DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Mehr als 40 Organisationen haben zu der nationalen Kundgebung für Lohngleichheit und gegen Diskriminierung aufgerufen.
Mehr als 40 Organisationen haben zu der nationalen Kundgebung für Lohngleichheit und gegen Diskriminierung aufgerufen.Bild: Twitter

20'000 demonstrieren in Bern für Lohngleichheit

22.09.2018, 15:1622.09.2018, 16:52

In Bern ist die nationale Kundgebung für Lohngleichheit und gegen Diskriminierung im Gang. Mehr als 40 Organisationen haben zu der Demonstration vor dem Bundeshaus aufgerufen. 

Die Gleichstellung sei vor 37 Jahren in der Verfassung verankert worden, das Gesetz dazu sei seit 22 Jahren in Kraft. Dennoch seien Macht und Geld auch heute unterschiedlich auf Frauen und Männer verteilt, erklärten Sprecherinnen von Gewerkschaften und verschiedenen Organisationen auf dem Bundesplatz.

«Egal ob Luis oder Luisa»

Bunte Ballone und viele Transparente prägten das Bild auf dem prall gefüllten Bundesplatz. «Egal ob Luis oder Luisa – gleicher Lohn!» war auf einem Transparent zu lesen, «Lohngleichheit geht uns alle an» auf einem anderen.

Am Umzug durch die Innenstadt gab es auch einen Demoblock für einen Frauenstreik am 14. Juni 2019. «Das braucht es, um zu zeigen: Ohne Frauen geht gar nichts», sagte eine Demonstrantin.

«Für Lohngleichheit und gegen Diskriminierung» steht auf dem Transparent.
«Für Lohngleichheit und gegen Diskriminierung» steht auf dem Transparent.Bild: KEYSTONE

Frauen verdienten rund einen Fünftel weniger als Männer, seien in Politik und Wirtschaft untervertreten und verrichteten den Hauptteil der unbezahlten Arbeit. Jeder Frau entgehe so pro Monat im Schnitt 600 Franken, hiess es an der Demonstration. Diese Gelder fehlten der Frau, ihrer Familie und ihrer Altersvorsorge – und sie fehlten auch bei den Steuereinnahmen. 

Forderung nach obligatorischen Lohnkontrollen

Der Nationalrat müsse das Gleichstellungsgesetz mit wirksamen Instrumenten durchsetzen, fordern die Demonstrierenden. Dazu brauche es obligatorische Lohnkontrollen sowie Sanktionen für Firmen, die sich dagegen wehrten. 

Der Ständerat habe der Vorlage bereits die Zähne gezogen. Der Nationalrat solle am Montag den minimalen Bestimmungen zur Lohnkontrolle zustimmen. In der grossen Kammer ist ein knapper Entscheid zu erwarten: Die vorberatende Kommission hat zugestimmt, allerdings mit hauchdünner Mehrheit. 

Folgt ihr der Nationalrat, müssen grosse Unternehmen künftig prüfen, ob sie Männern und Frauen für gleichwertige Arbeit gleich viel zahlen. Eine Minderheit aus SVP- und FDP-Vertretern beantragt, gar nicht erst auf die Vorlage einzutreten. (sda)

Lohngleichheit zwischen Mann und Frau - Fehlanzeige!

Video: srf
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Abonniere unseren Newsletter

62 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Stichelei
22.09.2018 15:57registriert Oktober 2015
Als erste Massnahme würde ich die Erstellung einer Lohnstatistik begrüssen, die diesen Namen auch verdient und endlich die unsägliche, trotz ihrer fatalen Fehler immer wieder mantramässig zitierte Untersuchung des BFS ablöst. Dann könnte man auch auf Basis von Fakten statt Fantasiezahlen diskutieren.
17022
Melden
Zum Kommentar
avatar
pali2
22.09.2018 16:45registriert September 2015
Ja, Frauen verdienen weniger als Männer - doch in Studien, in welchen viele Kontrollvariablen reingenommen werden, ist der Lohnunterschied viel tiefer, als mit den Zahlen, mit welchen immer umhergeworfen wird. Ein grosser Teil des Lohnunterschiedes wird durch weniger Berufserfahrung erklärt (Kinder kriegen, Kinder aufziehen..). Vergleicht man Männer mit kinderlosen Frauen, sieht das ganze schon ganz anders aus. Deshalb bin ich auch für einen Vaterschaftsurlaub - dies würde den Lohnunterschied schon ziemlich schrumpfen lassen.
15837
Melden
Zum Kommentar
avatar
Wambolium
22.09.2018 22:33registriert Februar 2014
"Frauen verdienten rund einen Fünftel weniger als Männer"

Okay, wenn man den Median-Lohn aller Frauen mit dem Median-Lohn aller Männer vergleicht, erhält man dieses Resultat.

Das Problem ist aber, dass der Vergleich der Median-Löhne die erklärbaren Unterschiede aussenvor lässt.

Es gibt beispielsweise in den MINT-Berufen viel mehr Männer als Frauen. Und da man in MINT-Berufen hohe Saläre ausbezahlt bekommt, haben dann statistisch gesehen Männer auch einen höheren Median-Lohn.

Das macht aber nichts da eine Informatikerin immer noch den gleichen Lohn erhalten kann wie ein Informatiker.
311
Melden
Zum Kommentar
62
Corona-Ausgaben ziehen Bundes-Finanzen erneut ins Minus

2022 ist das dritte Jahr in Folge, in dem die Covid-19-Pandemie mit Milliardenausgaben zu Buche schlägt. Der Bund erwartet gemäss Hochrechnung ein Finanzierungsdefizit von rund fünf Milliarden Franken. Budgetiert waren 2.3 Milliarden Franken.

Zur Story