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Biels Damien Riat, links, pruegelt sich mit Berns Jeremie Kamerzin im Eishockey Meisterschaftsspiel der National League zwischen dem EHC Biel und dem SC Bern, am Samstag, 9. Februar 2019, in der Tissot Arena in Biel. (KEYSTONE/Peter Schneider)

Biels Riat (links) prügelt sich mit Berns Kamerzin. Bild: KEYSTONE

Eismeister Zaugg

In den Playoffs hört die Romantik auf – der SCB und Biel kommen in den Final

Es war die Qualifikation der Aussenseiter. Ambri-Piotta und die SCL Tigers schafften sensationell die Playoffs. Die Titanen wankten, die ZSC Lions und Davos stürzten. Aber in den Playoffs hört diese Romantik auf. Der SCB wird Meister. Oder?



Nicht zwei Aussenseiter spielten um den letzten Playoff-Platz. Die meisterlichen ZSC Lions mussten in Genf zur finalen Auseinandersetzung antreten – und scheiterten kläglich. Der Meister taumelte durch die Qualifikation und stolperte am Ende.

Davos wusste schon früh, dass es nicht für die Playoffs reicht, und steht bereits als Playout-Teilnehmer fest. Lugano zitterte noch lange nach Neujahr. Die Spielzeit 2018/19 war die Saison der Kleinen – und der Kompetenz. Nicht mehr Geld, sondern Kompetenz spielte eine zentrale Rolle. Geld ohne Geist funktioniert nicht mehr. Geist schlägt auch viel Geld.

Nun haben alle Meister des 21. Jahrhunderts – Lugano, Davos, Bern und die ZSC Lions – mindestens einmal die Playoffs verpasst. Das ist ein sehr gutes Zeichen für unser Hockey.

Die Underdogs werden an ihre Grenzen stossen

Wenn die Aussenseiter alles richtig machen, dann erreichen sie die Playoffs. Aber für mehr reicht es nicht. In den Playoffs genügt Kompetenz allein nicht mehr. Da braucht es dazu auch das grosse Geld für die Kadertiefe und die ganz grossen Spieler (ganz gross zumindest für unsere Liga). Dieses «Playoff-Geld» haben Langnau und Ambri nicht.

Nun kennen wir die vier Playoff-Paarungen. Mit der Romantik ist es vorbei. Die Aussenseiter Langnau und Ambri werden an ihre Grenzen stossen und scheitern. Biel und Lausanne sind keine Aussenseiter mehr. Sie sind bereits kleine Titanen.

Viertelfinals

SC Bern (1.) – Servette (8.) 4:0

Die Berner Jubeln ueber das Tor zum 1:0 von Berns Simon Moser im Eishockey Meisterschaftsspiel der National League zwischen dem SC Bern und dem Geneve-Servette HC, am Dienstag, 26. Februar 2019, in der PostFinance Arena in Bern. (KEYSTONE/Daniel Teuscher)

Bild: PPR

Ein Freilos für den Qualifikationssieger. Das kann auch Chris McSorley, der stolze Triumphator über die meisterlichen ZSC Lions, nicht ändern.

Zug (2.) – Lugano (7.) 2:4

Zug's player Dario Simion, center, fights with Lugano's player Giovanni Morini, right, during the preliminary round game of National League Swiss Championship 2018/19 between HC Lugano and EV Zug, at the ice stadium Corner Arena in Lugano, Switzerland, Friday, February 8, 2019. (KEYSTONE/Ti-Press/Alessandro Crinari).

Bild: KEYSTONE/TI-PRESS

Diese Chance zur Ehrenrettung wird sich Lugano nicht entgehen lassen. Zug kommt nur weiter, wenn Trainer Dan Tangnes (er hat noch nie eine Playoff-Serie gewonnen) den Mut hat, Tobias Stephan durch Sandro Aeschlimann zu ersetzen.

Lausanne (3.) – SCL Tigers (6.) 4:1

L'attaquant lausannois Christoph Bertschy, gauche, celebre le premier goal devant la deception du defenseur de Langnau Federico Lardi, droite, lors de la rencontre du championnat suisse de hockey sur glace de National League entre le Lausanne Hockey Club, LHC, et le SCL Tigers ce mardi 15 janvier 2019 a la patinoire provisoire de Malley 2.0 a Lausanne. (KEYSTONE/Laurent Gillieron)

Bild: KEYSTONE

Der schlimmstmögliche Viertelfinal-Gegner für die Langnauer: Lausanne ist ein «kleiner SCB». Kari Jalonens Zauberlehrling Ville Peltonen lässt das gleiche «Schablonen-Hockey» spielen – aber mit dem Unterschied, dass seine Spieler, anders als die Berner, die Langnauer nicht unterschätzen. Die SCL Tigers haben nur eine kleine Chance, wenn Damiano Ciaccio weit über sich hinauswächst und Chris DiDomenico die Nerven nicht verliert. Gegen Lugano, Ambri, Biel und Servette hätte Langnau eine echte und gegen den SCB eine kleine Chance gehabt.

