Verband will Nati-Spieler vor unangenehmen Fragen zur Fussball-WM schützen
Der unberechenbare Trump. Der Krieg im Iran. Die Gewalt in Mexiko. Die FIFA und ihr Präsident Infantino.
Die Vorfreude vieler Fussballfans auf ein Turnier war schon grösser als jetzt gerade vor der WM 2026 in den USA, Kanada und Mexiko. In den Monaten vor dem Anpfiff zur Weltmeisterschaft bestimmen – nicht ungewöhnlich vor einem Grossanlass – andere als sportliche Themen die Schlagzeilen. Es wird schliesslich auch noch nicht gekickt.
«Wollen klare Rollenverteilung»
Schon die WM vor vier Jahren in Katar bot reichlich Gesprächsstoff. Der Schweizer Verband will es ähnlich handhaben wie damals – und die Spieler vor Fragen, deren Beantwortung sie in die Bredouille bringen könnte, schützen.
«Trainer und Spieler sollen sich auf den Sport fokussieren können», betonte SFV-Sprecher Adrian Arnold. Am Rande der Kaderbekanntgabe für die anstehenden Tests gegen Deutschland und Norwegen erklärte er den Medienschaffenden: «Wenn es politische Fragen gibt, werden diese vom Verband beantwortet. Wir wollen eine klare Rollenverteilung.»
Der Schweizerische Fussballverband sehe sich in der Pflicht, dass die Spieler sich sportlich auf das Turnier vorbereiten können, fügte Arnold an. Anderen Themen sollen sich Präsident, Generalsekretär oder ein Sprecher annehmen.
Reger Austausch mit Behörden
Murat Yakin war zuvor gefragt worden, wie sehr ihn die aktuelle Weltlage beschäftige und ob diese seine Vorfreude auf das Turnier trübe. «Wir sind in der Vergangenheit gut damit gefahren, dass wir Sport und Politik trennen können», sagte der Nationaltrainer. «Wir sind alle betrübt und traurig darüber, was passiert. Doch wir können uns nur auf unsere Aufgabe fokussieren und ich hoffe, dass alle Massnahmen getroffen werden, dass wir sicher anreisen, trainieren und spielen können.»
Man stehe bereits jetzt eng im Kontakt mit dem EDA, Behörden vor Ort, Botschaft und Konsulaten in den USA, ergänzte Sprecher Arnold. «Es gibt einen regelmässigen Austausch. Letztlich sind wir auf die Einschätzung von Experten angewiesen. Der Austausch ist rege und wir können uns auf sie verlassen.»
Die Schweiz wird ihre drei WM-Vorrundenspiele an der Westküste austragen. Zunächst trifft sie bei San Francisco auf Katar, dann in Los Angeles auf einen noch unbekannten europäischen Gegner und schliesslich in Vancouver auf Turnier-Co-Gastgeber Kanada.
