Coronavirus
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Coronavirus, Darstellung

Schön, aber gefährlich: Darstellung des Coronavirus SARS-CoV-2. Bild: Shutterstock

Blutgruppe A+ als Risiko und Schutzwirkung von Masken – 13 neue Studien zum Coronavirus



Die Forschung zum neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 und der von ihm verursachten Erkrankung Covid-19 läuft weltweit auf Hochtouren – es ist kaum möglich, die Flut an Studien in diesem Bereich zu überblicken. Die durch die Pandemie gebotene Dringlichkeit führt überdies dazu, dass die Wissenschaftler auch vorläufige Erkenntnisse möglichst schnell teilen, ohne das sonst übliche Peer-review-Verfahren abzuwarten. Dies gilt es im Auge zu behalten. Die Tatsache, dass wissenschaftliche Erkenntnisse immer nur so lange gültig sind, bis sie durch neuere widerlegt oder ergänzt werden, tritt hier besonders ausgeprägt zutage.

Die folgende Auswahl von 13 neuen Studien zu SARS-CoV-2 und Covid-19 ist deshalb notgedrungen beschränkt und schnell von der Aktualität überholt.

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Blutgruppe beeinflusst Verlauf von Covid-19

Genetische Faktoren dürften die Immunabwehr des Körpers gegen SARS-CoV-2 beeinflussen, diese Vermutung ist nicht neu. Norwegische und deutsche Wissenschaftler sind nun in einer Studie dem Zusammenhang zwischen Blutgruppen und der Wahrscheinlichkeit eines Atemversagens bei an Covid-19 erkrankten Patienten nachgegangen.

Das Forschungsteam um Tom Karlsen vom Universitätsklinikum Oslo untersuchte Teile des Genoms von rund 4000 Personen aus Italien und Spanien. 1980 von ihnen wurden wegen schweren Covid-19-Verläufen behandelt, mehr als 2200 waren gesund. Bei jenen, die schwer an Covid-19 erkrankt waren, fanden die Forscher eher eine von zwei Gen-Varianten als bei den Gesunden. Eine der beiden Varianten befindet sich in jenem Bereich des Genoms, das die Blutgruppe bestimmt. Eine zusätzliche Analyse ergab, dass Träger der Blutgruppe A+ verglichen mit Trägern anderer Blutgruppen ein um etwa 50 Prozent erhöhtes Risiko für Lungenversagen aufwiesen. Träger der Blutgruppe 0 hingegen schienen genetisch bis zu einem gewissen Grad geschützt zu sein. Die B-Blutgruppen lagen in der Mitte.

Blutgruppen (Symbolbild)

Die Blutgruppe scheint das Risiko eines schweren Covid-19-Verlaufs zu beeinflussen. Bild: Shutterstock

In der Schweiz weisen etwa 38 Prozent der Bevölkerung die Blutgruppe A+ auf, 35 Prozent tragen die Blutgruppe 0+, 8 Prozent B+, 7 Prozent A−, 6 Prozent 0− und 4 Prozent AB+. Der Rest verteilt sich auf die Blutgruppen B− und AB− (je 1 Prozent). Der Befund der Studie deckt sich mit früheren Erkenntnissen chinesischer Mediziner, die festgestellt hatten, dass überdurchschnittlich viele Covid-19-Patienten die Blutgruppe A aufwiesen, während die Blutgruppe 0 eher geschützt erschien. Die Studie befindet sich noch im Preprint-Stadium und zeigt erst einen Trend.

Drosten legt neue Version seiner Studie vor

Eine Studie des bekannten deutschen Virologen Christian Drosten, in der es um die Frage geht, wie ansteckend von SARS-CoV-2 infizierte Kinder sind, hat ab Ende April hohe Wellen geschlagen und ist zum Gegenstand einer Kampagne des deutschen Boulevard-Blattes «Bild» geworden. Die anhaltende Kritik an der Studie – besonders aufgrund der verwendeten statistischen Methoden – hat Drosten veranlasst, eine überarbeitete Version vorzulegen.

