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Ist die Jugend wirklich so verklemmt, wie Alt-68er behaupten?

Bild: wikicommons/derekredmon

Der deutsche Alt-68er Peter Sloterdijk beklagt eine verklemmte Jugend. Gespräche mit Experten zeigen: Das stimmt so nicht.

Sabine Kuster und Alexandra Fitz / Nordwestschweiz



Es stimmt also doch. Wir sind prüder geworden. Das zumindest behauptet der deutsche Philosoph Peter Sloterdijk in einem Interview, das vor einer Woche in der «Süddeutschen Zeitung» erschienen ist. Eigentlich ging es um die Besprechung seines neusten Buches «Das Schelling-Projekt» – seines ersten erotischen Romans. Seine Protagonisten sind alle über 50 Jahre alt. Die Älteren seien mutiger, begründet er dies.

Im Interview kritisiert Sloterdijk dann auch die Jungen, wenn er sagt: «Der Okzident läuft als Weltmarkt der Verklemmungen dem Osten den Rang ab.» Man habe hier bezüglich einer liberalen Erotik nicht mehr als Teilerfolge zustande gebracht. Heute dürften in den USA die Manager mancher Unternehmen nicht mehr allein mit einer Kollegin in denselben Lift steigen. «Welche Gedanken Assoziationen automatisch ablaufen, um bei einem solchen Verbot zu landen, das besagt viel über den Zustand einer Zivilisation», konstatiert Sloterdijk.

German philosopher Peter Sloterdijk talks at the Swiss Economic Forum (SEF) in Interlaken, Switzerland, Friday, June 4, 2010. (KEYSTONE/Peter Schneider)

Streitbarer Philosoph: Peter Sloterdijk. Bild: KEYSTONE

Nun ja. Als Alt-68er hat Sloterdijk zur sexuellen Befreiung sicher einiges zu sagen. Auch wenn er damals bemerkt habe, dass er für sexuelle Eskapaden ungeeignet sei, wie er heute sagt. Aber weiss Sloterdijk als 69-Jähriger, wie prüde oder offen die Gesellschaft heute ist?

Dass die heutige Jugend konservativ ist, zeigte letztes Jahr eine Befragung von fast 2000 Jugendlichen durch die Eidgenössische Kommission für Kinder- und Jugendfragen (EKKJ). Doch heisst das, dass sie auch prüder geworden ist?

Bitte weiter unten weiterlesen

So stellt man sich die sexuelle Revolution vor – Szene aus Bob & Carol & Ted & Alice. bild: pd

Wir wollten es genau wissen, ob die Jugend und damit die künftige Gesellschaft auch sexuell konservativer ist, und sprachen mit verschiedenen Experten: mit einer Soziologin, einer Sexologin, einem Naturalisten, einem Sex-Shop-Betreiber und einem Vertreter der Schweizer Kommission, welche die Werbung kontrolliert.

«Kein Tabu mehr»

Erst einmal ist das Ergebnis unspektakulär: Die Experten aus dem Kulturbereich stellen keine Veränderung fest. Tom Gerber, Regisseur der Krimiserie «Bestatter» und Dozent an der Zürcher Hochschule der Künste im Departement Film, sagt: «Wir haben seit 1999 in jedem Jahrgang ein oder zwei Filme mit sehr freizügigen Szenen. Das hat sich nicht verändert.»

Bei der Schweizer Kommission, die sich mit Lauterkeit in der Werbung befasst, sagt Marc Schwenninger: «Die Darstellung von Sex ist konstant ein Thema, es gibt keine Schwankung, keine Zunahme von Beschwerden.» Neu sei einzig, dass heute ganz offen für erotische Internetportale auf Plakatwänden geworben werde. «Das ist kein Tabu mehr.»

Der Sex im Kopf: Das sind unsere geheimen Fantasien

Gesellschaftlich übersexualisiert

Wenn Werbung für Sex keinen Entrüstungssturm mehr auslöst, muss sich doch etwas verändert haben. Die Frage ist, ob sich daraus eine Antwort darüber ableiten lässt, ob wir prüder oder doch eher sexuell freizügiger geworden sind.

