Schweiz
Spass

Ich habe Murmeltier gegessen. So war's

Ich habe Murmeltier gegessen und nun wollt ihr bestimmt wissen, wie das so war

26.10.2016, 17:4416.11.2016, 14:52

Es ist Wildsaison in der Schweiz. Rehschnitzel! Hirschpfeffer! Rotkraut, Kastanien und Spätzli! Mmmh!

Dahingehend motiviert, besuchte ich vor einigen Tagen das Restaurant Grüntal in Zürich (das, übrigens, leider, leider schliessen muss, was verdammt schade ist, war das Grüntal doch eine der wenigen richtig guten Beizen der Stadt, und dass der Grund auch noch ein uneinsichtiger Vermieter sein soll, macht das Ganze nur noch nerviger – aber ich schweife ab). Zunächst war ich doch mehr als versucht, meine Leibspeise Auberginen-Curry zu bestellen (weil 1. Auberginen und 2. Curry), als dann mein Blick auf die Wild-Spezialitäten schweifte und ich dort entdeckte:

«Murmeli-Pfeffer mit Rotkraut, Kastanien, Herbstgemüse und Spätzli»

Murmeli? Murmeltier, also? Diese dicken Nager, die man ab und an im Bünderland erspäht. Gehören die nicht zur Tiergattung der Hörnchen? Und die pfeifen doch so merkwürdig, nicht? 

Der Gwunder obsiegte: Ich beschloss, das übergewichtige Eichhörnchen zu bestellen.

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Bild: watson/obi

Hat's geschmeckt? Durchaus, ja.

Hat's mich umgehauen? Nö, nicht wirklich.

Es hat seeeehr viele seeeehr kleine Knochen, die man bei jedem Bissen aus dem Mund klauben muss. Das (wenige) Fleisch ist dann eher mässig schmackhaft (was allerdings nicht so sehr ins Gewicht fällt, gibt doch die Bluttunke des Pfeffers gut Geschmack).

Nein, ich werde vermutlich Murmeltier nicht allzu bald wieder bestellen. Es verhält sich für mich damit ähnlich wie Alligatorenfleisch, das ich mal in Louisiana kostete: Für eine Anekdote ist es alleweil gut, doch speziell fein ist es auch wieder nicht.

Aber ich wurde dabei an die grossartige BBC-Doku «The Burger and The King» erinnert, welche die Essgewohnheiten von Elvis Presley untersuchte.

Dabei ging es nicht nur um Elvis' Fett-Orgien, die später zu seinem Tod führten, sondern um das, was in seiner bitterarmen Kindheit in Mississippi auf den Tisch kam. Kurzum: Wenn man's fangen konnte, ass man es auch. Die Alternative wäre hungern. Und so soll offenbar die Familie Presley öfters Eichhörnchen gegessen haben. Das machten alle armen Familien so in der Gegend in den 30er- und 40er-Jahren. 

Murmeltiere gehören zur selben Gattung wie Eichhörnchen. It's still rock'n'roll, then, I guess. 😂 

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