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Geballte Offensivpower: Messi, Lavezzi, Higuain.
Bild: X02835

Tore ohne Ende und Klatschen in der K.o.-Phase: Die Copa ist zum Grümpi verkommen

Die beiden letzten Viertelfinals an der Copa America: Argentinien schiesst Venezuela 4:1 ab, Chile vermöbelt Mexiko mit 7:0. Im Halbfinal zerlegen die Gauchos die USA mit 4:0 in ihre Einzelteile, Chile besiegt Kolumbien mit dem «normalen Resultat» von 2:0. Kurz: Die Kontinentalmeisterschaft wird zum Grümpi. 

Publiziert: 23.06.16, 11:58 Aktualisiert: 23.06.16, 14:08

Im Schatten der Europameisterschaft findet in den USA die Copa America Centenario statt. Am Wochenende wird im Endspiel zwischen Chile und Argentinien der König der amerikanischen Verbände gekrönt.

Verfolgen kann man die Partien in Europa praktisch nur mit Freinächten. Darum geht es den meisten so: Aufstehen, watson auf dem Smartphone checken und staunen. 

Chile ballert sich mit 16 Toren in fünf Partien ins Endspiel.  Bild: Jeff Chiu/AP/KEYSTONE

Staunen, weil Partien mit vier und mehr Toren keine Seltenheit sind. Während an der EM die Verteidigungen bisher brillieren, fallen in den USA die Tore wie reife Äpfel. Von den bisher ausgetragenen 24 Spielen bejubelten die Fans unfassbare 18 Mal mindestens drei Treffer. Ganze 11-mal (also fast die Hälfte der Partien) mussten die Torhüter gar mindestens viermal hinter sich greifen.

Nicht nur Tore sehen die Copa-Fans, sondern auch diese witzigen «Regenwegschaufler».

Land unter auf dem Fussballplatz. AP/Chicago Tribune / Nuccio DiNuzzo
Der Halbfinal der Copa America zwischen Chile und Kolumbien musste rund zweieinhalb Stunden unterbrochen werden. AP/AP / Charles Rex Arbogast
In der Pause schüttete es aus Kübeln. AP/AP / Nam Y. Huh
Aber mit diesen «Schaufeln» konnte das Problem behoben werden. X02835 / Dennis Wierzbicki
Wetter-App live auf dem Stadionbildschirm. EPA/EPA / TANNEN MAURY
Hier kommt das Gewitter an. AP/AP / Nam Y. Huh
Die Fans suchten unter den Dächern Schutz. AP/AP / Charles Rex Arbogast
In der zweiten Halbzeit war das Feld dann nicht mehr ganz so ideal. X02835 / Mike Dinovo
Hier macht Kolumbiens Juan Cuadrado Bekanntschaft mit dem Rasen. X02835 / Mike Dinovo
EPA/EPA / TANNEN MAURY
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Wasserball statt Fussball. AP/AP / Charles Rex Arbogast
Die Fans suchen im Stadionbauch Unterschlupf. X02835 / Dennis Wierzbicki
Warten und dann doch verlieren. X02835 / Dennis Wierzbicki
Im Final trifft Chile am Sonntag auf Argentinien. AP/AP / Charles Rex Arbogast

Zum Vergleich: An der EM sahen die Zuschauer in 36 Anläufen nur zweimal mindestens vier Tore (2:2 zwischen Kroatien und Tschechien und 3:3 zwischen Ungarn und Portugal), mindestens dreimal jubelten Zuschauer in zehn Partien.

Man darf sich insbesondere als Fan einfach nur drüber freuen: Ist doch viel schöner, wenn Tore fallen. Was absolut stimmt. Wie oft hätten wir uns an der EM attraktivere Spielweisen gewünscht. Doch jeder weiss: Mit der Offensive gewinnst du Spiele, mit der Defensive Meisterschaften. Die Trainer an der Copa leiden wohl wie selten.

Tore satt: Das freut jeden Fan, aber die Trainer gehen wohl die Wände hoch.
Bild: Elise Amendola/AP/KEYSTONE

Im taktischen Bereich machen selbst Fussballzwerge Europas mittlerweile so viel richtig, dass sich Nordirland nicht mehr von Deutschland abschlachten lassen muss, dass Island Portugal ein 1:1 abtrotzen und Österreich besiegen kann oder dass England 90 Minuten kein Mittel gegen die Slowakei findet und Frankreich gegen Albanien erst kurz vor Schluss erlöst wird. 

Public Viewing mit watson

Lust auf ein Public Viewing in Zürich? watson ist Partner der Veranstaltungen beim «Glatten Köbi» und der «Amboss Rampe». Ein Besuch lohnt sich!

Die Resultate der Copa erinnern eher an Grümpelturnier-Resultate oder Spiele von Schweizer Amateurteams am Pfingstturnier in Österreich. So schön das für Zuschauer auch ist: Kein Wunder, dass die (süd-)amerikanischen Equipen an grossen Titelkämpfen seit 2002 auf eine Trophäe warten. Stellen sie ihre Philosophie nicht um, dürfte die Durststrecke noch einige Endrunden anhalten.

Zu viel Fussball und Barbecues nebelt Chile ein

Smog-Alarm in Chiles Hauptstadt Santiago. Grund dafür seien die Einwohner, die zu oft grillieren. AP/AP / Esteban Felix
Das Umweltministerium gab bekannt, dass die Luftverschmutzung von zu vielen Grillfesten her komme, während die Leute die Copa America schauten. AP/AP / Esteban Felix
Neben Santiago sind auch noch weitere Städte im Süden Chiles von erhöhten Luftverschmutzungswerten betroffen. AP/AP / Esteban Felix
Das Problem ist nicht neu: Schon während der Copa 2015 und der WM 2014 grillierten die Chilenen zu viel. AP/AP / Esteban Felix
Am Donnerstag steht der Halbfinal Chiles an der Copa gegen Kolumbien an. Dann dürfte das Land wieder eingenebelt werden. AP/AP / Esteban Felix
Immerhin ist Besserung in Sicht. Am Weekend findet das Endspiel und die Partie um Platz 3 statt. Dann wird nochmals ein Peak erreicht. AP/AP / Esteban Felix
In Chile werden sie fraglos aufatmen, wenn die Copa endlich vorbei ist. Denn es ist im Fussballverrückten Land einfach so: Fussball, Bier und Grill – es gibt nichts Besseres! EPA/EFE / MARIO RUIZ
Und das nächste Turnier steht schon fast vor der Tür: Während der WM 2018 wird der Wetterfrosch in der chilenischen Kapitale wieder verkünden: Neblig mit Bratwurst-Geruch in der Luft. EPA/EFE / MARIO RUIZ

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