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Switzerland's defender Fabian Schaer speaks during a press conference after a training session of the Switzerland's national soccer team at the Torpedo Stadium, in Togliatti, Russia, Tuesday, June 19, 2018. The Swiss team is in Russia for the FIFA World Cup 2018 taking place from 14 June until 15 July 2018. Team Switzerland is based in Togliatti in the Samara district. (KEYSTONE/Laurent Gillieron)

Fabian Schär schaut gelassen aufs Serbien-Spiel. Bild: KEYSTONE

Schär zeigt kein Verständnis für Neymars Kritik: «Das gehört zum Fussball dazu»

19.06.18, 15:38 19.06.18, 16:15


Die gute Balance im Schweizer Spiel beruht auf einer brillanten Abwehr. Im Zentrum verteidigt Fabian Schär – unbeeindruckt von Klubsorgen, unabhängig von der Grösse der Aufgabe. Vor dem Duell mit Serbien spricht der 26-Jährige über Pläne und wirkt seelenruhig.

Eine Qualität hebt die Schweizer seit bald zwei Jahren vom Gros der Konkurrenz ab. Ihre Stabilität in der eigenen Zone, ihre nahezu perfekte Gruppierung in der Defensive brachte eine Top-sechs-Klassierung im FIFA-Ranking ein. Seit dem EM-Achtelfinal-Out hat Vladimir Petkovics Ensemble in 18 Partien lediglich 9 Gegentore zugelassen.

Switzerland's Fabian Schaer, right, holds Brazil's Neymar during the group E match between Brazil and Switzerland at the 2018 soccer World Cup in the Rostov Arena in Rostov-on-Don, Russia, Sunday, June 17, 2018. (AP Photo/Andrew Medichini)

Fabian Schär langt gegen Neymar zu. Bild: AP/AP

An der beeindruckend starken Abwehrquote ist auch Fabian Schär beteiligt. Im Verbund mit dem enorm ballsicheren Dortmunder Manuel Akanji bildet er ein Zentrum, das die Gegner nicht nur stoppt und gut liest, sondern auch eine exzellente Spielauslösung garantiert. «In den letzten Spielen haben wir unseren Job gut gemacht», bilanziert Schär – zwei Gegentore in 180 Minuten gegen die beiden Ex-Weltmeister Spanien und Brasilien sind der statistische Beleg seiner Eigeneinschätzung.

Schär über Akanji:

«Wir funktionieren sehr gut zusammen auf dem Platz, wir helfen uns gegenseitig. Wir kommunizieren sehr viel. Er ist mit seinen jungen Jahren schon sehr ruhig, sehr zweikampfstark und er hat eine sehr gute Spielauslösung. Er hat eine sehr schöne Zukunft vor sich, wenn er so weitermacht.»

Für die Kritik wegen den vielen Fouls an Neymar und der harten Gangart der Schweizer hat Schär kein Verständnis. «Klar haben wir aggressiv gespielt, aber es war alles im fairen Bereich», erklärt der Ostschweizer. «Manchmal musst du foulen, das gehört zum Fussball dazu. Wir sind auch eine Mannschaft, die in die Zweikämpfe geht.»

Nun folgt der nächste, womöglich unangenehme Stresstest. Die Ausgangslage vor dem kursweisenden Gruppenspiel gegen den Startsieger Serbien ist nicht zu vergleichen mit dem Auftakt gegen Brasilien. Wucht statt spielerische Raffinesse kommt auf die SFV-Auswahl zu. Der robuste Kontrahent hat mehr Körperlänge vorzuweisen als jeder übrige WM-Teilnehmer: über 1,86 Meter im Schnitt.

Es ist mit einer wilden Angelegenheit zu rechnen. Fabian Schär geht von einem «intensiven und harten» Spiel aus. Überhöhen will der Innenverteidiger die Bedeutung der Partie nicht – aus eigenem Interesse. Die Aufgabe wird schwierig genug. Einen Fehltritt können sich die Schweizer nicht leisten. «Wir müssen alles daran setzen, die Partie nicht zu verlieren.» Besorgt ist er dennoch nicht: «Einen Plan haben wir immer.»

Schär über Serbien:

«Die Serben haben sehr gute Einzelspieler, sie zeigten gegen Costa Rica ein sehr gutes Spiel. Das wird für uns ein sehr hartes und intensives Spiel werden.»

Video: srf/SDA SRF

Schär gehört seit dem 3:0-Erfolg gegen Honduras an der letzten WM-Endrunde zum internationalen Stamm. Aus der Ruhe zu bringen ist der Ostschweizer praktisch nicht – auch nicht vom aus seiner Sicht schon länger schwierigen Kluballtag. Weder vom Stillstand in Hoffenheim noch vom Abstieg mit Deportivo La Coruña liess er sich im Kreis der Nationalmannschaft etwas anmerken.