Christian Drosten, center, Director Institute of Virology at the University Hospital Charite, attends a news conference on the National Research Alliance of University Medicine in the fight against novel coronavirus outbreak at the  Ministry of Research in Berlin, Germany, Thursday, March 26, 2020. The new coronavirus causes mild or moderate symptoms for most people, but for some, especially older adults and people with existing health problems, it can cause more severe illness or death. (Michael Kappeler/Pool via AP)

Der deutsche Virologe Christian Drosten musste seine Studie zur Infektiosität von Kindern überarbeiten. Bild: AP

Er hält dabei an der grundlegenden Aussage fest, wonach es keine Hinweise darauf gebe, dass Kinder nicht genauso ansteckend seien wie Erwachsene. Die Virenlast, die für eine Ansteckung vermutlich ausreichend ist, unterscheide sich zwar in einigen Fällen zwischen Kindern und Erwachsenen. Eine Virusmenge, die für eine Ansteckung wahrscheinlich genügt, fand sich so bei 29 Prozent der Kinder von 0 bis 6 Jahren, bei 37 Prozent der Kinder von 0 bis 19 Jahren sowie bei 51 Prozent der über 20-Jährigen. Diesen Differenzen könnte jedoch eine unterschiedliche Anwendung der Tests – insgesamt wurden die Daten von 3302 Infizierten analysiert – zugrunde liegen.

Das Team um Drosten kommt daher zum Schluss, «dass ein erheblicher Anteil infizierter Personen aller Altersgruppen – auch unter denen mit keinen oder milden Symptomen – eine Viruslast trägt, die wahrscheinlich Infektiosität bedeutet.»

Hydroxychloroquin schützt nicht vor Ansteckung

Das Malaria-Medikament Hydroxychloroquin ist von Donald Trump wiederholt als Wundermittel gegen SARS-CoV-2 angepriesen worden. Der US-Präsident gab an, es prophylaktisch gegen eine Ansteckung einzunehmen. Bisherige Untersuchungen brachten keinen Hinweis, dass es die Symptome bessert oder die Erkrankungsdauer verkürzt.

FILE - In this May 18, 2020 file photo, President Donald Trump tells reporters that he is taking zinc and hydroxychloroquine during a meeting with restaurant industry executives about the coronavirus response, in the State Dining Room of the White House in Washington. Results published Wednesday, June 3, 2020, by the New England Journal of Medicine show that hydroxychloroquine was no better than placebo pills at preventing illness from the COVID-19 coronavirus. The drug did not seem to cause serious harm, though - about 40% on it had side effects, mostly mild stomach problems. (AP Photo/Evan Vucci)
Donald Trump

US-Präsident Trump preist am 18. Mai das Medikament Hydroxychloroquin an. Bild: keystone

Eine Studie, die im Fachmagazin «The New England Journal of Medicine» erschienen ist, hat nun ergeben, dass Hydroxychloroquin auch nicht vor einer Ansteckung schützt. Die Wissenschaftler um David Boulware von der University of Minnesota hatten Personen untersucht, die sich ohne Mund- oder Augenschutz mit einem Abstand von weniger als 1,8 Meter für mindestens 10 Minuten in der Nähe eines nachweislich Infizierten aufgehalten hatten. Von den insgesamt 821 freiwilligen Testpersonen erhielten einige Hydroxychloroquin, während die Kontrollgruppe ein Placebo bekam. 107 Probanden erkrankten später an Covid-19, wobei der Anteil der Erkrankten in der Hydroxychloroquin-Gruppe bei 12 Prozent und in der Placebo-Gruppe bei 14 Prozent lag. Diese Differenz ist statistisch nicht signifikant. Testpersonen, die das Medikament erhielten, berichteten zudem häufiger über Nebenwirkungen.

Die Wissenschaftler kommen daher zum Schluss, dass sich Hydroxychloroquin nicht zur Vermeidung einer Erkrankung eigne. Allerdings räumen sie ein, dass lediglich Probanden mit Symptomen getestet wurden und asymptomatische Fälle deshalb unberücksichtigt blieben. Überdies waren die Testpersonen vornehmlich jung und gehörten zu keiner Risikogruppe. Ob das Mittel bei Hochrisikopatienten zur Vorbeugung nutze, müsse weiter untersucht werden.

Hydroxychloroquin-Studie zurückgezogen

Eine am 22. Mai veröffentlichte Studie, die die Wirkung von Chloroquin und Hydroxychloroquin gegen das Coronavirus untersucht hatte, ist vom Fachmagazin «The Lancet» zurückgezogen worden. Die Studie mit 96'000 Covid-19-Patienten, verfasst von Forschern aus den USA und der Schweiz um Mandeep Mehra von der Harvard Medical School, hatte eine höhere Sterblichkeitsrate bei denjenigen postuliert, die mit dem Medikament behandelt wurden.