«Es ist selbstverständlicher, dass man über Erotik redet und dass man dazu steht. Die Leute sind entspannter und unverkrampfter geworden.»

Jan Brönnimann, Erotik-Shop-Kette Magic-X

In der Öffentlichkeit sieht es schwer nach Letzterem aus. Über Sex wird in allen Facetten ohne Scham diskutiert. Natürlich im Internet, aber auch in traditionellen Medien. Es geht um Sex-Spielzeug, explizite Praktiken, die persönliche Orientierung, wiederkehrende Geschlechtskrankheiten, Pädophilie oder orgastische Geburten. Nichts scheint mehr tabu, kaum noch wird einer wegen irgendetwas schräg angeschaut oder gar ausgegrenzt.

Umfrage

Ist die Gesellschaft von heute prüder als ihre Vorgänger?

1,122

  • Ja26%
  • Nein35%
  • Weiss nicht19%
  • Äh, Sex?20%

Dass die Offenheit gegenüber Sexualität und Erotik zugenommen hat, sagt auch Jan Brönnimann, Chef der Erotik-Shop-Kette Magic-X, ehemals Beate Uhse. «Es ist selbstverständlicher, dass man über Erotik redet und dass man dazu steht. Die Leute sind entspannter und unverkrampfter geworden.» Heute kämen auch Paare gemeinsam in den Laden zum Shoppen. Das habe es vor zehn Jahren nicht gegeben.

Geholfen habe der Hype um das Buch «Fifty Shades of Grey». Sadomaso wird salonfähig – aber bitte nur soft. Der Erfolg des Buchs zeige: Wir sind nicht prüder geworden.

Online-Shop für Sextoys

Auch bei Amorana – einem Schweizer Online-Shop für Sextoys – peitscht man die Prüderie-Hypothese weg. «Junge Schweizer und Schweizerinnen zeigen sich immer offener gegenüber Sextoys», lautet auch die Message von Mitgründer Alan Frei. Der Badener verrät uns die Ergebnisse einer noch nicht veröffentlichten Umfrage: Fast 50 Prozent der Schweizer Bevölkerung haben bereits einmal zu Sexspielzeug gegriffen, 73,8 Prozent zeigen sich ihm offen gegenüber. Es zeigte sich auch, dass sich eher Jüngere mit Sextoys vergnügen wollen.

Animiertes GIF GIF abspielen

So sieht's also heute aus: Der Kollege macht FKK-Ferien, die Schwester geht in den Swinger-Club, selber führt man eine offene Beziehung mit parallel laufenden Liebschaften. Alles okay. Vielleicht würden Sie kichern, wüssten Sie, dass Ihr Nachbar im Nudistenverein ist, aber ein Skandal wär's keiner mehr.

«Seit 15 Jahren ist das Sicherheitsthema so dringend in den Vordergrund getreten, dass Freiheitsmotive allesamt mit dem Rücken zur Wand stehen.»

Philosoph Peter Sloterdijk

Naturalisten nennen sich solche Clubs heute und wollen damit betonen, dass sie ihre Nacktheit niemandem aufdrängen wollen. Tendenziell nehmen die Mitgliederzahlen laut Toni Möckel, vom Vorstand des Schweizer Dachverbandes, eher ab, aber das ist vielleicht auch dem generellen Problem von Vereinen geschuldet, denen die Mitglieder wegsterben. Wollen sich doch die Jungen heute weniger binden und verpflichten.

«Rechtlich sind die Unterschiede zwar ausgemerzt, aber die Ausgrenzung von Homosexuellen und auch das Bild von Frau und Mann haben sich kaum verändert.»

Marta Roca, Soziologin

Auffällig ist etwas anderes: «Unsere Mitglieder werden zwar nicht mehr komisch angeschaut», sagt Möckel. Aber jemanden zu überzeugen, beizutreten, sei nicht einfacher geworden. «Der Umgang mit dem eigenen Körper ist heute nicht besser», sagt Möckel, «ich finde, wir sind prüder geworden. Denn je aufgeklärter der Mensch ist, je mehr er über Sex weiss, desto komplizierter tut er.»

