Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Un touriste observe le glacier d' Aletsch ce samedi 18 aout 2007 pres de Bettmeralp, Valais. (KEYSTONE/Laurent Gillieron)

Ein Tourist betrachtet am 18. August 2007 den Aletschgletscher in der Naehe von Bettmeralp im Kanton Wallis. (KEYSTONE/Laurent Gillieron)

A tourist looks at the Aletschgletscher glacier near Bettmeralp in the canton of Valais, Switzerland, pictured on August 18, 2007. (KEYSTONE/Laurent Gillieron)

Den Gletschern in der Schweiz geht es weiterhin an den Kragen, auch hierzulande könnte mehr in erneuerbare Energie investiert werden. 
Bild: KEYSTONE

Sogar Marokko ist besser: Schweiz fällt beim Klima-Länderrating aus den Top Ten

Die Schweiz ist beim neuesten Klima-Länderrating nicht mehr unter den besten zehn Staaten zu finden. Hauptgründe dafür sind die Fortschritte anderer Länder und der als zu gering eingestufte Beitrag der Schweiz zur Klimafinanzierung.



Der Abstieg der Schweiz von Rang 10 auf 14 erkläre sich nicht mit schlechteren Umweltdaten, betonte WWF-Klimaexperte Patrick Hofstetter am Dienstag in Paris auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. Vielmehr seien andere Länder bei den erneuerbaren Energien erfolgreicher als die Schweiz. Dieser internationale Fortschritt sei eigentlich positiv zu bewerten.

Der im Vergleich zur Wirtschaftskraft der Schweiz tiefe Beitrag an die Klimafinanzierung sei ein wichtiger Grund, weshalb die Schweiz bei der Bewertung zurückgefallen sei. Die von der Schweiz zugesagten 100 Millionen Franken bis 2017 in den Topf von geplanten 100 Milliarden Dollar jährlich entsprechen nicht den Möglichkeiten der Schweiz, sagte Hofstetter. Die Schweiz müsste vielmehr eine Milliarde einschiessen in die technische und finanzielle Hilfe an die vom Klimawandel stark betroffenen Länder.

Der diesjährige Klimaschutz-Index zeige Signale für eine bevorstehende Wende beim globalen Klimaschutz, teilten die Nichtregierungsorganisationen Germanwatch und das Klima-Aktionsnetzwerk (CAN) in Paris mit. 44 der untersuchten 58 Länder hätten bei den erneuerbaren Energien Zuwachsraten im zweistelligen Bereich. Nun müsse die Klimakonferenz dafür sorgen, dass daraus auch tatsächlich eine weltweite Trendwende werde, heisst es im Bericht.

Spitzenreiter Dänemark

Der Klimaschutz-Index 2016 führt erneut Dänemark an erster Stelle, zum fünften Mal in Folge. Das Land habe erfolgreiche Programme für Energieeffizienz und erneuerbare Energien.

Dänemarks Vorsprung auf Grossbritannien und Schweden drohe aber zu schwinden, da die seit Sommer amtierende konservative Regierung weniger ambitionierte Ziele in der Umweltpolitik habe, sagte Wendel Trio vom Klima-Aktionsnetzwerk (CAN) vor den Medien. Dies werde aber erst in künftigen Erhebungen ablesbar sein, da der Index sich auf Jahresergebnisse abstütze.

Frankreich, Gastgeber der Klimakonferenz, hat sich um sechs Plätze verbessert und ist neu auf Rang 8. In der G7 habe Frankreich die niedrigsten Pro-Kopf-Emissionen. Der Anteil der erneuerbaren Energien an der Energieversorgung sei noch unterhalb des weltweiten Durchschnitts, der Ausbau schreite aber voran, heisst es in der Untersuchung.

Lob für die USA

Positive Erwähnung findet auch Marokko, wo in einem Jahr die nächste Klimakonferenz ausgetragen wird. Der zehnte Platz erkläre sich vor allem mit dem nationalen Klimaprogramm, das den Anteil erneuerbarer Energien auf 42 erhöhen will. Dies sei bereits Teil der nationalen Gesetzgebung, hiess es.

Die Top-15 des Klima-Ratings

1. -
2. -
3. -
4. Dänemark
5. Grossbritanien
6. Schweden
7. Belgien
8. Frankreich
9. Zypern
10. Marokko
11. Italien
12. Irland
13. Luxemburg
14. Schweiz
15. Malta​

Rang 1-3 wurde nicht vergeben, da kein Land genug macht, um den Klimawandel zu verhindern. 

