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Diese drei Erkenntnisse brachte der heutige Rupperswil-Prozess

Das Aargauer Obergericht hat die ordentliche Verwahrung im Fall Rupperswil bestätigt und die ambulante Psychotherapie aufgehoben. Damit kommt Vierfachmörder Thomas N. schlechter weg als vor der ersten Instanz.

Noemi Lea Landolt / ch media



Medien vor dem Aargauer Obergericht in Aarau am Donnerstag, 13. Dezember 2018. Vor dem Obergericht findet der Berufungsprozess zum Vierfachmord von Rupperswil statt. (KEYSTONE/Walter Bieri)

Grosses Medienaufgebot heute vor dem Aarauer Obergericht Bild: KEYSTONE

Die heutige Verhandlung im Fall Rupperswil war eine kurze Sache. Um 8 Uhr hat Oberrichter Jann Six die Verhandlung eröffnet, um 11.45 Uhr, nach nur 30 Minuten Beratung, das Urteil verkündet. 

Das Obergericht hat die Berufung des Beschuldigten abgewiesen und die ordentliche Verwahrung bestätigt. Die vollzugsbegleitende ambulante Massnahme wurde aufgehoben. Ausserdem hat das Gericht ein lebenslängliches Tätigkeitsverbot mit Minderjährigen verhängt.

Was bedeutet dieses Urteil?

Eine Niederlage für Thomas N.

Verteidigerin Renate Senn beantwortet Fragen vor dem Aargauer Obergericht in Aarau am Donnerstag, 13. Dezember 2018 nach dem Urteil im Berufungsprozess zum Vierfachmord von Rupperswil. (KEYSTONE/Walter Bieri)

Renate Senn Bild: KEYSTONE

Zum Prozess vor Obergericht ist es nur gekommen, weil Renate Senn, Verteidigerin des Vierfachmörders, gegen das Urteil des Bezirkgerichts Lenzburg Berufung eingelegt hat. Thomas N. hat sich gegen die ordentliche Verwahrung gewehrt.

Die Staatsanwältin hätte das Urteil des Bezirksgerichts akzeptiert, nutzte aber die Möglichkeit der Anschlussberufung. Sie verlangte neben einer lebenslänglichen Verwahrung und einem Tätigkeitsverbot mit Minderjährigen, die Therapie aufzuheben. 

Mit ihrem Antrag, die ambulante Massnahme zu streichen, kam Barbara Loppacher durch. Oberrichter Six begründete den Entscheid damit, dass eine Therapie immer nur dann anzuordnen sei, wenn sie die Wahrscheinlichkeit für weitere Straftaten vermindern kann. Das gelte für eine ambulante Therapie gleichermassen wie für eine stationäre. Weil die Voraussetzung für eine stationäre Therapie in diesem Fall nicht gegeben sei, sei sie es erst recht nicht für eine ambulante Massnahme, so Six.

Video: kaltura.com

Für Thomas N. bedeutet dieser Entscheid eine Niederlage. Während des Prozesses betonte seine Verteidigerin Renate Senn, dass Thomas N. therapiewillig sei und es ihm wichtig sei, eine Therapie machen zu können.

Diese Möglichkeit hat der Vierfachmörder nun nicht mehr - es sei denn, er zieht das Urteil ans Bundesgericht weiter und die Bundesrichter gäben ihm recht.

Keine lebenslängliche Verwahrung

Staatsanwaeltin Barabara Loppacher beantwortet Fragen vor dem Aargauer Obergericht in Aarau am Donnerstag, 13. Dezember 2018 nach dem Urteil im Berufungsprozess zum Vierfachmord von Rupperswil. (KEYSTONE/Walter Bieri)

Barbara Loppacher Bild: KEYSTONE

Staatsanwältin Barbara Loppacher hat es noch einmal versucht und anstelle der ordentlichen Verwahrung eine lebenslängliche Verwahrung beantragt. Im Unterschied zur ordentlichen Verwahrung wird bei einer lebenslänglichen Verwahrung nicht regelmässig geprüft, ob der Täter noch eine Gefahr darstellt. Nur falls neue wissenschaftliche Erkenntnisse vorliegen, kommt eine Entlassung infrage. 

Video: kaltura.com

Um eine lebenslängliche Verwahrung anordnen zu können, müssen zwei Gutachter zum Schluss kommen, dass ein Täter nicht therapierbar ist. Sowohl Elmar Habermeyer als auch Josef Sachs konnten aber einen Therapieerfolg oder zumindest -fortschritt nicht ausschliessen. Deshalb habe das Obergericht von einer lebenslänglichen Verwahrung abgesehen, begründete Oberrichter Six. 

Mit der lebenslänglichen Verwahrung hat sich Six schon einmal auseinandergesetzt. 2012 ordnete er im Fall Lucie diese Massnahme für den Mörder des Au-pair-Mädchens an. 2013 hob das Bundesgericht den Entscheid auf.

