DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Bild

Momentan gibt es 427 laufende Strafverfahren. Viele von ihnen sind älter als zwei Jahre. Bild: shutterstock

Der Bundesanwalt hat ein Problem: Er kriegt alte Fälle nicht erledigt – 427 sind offen



Die Bundesstaatsanwaltschaft hat erstmals Zahlen zu Ermittlungen herausgegeben. Wie aus einem Bericht des Tages-Anzeigers hervorgeht, hat sich die Anzahl hängiger Verfahren im Zeitraum von 2013 bis 2017 mehr als verdoppelt. Aktuell sind 427 offen.

Bundesanwalt Michael Lauber spricht zu Medienvertretern waehrend einer Pressekonferenz in Lugano TI am Dienstag, 3. November 2015. (KEYSTONE/Ti-Press/Gabriele Putzu)

Bundesanwalt Michael Lauber. Bild: TI-PRESS

Besonders brisant: In einigen Fällen droht die Verjährung – für Geschädigte und Beschuldigte ein grosses Ärgernis. 27 Strafverfahren stammen sogar noch aus der Zeit, bevor Bundesanwalt Michael Lauber 2012 seinen Dienst antrat.

200 Millionen-Betrugsfall

Dazu gehört auch ein Verfahren, das sich gegen einen der vermutlich grössten Betrugsfälle der Schweiz richtet. Bereits 2010 ist bekannt geworden, dass die Zürcher Skandi­finanz-Bank der Maschinenhandelsfirma Fera und ihrer Muttergesellschaft Blue Steel ­Holding eine Vorfinanzierung für fiktive Geschäfte in der Höhe von 200 Millionen Franken geleistet hatte. 

Nachdem 2012 von mehreren Banken Strafanzeige eingereicht wurde, nahm die Bundesanwaltschaft die Ermittlungen auf. Der Fall ist aber bis dato nicht vor Gericht gekommen. Zwar wurde dieses Jahr beim Bundesstrafgericht in Bellinzona die Anklageschrift eingereicht – wegen grober Mängel aber wieder nach Bern zurückgewiesen.

Die Ermittlungen richteten sich anfänglich gegen sechs Personen – jetzt nur noch gegen die ehemalige Prokuristin. Sie soll die übrigen fünf Personen zu den krummen Geschäften verleitet haben. Deren Verteidiger kritisiert die Arbeit der Bundesstaatsanwaltschaft harsch: «Aber wie soll das gehen, wenn das Verfahren gegen die anderen nun eingestellt wurde?», zitiert der Tages-Anzeiger.

Die angeblichen Betrugsdelikte und Urkundenfälschungen reichen bis ins Jahr 2002 zurück. Allerdings verjähren diese nach 15 Jahren. Die Bundesanwaltschaft begründet die Verzögerung mit Ressourcenmangel und «umfangreichen und komplexen Ermittlungen». Bei der Anklageschrift soll nun nachgebessert werden. Wann der Fall vor Gericht kommt, ist nicht klar. (vom)

Das könnte dich auch interessieren:

Wie ich nach 3 Stunden Möbelhaus von Wolke 7 plumpste

Link zum Artikel

Die Fallzahlen steigen wieder leicht an – so sieht's in deinem Kanton aus

Link zum Artikel

Der Mann, der es wagt, Trump zu widersprechen

Link zum Artikel

Magic Johnson vs. Larry Bird – ein College-Final als Beginn einer grossen Sportrivalität

Link zum Artikel

4 Gründe, weshalb die Corona-Zahlen des BAG wenig mit der Realität zu tun haben

Link zum Artikel

Wie ansteckend sind Kinder wirklich? Was die Wissenschaft bis jetzt dazu weiss

Link zum Artikel

Das iPad kriegt Radar? Darum ist der Lidar-Sensor eine kleine Revolution

Link zum Artikel

Lasst meinen Sex in Ruhe, ihr Ehe- und Kartoffel-Fanatiker!

Link zum Artikel

So lief Tag 1 nach Bekanntgabe der «ausserordentliche Lage» für die Schweiz

Link zum Artikel

Corona International: EU beschliesst Einreisestopp ++ Italien mit 345 neuen Todesopfern

Link zum Artikel

Die Schweiz befindet sich im Notstand – die 18 wichtigsten Antworten zur neuen Lage

Link zum Artikel

Urteil gegen Ex-Polizist wegen Tötung George Floyds

Link zum Artikel

Ein Virus beendet Jonas Hillers Karriere: «Es gäbe noch viel schlimmere Szenarien»

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Wenn sich Kleinkinder vor Gericht selbst verteidigen müssen:

Video: watson

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Themen

Ehemaliger Basler Pnos-Chef wegen Antisemitismus verurteilt

Die Basler Staatsanwaltschaft hat den ehemaligen Sektionschef der Partei National Orientierter Schweizer (Pnos) Basel, Tobias Steiger, wegen antisemitischer Äusserungen zu einer bedingten Geldstrafe verurteilt. Steiger lässt offen, ob er Einsprache gegen den Strafbefehl erheben wird.

Konkret verurteilte die Staatsanwaltschaft den Aktivisten zu einer bedingten Geldstrafe von 160 Tagessätzen à 80 Franken und einer Busse von 2200 Franken. Hinzu kommen Verfahrenskosten und Gebühren von über 6000 …

Artikel lesen
Link zum Artikel