Schweiz
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Viele der angeblichen Asylsuchenden tauchen ab: Sie könnten unter anderem in der Prostitution landen. bild: shutterstock

In der Schweiz verschwinden immer mehr Flüchtlinge – hierhin könnten sie abtauchen

Flüchtlinge verschwinden in der Schweiz vermehrt, nachdem sie Asyl beantragt haben. Für die Aargauer SP-Nationalrätin Yvonne Feri ist das eine problematische Entwicklung.



Ein Grossteil der angeblichen Asylsuchenden nehme kurz nach Ankunft in der Schweiz wieder reissaus, schreibt die Sonntags Zeitung. In einzelnen Empfangs- und Verfahrenszentren (EVZ) des Bundes würden gar bis zu 90 Prozent untertauchen. Dies zeigten interne Dokumente des Staatssekretariats für Migration (SEM).

Dieses bestätigt die Zahlen zwar nicht, räumt aber ein, dass es in den letzten drei Monaten mehr solcher Fälle gegeben habe. Es spreche von 20 bis 40 Prozent der Gesuchsteller, schreibt die «Sonntags Zeitung» weiter.

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Verfahrenszentrum in Kreuzlingen: Hier ist die «Abtauch-Quote» besonders hoch. screenshot: tele m1

Tauchen sie in die Prostitution ab?

Der Berner Justizdirektor Christoph Neuhaus sagt, man riskiere ein Heer von Illegalen, «die sich auf dem Schwarzmarkt, in der Prostitution oder in der Kriminalität durchschlagen». Neuhaus fordert, die Asylsuchenden «endlich wirksam» zu kontrollieren und sie nicht abtauchen zu lassen. 

Auch die Aargauer SP-Nationalrätin Yvonne Feri ist unzufrieden mit der Entwicklung. Sie befürchtet, dass untergetauchte Frauen in der Prostitution landen. «Da gilt es die Frauen zu schützen», sagt sie. Ihr Asylgesuch müsse möglichst schnell bearbeitet werden. Es gelte, sie aus der Sexarbeit herauszulösen und ihnen andere Perspektiven aufzuzeigen.

Kritik an das Staatssekretariat für Migration gibt es auch von rechter Seite: Der Aargauer SVP-Nationalrat Andreas Glarner befürchtet, dass «wir Ärger mit Deutschland bekommen, weil sie einfach durchmarschieren.»  Zudem beschwört er die Gefahr durch Kriminalität und Terrorismus, die von untergetauchten Flüchtlingen ausgehen könnte. 

Andreas Glarner und Yvonne Feri nehmen zum Thema Stellung. Video: telem1

Viele verschwinden nach Deutschland

Für SVP-Präsident Albert Rösti gibt es deshalb nur eine Lösung: «Die Grenze muss dicht gemacht werden.» Wenig von diesem Lösungsvorschlag hält FDP-Nationalrat Kurt Fluri. Gegenüber der «Nordwestschweiz» sagt er: «Das ist eine Schnapsidee.» In der Praxis sei dies nicht umzusetzen.

Cédric Wermuth gibt derweil zu bedenken, dass die Schweiz Schengen-Miglied sei und ihre Grenze gar nicht zumachen könne: «Sicher würden es die Nachbarländer nicht akzeptieren. Und wenn man an den Tourismus und die Exportwirtschaft bei einer Grenzschliessung denkt: Dann viel Spass

Einig sind sich die Politiker aber von links bis rechts, dass die Zahl von 90 Prozent Untergetauchten sehr hoch ist. Viele der Flüchtlinge würden zwar nach Deutschland weiterreisen, dennoch sei die Situation problematisch, so der Tenor. Das Hauptroblem liege bei der schlechten Zusammenarbeit der Schengen-Staaten. 