Der frühere Abwehrpatron des FC Basel ist ein Meister der Konzentration aufs Wesentliche. Nebengeräusche blendet er konsequent aus. Das Selbstvertrauen ist tief verankert in Schärs Fussball-DNA, der Glaube an die eigene Substanz wirkt nicht aufgesetzt. Mit der derzeit offenen Zukunft in Spanien beschäftigt er sich während keiner Sekunde.

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Keine Panik

Seine Gelassenheit dringt immer wieder durch. Augenmass demonstriert der frühere Bundesliga-Professional auch bei Themen ausserhalb der Schweizer Reichweite. Die Unebenheiten der Prominenz in den anderen Gruppen sind ihm nicht entgangen. Das 0:1 von Weltmeister Deutschland, im Achtelfinal ein möglicher Widersacher der Schweiz, hat er registriert.

Switzerland's defender Fabian Schaer during a training session of the Switzerland's national soccer team at the Torpedo Stadium, in Togliatti, Russia, Tuesday, June 19, 2018. The Swiss team is in Russia for the FIFA World Cup 2018 taking place from 14 June until 15 July 2018. Team Switzerland is based in Togliatti in the Samara district. (KEYSTONE/Laurent Gillieron)

Auf was hat Fabian Schär wohl gezielt? Bild: KEYSTONE

Im Gegensatz zum deutschen Kommentatoren-Tross analysiert der Ex-Hoffenheimer den erheblichen Fehlstart der DFB-Elf indes überaus sachlich: «Sie haben genügend Erfahrung, das nicht als zu grosses Problem zu sehen. Sie werden nicht in Panik verfallen.» (pre/sda)

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.

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    Alle Leser-Kommentare
  • (J)onas (F) (K)essler 19.06.2018 21:11
    Highlight Synchroschwimmen wäre etwas füt Neymar
    27 2 Melden
  • IDon'tHaveAName 19.06.2018 18:15
    Highlight Gebt dem Neymar einen Nuggi! ;)
    82 2 Melden
  • Bruno Wüthrich 19.06.2018 16:38
    Highlight Neymar war eine der auffälligsten Figuren im Spiel. Dies aus zwei Gründen: 1.) Seine Frisur. Ich kommentiere sie nicht weiter, da es äusserst unwahrscheinlich ist, dass ich den verursachenden Frisör je kennen lernen muss. 2. Seine Wehleidigkeit. Neymar versuchte über Gebühr, vom Schutz zu profitieren, den Schiedsrichter den Stars zuzugestehen pflegen. Bei jeder Gelegenheit wand er sich vor Schmerzen. Die Zeitlupenbilder entlarvten ihn öfters, als ihm lieb sein dürfte.
    Sein Theater dürfte auch den Schiedsrichtern nicht entgangen sein. Neymar ist zwar kein Weichei, aber sicher ein Schauspieler.
    229 8 Melden
  • Hessmex 19.06.2018 16:29
    Highlight Ist schon frappant wie verschieden die Kulturen sind:
    Dort Brasilien, haben ALLES perfekt gemacht aber der Gegner war so böse und da Deutschland, loben den Gegner für das gute Spiel und suchen die Fehler bei sich selber!
    276 25 Melden
    • zeroc88l 19.06.2018 21:46
      Highlight Bezüglich Brasilien stimme ich zu. Die Deutschen suchen jedoch den Fehler eher beim Mitspieler als bei sich selber!
      9 10 Melden
  • DerSimu 19.06.2018 15:57
    Highlight Neymar ist peinlich und die Brasilianee schlechte Verlierer. Weniger schwalben, mehr spielen. Das Resultat ist absolut verdient. Punkt.
    316 27 Melden
    • Kunibert der fiese 19.06.2018 19:07
      Highlight Genau. Eine so grossartige mannschaft, wie brasilien behauptet zu sein, sollte auch mehr als 1 tor gegen die schweiz s hiessen können. Und wegen der vielen fouls, shaquiri musste/muss, vorallem gegen kleinere gegner, auch immer viel einstecken. Aber der macht nicht so ein drama draus.
      60 0 Melden
    • w'ever 19.06.2018 21:46
      Highlight ich bin mir nicht ganz sicher, aber hat shaquiri in basel nicht auch des öftern mal ein drama aus einer attacke gemacht? und ja er musste auch einiges einstecken.
      ich fand ihn dann in detschland und england ein wenig härter im nehmen.
      10 5 Melden
    • JoeyOnewood 20.06.2018 07:45
      Highlight Bitte bitte, so langsam sollte mans können: Shaqiri, kein u nach dem q.
      2 0 Melden

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