Wirtschaft
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«Faktor Mensch ging völlig vergessen» – Boni kommen aus der Mode



ARCHIVBILD ZUR PRAESENTATION DER JAHRESZAHLEN 2016 DER MIGROS BANK -- Das Logo der Migrosbank, aufgenommen am Donnerstag, 1. November 2012, in Winterthur. (KEYSTONE/Steffen Schmidt)

Bild: KEYSTONE

Die Bâloise hat es getan, die Migrosbank und auch Tamedia: Sie haben sich von individuellen Boni für die Mitarbeitenden verabschiedet. Damit stehen sie für einen neuen Trend. «Die Bonuskultur ändert sich derzeit rasant», sagte HCM-Chef Stephan Hostettler an einem Mediengespräch am Freitag.

Die Bezahlung habe einen grossen Einfluss auf die Firmenkultur, sagte Hostettler. Mit der Umstellung der Entlöhnungssysteme wollten die Unternehmen die Teamarbeit wieder fördern. «Es gibt ein Umdenken im Umgang mit Geld.» HCM erhalte derzeit viele Anfragen zu dem Thema sowohl von grossen als auch kleinen Unternehmen. Viele hätten die Umstellung aber auch schon vollzogen.

«Eigentlich bin ich aber überrascht, dass dieser Wandel erst jetzt eingesetzt hat», sagte Hostettler. Als in den 90er-Jahren die ersten bonirelevanten Gesamtbeurteilungen für die einzelnen Mitarbeiter eingeführt worden seien, hätten Führungskräfte eigentlich schnell bemerkt, dass diese die Angestellten demotivierten.

Denn die traditionellen Vergütungssysteme basierten auf drei Mythen: Nämlich dass alles gemessen werden, alles mit einem Rating bewertet werden könne und durch eine Verknüpfung mit Geld alles besser werde. «Der Faktor Mensch und die Wertschätzung des Mitarbeiters ging völlig vergessen.»

Auf die Spitze getrieben worden sei dies durch die Anwendung der Normalverteilung. Das bedeutet, dass neben durchschnittlichen und guten Bewertungen einige Mitarbeitende zwingend schlecht bewertet werden mussten - also Demotivation pur. Solche Vergütungssysteme bieten daher auch eher einen Anreiz, für sich zu schauen, statt im Team zu arbeiten.

Inzwischen trennen laut einer Studie der Universität St. Gallen über ein Fünftel von 96 befragten kleinen und mittelgrossen Unternehmen (KMU) Führung und Geld, setzen also nicht länger auf individuelle Boni. «Das heisst aber nicht zwingend, dass es nur noch Fixlöhne gibt», sagte Hostettler. Aber die variablen Lohnbestandteile orientierten sich stärker am gemeinsamen Erfolg. Einige Firmen wie zum Beispiel Tamedia beteiligen die Mitarbeitenden am Unternehmenserfolg. (awp/sda)

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28Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Schneider Alex 12.01.2019 05:34
    Highlight Highlight Die Löhne der Topleute haben sich in eine Höhe geschraubt, die sich weder durch ihre Arbeitsleistung noch durch Verantwortung rechtfertigen lässt. In der Regel wären auch Leute aus der zweiten Führungsreihe in der Lage und bereit, Toppositionen zu besetzen. Die Topleute sind also nicht unbedingt besser, als dies ihre direkt Untergebenen in derselben Position wären. Daneben haben sie sich in eine Liga katapultiert, in der sie sich gegenseitig in überrissenen Lohnbezügen befeuern.
  • lilie 11.01.2019 20:19
    Highlight Highlight Bonuszahlungen für den Teamerfolg anstatt individuelle Boni klingt für mich sinnvoll.

    Ich hoffe, aber das die Unternehmen wissen, wer alles zum Erfolg beiträgt.

    Denn was bringt es einem Unternehmen, wenn es strategisch perfekt ausgerichtet ist, der Lagerist aber seine Arbeit nur halbpatzig macht, weil er gar keine Wertschätzung erhält?

    Die Kunden mögen noch durch tolle Werbung zur Firma gelotst werden - wenn sie ihre Ware aber nicht zuverlässig bekommen, sind sie schnell wieder weg. Und da hilft dann auch keine Restrukturierung.