Wenig Emotionen

Aargauer Obergericht in Aarau am Donnerstag, 13. Dezember 2018. Vor dem Obergericht findet der Berufungsprozess zum Vierfachmord von Rupperswil statt. (KEYSTONE/Walter Bieri)

Bild: KEYSTONE

Die Verhandlung vor dem Bezirksgericht Lenzburg im März war emotional und für alle, allen voran für die Angehörigen der Opfer, aufwühlend. Im Fokus stand die grausame Tat und Thomas N., der Vierfachmörder. Die Verhandlung heute vor Obergericht war dagegen fast schon unspektakulär. Die Tat an sich spielte keine Rolle mehr, es ging nur noch um juristische Fragen. Neue Erkenntnisse gab es kaum. Die beiden Gutachter hielten an ihren Aussagen von damals fest. Staatsanwaltschaft und Verteidigung wiederholten mehr oder weniger ihre damaligen Argumente und Anträge. Thomas N. selber war nicht im Gerichtssaal. Er stellte ein Dispensationsgesuch. Dieses wurde vom Obergericht gutgeheissen.  

Video: kaltura.com

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Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
14Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Bud Spencer 14.12.2018 08:34
    Highlight Highlight Wie steht Watson eig. allgemein zum Personenschutz? Blick nennt ja nun den vollen Namen weil die gute Frau Senn ebendiesen ausgeplaudert hat.
  • Influenzer 14.12.2018 06:01
    Highlight Highlight Ich finde es gut dass nun weniger in den Täter investiert wird. Sein Wert für die Gesellschaft liegt weit unter Null und ihm mehr zu geben als gesetzlich unvermeidbar ist in jeder Hinsicht zu viel.
  • Bivio 13.12.2018 20:12
    Highlight Highlight Erkenntnis 4:
    Wir müssen uns etwas in Bezug auf die lebenslange Verwahrung ausdenken. Im Moment ist diese nur ein Papiertiger, welcher nie zur Anwendung kommt.
    Entweder man sagt: Untherapierbar ist jemand, welcher in den nächsten 10-15 Jahren auf keine Therapie anschlagen wird. Das können Therapeuten mit Sicherheit noch sagen. Ist das bei jemanden der Fall: Lebenslange Verwahrung!

    Alternative 2:
    Lebenslang = lebenslang (oder frühstens nach 35 Jahren bedingt entlassen).
    Damit würde sich die teure und lästige Diskusion wegen therapierbarkeit etc. erübrigen.
    • phreko 13.12.2018 22:14
      Highlight Highlight Also einfach mal grundsätzlich drakonische US-Strafen einführen.

      Kommt nach 35 Jahren wirklich was besseres raus als nach 20?

      Als ob ewiges Wegsperren günstiger wäre, als ein bisschen zu diskutieren...
    • Bivio 13.12.2018 22:59
      Highlight Highlight 1) Hat nichts mit drakonisch zu tun. Was ist denn die gerechte Strafe für 4 Morde? Auch in vielen anderen (europäischen) Ländern gibt es dies. Nicht immer auf die USA schielen.

      2) Nein, aber erstens sind wieder 15 Jahre ins Land gekommen, ohne dass ein solcher Täter eine Straftat begehen konnte. Ich will, dass so einer nicht mehr rauskommt. Auch wenn er "therapiert" ist.

      3) Ich glaube mit der Aussage: "ein bisschen zu diskutieren" disqualifizierst Du die Aussage gerade selbst.
  • H. L. 13.12.2018 16:03
    Highlight Highlight Ich finde es nicht richtig, dass ihm die Chance, eine ambulante Therapie machen zu dürfen, genommen wird.
    • Eric Lang 13.12.2018 16:41
      Highlight Highlight Die vier toten Menschen, welche Chance haben die?
    • AfterEightUmViertelVorAchtEsser___________________ 13.12.2018 16:42
      Highlight Highlight Er kann ja das Urteil ans Bundesgericht weiterziehen.

      Vielleicht klappt's ja dann mit der lebenslangen Verwahrung.
    • Fabio74 13.12.2018 17:08
      Highlight Highlight Sorry sollte ein Herz sein
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Der Fall Tinner – eine unglaubliche Geschichte, erzählt in 6 Akten

Pakistan war das erste muslimische Land, das eine Atombombe besass. Zu verdanken hat es das zum Teil der Familie Tinner aus St. Gallen. Die CIA sah deswegen den Weltfrieden in Gefahr und setzte zuerst Christoph Blocher und dann den restlichen Bundesrat unter Druck.

Die Causa Tinner beschäftigte vor zehn Jahren die Schweizer Medienlandschaft.

Es ist eine Geschichte, bei der sich die Weltmacht USA gegen die Schweiz auflehnte, der Bundesrat trotz Souveränitätsverletzung dem Druck der CIA nachgab, sich zwei helvetische Staatsgewalten, die Exekutive und die Judikative, in Form der Kantonspolizei Bern und der Bundespolizei Fedpol bewaffnet gegenüberstanden und sich um den Schlüssel zu einem Tresor stritten, in dem sich Dokumente befanden, die die Sprengkraft …

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