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Kloten's player Patrick Obrist, left, fights for the puck with Ambri's player Michael Fora, right, during the placement round game of National League Swiss Championship 2017/18 between HC Ambrì Piotta and EHC Kloten, at the ice stadium Valascia in Ambrì Piotta, Switzerland, Saturday, March 10, 2018. (KEYSTONE/Ti-Press/Pablo Gianinazzi)

Klotens Patrick Obrist macht Ambris Michael Fora den Puck streitig. Bild: KEYSTONE/TI-PRESS

Eismeister Zaugg

Der heimliche WM-Sieger – ein Klotener, der nicht absteigt

Eine der erstaunlichsten Leistungen bei dieser WM ist beinahe übersehen worden: Der Klotener Patrick Obrist (25) ist mit Österreich nicht abgestiegen.

klaus zaugg, Kopenhagen



Ein Klotener an der WM? Gibt es das? Captain Denis Hollenstein und unser letztjähriger WM-Topskorer Vincent Praplan sind ja nicht in unser WM-Team berufen worden.

Aber Österreichs Nationaltrainer Roger Bader hat Patrick Obrist (25) wie schon vor einem Jahr beim Aufstieg ins WM-Team geholt. «Es ist unser bester Defensiv-Center und im Box-Play Weltklasse. Er ist robust und schnell genug, um auf WM-Niveau mithalten zu können. Es ist mir ein Rätsel, warum er in Kloten am Flügel spielen musste.»

So kommt es, dass erstens doch noch ein Klotener bei der WM mitmachen darf und zweitens ein Klotener diese Saison nicht abgestiegen ist. Patrick Obrist reagierte nach dem rettenden 4:0 gegen Weissrussland mit einem säuerlichen Lächeln auf die Bemerkung eines ausländischen Chronisten, es gebe ja Klotener, die nicht absteigen. Und sagte, er sei froh, dass es für ihn doch noch so etwas wie ein Happy-End für diese Saison gegeben habe.

Er hat, wie es sich für einen Defensivstürmer gehört, die WM mit einer statistischen Brille beendet (0 Tore/0 Assists). Dafür ist seine Plus/Minus-Bilanz (-2) beachtlich. Er hat Teamkollegen, die -7 in der Statistik haben.

Österreich sichert sich Liga-Erhalt

Mit einem 4:0 gegen Weissrussland hat Aufsteiger Österreich vorzeitig und sensationell den Liga-Erhalt geschafft. Und erst noch eine weitere historische Leistung vollbracht: Beim 4:0 gegen Weissrussland haben die Österreicher erstmals seit 1994 (damals unter Nationaltrainer Dr. Ludec Bukac) bei einem WM-Spiel auf höchster Stufe in einem Spiel drei Powerplay-Tore erzielt. Der Aufsteiger ist im Powerplay die Nummer 6 bei dieser WM (Schweiz 7.) – und es heisst ja, beim Powerplay zeige sich die Handschrift des Coaches.

Patrick Obrist ist bereits mit den Lakers abgestiegen (2013/15) und stürmte seither für Kloten. Die Frage kann natürlich nicht ausbleiben: Wo wird er nächste Saison spielen? Sein Vertrag ist ja durch Klotens Abstieg nichtig geworden. Er sagt zwar, er habe sich darüber noch keine Gedanken gemacht und werde nach der WM entscheiden.

HC Davos Torhueter Leonardo Genoni gegen Rapperswil-Jona Lakers Stuermer Patrick Obrist, rechts, im Eishockey-Meisterschaftsspiel der National League A zwischen den Rapperswil-Jona Lakers und dem HC Davos, am Freitag, 26. September 2014, in der Diners Club Arena in Rapperswil. (KEYSTONE/Patrick B. Kraemer)

Patrick Obrist misst sich im Lakers-Dress in der Saison 2014 mit Davos-Goali Leonardo Genoni. Bild: KEYSTONE

Aber dann verrät er doch, dass Absteiger Kloten offensichtlich nicht mehr sein Wunschklub ist. Denn er sagt: «Ich möchte, wenn möglich weiterhin in der NLA spielen.» Womit klar ist: Bleibt er in Kloten, dann nur, weil er in der NLA keinen Job gefunden hat.

Bald ein österreichischer Sturm bei Ambri?

Patrick Obrist hat letzte Saison in 43 Qualifikationspartien nur einen Treffer erzielt. Aber zwei in den sieben Dramen der Liga-Qualifikation. Der kräftige, mutige, schnelle Läufer (185 cm/90 kg) mit den steinernen Händen ist ein guter Ergänzungsspieler. Ein Stürmer, der sich an der WM bewährt hat, ist allemal eine Rolex auf dem Transferwühltisch.

Eigentlich müsste Ambris Sportdirektor Paolo Duca interessiert sein. Dann könnte Ambri nächste Saison als erste Mannschaft unserer Hockeygeschichte in der höchsten Liga einen österreichischen Sturm auf die Gegner loslassen: Patrick Obrist mit Dominic Zwerger und Fabio Hofer auf den Aussenbahnen.

Item, mit Roger Bader hat ein Nationaltrainer aus der Schweiz mit dem Klassenerhalt sein Ziel bei dieser WM bereits erreicht. Er war mit Österreich im letzten Frühjahr bereits völlig überraschend in seinem ersten Amtsjahr aufgestiegen. Sein Vertrag läuft noch zwei Jahre bis 2020 – gleich lang wie der Kontrakt von Patrick Fischer. Sportlich ist Österreichs Ligaerhalt etwa so einzustufen wie für die Schweiz ein WM-Halbfinal.

Schweizer Ausbildung

Was diese WM noch bringen mag – eines steht fest: Wir haben bei diesem Turnier mit Roger Bader einen grossen Nationaltrainer. Und was für Patrick Fischer die NHL-Profi, sind für den Winterthurer die NLA-Profi: sein bester Torschütze ist Ambris Dominic Zwerger (zwei Treffer, gleich viel wie der einzige NHL-Profi Michael Raffl), sein talentiertester Offensivverteidiger Luganos Stefan Ulmer, seine spektakulärste Flügel-Tanzmaus Fabio Hofer (nächste Saison Ambri) und sein bester Defensivcenter – wie erwähnt – Klotens Patrick Obrist.

ABD0153_20180418 - WIEN - ÖSTERREICH: AUT-Head Coach Roger Bader am Mittwoch, 18. April 2018, während des freundschaftlichen Eishockey-Länderspiels zwischen Österreich und Kasachstan in Wien. - FOTO: APA/HERBERT NEUBAUER

Nati-Trainer Roger Bader führte Österreich zum Klassenerhalt. Bild: APA/APA

Kleine Namen, die ein grosser Trainer zu einem internationalen Erfolg geführt hat. Alle haben ihre Jobs nur dank ihrer Schweizer Lizenz, die sie ihrer Juniorenzeit in unserem Hockey verdanken. Als Ausländer wären sie nicht einmal für die Swiss League (NLB) gut genug. Roger Bader sagt: «Sie sind für uns sehr wertvoll, weil sie in der Schweiz in einer besseren Liga spielen.»

Selbst wer mit den Lakers und Kloten abgestiegen ist wie Patrick Obrist, ist noch lange gut genug, um in Österreich ein guter Nationalspieler zu sein.

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