Wirtschaft
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Bildcombo: Mohammed bin Salman, Peter Thiel, Masayoshi Son (v.l.)

Mohammed bin Salman, Peter Thiel und Masayoshi Son gehören zu den Favoriten. Bild: AP/Keystone/watson

Das sind mögliche Tesla-Investoren

Rund 70 Milliarden Dollar würde es kosten, die Publikumsgesellschaft Tesla von der Börse zu dekotieren. Wer hat das nötige Kleingeld dazu? Wer hat die Geduld, sich mit Elon Musk herumzuschlagen?



Wer sich an der Aktienbörse Geld von Investoren beschafft, muss strenge Regeln einhalten. Das gilt ganz besonders in den Vereinigten Staaten, wo die Börsenaufsicht SEC darüber wacht, dass diese Regeln auch eingehalten werden.

Elon Musk wird nun vorgeworfen, mit seinen Tweets über eine mögliche Dekotierung von Tesla gegen diese Regeln verstossen zu haben. Das «Wall Street Journal» will daher wissen, dass das SEC bereits eine Untersuchung gegen Musk eingeleitet hat.

FILE - In this Dec. 2, 2015, file photo, Tesla Motors Inc. CEO Elon Musk delivers a speech at the Paris Pantheon Sorbonne University as part of the United Nations Climate Change Conference in Paris. For years, Tesla has boasted that its cars and SUVs are safer than other vehicles on the roads, and CEO Elon Musk doubled down on the claims in a series of tweets this week. (AP Photo/Francois Mori, File)

Hat er gegen die Börsenregeln verstossen? Tesla-Gründer Elon Musk. Bild: AP/AP

Ob Musk tatsächlich strafbar gehandelt hat, wird sich zeigen. Der Tesla-Verwaltungsrat hat bereits mitgeteilt, dass ein mögliches Going Private – so heisst eine Dekotierung auf englisch – mehrfach im Aufsichtsgremium diskutiert worden sei. Das SEC verbietet es zudem einer Publikumsgesellschaft nicht, sich via Twitter zu seinen Geschäften zu äussern, solange keine irreführenden Aussagen gemacht werden.

Genau dies werfen Kritiker Musk vor. Sein via Twitter gemachtes Versprechen, die Finanzierung eines Going Private sei bereits gesichert, entbehre jeder Grundlage, sagen sie. Musk habe damit nur ein Ziel verfolgt: den Kurs der Tesla-Aktie in die Höhe zu treiben. Wer in diesem Streit Recht behält, wird sich zeigen.

Es dürfte auf jeden Fall ein Fressen für Juristen werden. Auch Investmentbanker reiben sich die Hände. Sollte Tesla tatsächlich wieder in ein Privatunternehmen zurückverwandelt werden, locken happige Prämien. Wer aber könnte überhaupt interessiert sein, als Investor bei Tesla einzusteigen? Die «Financial Times» hat dazu eine Liste von Kandidaten aufgestellt und deren Interessen und Chancen analysiert.

SoftBank

Masayoshi Son, der Gründer des japanischen Unternehmens SoftBank, ist ein Techno-Nerd mit viel Kapital. Zusammen mit den Saudis hat er einen 100-Milliarden-Dollar-Fond geäufnet, mit dem er sich auf Shoppingtour befindet und er hat bereits einige spektakuläre Deals getätigt. So hat er den britischen Chip-Hersteller ARM übernommen und ist unter anderem auch an Uber beteiligt.

FILE - In this Nov. 4, 2014 file photo, SoftBank founder and Chief Executive Officer Masayoshi Son speaks during a news conference in Tokyo. Softbank and China's top ride-hailing firm Didi Chuxing are pouring $2 billion into the latest round of financing by cash-hungry Southeast Asian taxi app Grab.  Grab said Monday, July 24, 2017, that it expects another $500 million will come from other existing and new investors. Its last announced cash injection was in September when it raised $750 million led by Softbank, whose chief executive Son is Japan's richest person and a self-styled tech visionary. (AP Photo/Eugene Hoshiko, File)

Reich und von Technik besessen: Masayoshi Son. Bild: AP/AP

Gegen SoftBank spricht, dass Son gemäss Insidern Tesla für überbewertet hält. Selbst wenn der Japaner Interesse hätte, könnte er am Commitee on Foreign Investment in the US (Cifus) scheitern. Dieses Gremium prüft, ob ein Engagement ausländischer Investoren nationale Interessen verletzt. Son ist auch an Alibaba beteiligt und hat enge Verbindungen zu China.

Tencent (China)

Zusammen mit Alibaba ist Tencent der Elefant der chinesischen IT-Szene. Letztes Jahr hat Tencent sich bereits mit 1,7 Milliarden an Tesla beteiligt. Wie SoftBank könnte jedoch auch Tencent am Veto von Cifus scheitern.

epa06370629 Pony Ma, chairman and chief executive officer of Tencent, speaks during the Fortune 500 Global Forum in Guangzhou, Guandong Province, China, 06 December 2017. Ma Huateng, also known as Pony Ma, is a Chinese business magnate, investor, philanthropist, engineer, internet and technology entrepreneur. He is the founder, chairman and chief executive officer of Tencent, Asia's most valuable company, one of the largest investment corporations and Internet companies, and the biggest gaming and entertainment company in the world.  EPA/ALEKSANDAR PLAVEVSKI

Pony Ma, der starke Mann an der Spitze von Tencent. Bild: EPA/EPA

Sovereign Wealth Funds

In verschiedenen Ländern gibt es potente Staatsfunds. Einer davon ist der saudi-arabische Public Investment Fund (PIF), bei dem Kronprinz Mohammed bin Salman das Sagen hat. Der PIF kontrolliert ein Vermögen von 250 Milliarden Dollar, bald sollen es gar 400 Milliarden Dollar sein.

