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Biels Cheftrainer Antti Toermaenen waehrend dem Eishockey-Meisterschaftsspiel der National League zwischen dem EHC Biel und den SCL Tigers am Dienstag, den 23. Januar 2018 in der Tissot Arena in Biel.(KEYSTONE/Christian Merz)

Antti Törmänen hat dem EHC Biel zu einem wahren Höhenflug verholfen. Bild: KEYSTONE

Analyse

So gut ist der EHC Biel wirklich

Der EHC Biel ist das Team der Stunde. Unter Antti Törmänen sind die Seeländer so gut wie noch nie diese Saison. Doch hält der Erfolg an? Eine Analyse.



15 Spiele, 12 Siege. Nur zwei Mal nicht gepunktet. Zur besten Defensive  (31 Gegentore) kommt auch noch die beste Offensive (56 Tore) dazu. Ohne Zweifel: Kein National-League-Team ist derzeit so gut in Form wie der EHC Biel

Doch sind die Seeländer tatsächlich so gut? Oder ist der Erfolg nur ein vorübergehender Ausschlag nach oben? Wir haben in den Statistiken gegraben und einige Antworten auf die wichtigsten Fragen gefunden.

Spielt der EHC Biel dominant?

Die Statistik sagt: Nein. Egal ob unter Mike McNamara, Interimstrainer Martin Steinegger oder unter dem aktuellen Coach Antti Törmänen, der EHC Biel schafft es meist nicht, die Mehrheit der Schussversuche zu kontrollieren. Von September bis Ende November (McNamara) hatten sie mit durchschnittlich 45,98 % noch den besten Corsi-Wert. Seither hat er leicht abgenommen.

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Die Corsi-Werte unter den verschiedenen Trainern. Erklärung: Hier werden die Schussversuche (Schüsse aufs Tor, Schüsse neben das Tor, geblockte Schüsse) des eigenen Teams ins Verhältnis gesetzt mit den Schussversuchen des gegnerischen Teams, wenn der betreffende Spieler auf dem Eis steht. Die entstehende Prozentzahl gibt eine Einschätzung über den Spielanteil eines Teams. Ein Corsi-Wert von über 50 gilt als gut. quelle: micha hofer/sihf.ch bild: watson

Doch dafür lassen sich auch Erklärungen finden. Personen, die dem Klub nahe stehen, sagen, dass das Spiel unter Törmänen verändert wurde. Die Anzahl Schussversuche habe abgenommen, dafür sei die Qualität der Abschlussmöglichkeiten besser geworden. Ebenfalls ein spannender Faktor sind die Blocks. Unter McNamara blockten die Berner noch rund zwei Schüsse pro Spiel weniger als unter seinen Nachfolgern.

Wie viel vom aktuellen Erfolg ist Glück?

Eine beträchtliche Menge. Denn im Vergleich zur Ära McNamara hat unter Steinegger und Törmänen nicht nur die Schusseffizienz, sondern auch die Fangquote der Torhüter markant zugenommen.

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Schusseffizienz und Fangquote der Torhüter unter den verschiedenen Trainern. quelle: micha hofer/sihf.ch Bild: watson

Die Summe dieser beiden Werte bildet den sogenannten PDO. Da Schusseffizienz und Fangquote stark vom Glück beeinflusst werden, kann mit dem PDO beurteilt werden, ob ein Team/Spieler gerade eher glücklich oder eher mit Pech agiert. Ein PDO-Wert unter 100 gilt als Pech, einer darüber als Glück. Und Biel kommt in den Spielen unter Antti Törmänen auf einen PDO von 108,45.

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Die PDO-Werte unter den verschiedenen Trainern. Bild: watson

Auch wenn sich ein Teil der Verbesserung durch ein neues Spielsystem erklären lässt, so liegt der übliche Bieler Durchschnitt doch stark darunter. Jonas Hiller kam letzte Saison auf eine Fangquote von 92,39 Prozent. Und die Schusseffizienz des EHC Biel lag bei 8,9 Prozent.

Welche Rolle spielen die Special Teams?

Alle aufgeführten Statistiken sind aus allen Spielsituationen gezogen. Dadurch ergibt sich durch Überzahl-, und Unterzahlsituationen eine leichte Verfälschung. Leider stehen in der Schweiz im Gegensatz zur NHL keine nach Spielsituationen sortierten Daten zur Verfügung. 