FILE - In this April 6, 2020 file photo, a pharmacist holds a bottle of the drug hydroxychloroquine in Oakland, Calif. Results published Wednesday, June 3, 2020, by the New England Journal of Medicine show that hydroxychloroquine was no better than placebo pills at preventing illness from the COVID-19 coronavirus. The drug did not seem to cause serious harm, though - about 40% on it had side effects, mostly mild stomach problems. (AP Photo/Ben Margot)
Hydroxychloroquine

Doch keine höhere Sterblichkeit: Hydroxychloroquin. Bild: keystone

Dieser Befund hatte dazu geführt, dass zahlreiche Studien zu Hydroxychloroquin ausgesetzt wurden. Bisherige Studien hatten keinen Nachweis erbracht, dass Hydroxychloroquin bei Covid-19-Erkrankten die Symptome lindert oder die Dauer der Erkrankung verkürzt. Drei der vier Autoren der nun zurückgezogenen Studie hatten angegeben, dass sie Zweifel nicht ausräumen konnten, ob die von ihnen verwendeten Daten korrekt seien. Unter anderem soll in der Studie eine höhere Zahl von im Krankenhaus verstorbenen Covid-19-Patienten in Australien angegeben worden sein, als dort insgesamt tatsächlich gemeldet wurden.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) gab bekannt, dass die bisher ausgesetzten Hydroxychloroquin-Studien wieder aufgenommen werden sollen.

Studie belegt Schutzwirkung von Masken

Eine Studie von Wissenschaftlern aus Deutschland und Dänemark, die bisher jedoch nur als Diskussionspapier vorliegt, hat die Schutzwirkung von Atemmasken gegen SARS-CoV-2 bestätigt. Das Forscherteam um den Wirtschaftswissenschaftler Klaus Wälde von der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz verglich die Entwicklung der Corona-Infektionen in Jena mit jener in anderen Städten.

Coronavirus: So trägst du die Schutzmaske richtig

Video: watson/Emily Engkent

Jena hatte als erste grössere deutsche Stadt schon ab dem 6. April eine Maskenpflicht beim Einkaufen und im lokalen ÖV verhängt. Die Zahl der Neuinfektionen ging danach markant zurück und sank später nahezu auf null. Die Wissenschaftler konnten ermitteln, dass dieser Rückgang tatsächlich eine Folge der Maskenpflicht war. Sie hatten nach anderen Städten und Landkreisen gesucht, deren Bevölkerungsstruktur und medizinische Infrastruktur hinreichend vergleichbar war und die eine ähnliche Entwicklung der Fallzahlen aufwiesen wie Jena vor Einführung der Maskenpflicht. Aus den Infektionszahlen dieser Orte errechneten sie einen Durchschnitt – sie stellten eine Art «synthetisches Jena» zusammen, das aber im Gegensatz zur realen Stadt die Maskenpflicht erst später eingeführt hatte, wie Wälde erklärt.

Im Ergebnis zeigte sich, dass die Gesamtzahl der in Jena registrierten Covid-19-Fälle in den 20 Tagen nach Einführung der Maskenpflicht von 142 auf 158 anstieg, im Vergleichsmodell indes von 143 auf 205. Der Anstieg der Fallzahlen im Vergleichsmodell war damit fast viermal so gross wie in Jena. Die Forscher bezeichnen dies als «signifikante Kluft». Sie wollen nun die Frage klären, welche spezifische Anti-Corona-Massnahme am meisten zu diesem Effekt beigetragen hat.

So wirkt sich eine Maske auf die Verbreitung von Viren aus

Video: watson

Neuer Schnelltest entwickelt

Eine Forschungsgruppe der Universität Konstanz um Christof Hauck hat ein neuartiges Covid-19-Schnelltestverfahren entwickelt. Es soll nach bereits zwei Stunden ein Ergebnis zeigen – das bisherige Verfahren, bei dem das Erbgut des Virus vervielfältigt und sichtbar gemacht wird, dauert länger. Es testet in mehreren Teilschritten über eine Polymerase-Ketten-Reaktion (PCR), ob eine akute Infektion vorliegt. Das Verfahren der Universität Konstanz soll es ermöglichen, «die zeit- und kostenaufwendige Aufreinigung der viralen RNA zu umgehen».

