampras kotzt gegen Corretja auf den Court – denkwürdigstes US-Open-Tiebreak aller Zeiten 

13.02.2000: Roger Federer verliert seinen ersten Final, weint bittere Tränen und jammert, er werde nie mehr in ein Endspiel kommen

21.01.1999: «Yips» beschert Anna Kurnikowa trotz Sieg einen unglaublichen Negativrekord 

06.06.2005: Nadals erster erster Streich am French Open – ganz Paris verliebt sich in das «Kind mit der donnernden Linken»

05.06.1999: Hingis' schwärzeste Stunde – zwei «Uneufe»-Aufschläge, gellende Pfiffe und bittere Tränen

31.05.2009: Robin Söderling fügt Rafael Nadal die einzige Niederlage an den French Open zu und ebnet Roger Federer den Weg zum Karriere-Grand-Slam

20.09.2009: «Who ist the beeest? Better than the reeest?» Federer outet sich nach dem Davis-Cup-Sieg gegen Italien als Party-Tiger

24.11.2009: Das kommt uns Spanisch vor – im Interview mit CNN hat Roger Federer seinen legendären Lachflash

04.09.1977: Bei McEnroes drittem US-Open-Auftritt wird ein Zuschauer mitten im Stadion durch eine Pistolenkugel verletzt

01.02.2009: Federer verpasst Sampras' Rekord und weint nach Pleite gegen Nadal bittere Tränen

30.04.1993: Wie ein Messerstich die Tenniswelt veränderte

25.10.2002: Nach Roger Federers Gegensmash wirft ihm Andy Roddick frustriert das Racket vor die Füsse

10.08.2003: Andy Roddick ist einen Sommer lang der beste Tennisspieler des Planeten – dann vergeht ihm das Lachen für lange, lange Zeit

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Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!
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Nach dem Verzicht auf die Sandsaison: Ist Federer ein Pragmatiker oder ein Feigling?

Nach Roger Federers erneutem Verzicht auf die Sandplatzsaison wirft sich die Frage auf: Ist der Schweizer ein Feigling, Rafael Nadal auf dessen stärkster Unterlage aus dem Weg zu gehen, oder ist er einfach nur clever?

Ein bisschen angefressen schien Roger Federer (36) schon. Seine Antworten waren immer noch höflich und durchdacht, aber doch knapper als sonst. Klar, da war Enttäuschung. Eine Niederlage sei nicht das Ende der Welt und es sei auch okay, einmal zu verlieren, hatte er vor einer Woche in Indian Wells nach der Final-Niederlage noch jovial gesagt.

Über Niederlagen lässt es sich ja auch einfach sinnieren, wenn man so sehr ans Gewinnen gewöhnt ist wie er. Doch zwei Mal in Folge? Das war ihm lange …

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