Bild

Die gegenwärtige Prüderie macht sich vor allem auch auf Social Media bemerkbar – sinnbildlich dafür die Vehemenz, mit der Facebook angebliche Nippel-Bilder bekämpft. bild: pd

Speziell, wenn es um Kinder geht. Junge Familien, sagt Toni Möckel, seien heute skeptischer gegenüber Naturalisten-Clubs. «Ein Lehrer darf ein Kind ja auch kaum noch anfassen – es mag fast nichts mehr leiden in diese Richtung.»

Extrem gehemmt im Privaten

Wir denken heute immer und überall an einen möglichen Übergriff. Dasselbe hat Sloterdijk mit seinem Fahrstuhl-Beispiel angesprochen. Der Philosoph führt das auf 9/11 zurück und das seither gestiegene Bedürfnis nach Sicherheit. «Seit 15 Jahren ist das Sicherheitsthema so dringend in den Vordergrund getreten, dass Freiheitsmotive allesamt mit dem Rücken zur Wand stehen.» Mehrdeutiges werde gehasst. Doch das Erotische lebe eben gerade von der Mehrdeutigkeit.

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Und dennoch ist die sexuelle Gewalt keineswegs ausgemerzt, nur weil wir offener darüber sprechen. Zwar sind wir gegenüber Swinger-Clubs und unserem Nachbarn tolerant, der in den Nudisten-Club geht. Die Gesellschaft sei aber nicht weniger homophob oder weniger sexistisch als früher, sagt Marta Roca, Soziologin an der Uni Lausanne. «Rechtlich sind die Unterschiede zwar ausgemerzt, aber die Ausgrenzung von Homosexuellen und auch das Bild von Frau und Mann haben sich kaum verändert.»

«Wir sind nicht prüder geworden, aber man erwartet von den Leuten, dass sie offener sind, weil Sex überall Thema ist.»

Sexualtherapeutin Dania Schiftan

«Im Paarbereich»

Gleich geblieben ist noch etwas anders: «Wir sind nach wie vor nicht offen im Paarbereich», sagt Elisabeth Schütz, die das Institut für Sexualpädagogik und Sexualtherapie in Uster ZH leitet. Draussen in der Gesellschaft aber schon.

Derselben Meinung ist auch die Sexualtherapeutin Dania Schiftan. Auf die Frage, ob wir prüder geworden sind, antwortet sie: Nein und Ja. Eine unbefriedigende Antwort. Doch ihre Erklärung leuchtet ein: «Wir sind nicht prüder geworden, aber man erwartet von den Leuten, dass sie offener sind, weil Sex überall Thema ist.» Doch es gebe eine Diskrepanz: Nach aussen sind wir liberal und offen, aber wenn es um uns persönlich geht, um unsere Intimitäten, haben wir Hemmungen. Das habe sich nicht verändert.

Das heisst also, wir sollten besser oder kompetenter im Privaten reden können. Doch das ist eben nicht dasselbe. Daheim ist Sextalk immer noch kompliziert. Da geht es um uns, unsere Ängste, um Scham, um Ehrlichkeit.

Swinger-Club

Die Offenheit gegen aussen, die Verschlossenheit gegen innen – es bedeutet, dass viele Menschen zwar die exzessiv zur Schau gestellte Sexualität der anderen tolerieren, sich selber aber nicht gleich exponieren wollen. Warum auch? Es muss ja nicht jeder an den Naturalisten-Strand liegen, in den Swinger-Club gehen und in der Kaffeepause den Arbeitskollegen darüber berichten, wie ihn seine Geliebte im Schlafzimmer auspeitscht.

Klar, das wäre dann das Gegenteil einer prüden Gesellschaft.

Aber wäre es auch eine wünschenswerte?

