Eishockey
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Switzerland's Pius Suter, left, fights for the puck against Germany's Yannic Seidenberg, right, during a friendly international ice hockey game between Switzerland and Germany, at the ice stadium Swiss Arena, in Kloten, Switzerland, Tuesday, February 6, 2018. (KEYSTONE/Melanie Duchene)

Gegen Deutschland mühten sich Pius Suter und Co. schon in einem Testspiel ab. Bild: KEYSTONE

Auf diese 7 Dinge muss die Schweiz achten, um gegen Deutschland zu gewinnen

Das Vorgeplänkel im olympischen Eishockeyturnier ist vorbei. Ab jetzt geht es in jedem Spiel um die Medaillen. Im Achtelfinal (heute um 13 Uhr, watson tickert live) trifft die Schweiz ausgerechnet auf Erzrivale Deutschland. 

20.02.18, 06:50


Spiele gegen Deutschland sind als Schweizer Eishockey-Fan nie ein Genuss. Die Spiele sind oft zäh, unattraktiv und haben nicht immer den erhofften Ausgang. Jüngstes Beispiel war das Testspiel in Kloten im Vorfeld der Olympischen Spiele. In einer langweiligen Partie unterlag die Schweiz dem Nachbarn aus dem Norden mit 1:2 nach Verlängerung. 

Die Massenschlägerei nach dem WM-Viertelfinal im Video. Video: YouTube/RaWeEhC

Unvergessen ist auch der WM-Viertelfinal 2010, als die Deutschen unserer Eishockey-Nation wohl eine der bittersten WM-Pleiten der Geschichte beifügten. Die 0:1-Niederlage resultierte in einer unrühmlichen Massenschlägerei. Damit es nicht wieder so weit kommt, muss die Schweiz verschiedene Dinge beachten. 

Konzentrierte Torhüterleistung

Gegen Deutschland muss der Torhüter – vermutlich Jonas Hiller – von Beginn weg bereit sein. Denn die Deutschen schiessen gerne und oft. In allen bisherigen Partien hat das Team von Marco Sturm das Schussverhältnis für sich entschieden, auch gegen Schweden und Finnland. Mag sein, dass die Qualität dieser Schüsse nicht immer die beste ist. Dennoch muss die Schweiz aufpassen, dass sie nicht durch eine Unkonzentriertheit in Rückstand gerät.

Jonas Hiller, goalkeeper of Switzerland, during the men ice hockey preliminary round match between Switzerland and Czech Republic in the Gangneung Hockey Center in Gangneung during the XXIII Winter Olympics 2018 in Pyeongchang, South Korea, on Sunday, February 18, 2018. (KEYSTONE/Alexandra Wey)

Gegen Deutschland braucht es einen Jonas Hiller in Bestform. Bild: KEYSTONE

Fehlpässe reduzieren

Das grösste Problem der Schweiz gegen Tschechien und auch gegen Kanada waren extrem viele Fehlpässe im Spielaufbau. Gegen die Tschechen leisteten sich die Jungs von Patrick Fischer bei nummerischem Gleichstand 35 Scheibenverluste – 28 davon waren in der eigenen Zone. Das darf gegen Deutschland nicht nochmals der Fall sein.

Steigerung der Toplinie

An der vergangenen WM waren Gaëtan Haas, Vincent Praplan und Denis Hollenstein die beste Schweizer Linie. Am Olympiaturnier sind sie bislang eine einzige Enttäuschung. Während Haas im Spiel gegen Kanada noch zu überzeugen vermochte, blieb insbesondere Vincent Praplan bislang mehrheitlich unsichtbar. Gegen Tschechien kürzte Patrick Fischer ihm die Einsatzzeit denn auch drastisch. Für einen erfolgreichen weiteren Turnierverlauf, muss diese Linie wieder skoren. 

An der Effizienz schrauben 

Glaubt man der offiziellen Statistik des Internationalen Eishockeyverbands (IIHF), ist die Schweiz das vierteffizienteste Team des Olympiaturniers. Etwas mehr als zehn Prozent aller Schüsse gehen rein. Allerdings erzählt diese Statistik nur die halbe Wahrheit. Der 8:0-Sieg gegen Korea schraubt sie in falsche Höhen. Gegen Kanada und Tschechien betrug die Schusseffizienz nur 3,45 Prozent. Deutlich zu wenig.

Das liegt auch daran, dass die Schweiz nur zu schlechten Abschlusspositionen kommt. Gegen Tschechien gelang der Mannschaft nur ein Schuss aus dem Slot, bei dem es auch zu einer Torchance kam. Gegen Deutschland muss die Schweiz für mehr Verkehr vor dem gegnerischen Tor sorgen um Ablenker und Abpraller zu provozieren. Im Testspiel gegen das Team von Marco Sturm vor Olympia ist dieses Vorhaben noch deutlich misslungen. 

Powerplay verbessern

Aus bisher acht Gelegenheiten hat die Schweiz genau einen Powerplay-Treffer erzielt. Auch hier das Fazit: Das ist nicht genug. Damit liegt sie auf dem neunten Rang, nur Norwegen, Schweden und Korea sind noch schlechter. Wollen Diaz, Moser und Co. um die Medaillen mitreden, muss auch hier eine Steigerung erfolgen.