Im Bezug auf den EHC Biel fällt bei den Special Teams auf, dass die Mannschaft in den bisherigen Spielen unter Törmänen deutlich weniger Unterzahl spielen musste als vorher. Waren es zuvor pro Spiel durchschnittlich sechs Minuten und 21 Sekunden (McNamara) respektive sieben Minuten und sechs Sekunden (Steinegger), sind es unter dem Finnen beinahe zwei Minuten weniger.

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Zeit in Überzahl (PP TOI) und Unterzahl (PK TOI) pro Spiel unter den verschiedenen Trainern. Bild: watson

Folgt nun der grosse Einbruch?

Ewig wird die Bieler Erfolgsserie wohl kaum weitergehen. Die Fangquote Hillers (und Paupes) dürfte sich früher oder später wieder bei rund 92 bis 93 Prozent einpendeln. Auch die Schusseffizienz wird früher oder später wieder sinken.

Ein gewisser Einbruch wird irgendwann also kommen. Dennoch dürften die Seeländer sich wohl sogar das Heimrecht in den Playoffs sichern. Ob es dort dann tatsächlich auch über das Viertelfinale hinausreicht, darf dennoch bezweifelt werden.

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34
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34Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Gondeli 28.01.2018 14:06
    Highlight Highlight Denke der Herr Bürgler hat tatsächlich recht!
    Kaum haben die Bieler mal keine Glücksmomente im Spiel verlieren sie gegen Ambri UND Kloten - notabene die beiden Letzten der NLA!!! Im Gegensatz zu den Tigers welche sich noch in die Plee-Offs spielen/kämpfen werden - wir brauchen kein Glück, denn der Tiger ist stark genug!!!
  • Dynamischer-Muzzi 26.01.2018 10:43
    Highlight Highlight 2/2
    Fakt ist auch, dass Biel jedes "Spitzenteam" mindestens 1 Mal schon geschlagen hat. Von daher muss man sich nicht verstecken, egal wer der Gegner in den Playoffs wird.
    Wir werden sehen was kommt, aber eins ist auch Fakt, der EHC Biel macht vielen Spass so wie sie spielen! Und genau das ist es was jeden Bieler im Moment mehr interessiert, als eine Statistik, welche zwar viele Fakten liefert, jedoch Emotionen und deren Auswirkungen nicht vorhersehen kann.
  • Dynamischer-Muzzi 26.01.2018 10:40
    Highlight Highlight 1/2
    Sehr geehrter Herr Bürgler
    Ist in diesem statistischen Bericht auch bedacht, dass dieser angesprochene "Einbruch" beim EHC Biel schon dagewesen sein könnte? Oder wie erklären Sie die 11 Niederlagen in 12 Spielen im Zeitraum September/Oktober, welche dann auch zur Entlassung von McNamara führte? Davor hat Biel 7 der 8 Ligaspiele gewonnen und stand auf Platz 2. Von daher könnte es auch dieser Einbruch sein, den ja jedes Team statistisch 1. Mal pro Saison hat. Fakt ist, dass Biel absolut auf Kurs ist und das Heimrecht selbst "auf der Kelle" hat.
  • Against all odds 26.01.2018 10:38
    Highlight Highlight Die einzige Statistik die zählt ist die Tabelle. Glück und Pech können mal ein Spiel mitentscheiden. 15 Spiele einfach nur Glück? Bitteschön... Hat Herr Bürgler schon einmal ein EHCB-Spiel live miterlebt? Ich glaube eher nicht.
  • dis_Mami_het_gseit 26.01.2018 10:20
    Highlight Highlight 2/2
    Was man in den Statistiken nicht sieht ist der jahrelange Aufbau des EHC Biels zu einer Mannschaft die nicht mehr von vornherein die Play Outs für sich gebucht hat.
  • dis_Mami_het_gseit 26.01.2018 10:19
    Highlight Highlight 1/2
    Fortuna Favet Fortibus. - Interessant wäre es zu sehen wie die Statistiken im Vergleich zu einem ZSC stehen. Hat der ZSC der Logik des Schreibers folgend nur einfach riesen Pech? Wieso ist z.B. ein SCB Bern, der mit Wurst und Brot einen grösseren Umsatz hat als die Hälfte der NLA Teams Budget haben, im Verhältnis zum investierten Geld so chronisch erfolglos? Gibt es dazu auch eine Statistik? Was machen die Tigers statistisch falsch dass es bis dato nur zu einer einzigen Playoff Qualifikation gereicht hat? (0:4) Fragen über Fragen.
  • seeland76 26.01.2018 06:33
    Highlight Highlight sehr geehrter herr zaugg, bitte zeigen sie uns auch die statistik vom scb! es scheint mir, dass dies eine art psychospiel ist. sie möchten den bieler spielern angst machen. danke im voraus
    • Sandro Zappella 26.01.2018 06:52
      Highlight Highlight Wir werden es Herrn Zaugg, der diesen Artikel unter seinem Pseudonym «Adrian Bürgler» veröffentlicht hat, ausrichten.
  • Eifach öpis 26.01.2018 00:10
    Highlight Highlight Ich finde diese Statistiken sehr spannend. Ich kenne viele Leute die sagen, dass im Eishockey alles möglich sein und das die Emotionen entscheidend sind und dass in den playoffs eh alles passieren kann usw... aber am Ende werden die Statistiken immer bestätigt. Den Beweis dafür sehen wir Jahr für Jahr, indem immer eines der 3 Topteams aus Davos, Zürich oder Bern den Titel gewinnt. Im Eishockey ist alles möglich, aber nur in der Quali...
  • N. Y. P. D. 25.01.2018 23:21
    Highlight Highlight Nun gut, als Biel Supporter möchte ich noch einwenden, dass Statistiken relativ sind.