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37
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
37Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Tilman Fliegel 24.09.2016 22:07
    Highlight Highlight Ein Alt68er blitzt bei jungen Frauen ab und folgert, dass diese verklemmt seien?
    • kliby 25.09.2016 17:58
      Highlight Highlight tilmann, und wie kommst du darauf? einfach mal unter die gürtellinie zielen, auch wenns frei erfunden ist?
    • Tilman Fliegel 26.09.2016 11:32
      Highlight Highlight Unter der Gürtellinie ist es doch, eine ganze Generation pauschal als verklemmt zu diffamieren, oder?
  • ch2mesro 24.09.2016 20:50
    Highlight Highlight dann kann ja watson jetzt mit einem busenpicdump dagegenhalten.
  • Lichtblau 24.09.2016 20:43
    Highlight Highlight Wer früher links empfand, war per se nicht kleinkariert. Eine Belästigung wurde blitzartig abgeblockt. Opfer? Frauen wussten sich sehr wohl zu wehren, oder sie waren mit der Anmache einverstanden und dem gemeinsamen Genuss nicht abgeneigt. Kaum zu fassen, was für eine lustfeindliche Umgebung wir heute alle haben.
    • Macke 25.09.2016 09:16
      Highlight Highlight Du vermischst hier verschiedene Sachen. Eine Belästigung ist keine Anmache. Eine Belästigung hat auch nichts mit sexueller Lust oder Erotik zu tun sondern mit Macht. Und wo siehst du das Verklemmte in unserer Gesellschaft?

      Hinterfrage doch bitte auch deinen Opferbegriff. Eine Person kann ein Opfer sein oder werden und sich dennoch wehren.
    • Turi 25.09.2016 14:05
      Highlight Highlight @Lichtblau, wie wahr. Interessanterweise sinds dann die lustfeindlichen Feministinnen um die 40, die sich ein Leben lang belästigt gefühlt haben, wenn sie ein Mann angeschaut hat, die jammern, die Männer wollen sie nicht, und das sei diskriminierend. Sexuelle Lust ist bei den Feministinnen eh verpönt, da gehts nur um eins: Die Beherrschung des Mannes.
  • Karl33 24.09.2016 19:37
    Highlight Highlight "Heute dürften in den USA die Manager mancher Unternehmen nicht mehr allein mit einer Kollegin in denselben Lift steigen."
    Resultat der feministischen Schwachsinn-Ideologie.
    • Tierra Y Libertad 24.09.2016 20:13
      Highlight Highlight Was hat Feminismus bitte mit Geschlechtertrennung zu tun??
    • glüngi 24.09.2016 20:15
      Highlight Highlight .
      Benutzer Bild
    • SuicidalSheep 24.09.2016 20:51
      Highlight Highlight @JonSnow
      Er spielt dabei auf die extremen Feministinnen in den US an, die Sexismus und sexuelle Belästigung in allem, und vorallem in allen weissen hetero Männern sehen.
      Und ich stimme ihm zu.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Spooky 24.09.2016 18:44
    Highlight Highlight Um dieses Thema richtig anzugehen, müsste man zwischen Sex und Trieb unterscheiden. Sex ist harmlos. Mit Sex kann man Geld verdienen oder Kinder machen oder Lust empfinden oder spielen. Aber die Macht gehört dem Trieb. Der Trieb ist gefährlich wie eh und je und nicht vereinbar mit Zivilisation und Kultur. Der Trieb ist der Todfeind des menschlichen Kulturbetriebs und die Ursache der Kriege und der Gier der schamlosen Superreichen, welche die Hälfte der Menscheit in den Abgrund der Armut stürzen. Da gibt es keinen Ausweg. In diesem Dilemma ist der Mensch gefangen.
    • sgrandis 24.09.2016 20:07
      Highlight Highlight Is der Kulturbetrieb nich auch ein Trieb...
    • Spooky 24.09.2016 20:43
      Highlight Highlight @sgrandis

      Bingo! Du bist scharfsinnig. Du hast es gemerkt! Du legst den Finger in die Wunde. Zuerst wollte ich nämlich KulturbeTrieb schreiben (habe es dann aus Nachlässigkeit und Faulheit sein lassen).

      Und eben: Der Todestrieb zum Beispiel richtet sich ja auch gegen sich selbst. Darum sind die Triebe gefährlich.