    Deshalb sollte auch jeder Mitarbeiter gewinnbeteiligt werden.
  • räuber hotzenplotz 11.01.2019 17:50
    Highlight Highlight Ja Ja natürlich, wir wissen alle das der Kapitalismus bzw. die Gewinnmaximierung pervers ist und bleibt. Im gegenteil, der Artikel ist etwa gleich gleichzusetzen, wenn eine Bank die Aussage macht, wir haben keine liquiditätsprobleme.
  • Klirrfactor 11.01.2019 16:25
    Highlight Highlight "Solche Vergütungssysteme bieten daher auch eher einen Anreiz, für sich zu schauen, statt im Team zu arbeiten."

    Logisch, wenn Bonusrelevante Ziele nur persönlich sind. Die Messung muss Team- und Abteilungsübergreifend sein.
    Irgendein Beispiel ohne eine spezifische Unternehmung zu nennen. Der Bonus vom Marketingmitarbeiter sollte davon abhängig sein, von der Zielerreichung des Kundendienstes, auch wenn beide nicht direkt miteinander arbeiten, sind sie dennoch für dieselbe Unternehmung beschäftigt und arbeiten auf die Unternehmensziele hin.
  • Pfirsch 11.01.2019 16:07
    Highlight Highlight Ich habe im letzten Jahr eine Top-Note für meine Jahresleistung bekommen. Die Note im System wich um zwei Noten davon ab. Die Erklärung, die ich bekommen habe war: der Abteilungsleiter hat entschieden, dass alle Mitarbeiter auf meinem Level die gleiche "durchschnittliche" Benotung bekommen. Und HR schrieb: "Der Chef stellt eine gesamtheitliche Beurteilung bezüglich allen Values zusammen und am Evaluation Meeting wird zudem ein Peervergleich durchgeführt." Soviel zum Thema "demotivierend"...
  • Momou 11.01.2019 15:51
    Highlight Highlight ...nicht Pech, sondern avantgardistisch! Pardonnez-moi...
    Benutzer Bild
  • #Technium# 11.01.2019 15:39
    Highlight Highlight Herr Ermotti von der UBS und seine Banking-Kumpane werden schon dafür sorgen, dass sie weiterhin ordentlich sich die Taschen füllen können. Natürlich auch ermöglicht durch den massiven Stellenabbau bei UBS und CS in den letzten Jahren...
  • nib 11.01.2019 15:29
    Highlight Highlight Und mich wollte noch am Wochenende ein Arzt überzeugen, dass eine finanzielle Incentivierung essentiell ist für die Qualität des Gesundheitssystems. Wenn Manager rückständig sind, leben die Ärzte in der Steinzeit.
  • klugundweise 11.01.2019 15:23
    Highlight Highlight Ganze Beratercliquen und Führungsleute leb(t)en fürstlich von Bonis. Wer dagegen sprach war ewiggestrig.
    Und wer sich erst jetzt darüber nervt, soll sich fragen wem er bei Wahlen jeweils seine Stimme gibt!
    • WerWillSchonStringenzUndSachkenntnis 11.01.2019 15:35
      Highlight Highlight Meinst du die Wahlen an Generalversammlungen oder willst du auch dafür noch irgendeiner Partei die Schuld geben?
    • klugundweise 11.01.2019 17:02
      Highlight Highlight Redly: wenn Sie den Zusammenhang mit der neoliberalen Politik nicht sehen ist Ihnen halt nicht zu helfen.
    • Maracuja 11.01.2019 17:06
      Highlight Highlight @klugundweise

      Die Schweizer werden weiterhin mehrheitlich bürgerlich wählen und Initiativen der Linken bachab schicken. Sie werden sich weiterhin gegenseitig ausspielen lassen (Männer gegen Frauen, Junge gegen Alte).
    Weitere Antworten anzeigen
  • bokl 11.01.2019 15:08
    Highlight Highlight Boni kommen aus der Mode bedeutet

    Für Management: aktueller Fixlohn + letzter Bonus = neuer Fixlohn + weiterhin zusätzliche Boni für selbstverständliche "Verbesserungen"

    Für Mitarbeiter: Fixlohn bleibt unverändert. Boni nur noch für aussergewöhnliche = kaum erreichbare Leistungen.