    Für was war die Red Army der CCCP in den Achtzigern gefürchtet bei den gegnerischen Torhütern ?

    Genau !

    Sie schossen erst aufs Tor, wenn sie den Torhüter ausgespielt hatten. So konnte ein Torhüter nicht ins Spiel finden.

    Der legendäre Trainer Wiktor Tichonow würde demzufolge diese "aufs Tor schiessen" - Statistiken seiner Oma zum lesen geben.

    Meine bescheidene Meinung.
    Benutzer Bild
    • Adrian Buergler 25.01.2018 23:24
      Highlight Highlight @N. Y. P.: Klar sagen Statistiken nicht immer die ganze Wahrheit. Aber bei allem Respekt für Biel ... sie mit der Sowjetunion vergleichen? So viel Talent ist im Seeland nun doch nicht vorhanden.
    • N. Y. P. D. 25.01.2018 23:42
      Highlight Highlight @Adrian, Dein Artikel ist gut hergeleitet.

      Die CCCP wollte ich als Beispiel nehmen um Statistiken zu relativieren.
      Ich denke, ein Trainer will Spielzüge sehen, die gegnerische Verteidigungen ausspielen. Oder, er will sehen, dass der direkte Weg vors Tor gesucht wird. Falls Chancen kreiert werden, ist er zufrieden mit der Mannschaft. Also, effiziente Torausbeute vor sinnloser "Torhüterbeschiessung".

      ..über das Viertelfinale hinausreicht, darf dennoch bezweifelt werden. (text)
      Mutiger Tipp !

      1978, 1981, 1983, 2018 *hust*
    • Adrian Buergler 25.01.2018 23:45
      Highlight Highlight @N. Y. P.: Klar, ich denke jeder Trainer zieht die effiziente Torausbeutung vor. Und bezüglich meines "Tipps": Ich lasse mich gerne auch überraschen. Ich mag Underdog-Märchen ;-)
    Weitere Antworten anzeigen
  • andre63 25.01.2018 22:17
    Highlight Highlight ihre anti biel artikel wersen langsam peinlich herr bürgler.... irgendwie betupft? 🤔
  • Blister 25.01.2018 22:12
    Highlight Highlight Aufpassen. Wenn ein Team wenig Unterzahlminuten hat, kann das auch heissen, dass sie viele Tore in Unterzahl kriegen. Und da Biel unter Törmänen sehr oft führt, ist ein roher Corsi Wert von 44% besser zu bewerten, wie wenn man immer in Rückstand ist und 45% corsi hat. Mein Modell hat übrigens Biel knapp auf Platz 3, zusammen mit dem EVZ 😀
    • Adrian Buergler 25.01.2018 22:15
      Highlight Highlight @Blister: Dass stimmt natürlich alles.
  • Rookie 25.01.2018 21:44
    Highlight Highlight Abwarten. Eishockey bleibt ein schnelles Spiel auf rutschigem Untergrund. Alles ist möglich!!!🍀😜👍
  • glass9876 25.01.2018 21:40
    Highlight Highlight Ist es nicht so, dass ein guter Stürmer weniger Schüsse braucht um ein Tor zu erzielen? Oder ist er dann einfach glücklich, so wie ihr beim PDO schreibt?
    • Adrian Buergler 25.01.2018 21:54
      Highlight Highlight @zwan33: Das stimmt. Es gibt natürlich besondere Fälle.