      Sex hingegen ist ein Kinderspiel: Sex hält das Kinderspiel der Wiedergeburten und des Überlebens der Menschheit in einem feindlichen Universum am Laufen. Mehr ist vom Sex nicht zu erwarten. Sex ist dumm. Sex ist oberflächlich. Reine Unterhaltung.
    • efrain 25.09.2016 15:03
      Highlight Highlight So einfach sehe ich das nicht. Hunger und Durst stillen zu wollen, ist auch ein Trieb. Dennoch schafft es die Gesellschaft, damit "gesund" umzugehen. Die Gastronomie ist sogar eine kulturelle Errungenschaft - ermöglicht aber wohl erst durch den Überfluss an Nahrung.

      Beim sexuellen Appetit klappt das aber (noch) nicht. Wohl, weil das Angebot kleiner ist als die Nachfrage - weshalb das so ist, sei mal dahingestellt. Auf jeden Fall bewältigen die Gesellschaften diesen Ressourcenkonflikt eher schlecht: mit Konzepten wie Kapitalismus, sozialen Hierarchien, "Schönheit" oder Monogamie.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Andreas19 24.09.2016 18:27
    Highlight Highlight Wie bin ich hierher gekommen?? o.O
  • Zeit_Genosse 24.09.2016 18:14
    Highlight Highlight Über 30% des gesamten Datenverkehrs des Internets ist sexuellen Inhalts. Porno ist allgegenwärtig und für alle kostenlos zugänglich. Die Sextechindustrie floriert. Das heisst, irgendwie sexuell konsumieren tun viele, wenn auch vermehrt indirekt. Die Jungen suchen einerseits unverbindlichen Sex und gleichzeitig etwas echtes. Verlässlichkeit, Sicherheit und echte Gefühle sind die Gegenbewegung der Übersexualisierung. Die Welt ist über die mediale Omnipräsenz von Sex etwas darüber müde und nicht prüde geworden. Essen ist bei den Älteren und Fitness bei den Jüngeren der neue Sex.
  • rodolofo 24.09.2016 18:13
    Highlight Highlight Erotik ist eine "Gratwanderung".
    Haut zeigen ist zwar verführerisch, aber wenn die ganze nackte Wahrheit gezeigt wird, wirkt das nicht mehr erotisch, weil so der Reiz des Versteckten verloren geht.
    Darum wirkt eine nackte Amazonas-Indianerin auf einem Floss sehr natürlich auf mich, aber nicht so erotisch, wie eine Frau im Minirock.
    Wenn der Minirock aber zu kurz wird, geht die Erotik für meinen Geschmack ebenso verloren, wie wenn eine Frau Schminke allzu dick und nuttig aufträgt.
    Würden wir es wie in Pornofilmen alle mit allen jederzeit treiben, ginge der Reiz der Eiertanz-Annäherung verloren.
    • efrain 25.09.2016 14:37
      Highlight Highlight Die Eiertanz-Annäherung kann mir gestohlen bleiben.

      Ich sehe schon, dass dadurch der Reiz des Verbotenen entsteht, und für gewisse Menschen ist es wohl reizvoll, die Grenze der Scham zu brechen, unverschämt zu sein.

      Aber für mich verschleiert dies das natürliche Wesen der Sexualität, das Drumherum ist wichtiger als der (häufig banale) tatsächliche Akt - es geht nicht mehr im körperliche Lust, sondern es spielt sich fast alles im Kopf ab.