    Die Schere öffnet sich weiter ...
    • WerWillSchonStringenzUndSachkenntnis 11.01.2019 15:35
      Highlight Highlight Fakten: In der Schweiz geht die Schere schon länger nicht mehr auf.
    • sealeane 11.01.2019 17:01
      Highlight Highlight @redly das stimmt soweit ich die letzten Studienergebnisse im koof hab nicht ganz. Die untersten löhne haben in den letzten jahren stark zugelegt (inkl zustupf). Und die oberdten sind auch stark gestiegen, die mittleren Löhne stiegen aber deutlich weniger als ober und unterschicht. Ergo hat sich die schere zur breiten masse vergrössert.
      Bzw ist der effektive Geldzuwachs bei 200'000.- und 3% mehr Lohn viel grösser als bei 80'000.- und 3% mehr lohn. Ergo machst du immer minus wenn du nicht zu den hohen löhnen gehörst..
    • WerWillSchonStringenzUndSachkenntnis 11.01.2019 17:41
      Highlight Highlight Ja, Fakten sind mühsam, wenn sie nicht der eigenen Meinung entsprechen, aber die Schere geht und der CH nicht auf.
      https://folio.nzz.ch/2016/maerz/die-kluft
      „Die Einkommensungleichheit ist, abgesehen von den ausscherenden Spitzenlöhnen, auffallend stabil geblieben. Und dies seit fünfundzwanzig Jahren.“
      Wenn ihr eine Quelle habt, nach der die Schere grösser wird, bitte angeben.
  • dä dingsbums 11.01.2019 14:58
    Highlight Highlight Boni für das Management bleiben aber doch sicher in Mode.
  • dunou 11.01.2019 14:53
    Highlight Highlight Und da dachte ich, es seien die Boni der Topmanager, die aus der Mode kommen... Mein Fehler.
  • Maracuja 11.01.2019 14:37
    Highlight Highlight Boni gab/gibt es vielerorts eh nur für die Führung. Lohnerhöhungen gibt es ausserhalb von Branchen mit GAV auch nur individuell (d.h. in der Regel für die Führung). Die längere Phase ohne offizielle Teuerung hat zudem dazu geführt, dass sich viele Unternehmen ganz vom Teuerungsausgleich verabschiedet haben. Die Zitronen sind aber noch nicht ausgepresst, die Arbeitnehmer nehmen stagnierende Löhne und steigende KK-Prämien ohne Murren in Kauf.
  • Fairness 11.01.2019 14:35
    Highlight Highlight Und wann kommen jetzt die Boni der gefakten Zahlen durch den Postauto-Millionen-Betrug zurück?
  • Scaros_2 11.01.2019 14:30
    Highlight Highlight Keine Boni zahlen und nur so "Natural Benefits" ist auch günstiger.
  • Donald 11.01.2019 14:15
    Highlight Highlight Bei uns bekommen auch nur die einen Bonus, welche es schaffen irgendwie Verkäufe auf ihr Konto zu verbuchen. Obwohl natürlich alle an entsprechenden Offerten und der Umsetzung mitarbeiten...
    • Rhabarber 11.01.2019 14:58
      Highlight Highlight Sowas hab ich schon bei Freunden gesehen. Ein Verkäufer will einem Kunden was andrehen. Dabei ist das, was er angeboten hat, physikalisch unmöglich. Im Folgenden sind Ingenieure und Techniker monatelang am erklären, planen und umbauen, damit das überhaupt noch was wird. Dabei schlagen sie sich haufenweise halbe Nächte um die Ohren, um den Kunden zufriedenzustellen. Und der einzige, der Bonus kriegt, ist der idiotische Verkäufer, der null Ahnung von Physik hat.
      Ergebnis: die betroffenen Ingenieure und Techniker haben gekündigt und sich anderswo neu orientiert.
    • Raphael Conca 11.01.2019 15:35
      Highlight Highlight @Rhabarber:
      Wenigstens sind die Ingenieure und Techniker konsequent.

Wer lügt – die EU oder die Schweiz?

Viereinhalb Jahre und 32 Verhandlungsrunden lang diskutierten die EU und die Schweiz das Rahmenabkommen. Und doch ist völlig unklar, ob das Protokoll 1 zum Lohnschutz verhandelt wurde oder nicht. Ja, sagt die EU. Nein, die Schweiz.

Die EU-Kommission hat sehr genau Buch geführt über die Treffen, Telefongespräche und Verhandlungsrunden mit der Schweiz. So sprach EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker 23mal mit diversen Präsidenten der Schweiz, darunter in acht offiziellen Treffen. EU-Kommissar Johannes Hahn traf Aussenminister Ignazio Cassis siebenmal. Total kamen die EU und die Schweiz in den letzten viereinhalb Jahren auf 32 Verhandlungsrunden. Eine «unglaubliche Intensität», wie Kommissar Hahn im Dezember 2018 sagte.

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