(aargauerzeitung/cma)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Jay Kay 05.09.2016 11:15
    Highlight Highlight wie?, in der internen datenbank 90%?? und dann heisst es; nein das können wir nicht bestätigen, es sind ca. 20-40%... ob man hier noch von statistik abweichungen reden kann?, oder wollen die uns für ganz dumm verkaufen?
    • argus444 03.04.2017 16:07
      Highlight Highlight klar,die aus dem Departement Sommaruga halten uns für saudumm!
  • Mayadino 05.09.2016 10:06
    Highlight Highlight Ich verstehe auch nicht, wie sowas in der heutigen zeit möglich ist. Eine (internationale) datenbank anlegen und für jeden asylsuchenden eine datei anlegen, mit gescannten fingerabdrücken... Wir haben selbst haben ja auch biometrische pässe!
    Ist das so schwer???
  • Sapere Aude 05.09.2016 09:28
    Highlight Highlight Schengen-Dublin ist als Ganzes gescheitert. Europa muss sich gedanken darüber machen, wie sie in Zukunft mit Migration umgehen will. Sowohl für Flüchtende aus politischen Gründen oder Krieg, wie auch aus wirtschaftlichen Gründen braucht es ein neues System. Beispielsweise ein Wirtschaftsasyl für eine begrenzte Zeit, dass jungen Migranten ermöglicht eine Ausbildung zu machen, sie gleichzeitig aber dazu verpflichtet, in ihr eigenes Land zurückzukehren um dort den Aufbau zu unterstützen.
    • Rolf Meyer 05.09.2016 11:43
      Highlight Highlight Das ist etwas, was ich bis heute nicht verstehe. Warum erhalten nicht alle einfach ein zeitlich begrenztes Bleiberecht? Sobald im Heimatland wieder Ordnung und Frieden herrscht, muss zurückgekehrt werden.
    • trio 05.09.2016 12:45
      Highlight Highlight Bei vielen handelt es sich doch um vorläufig Aufgenommene.
    • Jay Kay 05.09.2016 16:47
      Highlight Highlight ja aber dann wieder von besserer integration sprechen, es braucht diese nicht, ist meine meinung. sie bekommen in den zentern alles zum leben und zwar ohne angst um leib und leben haben zu müssen, was ja der sinn sein soll bei flüchtenden vor krieg - danach wieder zurück und basta. natürlich wären auch ausbildungen gut um später den eigenen staat auf den richtigen weg zu bringen, aber es ist eine Notsituation, weshalb 'nothilfe' genügen sollte
    Weitere Antworten anzeigen
  • glass9876 05.09.2016 09:08
    Highlight Highlight Guter Vorschlag SVP: Grenze dicht machen, damit nicht 90% der Asylsuchenden nach Deutschland weiterreisen können und in der Schweiz bleiben müssen? Ich muss mich getäuscht haben, glaubte immer, dass ihr für weniger Flüchtlinge seid und jetzt diese Forderung... ;-)
  • atomschlaf 05.09.2016 09:03
    Highlight Highlight Kann Rösti eigentlich nichts anderes als "Grenze schliessen!" zu bellen?

    Wenn die Leute abhauen, NACHDEM sie ein Asylgesuch gestellt haben, dann bringen strengere Grenzkontrollen offenkundig nichts mehr.
  • Kubod 05.09.2016 07:51
    Highlight Highlight Rösti so: Um die Deutschen nicht zu verärgern müssen wir die Grenze schliessen.
    Wermuth so: Als Schengen - Mitglied können wir die Grenzen nicht schliessen.
    Beide so: Ich möchte das oder umgekehrt das nicht, aber es klingt sehr viel besser wenn ich sage, dass internationaler Zwang es nötig macht.
    Die Staaten der EU erleben das häufig. Wenn Politiker im eigenen Land mit einer Idee nicht durchkommen, versuchen sie daraus ein europäisches Gesetz zu machen. um den Stimmbürger so auszuhebeln.
    Feri so: Es muss schnell gehen.Die Zeit der quälenden Ungewissheit so kurz als möglich sein. Find ich gut.
    • Saraina 05.09.2016 08:44
      Highlight Highlight Rösti will die Grenzen schliessen um zu verhindern, dass Asylsuchende zu ihren Verwandten nach Deutschland weiter reisen? Was ist mit dem los? Ich denke, er will weniger Ausländer!
    • Jay Kay 05.09.2016 11:18
      Highlight Highlight ja aber dann sollen sie direkt bei den verwandet in D ein gesuch stellen (dublin...) und nicht hier um dann illegal weiter zu kommen... eine richtige wegweisung in den betroffenen staaten wäre wohl mal ein guter anfang
  • tzhkuda7 05.09.2016 07:38
    Highlight Highlight Mmmh, wie wär es, wenn die Asylanten ihre Dokumente (jedesmal) hinterlegen müssten, bevor Sie Ausgang erhalten? Man könnte Ihnen ja für die Zwischenzeit einen Temporärer Pass geben mit einer Ein-Tages-Gültigkeit für ein gewisses Gebiet. Wenn Sie dann ausbüchsen sind sie automatisch Illegal und riskieren, wieder ganz aus Europa ausgeschafft zu werden. Sprich auch wenn Sie nach Deutschland weiterziehen, können Sie sich dort nicht mit Originaldokumenten ausweisen. Entsprechend weist Deutschland die Asylanten wieder zu uns aus und wir dann weiter ins Heimatland aufgrund des Gesetzesbruchs.
    • atomschlaf 05.09.2016 09:06
      Highlight Highlight Was soll das nützen, wenn sie ursprünglich ohne Dokumente nach Europa kamen?