Den zwei grössten Treibhausgas-Emittenten, China (Platz 47) und USA (34), werden Fortschritte attestiert. Vor allem die Abkehr der USA von Kohle wurde gelobt.

Einige der grössten Luftverschmutzer, darunter Russland (53), Iran (54), Südkorea (57), Japan (58) oder Saudi-Arabien (61), erhalten die Gesamtnote «sehr schlecht». Das miserable Abschneiden dieser Länder im Klimaschutz zeige die Notwendigkeit, dass in Paris alle Länder mit einem Abkommen in die Pflicht genommen würden, sagte Trio vor den Medien weiter.

Der Klimaschutz-Index liess auch dieses Jahr die Podestplätze leer. Es gebe noch kein Land weltweit, das genug tue, um einen gefährlichen Klimawandel zu verhindern, hiess es im Bericht. Die untersuchten 58 Länder sind für rund 90 Prozent des Treibhausgas-Ausstosses verantwortlich. (sda)

Klimaerwärmung

Eine Hitzwelle überrollt gerade die Arktis – und das hat die Kältepeitsche damit zu tun

Link zum Artikel

Der Meeresspiegel steigt schneller als gedacht – 2100 liegt er 65 Zentimeter höher

Link zum Artikel

Liebe Allergiker, ihr müsst jetzt stark sein: Die Pollensaison hat bereits begonnen

Link zum Artikel

«Friederike» wütet in Europa + Acht Tote + Holländer werden von Wind mitgerissen

Link zum Artikel

Klimaforscher Fankhauser, wie ist es, wenn ein Klimaskeptiker die US-Umweltbehörde leitet?

Link zum Artikel

Schweizer Gletscher haben im Sommer 2017 drastisch an Eis verloren

Link zum Artikel

Das Jahr 2016 brach etliche Klimarekorde

Link zum Artikel

Klimaanlage ohne Strom: ETH-Forscher entwickelt Kühlvorhang

Link zum Artikel

Ein gigantischer Eisberg – so gross wie das Wallis – ist in der Antarktis abgebrochen

Link zum Artikel

«Erneuerbare» sind schon 2020 die billigste Form der Energieerzeugung

Link zum Artikel

Stephen Hawking warnt vor Trump: «Auf der Erde könnten bald 250 Grad herrschen»

Link zum Artikel

Klima-Abkommen: Wer bei uns den Trump macht

Link zum Artikel

«Internationale Schande»: Weltweites Entsetzen über Trumps Entscheid zum Pariser Abkommen

Link zum Artikel

«Zum Schutz der US-Bürger» – Trump kündigt Pariser Klima-Abkommen

Link zum Artikel

Die Macht der Natur: Das waren die 5 tödlichsten Wetterkatastrophen der Geschichte

Link zum Artikel

Trump-Regierung verschiebt Entscheidung über Pariser Klima-Abkommen

Link zum Artikel

Der wahre Grund für die «Klimapause»: ETH-Forscher heizen Klimaskeptikern ein

Link zum Artikel

Mehr Tropennächte, weniger Schnee – Schweiz reagiert besonders empfindlich auf Klimawandel

Link zum Artikel

Wo bleibt das Sauwetter? Die Schweiz erlebt den trockensten Winter seit 40 Jahren

Link zum Artikel

20 Vorher-nachher-Bilder, die zeigen, wie krass wir unsere Welt verändert haben

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Ein Paar in Brasilien pflanzte 20 Jahre lang Bäume – und lebt jetzt in einem Wald

Es ist eines der grössten Aufforstungsprojekte der Welt: Das Ehepaar Salgado pflanzte in 20 Jahren einen 68 Millionen Quadratmeter grossen Wald. Sie haben bewiesen, dass der Klimawandel nicht nur gestoppt, sondern auch rückgängig gemacht werden kann.

Anfang der 90er-Jahre wurde der brasilianische Fotografjournalist Sebastiao Ribeiro Salgado nach Ruanda geschickt, um über den schrecklichen Völkermord zu berichten. Das vor Ort Erlebte traumatisierte ihn schwer. 1994 kehrte Salgado in seine Heimat zurück. Er hoffte zu Hause in Minas Gerais, wo er von einem üppigen Wald umgeben aufgewachsen war, Ruhe und Erholung zu finden.

Statt des Waldes aber fand er kilometerweit staubiges und karges Land vor. In wenigen Jahren fand in seiner Heimatstadt …

Artikel lesen
Link zum Artikel