      Beispielsweise Marc Wieser und Perttu Lindgren hatten in den letzten Jahren eine hohe Schusseffizienz, weil sie erstens hervorragende Stürmer sind und weil sie zweitens beide Spieler sind, die erst schiessen, wenn sie eine wirklich gute Position haben. Das treibt den Wert natürlich nach oben. Jede Statistik hat so seine Schwächen.

      Benutzt man PDO aber um ein Team zu beurteilen, gleicht sich das Ganze intern wieder aus, weil es auch "Chancentode" gibt, die den Wert wieder runter ziehen.
    • glass9876 25.01.2018 22:08
      Highlight Highlight Schon, aber wenn der neue Coach seine Taktik so vermittelt, dass häufiger gute Schusspositionen erreicht werden, erst in einer solchen geschossen wird, der Goalie besser abgedeckt wird (Rebounds) und die Gegner in schlechte Schusspositionen gedrängt werden, steigt eben dieser PDO trotz gleichbleibender Spieler/Goalies.
    • Adrian Buergler 25.01.2018 22:14
      Highlight Highlight @zwan33: Kann sein, muss aber nicht. Haben die Spieler ihr Potential bislang nicht ausgeschöpft, dann kann es sein, dass der PDO auch nachhaltig steigt. Aber wahrscheinlicher ist es, dass die Gegner die neue Taktik irgendwann durchschauen. Und ob die Scheiben dann noch reinfallen oder nicht, hat dann wieder mit Glück (Abpraller, Ablenkern etc.) zu tun. Damit steht und fällt der PDO.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Iniza 25.01.2018 21:04
    Highlight Highlight @adrian tolle Analyse, guter Artikel. Wer die EHCB Spiele life mitverfolgt, spürt auch die Emotionen auf dem Eis. Mit jedem Sieg wächst die Hoffnung auf den Titel und Hoffnung gibt ja bekanntlich Kraft.
  • Bätzi 25.01.2018 20:42
    Highlight Highlight ??
    Mmmmmmhhh Okay!
    Schon irgenwie interessant aber für mich ist Hockey mehr eine Sache der Emotion. Wenn der Team Sprit passt und das ist bei Biel im Moment der Fall, ist alles möglich.

  • Altorez 25.01.2018 20:06
    Highlight Highlight Bitte bitte sagt mir wo man die Advanced Stats der NLA findet. Oder berechnet ihr diese selbst?
    • Adrian Buergler 25.01.2018 20:12
      Highlight Highlight @Altorez: Teilweise gibt es Twitter-User die gewisse Advanced Stats veröffentlichen. In diesem Fall wurden die Daten (die mir freundlicherweise von einem Kollegen zur Verfügung gestellt wurden) selbst berechnet.
    • Altorez 25.01.2018 20:17
      Highlight Highlight @Adrian
      Vielen Dank für die Info.
      Dann schau ich mich mal auf Twitter um :)
    • Adrian Buergler 25.01.2018 20:21
      Highlight Highlight @Altorez: Einige spannende Accounts sind beispielsweise @eurocaps, @Boumatoews or @spz19
    Weitere Antworten anzeigen
  • headless 25.01.2018 19:54
    Highlight Highlight Danke adrian. Dies ist, glaube ich jedenfalls, der erste artikel über ch-hockey, wo corsi und pdo mit einbezogen wurden 😀
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