Schweiz
Energie

Schweiz fällt beim Klima-Länderrating aus den Top Ten

Den Gletschern in der Schweiz geht es weiterhin an den Kragen, auch hierzulande könnte mehr in erneuerbare Energie investiert werden. 
Den Gletschern in der Schweiz geht es weiterhin an den Kragen, auch hierzulande könnte mehr in erneuerbare Energie investiert werden. 
Bild: KEYSTONE

Sogar Marokko ist besser: Schweiz fällt beim Klima-Länderrating aus den Top Ten

Die Schweiz ist beim neuesten Klima-Länderrating nicht mehr unter den besten zehn Staaten zu finden. Hauptgründe dafür sind die Fortschritte anderer Länder und der als zu gering eingestufte Beitrag der Schweiz zur Klimafinanzierung.
08.12.2015, 13:4908.12.2015, 14:17
Mehr «Schweiz»

Der Abstieg der Schweiz von Rang 10 auf 14 erkläre sich nicht mit schlechteren Umweltdaten, betonte WWF-Klimaexperte Patrick Hofstetter am Dienstag in Paris auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. Vielmehr seien andere Länder bei den erneuerbaren Energien erfolgreicher als die Schweiz. Dieser internationale Fortschritt sei eigentlich positiv zu bewerten.

Der im Vergleich zur Wirtschaftskraft der Schweiz tiefe Beitrag an die Klimafinanzierung sei ein wichtiger Grund, weshalb die Schweiz bei der Bewertung zurückgefallen sei. Die von der Schweiz zugesagten 100 Millionen Franken bis 2017 in den Topf von geplanten 100 Milliarden Dollar jährlich entsprechen nicht den Möglichkeiten der Schweiz, sagte Hofstetter. Die Schweiz müsste vielmehr eine Milliarde einschiessen in die technische und finanzielle Hilfe an die vom Klimawandel stark betroffenen Länder.

Der diesjährige Klimaschutz-Index zeige Signale für eine bevorstehende Wende beim globalen Klimaschutz, teilten die Nichtregierungsorganisationen Germanwatch und das Klima-Aktionsnetzwerk (CAN) in Paris mit. 44 der untersuchten 58 Länder hätten bei den erneuerbaren Energien Zuwachsraten im zweistelligen Bereich. Nun müsse die Klimakonferenz dafür sorgen, dass daraus auch tatsächlich eine weltweite Trendwende werde, heisst es im Bericht.

Spitzenreiter Dänemark

Der Klimaschutz-Index 2016 führt erneut Dänemark an erster Stelle, zum fünften Mal in Folge. Das Land habe erfolgreiche Programme für Energieeffizienz und erneuerbare Energien.

Dänemarks Vorsprung auf Grossbritannien und Schweden drohe aber zu schwinden, da die seit Sommer amtierende konservative Regierung weniger ambitionierte Ziele in der Umweltpolitik habe, sagte Wendel Trio vom Klima-Aktionsnetzwerk (CAN) vor den Medien. Dies werde aber erst in künftigen Erhebungen ablesbar sein, da der Index sich auf Jahresergebnisse abstütze.

Frankreich, Gastgeber der Klimakonferenz, hat sich um sechs Plätze verbessert und ist neu auf Rang 8. In der G7 habe Frankreich die niedrigsten Pro-Kopf-Emissionen. Der Anteil der erneuerbaren Energien an der Energieversorgung sei noch unterhalb des weltweiten Durchschnitts, der Ausbau schreite aber voran, heisst es in der Untersuchung.

Lob für die USA

Positive Erwähnung findet auch Marokko, wo in einem Jahr die nächste Klimakonferenz ausgetragen wird. Der zehnte Platz erkläre sich vor allem mit dem nationalen Klimaprogramm, das den Anteil erneuerbarer Energien auf 42 erhöhen will. Dies sei bereits Teil der nationalen Gesetzgebung, hiess es.

Die Top-15 des Klima-Ratings
1. -
2. -
3. -
4. Dänemark
5. Grossbritanien
6. Schweden
7. Belgien
8. Frankreich
9. Zypern
10. Marokko
11. Italien
12. Irland
13. Luxemburg
14. Schweiz
15. Malta​
Rang 1-3 wurde nicht vergeben, da kein Land genug macht, um den Klimawandel zu verhindern. 

Den zwei grössten Treibhausgas-Emittenten, China (Platz 47) und USA (34), werden Fortschritte attestiert. Vor allem die Abkehr der USA von Kohle wurde gelobt.

Einige der grössten Luftverschmutzer, darunter Russland (53), Iran (54), Südkorea (57), Japan (58) oder Saudi-Arabien (61), erhalten die Gesamtnote «sehr schlecht». Das miserable Abschneiden dieser Länder im Klimaschutz zeige die Notwendigkeit, dass in Paris alle Länder mit einem Abkommen in die Pflicht genommen würden, sagte Trio vor den Medien weiter.

Der Klimaschutz-Index liess auch dieses Jahr die Podestplätze leer. Es gebe noch kein Land weltweit, das genug tue, um einen gefährlichen Klimawandel zu verhindern, hiess es im Bericht. Die untersuchten 58 Länder sind für rund 90 Prozent des Treibhausgas-Ausstosses verantwortlich. (sda)

[12.03.2018, dhr] Klimaerwärmung

Alle Storys anzeigen

Hol dir jetzt die beste News-App der Schweiz!

  • watson: 4,5 von 5 Sternchen im App-Store ☺
  • Tages-Anzeiger: 3,5 von 5 Sternchen
  • Blick: 3 von 5 Sternchen
  • 20 Minuten: 3 von 5 Sternchen

Du willst nur das Beste? Voilà:

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
6 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Luca Andrea
08.12.2015 14:28registriert November 2014
Was ist das für ein Index? Welche Indikatoren sind relevant und wie wurden sie gewichtet? Ein bisschen mehr Informationen wären schon angebracht für einen Aussagekräftigen Artikel.
310
Melden
Zum Kommentar
avatar
atomschlaf
08.12.2015 16:14registriert Juli 2015
So what? Marokko hat auch bessere Voraussetzungen für Windkraftwerke und Photovoltaik als die Schweiz. Vermutlich auch weniger "Heimatschützer" die gegen jedes grössere Projekt anrennen.
3815
Melden
Zum Kommentar
6
Über die Hälfte der jungen Männer und Frauen sind gut trainiert

Mehr als die Hälfte der jungen Männer und Frauen gelten als gut trainiert. Rund 80 Prozent der jungen Menschen erfüllen die Bewegungsempfehlungen des Bundes und sind genügend aktiv. Das ergaben die Ergebnisse des Fitnesstests der Armee 2023.

Zur Story