Strafen ausmerzen

Die Schweiz hat bislang im ganzen Turnier am zweitwenigsten Strafen genommen. Und das ist auch gut so. Denn Assistenztrainer Tommy Albelins Taktik in Unterzahl geht bislang überhaupt nicht auf. Die Boxplay-Effizienz der «Eisgenossen» beträgt 62,5 Prozent – der schlechteste Wert aller Teams an den Olympischen Spielen. Der Wert wird etwas relativiert durch die Tatsache, dass Kanada und Tschechien zu den besten Powerplay-Mannschaften des Turniers zählen. Dennoch: Die Schweiz darf gegen Deutschland keine unnötigen Strafen nehmen. 

Die bisherigen Spiele Deutschlands

Deutschland – Finnland 2:5 (1:2, 0:2, 1:1)
Deutschland – Schweden 0:1 (0:1, 0:0, 0:0)
Deutschland – Norwegen 2:1nP (0:0, 1:0, 0:1, 0:0, 1:0)

Brooks Macek und Dominik Kahun im Griff haben

Mit je zwei Skorerpunkten sind Patrick Hager und Brooks Macek die bislang gefährlichsten deutschen Stürmer an Olympia. Hager hat zwei Tore erzielt, Macek kommt auf ein Tor und einen Assist. Doch neben den beiden, gilt es vor allem auch Dominik Kahun im Griff zu haben. Der 22-jährige Stürmer vom EHC München hat bislang einen Assist geliefert, ist aber in der offensive ein ständiger Gefahrenherd.

epa06526925 Brook Macek (R) of Germany in action against Mikko Koskinen (L) goalkeeper of Finland during the mens preliminary round match between Finland and Germany at the Gangneung Hockey Centre at the PyeongChang Winter Olympic Games 2018, in Gangneung, South Korea, 15 February 2018. The PyeongChang 2018 Winter Olympic Games, will run from 09 to 25 February 2018.  EPA/SRDJAN SUKI

Brooks Macek im Einsatz gegen Finnland. Bild: EPA/EPA

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Video: srf/SDA SRF

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.

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10Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Dynamischer-Muzzi 20.02.2018 11:10
    Highlight Mit dem sicheren Jonas im Goal klappt das heute, da mache ich mir keine Gedanken. Wenn der Rest dann annähernd soviel Engagement zeigt wie Rüfenacht, Scherwey und Suter im Spiel gegen Tschechien, dann dürfte es durchaus reichen gegen 🇩🇪
    11 2 Melden
  • N. Y. P. 20.02.2018 08:54
    Highlight Adrian,
    das ist vermutlich to much für unsere Phlegmaten.

    Ich bin schon zufrieden, wenn die grundsätzlichen Automatismen klappen.

    1. Nur 5 Feldspieler
    2. Das richtige Tor treffen.
    3. Jeder Spieler passt nur den Spielern mit der gleichen Leibchenfarbe.
    4. Es gewinnt die Mannschaft, die nach 60 Minuten mehr Tore erzielt hat.


    Herr Fischer, hier ein TM-22 für Sie. Bitte mit 10 cm Abstand zu den Ohren benützen..
    36 5 Melden
    • mukeleven 20.02.2018 13:13
      Highlight u name it!
      2 0 Melden
  • länzu 20.02.2018 08:48
    Highlight Und die Schweiz sollte möglichst einen Coachingstaff haben, der auf der Höhe des Geschehens ist. Aber, genau da liegt der Hund begraben. Die Schweizer Coaches sind total überfordert und färben erst noch immer alles schön.
    18 7 Melden
  • kupus@kombajn 20.02.2018 08:29
    Highlight In erster Linie müssen die Schweizer das aufs Eis bringen, was sie können. Qualitativ ist die klar bessere Mannschaft.

    Die einzige relevante Qualität der Deutschen ist, dass es eben Deutsche sind. Wadenbeisser-Eishockey und um jeden Puck kämpfen bis zum Umfallen. Bzgl. Mentalität vergleichbar mit Kanada ohne NHL-Stars. Und genau damit tut sich die Schweiz schwer.
    16 4 Melden
    • Entenmann 20.02.2018 10:56
      Highlight Ihr Kommentar erscheint mir etwas respektlos gegenüber dem deutschen Eishockey. Mir ist jedenfalls nicht klar, wieso unser Team qualitativ klar die bessere Mannschaft sein soll. Lasse mich aber gerne positiv überraschen.
      3 9 Melden
    • kupus@kombajn 20.02.2018 11:18
      Highlight @Entenmann: Schweizer Spieler sind im Schnitt technisch und schlittschuhläuferisch besser als Deutsche, und die Schweizer beherrschen ein schnelleres Spiel. Dieselbe Meinung vertreten auch deutsche Spieler und Trainer. Wenn sie Spiele der DEL und der NL verfolgen und vergleichen, werden sie schnell feststellen können, dass es da qualitative Unterschiede gibt.

      Aber sie haben schon Recht. "Die einzige relevante Qualität.." erscheint respektlos. Aber spielerisch geben die Deutschen nun einmal nicht so wahnsinnig viel her, kämpferisch dafür umso mehr.
      9 0 Melden
  • Staedy 20.02.2018 07:55
    Highlight Ui ui ui auf so viel achten. Liebe Watson-Redaktion bringen wir es doch kurz und knapp zusammengefasst: Einfach gewinnen.
    27 3 Melden
  • marak 20.02.2018 07:39
    Highlight Aller guten Dinge sind acht: Die Schweizer müssen ein Tor mehr schiessen als die Deutschen. Das geht besser, wenn man die Regeln eins bis sieben einhält, ist aber in Einzelfällen nicht zwingend notwendig.
    55 2 Melden
    • chnobli1896 20.02.2018 09:02
      Highlight Ins richtige Tor müssen die Tore auch noch erzielt werden ;-)
      15 0 Melden

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