      Personen ohne Pass dürften überhaupt nicht mehr aufgenommen werden, schon in Italien nicht. Diese wären ohne zeitliche Befristung in Aufnahmelager zu versorgen, bis sie sich erinnern woher sie kommen und bei der Beschaffung neuer Papiere kooperieren.
    • MeineMeinung 05.09.2016 09:30
      Highlight Highlight Das wäre wirklich eine gute Idee!
      Das einzige Problem dabei ist, es tatsächlich eine gescheite Lösung, also kommen unsere Politiker sicher nicht auf so eine Idee
    • tzhkuda7 05.09.2016 09:38
      Highlight Highlight @atomschlaf, das wäre das beste, aber da werden wieder ganz viele Links Schreien es sei unmenschlich....
      Noch was: Werden Personen nicht seit etwa einem Monat sowieso abgewiesen, wenn Sie sich nicht ausweisen können? Deshalb kam mir die Idee, weil wenn nicht bringt es wirklich nicht viel...
    Weitere Antworten anzeigen
  • Wilhelm Dingo 05.09.2016 07:31
    Highlight Highlight Auch wenn die Zahl 20% wäre ist das sehr hoch und riskant. Diese Menschen landen wie im Bericht geschrieben in prekären oder kriminellen Verhältnissen. Beides ist nicht im Interesse der Schweiz und auch nicht der Flüchtlinge. Darum: Der Aufentahlt der Flüchtlinge muss bis zum Asylentscheid sicher festegestllt werden können. Nach dem Entscheid muss die sofortige Umsetzung beginnen: Zügige Integration oder sofortige Ausschaffung. Als eine Massnahme ist eine sehr starke Kontrolle der Grenze sicher ein Element.
  • Döst 05.09.2016 07:18
    Highlight Highlight Da die meisten illegalen Migranten junge Männer sind, dürfte das Problem von Prostitution eher gering sein.
    • Saraina 05.09.2016 08:48
      Highlight Highlight Erstens prostituieren sich auch junge Männer, und zweitens sind junge Frauen ein Ziel von Menschenhändlern, die oft mit Schlepperkartellen zusammenarbeiten. Das ist altbekannt. Dass das Problem mit Zwangsprostitution in der Schweiz keineswegs gering ist, ist eine Tatsache, die Freier gerne ignorieren
    • Jay Kay 05.09.2016 16:42
      Highlight Highlight abr auch auf sen flüchtlingsschiffen findet man praktisch nur Männer, warum lassen diese überhaupt Frauen und Kinder zuerst zurück, wenn der dortige zustand so schlimm ist?...
  • michiOW 05.09.2016 06:52
    Highlight Highlight Ja sicher würde eine Grenzschliessung helfen, ich meine eine Mauer wäre schnell gebaut und Italien, welches ja an allem Schuld ist, kann ja dafür bezahlen.

    ***Ironie off***
  • goschi 05.09.2016 05:58
    Highlight Highlight Artikel-Titel und Artikel-Inhalt haben praktisch nichts miteinander zu tun, hier wird ein Thema angekündigt, das im Artikel nur knapp angeschnitten wird.
    Aus journalistischer Sicht ein absolutes Unding!

So schwer ist es für Asylsuchende ein Bankkonto zu eröffnen

Asylsuchenden und vorläufig Aufgenommenen stellen sich am Bankschalter hohe Hürden in den Weg. Bei einzelnen Banken sind sie gar nicht willkommen. Dies unter anderem aus Angst vor nachrichtenlosen Vermögen.

«Eröffnen Sie Ihr Konto, wo immer Sie wollen.» Der Vorgang könne bequem von zu Hause aus erledigt werden und dauere nur zehn Minuten. So wirbt eine Schweizer Bank um Neukunden.

Für Asylsuchende ist der Weg zu einem Schweizer Bankkonto etwas hürdenreicher. Oder er ist gleich ganz versperrt. Dies zeigt eine Studie der Anwältin Lea Hungerbühler. Sie engagiert sich beim Verein Asylex, der Asylsuchende in Rechtsfragen unterstützt.

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