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Britain Soccer Football - Leicester City v Sevilla - UEFA Champions League Round of 16 Second Leg - King Power Stadium, Leicester, England - 14/3/17 Leicester City's Marc Albrighton celebrates scoring their second goal with teammates Reuters / Darren Staples Livepic

Die überschwängliche Freude bei Leicester nach dem 2:0 durch Marc Albrighton (r.).  Bild: Darren Staples/REUTERS

Analyse

Mit Oldschool-Fussball zurück zum Erfolg – 7 Gründe, warum Leicester wieder siegt

Nach langer Leidenszeit ist bei Leicester das Lachen zurück. Dank dem 2:0 gegen Sevilla gelingt bei der ersten Champions-League-Teilnahme gleich der Vorstoss unter die besten acht Teams. Und das weiterhin – oder besser wieder? – mit einem sehr einfachen Rezept.

Donat Roduner
Donat Roduner



Leicester ist wieder Leicester! Offensichtlich hat es die bittere Trainerentlassung von Claudio Ranieri gebraucht, um auf die Erfolgsspur zurückzufinden. Nachfolger Craig Shakespeare ist aber keineswegs ein Magier. Blickt man auf die Aufstellung von gestern, ... 

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bild: screenshot sky

... fällt auf, dass sich diese eigentlich nur in einer Position von der Meistermannschaft der Saison unterscheidet: Der nigerianische Neuzugang Wilfred Ndidi spielt im Zentrum für den zu Chelsea abgewanderten N'Golo Kanté, der den Sieg der «Foxes» übrigens live im Stadion mitverfolgte.

Wieso der Meisterfussball unter Shakespeare plötzlich wieder funktioniert, ist wohl auf das fussballtypische Phänomen der gelösten Blockade zurückzuführen. Fakt ist, dass Leicester ihren erfolgreichen Retro-Fussball wieder mit absoluter Konsequenz zelebriert. Und dieser fusst auf folgenden sieben Eckpfeilern:

Zweikampfbereitschaft

Der Zweikampf ist das simpelste Mittel, um den Gegner sehr direkt zu beeinflussen. Und die Leicester-Spieler haben dazu gestern keine Gelegenheit ausgelassen. Sie waren sich für keinen Zweikampf zu schade und haben diese mit der nötigen Leidenschaft und Härte, aber fast immer in den Banden der Fairness geführt.

Britain Soccer Football - Leicester City v Sevilla - UEFA Champions League Round of 16 Second Leg - King Power Stadium, Leicester, England - 14/3/17 Leicester City's Riyad Mahrez in action with Sevilla's Wissam Ben Yedder  Action Images via Reuters / Carl Recine Livepic

Auch Spielmacher Riyad Mahrez (r.) ist sich nicht zu schade, seinen Körper einzusetzen. Bild: Carl Recine/REUTERS

Zentrum zustellen

Man prügelt redet es schon den Junioren ein:
Wo ist es am gefährlichsten?
Vor dem Tor.
Wo schicke ich also den Gegner hin?
Aussen rum.
Exakt!

Im gestrigen Fall bedeutete dies, dass die Spanier für die Engländer sehr berechenbar wurden und trotz oder wegen akuter Rechtslastigkeit nur wenig Gefahr erzeugen konnten. Sevillas erzwungene Flankenbälle waren ein gefundenes Fressen für die grossgewachsene Leicester-Defensive.

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Sevillas Erfolgsquote mit Flanken: Überschaubar. bild: spiegel/opta

Geordnetes Passspiel – wieso auch?

Wo ist es am gefährlichsten?
Immer noch vor dem Tor.
Genau! Und wie komme ich am schnellsten dorthin?
Geradeaus!

Der LCFC hält nichts von Tiki-Taka und Schnickschnack mit unnötigen Lateralpässen, die während der Saison zwischendurch zu sehen waren. Der Ball muss auf dem direkten Weg in die Offensive – egal wie.

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Leicesters Pässe nach dem 2:0 (54.). Nur die grünen sind auch angekommen. bild: spiegel/opta

Wie früher:

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Ballbesitz und Passquote? Pfff! Alles was interessiert, sind Tore. bild: uefa.com

Effizienz

Wenn der Ball dann in der Offensive ist, dann soll er möglichst aufs Tor kommen. Das passiert bei Leicester nicht sonderlich oft, darum ist es wichtig, die wenigen Chancen auszunutzen. Das vorentscheidende 2:0 durch Marc Albrighton – eine Mischung aus technischer Meisterleistung und Grümpi-Genialität – war einer von nur vier Schüssen auf das gegnerische Gehäuse. Sevilla hatte deren sechs.

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Albrighton trifft zum 2:0 ins kurze Ecke. Video: streamable

Solche ausgelassenen Chancen wie die folgende kann sich Leicester nur selten leisten, die Selbstbestrafung von Jamie Vardy ist darum berechtigt.

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10. Stock, Weltraumforschung! Video: streamable

Hölzerne Innenverteidiger

Der «moderne Innenverteidiger» im Fussball (siehe Sergio Ramos, Mats Hummels oder Jesus Vallejo) ist neben seinem ausgeprägen Defensivgespür auch noch ähnlich feinfüssig und spielfreudig wie ein Spielmacher. Das ist bei Leicester anders. Ganz anders.

Football - Leicester City v Newcastle United - Barclays Premier League - King Power Stadium - 2/5/15
Leicester's Robert Huth and Wes Morgan celebrate after the game
Action Images via Reuters / Alex Morton
Livepic
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Hatten gegen Sevilla zusammen (!) 41 Ballkontakte: Wes Morgan (18) und Robert Huth (23). Bild: Alex Morton/REUTERS

Wes Morgan und Robert Huth sind am Ball ähnlich virtuos wie die Eiche neben dem Stadion. Dafür sind sie überaus resolut im Zweikampf, absolut unzerstörbar und etwa doppelt so kopfballstark wie Philippe Senderos und Johan Djourou zusammen. Darum sind sie bei vielversprechenden Standards immer eine gefährliche Waffe.