Biel (4.) – Ambri (5.) 4:2

Bienne's player Mike Kuenzle right celebrate the 1 - 3 goal with Bienne's player Marc Antoine Pouliot center and Bienne's player Damien Riat left, during the preliminary round game of National League Swiss Championship 2018/19 between HC Ambri Piotta and EHC Biel-Bienne, at the ice stadium Valascia in Ambri, Switzerland, Saturday,  February 23, 2019. (KEYSTONE/Ti-Press/Samuel Golay)

Bild: TI-PRESS

Wenn Jonas Hiller nicht besser sein wird als Benjamin Conz, dann sollte ihm Sportchef Martin Steinegger den Lohn kürzen. Und wenn Antti Törmänen kein taktisches Rezept findet, um Ambris ersten Sturm um Liga-Topskorer Dominik Kubalik zu bremsen, dann hat er ein Lotter-Taktiker. Nur gegen Langnau, Servette und Lugano hätte Ambri eine Chance gehabt.

Halbfinals

Bern (1.) – Lugano (7.) 4:3

Lugano's player Romain Loeffel, Bern's player Gaetan Haas, Lugano's goalkeeper Elvis Merzlikins and Lugano's player Taylor Chorney, from left, during the regular season game of National League A (NLA) Swiss Championship 2018/19 between HC Lugano and SC Bern at the ice stadium Corner Arena in Lugano, Switzerland, Monday March 4, 2019. (KEYSTONE/Ti-Press/Davide Agosta)

Bild: KEYSTONE/TI-PRESS

Aber wenn wir den wahren Elvis Merzlikins sehen, wird Lugano ins Finale einziehen und wir werden uns vor Greg Ireland so tief und so oft verneigen, wie wir es vermögen.

Lausanne (3.) – Biel (4.) 2:4

Biels Goalie Jonas Hiller, rechts, stoppt den Puck an der Seite von Lausannes Joel Vermin, Biels Mathieu Tschantre, und Biels Kevin Fey, beim Eishockey Meisterschaftsspiel der National League zwischen dem HC Biel und den HC Lausanne, am Mittwoch, 2. Januar 2019, in der Tissot Arena in Biel. (KEYSTONE/Anthony Anex)

Bild: KEYSTONE

Biel hat die besseren, unberechenbareren Individualisten und vermag Lausanne vom taktischen Schachbrett zu fegen. Und wenn Jonas Hiller nicht besser ist als Sandro Zurkirchen oder Luca Boltshauser, muss ihm der Lohn gekürzt werden.

Final

Bern (1.) – Biel (4.) 4:1

Spielszene im Eishockey Meisterschaftsspiel der National League zwischen dem EHC Biel und dem SC Bern, am Samstag, 9. Februar 2019, in der Tissot Arena in Biel. (KEYSTONE/Peter Schneider)

Bild: KEYSTONE

Die Zeit ist reif für den ersten Berner Final. Das wahre Hockey, der wahre Fussball, das wahre Handball, das wahre Unihockey und das wahre Hornussen werden eben bis auf weiteres doch im Bernbiet gespielt.

Deine Prognose?

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108 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
Mike Mueller
05.03.2019 12:09registriert September 2015
es kommt darauf an, welcher Goalie sich zuerst entscheidet Schweizer Meister zu werden ;-)
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davej
05.03.2019 12:12registriert July 2016
Zum Glück hat der Klausi NIE recht, wenn er Tippt. Er sagte ja drei Jahre lang das Rappi aufsteigt. Geklappt hat es erst im dritten Anlauf. Diese Saison hätte Kloten auch aufsteigen müssen, laut Klausi. Jetzt liegen sie am Strand. Und ja, Biel ist der klare Favorit. Obwohl beide 79 Punkte geholt haben.
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maylander
05.03.2019 16:11registriert September 2018
Ich freue mich auf die zwei offensivsten Mannschaften bei EVZ vs HCL.
Lapierre und Roe werden sicher ein paar Streicheleinheiten austauschen, so dass auch Romatiker auf ihre Kosten kommen. Polemiken um die zwei "Verräter" Suri und Hofmann.
Diese Serie ist das Highlight der Viertelfinals.
Der Cupsieger will sich auch noch den Meisterkübel krallen.
Dan Tagnes hat bis jetzt sehr gut gearbeitet auch wenn er nicht dauern ins Lampenlicht gerückt wurde.
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