DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Menschen demonstrieren am schweizweiten Klimastreik gegen die Klimapolitik und fuer einen sicheren Klimaschutz am Samstag, 2. Februar 2019 in Zuerich. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Der Druck der Schülerstreiks zeigt Wirkung: Basel hat den Klimanotstand ausgerufen. Bild: KEYSTONE

Basler Klimanotstand ist nur der Anfang: Das passiert jetzt in den anderen Kantonen

Mit dem Basler Klimanotstand setzt die Schweizer Klimabewegung ein erstes Ausrufezeichen. Andere Kantone sollen nun folgen. Die Klima-Aktivisten planen weitere Spontankundgebungen.



Die Klimastreikenden jubeln. Basel-Stadt hat am Mittwoch als erster Kanton den Klimanotstand ausgerufen und folgt damit Städten wie London oder Vancouver. Die Resolution ist zwar rechtlich nicht bindend, hat aber Signalwirkung und gibt der Klimastreik-Bewegung weiteren Schub.

Der Ursprung der Resolution liegt in einem Vorstoss des Basler GLP-Politikers Aenas Wanner, der so das Anliegen der Schüler auf die Traktandenliste gesetzt hatte.

Die Grünliberalen wollen nun den Schwung nutzen und in einer koordinierten Aktion in folgenden Kantonen ähnliche Vorstösse und dringliche Postulate mit Fraktionserklärungen einreichen:

«In der föderalistischen Schweiz greifen Massnahmen auf kantonaler und kommunaler Ebene am raschesten. Darum ist es wichtig, den Klimanotstand auch dort auf die Agenda zu setzen», sagt GLP-Vizepräsident Pascal Vuichard zu watson.

Klimastreik der Schüler

1 / 41
Klimastreik der Schüler
quelle: keystone / urs flueeler
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Das passiert in den Kantonen und auf nationaler Ebene:

Bern

Im Kanton Bern ist es nicht möglich, wie in Basel anhand einer Resolution den Klimanotstand auszurufen. Denn dieses parlamentarische Instrument gibt es im Kantonsparlament gar nicht. Michael Köpfli, GLP-Generalsekretär und Grossrat, will darum andere Wege einschlagen. «Wir setzen auf eine Motion für höhere und ökologischere Motorfahrzeugsteuern und auf eine baldige Neuauflage des Energiegesetzes», so Köpfli zu watson.

Um den Druck auf die Parlamentarier zu erhöhen, plant die Klimastreik-Bewegung während der Frühlingssession des Grossen Rates Spontankundgebungen. Die Klima-Aktivisten wollen so etwa der Motion «Masterplan Dekarbonisierung – Umsetzung der Klimaziele von Paris im Kanton Bern» von Natalie Imboden (Grüne) im Parlament zum Durchbruch verhelfen.

Zürich

Bild

Corina Gredig.

Kommenden Mittwoch treffen sich Aktivisten der Gruppe «Klimastadt Zürich» mitVertretern des Zürcher Gemeinderats. Um Druck auf die Ratsmitglieder auszuüben, planen die Klimaaktivisten auch in Zürich eine kleine Demo vor dem Ratsgebäude. «Wir reichen sicher einen Vorstoss ein, der die gleiche Stossrichtung wie die Basler Resolution einschlägt», sagt Corina Gredig, Co-Präsidentin GLP Zürich. Das Instrument einer Resolution gibt es auch im Kanton Zürich nicht.

Luzern

Auch im Kanton Luzern soll nach dem Basler Vorbild der Klimanotstand ausgerufen werden. Dies fordern die Jungen Grünen.

Vergangenen Montag trafen sich einige VertreterInnen aus der SchülerInnenbewegung mit dem Luzerner Regierungsrat Reto Wyss (CVP). Auf die beiden Forderungen – Ausrufung des Klimanotstandes und netto null Treibhausgasemissionen bis 2030 – wollte er allerdings nicht eingehen. Die Jungen Grünen Kanton Luzern geben sich damit aber nicht zufrieden. «Wir wollen, dass jetzt gehandelt wird. Basel hat gezeigt, dass es geht. Luzern muss jetzt folgen», sagt Jonas Heeb, Co-Präsident der Jungen Grünen Kanton Luzern

Zug

Die Jungen Alternativen fordern den Klimanotstand auch in der Stadt Zug. Vorstandsmitglied Luzian Franzini übergab am Freitag eine entsprechende Einzelinitiative an die Stadtkanzlei . Die Einzelinitiative fordert im wesentlichen, dass der Grosse Gemeinderat die ökologische Dimension von politischen Geschäften stärker gewichtet. «In der ganzen Schweiz gehen junge Menschen für ihre Zukunft auf die Strasse, dies sollte auch die Politik in Zug ernst nehmen», so Franzini.