      Ich finde, Sex braucht diesen zusätzlichen Reiz gar nicht.
  • Dysto 24.09.2016 17:46
    Highlight Highlight Schlussendlich ist doch jedem selbst überlassen, wie er sein Sexleben gestalten will. Nur weil z.B. jemand noch nie einen Dreier hatte oder gleichgeschlechtliche Erfahrung, ist man deswegen ja nicht prüde, sondern einfach nicht daran interessiert. Aber heutzutage wird eben von jedem erwartet, dass er alles mal ausprobiert, sonst gilt man sofort als prüde.
    • Fabio74 24.09.2016 22:41
      Highlight Highlight Nicht interessiert sein ist ok. Aber anderen nicht zugestehen, was einem nicht passt, das geht nicht
  • efrain 24.09.2016 17:41
    Highlight Highlight Meine These ist, dass diese neue Prüdheit ein Phänomen ist, welches durch die Diskrepanz zwischen der leichteren Verfügbarkeit von sexuellen Inhalten und fehlender öffentlicher Auseinandersetzung entstand. Wenn man davon ausgeht, dass Fetische grundsätzlich durch fehlenden Diskurs, fehlende gesellschaftliche Normen entstehen, macht das sehr viel Sinn. D.h. Eindrücke und Erfahrungen können innerlich vorsichhingären - man teilt sie nicht mit andern, oder bestenfalls nur mit Menschen, welche die gleichen Neigungen haben.
  • reamiado 24.09.2016 17:10
    Highlight Highlight Der letzte Satz der Einleitung und der erste Des Textes widersprechen sich richtig schön :D
  • schoggifresser@gmail.com 24.09.2016 16:51
    Highlight Highlight DanJa Schiftan hat recht!!
    Nach AUSSEN ist die Gesellschaft vieeel offener geworden, wie zb. auch dieser und viele weitere ähnliche Artikel 'beweisen!!!"
    Am FKK-STRAND, in der Sauna und an Swinger-Party's sieht man 'es" deutlicher!!
    Am FKK-STRAND sind es neben einigen jüngeren seehr viele ältere! Dazu kommt leider dass Frauen eher zur Minderheit gehören!!!
    In der Sauna gibt es häufig Geschlechter Trennung, in der gemischten Sauna, sind Männer wiederum in der Überzahl!
    An der Swinger-Party gibt es kaum jemand, weder Männlein noch Weiblein, wo jünger als 25 Jahre alt ist!!!
    Verklemmter? 'NEIN!!!
    • Roy Bär 24.09.2016 17:22
      Highlight Highlight Also wenn ich keine lust auf Sauna, FKK oder Swingerpartys habe, bin ich verklemmt?
    • bokl 24.09.2016 17:39
      Highlight Highlight @Roy Bär
      Natürlich. Jeder, der sich nicht mindestens 1x wöchentlich vor Fremden entblösst, ist verklemmt. Aber Achtung. Als Mann muss du auf den richtigen Rahmen achten. Sonst bist du ein perverser Straftäter.
    • schoggifresser@gmail.com 24.09.2016 18:29
      Highlight Highlight Roy Bär
      Wenn du den letzten Satz gelesen hast, solltest du es wissen......
      'Verklemmte" brauchen länger. .....
    Weitere Antworten anzeigen
  • SuicidalSheep 24.09.2016 16:24
    Highlight Highlight Also meine subjektive Wahrnehmung ist, dass die eine Hälfte sehr prüde ist, und die andere fast keine Hemmungen kennt. Ich zähle mich persönlich zu letzteren.

    Ich merks vor allem an Metalkonzerten. Wenn es eine Band ist, die dafür bekannt ist, dass Frau ihre Titten zeigt, merke ich zumindest in der Schweiz, dass das kaum eine Frau macht. Ob man das jetzt als prüde bezeichnen kann, ist wieder eine andere Frage.
  • DerTaran 24.09.2016 16:18
    Highlight Highlight Allein schon dieser Artikel und der benutzte Begriff "Gesellschaftlich übersexualisiert" zeigt doch schon, dass die Gesellschaft prüder geworden ist. Es kann nicht zu viel Sex geben, zu behaupten, dass dem so ist, ist schon prüde.
  • Scaros_2 24.09.2016 15:47
    Highlight Highlight In meinen Augen sind wir prüder weil vieles in erinnerung bleibt dank smartphone etc. 1x im internet und es ist für ewig.

    Das war damals unbeschwerter

Suff-SMS-Sandro liebt jetzt Vanessa (Grrrmppppfff)!

Wer hoch pokert, kann tief fallen. Oder anders gesagt: Suff-SMS-Sandro ist verliebt. In eine andere (ich hasse sie, ich hasse sie nicht)!

Das Schicksal haut mir unverhofft mitten eins in die Fresse. Und zwar vorgestern um 15.24 Uhr auf der Strasse. Es ist ein Suff-SMS-Sandro-Bro, der mich mit nur einem Sätzchen ausser Gefecht setzt. «Krass gäll, dä Sandro?», sagt er. Ich schaue ihn fragend an. «Jetzt hät's dä voll gnoo. En umgekehrte Händsche siit er d Vanessa hät. Wer hettis dänkt!?»

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