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Hallo Mami. Ein paar Kumpels von mir kommen heute Abend noch vorbei – ist okay, oder?
Hallo Mami. Ein paar Kumpels von mir kommen heute Abend noch vorbei – ist okay, oder?

Halloween mit passendem Soundtrack: 10 Psychobilly-Bands, die du kennen solltest

30.10.2016, 20:0531.10.2016, 11:13

Halloween und Psychobilly – wie das doch wunderbar zusammenpasst! Aber vielleicht ist Halloween bloss die Ausrede dafür, euch mal diesen undergroundigsten aller Underground-Musikstile näher zu bringen: Psychobilly. Yeah.

Jawohl, wie der Name es erahnen lässt, ist da Rockabilly drin (Elvis, Kontrabass, Memphis und so weiter) und Psycho (Hitchcock, Friedhöfe, Vampirfilme und so).

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gif: giphy

Somit ist knapp zusammengefasst Psychobilly die Verschmelzung von Rockabilly und Punk unter Beigabe von viel Horror- und B-Movie-Trash. Hier wird nicht mehr von Pink Cadillacs und Highschool-Parties gesungen, sondern von Zombies, Axtmördern und Nuklear-Mutanten. Und, hey, es ist ein Mordsspass!

Entstanden ist das Ganze um 1980 herum, als die Londoner Meteors (siehe unten) ihre ersten Singles veröffentlichten. Aber eigentlich reichen die Wurzeln viel weiter zurück. Da wären etwa der Rhythm'n'Blues-Sänger Screamin' Jay Hawkins («I Put a Spell On You», kännsch?), ...

... der bereits Ende der Fünfzigerjahre das Horror-Genre auf die Musikbühne brachte. Oder all die grossartigen Garagen-Punk-Bands der Sechzigerjahre, die Sonics, Standells und Konsorten.

Bestens verdeutlicht wird dies auf dem grossartigen Compilation-Album <a href="http://acerecords.co.uk/rockabilly-psychosis-and-the-garage-disease-1" target="_blank">«Rockabilly Psychosis and the Garage Disease»</a>, welches ihr euch um jeden Preis zutun solltet ...
Bestens verdeutlicht wird dies auf dem grossartigen Compilation-Album «Rockabilly Psychosis and the Garage Disease», welches ihr euch um jeden Preis zutun solltet ...

Aber über die musikethnologischen Wurzeln dieses Subgenres liesse sich noch lange referieren. Hier aber kommen 10 der wichtigsten Psychobilly-Bands, die ihr euch mal reinziehen solltet:

The Meteors

Bild: pinterest

Die Band, die das Konzept Psychobilly als Erste vollumfänglich umsetzte. Mit Songtitel wie «My Daddy Is a Vampire», «Teenagers from Outer Space» oder «Graveyard Stomp» ist die Marschrichtung vorgegeben. Leider löste sich die Ur-Besetzung nach dem Debüt-Album «In Heaven» auf. Gitarrist Paul Fenech (rechts im Bild) machte zwar unerschrocken weiter (bis heute), doch die subversive Kraft, die von den Songs ausging, die vom Bassisten Nigel Lewis (M.) geschrieben wurden, wurde danach nie mehr erreicht. «In Heaven» bleibt bis heute die Blaupause für Psychobilly.

Albumtipp – «In Heaven» (1981)
Reinhören – «Radioactive Kid»:

The Cramps

Die amerikanischen Cramps gehen noch ein paar Jährchen weiter zurück als die Meteors und als Teil der New Yorker CBGB-Punk-Szene kommen sie aus einer deutlich anderen Ecke als die anderen vornehmlich britischen frühen Psychobilly-Bands. Doch die Fusion von obskuren Rockabilly-Covers, Punk-Minimalismus und Russ-Meyer-Ästhetik erwies sich als erstaunlich langlebig. Die Band tourte und veröffentlichte Alben kontinuierlich bis zum Tod von Leadsänger Lux Interior im Jahr 2009. 

Albumtipp – «A Date With Elvis» (1986)
Reinhören – «Bikini Girls With Machine Guns:

Demented Are Go

Die ikonischste Psychobilly-Band aller Zeiten (und die absolut beste, möchte ich jetzt mal kategorisch feststellen 😉). Deren Leadsänger, der nicht tot zu kriegende Sparky Philipps, ist die lebende Legende der Szene. Und ja: so ziemlich jeder andere Performer wirkt daneben wie ein Weichei. Seine unnachahmliche Singstimme ist ebenso legendär wie die zahllosen Chaos- und Skandalgeschichten, welche die mittlerweile dreissigjährige Bandgeschichte mit sich bringen. «Cripple In the Woods», «Transsexual Lesbian», «Red River Bloody Staircase» oder «Who Put Grandma Under the Stairs» lauten etwa die Songtitel – weitere Fragen überflüssig, oder?