Coronavirus SARS-CoV-2 Aufbau

Aufbau eines Coronavirus: Die RNA befindet sich im Inneren des Virus. Bild: Shutterstock

Es arbeitet mit einem optimierten Enzym, das die Virus-RNA in DNA umwandeln und zugleich als DNA-Polymerase die Vervielfältigung der DNA vornehmen kann. Da das Enzym zudem besonders stabil ist, können die beiden Schritte auch bei hohen Temperaturen durchgeführt werden. Dies erlaubt es, den SARS-CoV-2-Nachweis direkt vom Patientenmaterial ausgehend durchzuführen. Laut Angaben der Wissenschaftler ist der Test ähnlich sensitiv wie die klassische PCR. Ein weiterer Vorteil liege ausserdem in der unkomplizierten Durchführung. Das Verfahren wurde auf einem Portal für medizinische Forschungsergebnisse veröffentlicht.

Antikörpertests könnten die Verbreitung des Virus unterschätzen

Antikörper sind Eiweissmoleküle, die von Immunzellen als Reaktion auf Infektionsstoffe gebildet werden. SARS-CoV-2-Antikörper bilden sich erst rund 14 Tage nach Krankheitsbeginn deutlich heraus. Sie bleiben danach im Blut feststellbar und zeigen an, dass ein Patient tatsächlich infiziert wurde. Antikörpertests sind für Epidemiologen deshalb von grosser Bedeutung, um die Verbreitung des Virus in der Bevölkerung abschätzen zu können.

epa08466913 Test tubes to be used for blood samples sit on table at a antibody testing program at the Hollymore Ambulance Hub of the West Midlands Ambulance Service, operated by the West Midlands Ambulance Service NHS Foundation Trust, in Birmingham, Britain,05 June 2020.  Making antibody tests widely available may help Britain lift its lockdown restrictions, because they show who has already had the virus and might have a degree of immunity.  EPA/SIMON DAWSON / POOL

Röhrchen mit Blutproben für einen Antikörpertest. Bild: keystone

Eine Studie von Wissenschaftlern um Isabel Rodríguez-Barraquer von der University of California in San Francisco hat nun eine mögliche Quelle für Verzerrungen identifiziert, die bei Tests zum Nachweis von Antikörpern gegen SARS-CoV-2 auftreten. Sie weisen darauf hin, dass die meisten dieser Tests anhand von Blutproben von Patienten validiert werden, die mit einer schweren Erkrankung hospitalisiert wurden. Diese Patienten machen jedoch nur einen kleinen Teil aller infizierten Personen aus und könnten einen höheren Anteil an Antikörpern in ihrem Blut aufweisen als Patienten mit lediglich milden oder gar keinen Symptomen. Dies führe zu einer Verzerrung bei der Abschätzung der Seroprävalenz in der Bevölkerung, die dadurch unterschätzt werde.

Die Studienautoren stellen fest, dass detailliertere Untersuchungen erforderlich seien, um zu beurteilen, wie zuverlässig Antikörpertests frühere Infektionen bei Patienten mit leichten Erkrankungen nachweisen. Die Studie ist noch nicht peer-reviewed.

mRNA-Impfstoff besteht klinische Tests an Menschen

Das amerikanische Pharmaunternehmen Moderna Therapeutics mit Sitz in Cambridge (US-Staat Massachusetts) entwickelt den Impfstoff mRNA-1273 gegen SARS-CoV-2. Gemäss vorläufigen Ergebnissen, die Moderna am 18. Mai veröffentlichte, erwies sich der Wirkstoff in der ersten Phase der klinischen Tests an menschlichen Probanden als «sicher» und «wurde gut toleriert». Gesunde Probanden hätten auf den Impfstoff mit der Bildung von «neutralisierenden Antikörpern» reagiert.

