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Nigel Farage (L), the outgoing leader of the United Kingdom Independence Party (UKIP), congratulates new leader Diane James, at the party's annual conference in Bournemouth, Britain, September 16, 2016. REUTERS/Toby Melville

Nigel Farage und Diane James strahlen um die Wette – das war vor 18 Tagen.  Bild: REUTERS

Sie war nur 18 Tage im Amt – neue UKIP-Chefin in Grossbritannien tritt zurück 



Die neue Chefin der europafeindlichen und rechtspopulistischen Partei UKIP in Grossbritannien ist nach nur 18 Tagen im Amt zurückgetreten. Sie gebe den Parteivorsitz aus «privaten und professionellen Gründen» ab, erklärte Diane James am Dienstagabend per Twitter.

Ihr sei klar geworden, dass sie weder die «nötige Autorität» noch die «vollständige Unterstützung» ihrer Kollegen im EU-Parlament und in der Partei habe, um notwendige Veränderungen auf den Weg zu bringen, begründete sie den Abgang.

James war erst am 16. September von den Parteimitgliedern zur Nachfolgerin des charismatischen Nigel Farage gewählt worden. Die 56-Jährige, die früher in der Pharmaindustrie arbeitete und seit 2014 im EU-Parlament sitzt, war die erste Frau an der Spitze der Anti-Einwanderungs-Partei. Ihr Amt im EU-Parlament will sie behalten.

Der «Telegraph» hatte zuvor auch von familiären Motiven für James' Abgang berichtet. Sie habe sich in ihrer Rolle «unwohl» gefühlt, seit sie an einem Bahnhof bespuckt worden sei, hiess es.

Eigentlicher Favorit nicht zugelassen

James war bei der Vorstandswahl die Favoritin für die Nachfolge Farages gewesen. Allerdings war der eigentliche Favorit, Steven Woolfe, zuvor von der Wahl ausgeschlossen worden, weil seine Bewerbung 17 Minuten nach Bewerbungsschluss eingegangen war.

Der UKIP-Sprecher für Einwanderungspolitik, der ebenfalls für die Rechtspopulisten im EU-Parlament sitzt, war auch der Favorit des Partei-Finanziers Arron Banks gewesen. Beobachter hatten deshalb vor einer Spaltung der Partei gewarnt.

Farage lehnt Comeback ab

Der Brexit-Vorkämpfer Farage hatte kurz nach dem historischen Votum der Briten für einen Austritt aus der Europäischen Union im Juli seinen Rücktritt erklärt. Er begründete dies damit, dass er sein politisches Ziel durch das Brexit-Votum erreicht habe.

Farage, der die UKIP 1993 mitgegründet hatte, kämpfte jahrelang für einen EU-Austritt Grossbritanniens. Zudem sorgte er als UKIP-Chef immer wieder mit populistischen und fremdenfeindlichen Parolen für Schlagzeilen. Er stand während fast eines Jahrzehntes an der Spitze der Partei.

Spekulationen über ein mögliches Comeback an der UKIP-Spitze erteilte Farage eine klare Absage. Er werde «nicht für zehn Millionen Dollar» zurückkommen, sagte er der britischen Nachrichtenagentur Press Association. Im Gespräch ist auch eine erneute Kandidatur Woolfes.

Grosse Ambitionen für kleine Partei

In ihrer Antrittsrede als Parteivorsitzende hatte James angekündigt, sie wolle UKIP zur zweitstärksten politischen Kraft nach den Konservativen in Grossbritannien machen. Eine gewagte Aussage: Nach dem Brexit-Votum ist der Partei das Hauptthema abhanden gekommen.

Derzeit stellt sie zudem nur einen einzigen Abgeordneten in Westminster. Das britische Mehrheitswahlrecht sorgt regelmässig dafür, dass weder Tories noch Labour echte Konkurrenz von anderen Parteien fürchten müssen.

Wirklich erfolgreich war UKIP bislang nur bei Wahlen ins EU-Parlament. Da wurde die Partei 2014 stärkste Kraft und errang 24 Sitze. Bei der Wahl zum britischen Parlament 2015 verlor sie dagegen einen von zwei Sitzen. (cma/sda/afp/dpa)

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