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FILE - In this Nov. 27, 2018, photo, Sen. Bernie Sanders, I-Vt., speaks about his new book, 'Where We Go From Here: Two Years in the Resistance' in Washington. A year defined by the political power of women is ending with men enjoying much of the attention. Outgoing Texas Rep. Beto O’Rourke, former Vice President Joe Biden and Vermont Sen. Bernie Sanders have emerged as early favorites in the opening phase of the 2020 campaign. (AP Photo/Alex Brandon, file)

Bild: AP/AP

Demokraten wettern gegen Bernie Sanders: Ist er gar nicht so ‹grün›, wie er vorgibt?



Bernie Sanders gab letzte Woche bekannt, dass er für das Amt des US-Präsidenten kandidiert. Der parteilose Senator aus dem Bundesstaat Vermount tritt bereits zum zweiten Mal an. 2016 vermochte er sich bei der Präsidentschaftskandidatur der Demokraten nicht gegen Hillary Clinton durchzusetzen.

Former Secretary of State Hillary Clinton waves to well-wishers following an appearance at Barnard College with New York Governor Andrew Cuomo, Monday, Jan. 7, 2019, in New York, where the pair called for codifying abortion rights into New York State law. The two Democrats shared the stage Monday where members of the state Legislature and women's rights advocates cheered Clinton as she said the struggle for women's equality

Hillary Clinton Bild: AP/AP

Sanders Kandidatur im Jahr 2016 hinterliess bei den Demokraten einen bitteren Beigeschmack. So wird ihm vorgeworfen, für Clintons Niederlage gegen Donald Trump mitverantwortlich zu sein. Wäre er früher zurückgetreten, so hätte Clinton mehr Stimmen erhalten können, wurde wiederholt argumentiert.

Deshalb ist er einigen ein Dorn im Auge, besonders weil der ehemalige Aussenseiter inmitten der vielen demokratischen Anwärtern aktuell als Spitzenkandidat gilt. Es ist deshalb nicht verwunderlich, dass die Demokraten versuchen, Sanders öffentlich anzuprangern. Und das tun sie auch.

Kritik der Demokraten

In einem knapp elf minütigen Video erklärte der 77-jährige Senator letzte Woche, wofür er als Präsident einstehen werde. Dabei bemängelte er unter anderem die Vermögensungleicheit und die Klimapolitik im Land. Zudem kritisierte er die fossile Brennstoffindustrie – die würde er sich als Präsident vorknüpfen wollen.

Vor wenigen Monaten sagte Sanders: «Der Klimawandel ist nicht nur real, er verursacht bereits irreparablen Schaden auf diesem Planeten, auch in den Vereinigten Staaten von Amerika». Er forderte ein Umdenken: Weg von fossilen Brennstoffen, hin zu effizienter und nachhaltiger Energie. Laut «Politico» sind diese Aussagen allerdings widersprüchlich. Zumindest was den Transport betrifft, handelt er nicht sehr umweltbewusst.

Nachdem Sanders seine Niederlage gegen Clinton einräumte, betrieb er als deren Stellvertreter Wahlkampf. Er bestand angeblich darauf, nur mit einem Privatjet zu reisen. Dies führte bei Clintons Wahlkampfteam zu Spannungen – und sorgt nun für Zündstoff.

«Wir versuchten wegen den Kosten und der Verfügbarkeit von Flugzeugen dagegen vorzugehen, aber sie (Anm. d. Red.: Sanders und sein Team) verlangten jedes Mal einen Privatjet», sagte ein ehemaliger Mitarbeiter von Clinton.

FILE - In this Friday, Oct. 28, 2016 file photo, Robby Mook, center, accompanied by Director of Communications Jennifer Palmieri, speaks to members of the media aboard Democratic presidential candidate Hillary Clinton's campaign plane while traveling to Iowa. Mook, the campaign manager for Clinton’s 2016 presidential run and a veteran of state political campaigns, was the target of one phishing email at his campaign address in April 2016, and 16 more from March to May 2016 at two of his Gmail accounts. (AP Photo/Andrew Harnik)

Robby Mook Bild: AP/AP

Insgesamt seien 100'000 Dollar aus der Wahlkampfkasse nur für Sanders Flüge ausgegeben worden. Robby Mook, einer von Clinons Wahlkampfmanager, sagte, man sei auf seine Hilfe angewiesen gewesen, weshalb man seine Wünsche berücksichtigt hätte.