A man stands outside an entrance to a Moderna, Inc., building, Monday, May 18, 2020, in Cambridge, Mass. Moderna announced Monday that an experimental vaccine against the coronavirus showed encouraging results in very early testing, triggering hoped-for immune responses in eight healthy, middle-aged volunteers.(AP Photo/Bill Sikes)

Gebäude des Pharmaunternehmens Moderna in Cambridge (USA). Bild: AP

Allerdings verwiesen Experten laut «National Geographic» darauf, dass die positiven Ergebnisse nur bei 8 der 45 Probanden auftraten. Dass mRNA-1273 die erste Phase des vom U.S. National Institute of Allergy and Infectious Diseases durchgeführten Tests überstanden hat, sei jedoch ein wichtiger Schritt hin zu einem Impfstoff gegen das neuartige Coronavirus. Nun soll die zweite Phase beginnen, in der der Impfstoff an rund 600 Probanden aus acht US-Staaten getestet wird.

Positiver Test ist keine Garantie für Infektiosität

Eine Studie der Universität von Manitoba in Winnipeg (Kanada) legt den Schluss nahe, dass es unwahrscheinlich ist, dass an Covid-19 erkrankte Patienten das Virus weitergeben, wenn der Beginn ihrer Symptome mehr als acht Tage zurückliegt. Das Forscherteam um Jared Bullard impfte kultivierte Affenzellen mit 90 Proben von Personen, die positiv auf SARS-CoV-2 getestet worden waren. Sie stellten fest, dass jene Proben, die mehr als acht Tage nach Symptombeginn eines Patienten entnommen worden waren, die Affenzellen nicht infizierten.

Dieser Befund lässt vermuten, dass hospitalisierte Covid-19-Patienten, deren Tests auch Wochen nach Beginn der Erkrankung noch positiv ausfallen, nicht unbedingt streng isoliert werden müssten. (Siehe dazu auch Punkt 10)

Covid-19-Patienten sind nach 10 Tagen nicht mehr ansteckend

In die gleiche Richtung wie die unter Punkt 9 erwähnte Studie weist ein gemeinsames Papier des Nationalen Zentrums für Infektionskrankheiten und der Medizinakademie in Singapur, das auf der Analyse von Studien aus verschiedenen Ländern beruht. An Covid-19 erkrankte Patienten sind demnach bereits zwei Tage vor Auftreten von Symptomen ansteckend, aber maximal zehn Tage danach. Selbst jene, die positiv auf SARS-CoV-2 getestet werden, sind nicht mehr infektiös.

Die Reproduktion des Virus fällt nach der ersten Woche schnell ab. Die Forscher konnten das Virus nach elf Tagen nicht mehr isolieren oder kultivieren. Gleichwohl haben 15 Tage nach dem Auftreten von Symptomen erst 30 Prozent der Patienten einen negativen Test; am 28. Tag liegt der Anteil bei 88 Prozent und am 33. Tag bei 95 Prozent. Die Verfasser des Papiers folgern daraus, dass ein PCR-Test nach elf Tagen noch virale Bestandteile anzeigt, die jedoch nicht mehr infektiös sind. Ein positiver Test sei «nicht gleichbedeutend mit Ansteckungsgefahr oder einem lebensfähigen Virus».

SARS-CoV-2 befällt zuerst die Nasenschleimhaut

SARS-CoV-2 scheint die Zellen der Nasenschleimhaut am leichtesten zu infizieren. Das zeigt eine im Fachblatt «Cell» publizierte Studie der University of North Carolina in Chapel Hill. Die Wissenschaftler um Richard Boucher und Ralph Baric entwickelten eine grün fluoreszierende Variante des Virus und konnten in Experimenten beobachten, welche Zellen in den Atemwegen am ehesten infiziert wurden. Die Infektiosität nahm dabei von oben nach unten im Atemtrakt ab. Sie war am höchsten bei den Zellen der Nasenschleimhaut und am niedrigsten bei jenen tief in der Lunge.

Das Coronavirus befällt vor allem die mit Härchen besetzten Zilienzellen in Nase und Bronchien. (grün: Zilien, rot: infizierte Zilienzellen)

Mit Härchen besetzte Zilienzellen. Grün: Zilien, rot: infizierte Zellen. Bild: Takanori Asakura/ UNC School of Medicine

Laut der Studie können die Viren an bestimmten zilientragenden Zellen (Zilien sind Flimmerhärchen, die für die Selbstreinigung der Atemwege sorgen) in der Nasenschleimhaut am besten andocken, weil diese eine besonders hohe Konzentration des ACE2-Rezeptors in der Zellmembran aufweisen. Diese dienen SARS-CoV-2 als Einfallstor, um in die Zelle zu gelangen. Die Studienautoren weisen darauf hin, dass ihre Ergebnisse die Verwendung von Masken und vorbeugende Massnahmen wie die Reinigung der Nase unterstützen.