Eidgenössische Räte

Samira Marti, Kandidatin als neue JUSO-Praesidentin, vor der Delegiertenversammlung der JUSO in Zuerich am Samstag, 18. Juni 2016. Am 18. Juni tritt Fabian Molina als JUSO-Praesident zurueck. Samira Marti und Tamara Funiciello haben sich als neue JUSO-Praesidentin beworben. (KEYSTONE/Walter Bieri)

Samira Marti. Bild: KEYSTONE

Die Baselbieter SP-Nationalrätin Samira Marti wird in der Frühlingssession im Parlament eine Motion einreichen, in der sie den Bundesrat auffordert, den Klimanostand auszurufen. «Ich bin gespannt, wie viele Bürgerliche den Vorstoss tatsächlich mitunterzeichnen. Ich habe viele positive Feedbacks erhalten», sagt die 24-Jährige zu watson.

Auf ihrer Facebook-Seite haben innert wenigen Tagen bereits 3000 Leute ihren Vorstoss unterzeichnet. «Es sind Leute aus allen Generationen dabei. Die Klimastreiks haben bei der Bevölkerung viel ausgelöst».

Um Druck auf die Parlamentarier zu machen, plant die Klimastreik-Bewegung während der Frühlingssession ab dem 4. März vor dem Bundeshaus täglich kleine Demonstrationen.

Der grosse Klimastreik

Am 15. März kommt es dann zum nächsten Höhepunkt der Klima-Bewegung: Tausende Schüler werden am weltweiten Klimastreik-Aktionstag in der ganzen Schweiz auf die Strasse gehen. Die Klimaaktivisten mobilisieren aber nicht nur in den Schulen und Universitäten. Mit Brief-Aktionen versuchen sie derzeit Unternehmen dazu zu bewegen, dass ihre Mitarbeiter am 15. März sich am Klimastreik beteiligen dürfen.

Diese Schüler erklären, wieso sie streiken

Video: watson/Chantal Stäubli, Emily Engkent

Das könnte dich auch interessieren:

Der Mann, der es wagt, Trump zu widersprechen

Link zum Artikel

Magic Johnson vs. Larry Bird – ein College-Final als Beginn einer grossen Sportrivalität

Link zum Artikel

Urteil gegen Ex-Polizist wegen Tötung George Floyds

Link zum Artikel

4 Gründe, weshalb die Corona-Zahlen des BAG wenig mit der Realität zu tun haben

Link zum Artikel

Die Schweiz befindet sich im Notstand – die 18 wichtigsten Antworten zur neuen Lage

Link zum Artikel

So lief Tag 1 nach Bekanntgabe der «ausserordentliche Lage» für die Schweiz

Link zum Artikel

Lasst meinen Sex in Ruhe, ihr Ehe- und Kartoffel-Fanatiker!

Link zum Artikel

Corona International: EU beschliesst Einreisestopp ++ Italien mit 345 neuen Todesopfern

Link zum Artikel

Wie ich nach 3 Stunden Möbelhaus von Wolke 7 plumpste

Link zum Artikel

Wie ansteckend sind Kinder wirklich? Was die Wissenschaft bis jetzt dazu weiss

Link zum Artikel

Ein Virus beendet Jonas Hillers Karriere: «Es gäbe noch viel schlimmere Szenarien»

Link zum Artikel

Das iPad kriegt Radar? Darum ist der Lidar-Sensor eine kleine Revolution

Link zum Artikel

Die Fallzahlen steigen wieder leicht an – so sieht's in deinem Kanton aus

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

CO₂-Gesetz könnte kippen: Städte verzeichnen tiefe Stimmbeteiligung

Die Städte melden tiefe Stimmbeteiligungen. Das CO2-Gesetz wird angesichts Umfragewerte durch die Schlussmobilisierung entschieden werden.

Am kommenden Sonntag steht fest, wie sich die Klimapolitik der Schweiz entwickeln wird. Die Stimmbevölkerung entscheidet in einem Referendum über das CO2-Gesetz, dessen Chancen derzeit alles andere als gut stehen. Dies zeigen die repräsentativen Umfragen von gfs.bern und SRF, die vor der Abstimmung veröffentlicht wurden.

Gründe für die schlechten Chancen dürften in der urbanen, städtischen Bevölkerung zu finden sein: Diese befürwortet zwar gemäss jüngsten Umfragen mehrheitlich das …

Artikel lesen
Link zum Artikel