International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Grossbritannien will bis zum EU-Austritt ein Dutzend Handelsabkommen abschliessen



Die neue britische Regierung drängt auf eine rasche Klärung wichtiger Handelsbeziehungen nach dem Brexit-Votum. Handelsminister Liam Fox kündigte in der Zeitung «Sunday Times» Neuverhandlungen mit Partnerländern an. 

Mit Kanada habe er bereits am Freitag «sehr erfolgreiche» Handelsgespräche geführt. Fox strebt nach eigenen Worten rund ein Dutzend Vereinbarungen mit Ländern ausserhalb der EU an. Sie sollen stehen, wenn Grossbritannien die EU verlässt.

Zu den Partnern sollen Staaten gehören, die selbst an einem schnellen Abschluss interessiert seien, sowie einige der weltweit grössten Volkswirtschaften. «Wir können Grossbritannien zu einem Leuchtturm des offenen Handels machen», betonte Fox.

Nach Angaben des Büros der neuen Premierministerin Theresa May hat ihr Australiens Regierungschef Malcolm Turnbull bereits deutlich gemacht, dass er so schnell wie möglich einen Freihandelspakt vereinbaren wolle.

Besonders wichtig ist den Briten ein Abkommen mit den USA. Deren Präsident Barack Obama hatte allerdings für den Fall eines Brexits gewarnt, dann würde sich Grossbritannien am «Ende der Warteschlange» wiederfinden. Die USA würden zunächst ein Abkommen mit «dem grössten Handelspartner – dem europäischen Markt» anstreben, sagte Obama, der allerdings im Januar 2017 aus dem Amt scheidet, im April. Handelsminister Fox plant bald eine Reise in die USA.

Unsichere Zukunft für EU-Bürger

Der britische Brexit-Minister David Davis will EU-Bürgern, die sich bis zum Austritt aus der Europäischen Union in Grossbritannien niederlassen, keine Bleibegarantie geben. Davis sagte der Zeitung «Mail on Sunday», er werde sich bei den Austrittsverhandlungen mit der EU für eine «grosszügige Regelung» für die bereits in Grossbritannien lebenden EU-Bürger und die in den EU-Staaten lebenden Briten einsetzen. Neuankömmlingen wollte er eine solche Zusage aber nicht geben.

In Grossbritannien wird damit gerechnet, dass bis zum Brexit noch zahlreiche EU-Bürger ins Land kommen. Es gebe eine «Vielzahl von Möglichkeiten», um mit der erwarteten Einwanderungswelle umzugehen, sagte Davis in dem Interview. Eine Möglichkeit sei, eine Bleibegarantie nur «bis zu einem bestimmten Datum» auszusprechen. Solche Entscheidungen müssten aber aufgrund der tatsächlichen Gegebenheiten und nicht aufgrund von «Spekulationen» getroffen werden.

Der Ex-Europaminister Davis war am Mittwoch von der neuen Premierministerin Theresa May zum Staatssekretär für den Austritt aus der EU ernannt worden. Damit ist er der britische Chefunterhändler in den Verhandlungen mit Brüssel. Davis hatte vor dem Brexit-Referendum für ein Ausscheiden Grossbritanniens aus der EU geworben.

Davis sprach sich in dem Interview dafür aus, den Antrag für den EU-Austritt erst Anfang des kommenden Jahres einzureichen. Mit der Austrittserklärung beginnt eine zweijährige Frist, in der beide Seiten die Entflechtung ihrer Beziehungen verhandeln. Grossbritannien würde die EU dann also spätestens Anfang 2019 verlassen. (trs/sda/reu/afp)

Brexit

Was Boris Johnsons «Einknicken» beim Brexit für die Schweiz bedeutet

Link zum Artikel

Brexit: Noch gibt es Auswege aus dem No-Deal-Albtraum

Link zum Artikel

Brexit: Boris Johnsons grosser No-Deal-Bluff

Link zum Artikel

«Kein Brexit ohne Parlament!» John Bercow sagt Johnson in Zürich den Kampf an

Link zum Artikel

So könnte ein Ausweg aus dem Brexit-Chaos aussehen

Link zum Artikel

Chaos in London – so könnte es jetzt mit dem Brexit weitergehen

Link zum Artikel

Diese Grafik verschafft dir im Brexit-Chaos den Überblick 

Link zum Artikel

Politiker schmeisst genervt den Bettel hin: Was nach dem Brexit-Votum sonst noch passierte

Link zum Artikel

Warum britische Banker ihre Liebe zu einem Sozialisten entdecken

Link zum Artikel

Brexit, Sex und Korruption: Diese Affären verfolgen Boris Johnson

Link zum Artikel

Boris Johnson verliert wegen eines Überläufers die Mehrheit und ist jetzt in argen Nöten

Link zum Artikel

Warum die Briten nochmals über den Brexit abstimmen müssen

Link zum Artikel

Schottische Regierungs-Chefin will Unabhängigkeit – 2020 soll Referendum kommen

Link zum Artikel

Diese 5 Politiker bestimmen jetzt über Grossbritanniens Zukunft

Link zum Artikel

Juncker zum Brexit: «Es reicht jetzt mit dem langen Schweigen»

Link zum Artikel

Johnson will britisches Parlament beurlauben, Queen gibt Okay

Link zum Artikel

«The Uncivil War»: Ein Dokudrama erzählt die wahre Geschichte des Brexit

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

26 Küsse, die nichts gebracht haben – die EU steckt in der Krise

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

«Es war ein langer und steiniger Weg, aber das Ergebnis ist gut» – Brexit-Deal steht

Nach extrem langwierigen Verhandlungen haben die Europäische Union und Grossbritannien an Heiligabend doch noch einen Brexit-Handelspakt vereinbart. Damit ist ein harter wirtschaftlicher Bruch zum Jahreswechsel in letzter Minute abgewendet. EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen und Premierminister Boris Johnson zeigten sich zufrieden. Bundeskanzlerin Angela Merkel mass dem Vertrag historische Bedeutung zu.

Das Abkommen soll die Beziehungen zwischen der Insel und dem Kontinent ab Januar 2021 …

Artikel lesen
Link zum Artikel