Albumtipp – «In Sickness and In Health» (1986)
Zum Reinhören – «Heads On Poles»:

The Sting-Rays

Vermutlich die kreativste, eklektischste Band der frühen Psychobilly-Ära. Die Sting-Rays aus Nord-London verbanden Psychedelic mit Folk und 60er-Garage-Punk. Sie waren grossartig, hielten sich aber nur knapp zwei Alben lang zusammen. 

Albumtipp – «Dinosaurs» (1983 – viel Glück beim Kaufen Versuchen ... 2nd Hand findet man das Album so ab 180.- oder so)
Zum Reinhören – «Don't Break Down»:

King Kurt

Während die Meteors den Musikstil schufen, Demented Are Go diesen durch den Mörder-Fleischwolf liessen und The Sting-Rays ihn in psychedelischen Gefilden schweifen liessen, war es ein Vorschlaghammer mit Titel King Kurt, der damit eine Party steigen liess. Die spassigste Band ihrer Ära, war sie auch die einzige, die etwas kommerziellen Erfolg garnieren konnte. Ihre Konzerte blieben unvergessen – vor allem für die vorderen Reihen des Publikums, wurden diese vorzugsweise mit Mehl, Schweineinnereien und allerlei Flüssigem beworfen und begossen.

Albumtipp – «Ohh Wallah Wallah» (1983)
Zum Reinhören – «Destination Zululand»:

Guana Batz

In der frühen Jahren gab es dennoch immer wieder Bands, welche die Rockabilly-Wurzeln nicht vergassen. Die besten aller waren die Guana Batz um den charismatischen Leadsänger Pip Hancox.

Albumtipp – «Loan Sharks» (1986)
Zum Reinhören – «I'm On Fire»:

Batmobile

Eine der ersten nicht-britischen Bands war die unverwüstliche Batmobile aus den Niederlanden. Bis heute (die Band ist weiterhin unterwegs und weiterhin ein grossartiger Live-Act) blieb sie ihrem unnachahmlichen Minimal-Sound treu.

Albumtipp – «Amazons From Outer Space» (1989)
Zum Reinhören – «Shoot Shoot»:

Frenzy

Der Prog-Rock des Psychobilly: Während Frenzy einerseits den Stil des überschallschnellen Kontrabasses perfektionierte, scheute sie sich nie vor unerwarteten Groove-Brüchen und Klangwandlungen, die eine beeindruckende Musikalität bewiesen.

Albumtipp – «Clockwork Toy» (1986)
Zum Reinhören – «I See Red»:

The Reverend Horton Heat

Bild: chron.com

Derweil blieb es in den USA, dem Mutterland des Rock'n'Roll, in Sachen Psychobilly eher still. Noch Ende der Achtziger mussten The Quakes aus Buffalo NY nach Grossbritannien reisen, um Konzerte zu bekommen. Der grossartige Reverend Horton Heat aus Texas korrigierte diesen Missstand, indem er den bisher etwas gar britischen Stil nach Texas holte, wo er ihn mit dortiger musikalischen Traditionen verband.

Albumtipp – «The Full Custom Gospel Sounds of The Reverend Horton Heat» (1993)
Reinhören – «Let Me Teach You How to Eat»:

Bonus: The Reverend Horton Heat gibt's auch für Guitar Hero («Level Expert», natürlich 😉)

Nekromantix

Diese Band aus Kopenhagen um Sarg-Bass-Spieler Kim Nekroman ist wohl am meisten dafür verantwortlich, dass sich Psychobilly in den USA, insbesondere in Kalifornien, seit den Neunzigerjahren grosser Gefolgschaft erfreut. Zahllose Bands haben sich dem eher dem Punk zugewandten Nekromantix-Psychobilly verschrieben.

Albumtip – «Return Of the Loving Dead» (2002)
Reinhören – «Gargoyles Over Copenhagen»:

Natürlich gibt es etliche weitere Bands zu erwähnen und zu empfehlen. Die obige Auswahl versteht sich als Einführung und als freundlicher Halloween-Gruss!

Bonus-Tracks aus der Schweiz:

The Monsters – «Blow Um Mau Mau»

The Peacocks – «Gimme More»

Ausserdem bleibt zu erwähnen, dass die Szene so lebendig ist wie eh und je. Aktuellste Bands, die zu empfehlen sind wären u.A. Guitar Slingers, Prison of Blues aus Indonesien oder etwa hier, dieser Tage just veröffentlicht, The Zipheads

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