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«Captain Morgan» trifft als erster Jamaikaner in der Champions League – 1:0 für Leicester. Video: streamable

Das nötige Wettkampfglück

Leicester hat in der Meistersaison auffallend viele Spiele mit einem Tor Unterschied gewonnen. Dazu gehört immer auch eine Prise Wettkampfglück, die man sich aber offensichtlich verdienen kann. Das war auch gegen Sevilla wieder so. Wäre Sergio Escuderos wunderbarer Weitschuss kurz vor dem 2:0 im Tor anstatt an der Latte gelandet, hätte das Spiel vermutlich eine ganz andere Wendung genommen. 

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Da hat's gescheppert. Video: streamable

Kasper Schmeichel

Leicesters Defensive ist gut, aber nicht perfekt. Sie konnte sich in Notfällen aber immer auf ihre dänische «Wand» Kasper Schmeichel verlassen. Der 30-Jährige entschärfte mehrere aussichtsreiche Sevilla-Chancen und schaffte es als erster Goalie, in der Champions League sowohl im Hin- wie auch im Rückspiel einer K.o.-Runde einen Penalty zu halten.

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Steven N'Zonzi ist mit seinem kläglichen Schüsschen verantwortlich für den vierten verschossenen Sevilla-Penalty in Serie. Video: streamable

Das Märchen geht weiter

In der Summe sind die Mittel der «Füchse» also weiterhin überschaubar, doch ihre Effektivität zeigte sich im Rückspiel wieder einmal eindrücklich. Trotz viel Ballbesitz fehlten Sevilla die Ideen und den gewohnten Rhythmus fand es nur selten. Verstänlich war, dass darum die Nerven der Andalusier strapaziert wurden. Was die dumme Aktion von Samir Nasri in der zweiten Halbzeit begründet, aber nicht legitimiert:

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Nasri und Vardy geraten aneinander, der Franzose fliegt mit Gelb-Rot vom Platz. Video: streamable

Unter Craig Shakespeare bringt Leicester seine Gegner wieder an ihre Grenzen. Das Resultat: Erstmals in dieser Saison drei Siege in Serie. Und so bleibt festzuhalten, dass das Märchen des letztjährigen Sensationsteams weitergeht. Wenn nicht in der Meisterschaft, dann halt in der Champions League. Wer wettet auf einen Leicester-Triumph?

Aktueller denn je: Leicester und die «European Tour»

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«Dilly ding, dilly dong», wie Claudio Ranieri so schön sagte. Video: YouTube/TheRobinprime

Was vor der Meistersaison wahrscheinlicher war als der Titel für Leicester City

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7Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • bcZcity 15.03.2017 14:55
    Highlight Highlight Süss wie Leicester als Underdog präsentiert wird, nur weil Chelsea und co. alles überstrahlen. Schon mal deren Budget gesehen? In der PL ist fast jeder Club stinkreich, Underdogs gibt es da praktisch nicht.
    • icarius 15.03.2017 16:44
      Highlight Highlight Leicester ist der 20. Reichste Klub der Welt undhats jetzt unter die acht Besten Europa's geschafft. Eigentlich recht unspektakulär. Bemerkenswert ist das nur im Vergleich mit deutlich reicheren Klubs wie Tottenham, Chelsea, United und Liverpool. Gemessen an ihren Budgets sind Englische Klubs nicht sehr erfolgreich.
    • dintaifung 15.03.2017 19:08
      Highlight Highlight Aber in der PL brauchst du auch einfach ein riesen Budget um nur halbwegs mithalten zu wollen. Also sollte man eher das Spielermaterial vergleichen...
    • Amboss 15.03.2017 20:26
      Highlight Highlight @icarus: richtig, die englischen Klubs haben europäisch wirklich keine Grossen Stricke zerrissen.
      Aber das liegt vermutlich schon daran, dass die PL als Ganzes halt schon nicht eine Stufe stärker ist als die Primera Division oder die BL. Da hat auch der 20.ein konkurrenzfähiges Budget und Kader. Während für die Spitzenclubs Partien gegen Leganes, Osasuna, Perscara oder Darmstadt eher Trainingsspiele sind, die man auch noch mit 60% Einsatz gewinnt.
      Da ist es wirklich eine Doppelbelastung
  • Broesmu 15.03.2017 14:34
    Highlight Highlight Wie war eigentlich die Wettquote auf einen CL-Sieg von Leicester zu Beginn der Saison?
    • Chroneburger 15.03.2017 17:06
      Highlight Highlight Keine Ahnung. Aber jetzt ist sie relativ tief, 26/1.
  • Amboss 15.03.2017 14:21
    Highlight Highlight Das ist echt ein Phänomen. Kaum übernimmt der Assistent des Lehrers, läufts wieder. Irgendeine Blockade gelöst und der Assistent kennt natürlich das Spielsystem aus dem Effeff.
    Wie schon bei Gladbach. Schubert liess ja auch genau gleich weiterspielen und plötzlich ging es wieder...

    Die Frage stellt sich dann im folgenden Sommer: Ist der Assistent auch in der Lage, eine Mannschaft umzubauen (falls nötig), weiterzubringen etc...
    Schubert schaffte dies nicht.

    Oder hat man gar den Mut, einen Trainer nach einer erfolgreichen Rettung zu entlassen, rsp. zurückzustufen?

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