FILE- In this Oct. 24, 2017 file photo, released by Saudi Press Agency, SPA, Saudi Crown Prince Mohammed bin Salman speaks at the Future Investment Initiative Conference, where he promised to return the ultraconservative kingdom to a more

Mohammed bin Salman, Kronprinz und starker Mann in Saudi-Arabien. Bild: AP/Saudi Press Agency

Anfang der Woche wurde bekannt, dass sich dieser Fund für zwei Milliarden Dollar bei Tesla eingekauft hat. Auch der PIF müsste jedoch die Cifus-Hürde überwinden.

Eng mit Prinz Mohammed verbunden ist Mubadala, der staatliche Fund von Dubai. Auch dieser Fund hat Verbindungen zu SoftBank und eine Neigung für IT-Investitionen. Theoretisch gilt dies auch für Katar. Doch da bestehen derzeit grosse politische Spannungen mit Saudi-Arabien.

Chinesische Staatsfunds würden derzeit wohl an Cifus scheitern. Bessere Chancen haben da die Staatsfunds von Singapur und Norwegen. Im Fall des norwegischen Funds besteht allerdings das Problem, dass es ihm untersagt ist, mehr als 10 Prozent der Aktien eines Unternehmens zu erwerben.

Banken

Privatisierungen von kotierten Gesellschaften, sogenannte Leveraged Buyouts (LBO), werden in der Regel von Bankkonsortien finanziert. Das funktioniert jedoch nur dann, wenn das betreffende Unternehmen einen positiven Cashflow hat, der ausreicht, die Zinsen der Kredite zu bedienen. Das ist bei Tesla nicht der Fall. Das Interesse der Banken hält sich deshalb in Grenzen.

Silicon-Valley-Milliardäre

Elon Musk war einst Mitglied der «PayPal-Mafia». Diese Mafia umfasst heute einige der klingendsten Namen im Silicon Valley, unter anderem LinkedIn-Gründer Reid Hoffmann und vor allem Peter Thiel. Ob sie jedoch das nötige Kapital und vor allem auch die nötige Lust haben, sich erneut mit ihrem ehemaligen Kumpel Elon Musk einzulassen, ist fraglich.

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Die legendäre PayPal-Mafia.

Hat Musk geblufft? Wir wissen es nicht. Er zeigt sich aber mit seinem waghalsigen Manöver als würdiger Nachfolger des Namensgebers seiner Firma. Der geniale Erfinder Nikola Tesla war ebenfalls ein Mann, der zunächst mit seinem Wechselstrom-Motor die technische Welt revolutionierte – und danach die Finanzwelt zur Verzweiflung trieb.

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Starb verarmt: Der legendäre Erfinder Nikola Tesla.

Nikola Tesla träumte den Traum einer drahtlosen Energieübertragung. Nach seinem Erfolg mit dem Wechselstrom-Motor fand er auch potente Geldgeber, die diesen Traum finanzierten, unter anderem den legendären Banker JP Morgan. Tesla lebte auf grossem Fuss im New Yorker Hotel Waldorf, bis die Investoren schliesslich die Geduld verloren. Schliesslich starb er verarmt und verbittert in einem heruntergekommenen Hotel.

Davor muss Elon Musk keine Angst haben. Mit seiner überraschenden Ankündigung eines LBOs hat er nicht nur die Shortseller auf dem falschen Fuss erwischt, er hat auch seine Kassen gefüllt. Dank dem Kurssprung der Tesla-Aktie ist eine Wandelanleihe in der Höhe von 920 Millionen Dollar automatisch in Aktien umgewandelt worden. Was Finanztechnik betrifft, hat Elon Musk einige Tricks mehr auf Lager als seinerzeit Nikola Tesla.

Nicht nur zum Spass schickte Elon Musk dieses Auto ins All

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Video: watson

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    Alle Leser-Kommentare
  • äti 09.08.2018 20:21
    Highlight Highlight Ich setze voll auf e-Hoover Fahrzeuge.
  • Bynaus @final-frontier.ch 09.08.2018 17:20
    Highlight Highlight 70 Mrd würde es nur kosten, wenn man ALLE Tesla-Aktien kaufen wollte. Inklisive jene 20% in Musk's Händen. Ich denke man darf davon ausgehen, dass die Investoren bereits grosse Tesla-Anteile halten. Und selbst viele Kleinanleger wollen beteiligt bleiben - der Finanzbedarf dürfte immer noch gewaltig sein, aber viel kleiner als 70 Mrd.
    • Jein 09.08.2018 18:07
      Highlight Highlight 70bn ohne Musks Anteil. Bei einem Aktienkurs von $420 wäre das ganze Unternehmen 82bn wert.

      Punkt steht natürlich noch, so würde Musk etwa mit den Saudis zusammen bereits 25% halten.
  • My Senf 09.08.2018 15:10
    Highlight Highlight Ja SA hat ja jetzt noch Bazeli vorig nachdem sie sich aus 🇨🇦 zurückziehen 😀

    Ob der sozial aktive Musk (Thailand) mit seinem (Losen) Mundwerk (pädo Affäre) mit SA als Investor glücklicher wird...
  • Crecas 09.08.2018 14:46
    Highlight Highlight Die Wandelanleihe ist nicht umgewandelt worden. Man ist jetzt aber über dem Umwandelpreis und die Halter dieser Anleihe könnten nun theoretisch umwandeln, dies wird aber kaum jemand tun.

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