Sanders Anhänger schiessen zurück

Arianna Jones, Sanders Sprecherin, entgegnete, es hätte aus logistischen Gründen keine andere Möglichkeit gegeben. Auch seine ehemalige stellvertretende Wahlkampfmanagerin, Rania Batrice, kritisiert die Darstellung der Demokraten: «Wäre uns ein weniger strenger Terminplan vorgelegt worden, hätten wir keine Privatflüge gebraucht und das wäre für alle Beteiligten – inklusive Bernie – in Ordnung gewesen.»

Es gab aber noch weitere Reibungspunkte. So wollte Sanders angeblich bei Clintons Wahlkampf nur mit Leuten auftreten, die ihn zuvor unterstützt hatten. Batrice hingegen bezeichnet die Anschuldigungen als «lächerlich». Angeblich wollten einige Demokraten Sanders Auftritte als Clintons Stellvertreter verhindern.

Sanders' und Clintons Anhänger würden deshalb immer noch Groll gegeneinander hegen, wie «Politico» berichtet. Laut Michael Briggs, Sanders Wahlkampfsprecher von 2016, sei Clintons und ihr Team «total undankbar» für die Arbeit des Senators.

«Man kann sehen, warum sie eine der am wenigsten geliebten Politikerinnen Amerikas ist. Sie ist nicht nett. Ihre Leute sind nicht nett. (...)

Sanders hat sich den Arsch aufgerissen, um durch das ganze Land zu fliegen, um darüber zu reden, warum es Sinn macht, Hillary Clinton zu wählen. Und der Dank, den wir bekommen, ist diese Art der kleinen, dummen Hinterhältigkeit (...)

Es gibt mir kein gutes Gefühl, mich so zu fühlen, aber sie (Anm. d. Red.: Clintons Team) sind einige der grössten Arschlöcher in der amerikanischen Politik».

Michael Briggs

Reisen mit einem Privatjet sind während politischen Wahlkämpfen keine Seltenheit – auch nicht für Stellvertreter. Ein ehemaliger Mitarbeiter der Demokraten bestätigte dies gegenüber der Zeitung.

Und: Die Partei hat sogar die Kosten für Privatjets von Prominenten wie Beyonce, Jay Z und Katy Perry übernommen, damit sie bei Auftritten für die Partei werben. Insgesamt gab Clintons Wahlkampfteam 2016 15.9 Millionen Dollar für Flugreisen aus.

Diese Demokraten kandidieren gegen Trump:

Verhängnis für Sanders?

Allerdings war Sanders auch nach 2016 nicht sehr ‹grün› unterwegs – und dies könnte ihm vielleicht zum Verhängnis werden.

Im Rahmen seiner Senatskandidatur reiste er mit privaten Flugzeugen. Dabei trat er bei 18 Anlässen im ganzen Land auf und unterstütze auch andere demokratische Kandidaten. Für den Transport war die private Firma Apollo Jets zuständig – Kosten: 342'000 Dollar.

Jones rechtfertige die vielen Flüge gleich wie bei Clintons Wahlkampf. Der Zeitplan hätte die Nutzung herkömmlicher Fluggesellschaften nicht zugelassen. Jedoch seien CO2-Zertifikate für den Ausgleich der Emissionen gekauft worden.

Sanders hat angeblich auch im Jahr zuvor die Demokraten gebeten, mit Apollo Jets zu reisen. Er unterstütze ihre «Come Together and Fight Back»-Tour im April 2017. Die Flugkosten beliefen sich auf rund 157'000 Dollar – 100'000 Dollar davon hat angeblich sein Komitee übernommen.

Jones versicherte gegenüber «Politico», Sanders werde bei der kommenden Präsidentschaftskandidatur kommerziell fliegen, sofern dies möglich sei. Dies hänge aber von einer Reihe von Faktoren wie «Sicherheitsanforderungen, Logistik und Medieninteresse» ab. (vom)

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