Covid-19 könnte eine saisonale Krankheit sein

Influenzaviren können sich bei höheren Temperaturen und feuchter Luft in der Regel schlechter verbreiten als bei niedrigeren. Ob Temperatur und Luftfeuchtigkeit auch die Verbreitung von SARS-CoV-2 beeinflussen, haben verschiedene Studien untersucht.

Eine im Frühstadium der Pandemie durchgeführte und kürzlich publizierte australische Studie hat einen Zusammenhang zwischen niedrigerer Luftfeuchtigkeit und einer Zunahme von bestätigten Fällen festgestellt. Eine Abnahme der Luftfeuchtigkeit um ein Prozent korreliere mit einer Zunahme der Covid-19-Fälle um mehr als sechs Prozent. «Covid-19 ist wahrscheinlich eine saisonale Krankheit, die in Zeiten niedrigerer Luftfeuchtigkeit erneut auftritt», sagte der an der Studie beteiligte Epidemiologe Michael Ward. «Wenn die Luftfeuchtigkeit niedriger ist, ist die Luft trockener und die Aerosole werden kleiner», erklärte Ward. Diese infektiösen Schwebeteilchen könnten dann länger in der Luft schweben.

[Themenbild Grippe, gestellte Aufnahme] Eine Frau kuriert auf dem Sofa ihre Grippeerkrankung mit Schlaf aus, aufgenommen am 27. Oktober 2007 in Zuerich. Daneben auf einem Hocker sind eine Tasse Tee, Biscuits und das Fieberthermometer. (KEYSTONE/Martin Ruetschi)

[Themed picture of influenza, posed picture] A young woman ill with a flu sleeps on a sofa, pictured in Zurich, Switzerland, on October 27, 2007. A cup of tea, a thermometer to check the temperature and some biscuits are placed next to her on a taboret. (KEYSTONE/Martin Ruetschi)

Die Grippe ist eine saisonale Krankheit. (Symbolbild) Bild: KEYSTONE

Eine amerikanische Studie von Forschern am Mount Auburn Hospital in Cambridge kam zum Schluss, dass die Zunahme der Temperatur die Verbreitung des Virus bremst, allerdings nur bis zur Schwelle von 11 Grad. Darüber konnte keine weitere Verlangsamung festgestellt werden. Die in der Studie ebenfalls berücksichtigte UV-Strahlung hatte nur einen sehr geringen Einfluss auf die Verbreitung des Virus; der Niederschlag sogar überhaupt keinen. «Basierend auf unseren Analysen gehen wir davon aus, dass sich die Infektionsraten im Sommer aufgrund der Temperatur nur geringfügig verändern werden», sagte Studienautorin Shiv T. Sehra. In der Studie konnten freilich keine Temperaturen über 20 Grad analysiert werden, da es dafür in den meisten Gebieten der USA noch zu kühl war.

Proteine im Blut könnten den Verlauf einer Covid-19-Erkrankung vorhersagen

Im Blut von schwer an Covid-19 Erkrankten kommen bestimmte Proteine je nach Schwere der Erkrankung in unterschiedlicher Menge vor. Eine Studie der Charité-Universitätsmedizin Berlin und des Francis Crick Institute hat 27 dieser Eiweisse identifiziert. Die Forscher um Markus Ralser vom Institut für Biochemie der Charité entwickelten dazu eine Massenspektrometrie-Plattform, die es erlaubt, das Proteom – die Gesamtheit aller vorhandenen Eiweisse – von 180 Proben pro Tag exakt zu analysieren. Damit untersuchten die Wissenschaftler das Blutplasma von 31 Probanden, die unterschiedlich stark ausgeprägte Covid-19-Symptome aufwiesen. Die gewonnenen Protein-Signaturen glichen sie darauf mit denen einer Kontrollgruppe von 17 Covid-19-Patienten und einer Kontrollgruppe von 15 gesunden Testpersonen ab.

This image shows a two-dimensional gel with color coded proteins. This is a way to visualize proteins based on their mass and isoelectric point.
By The original uploader was Caspardavid at German Wikipedia. - Selbst generiert, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=9519271

Eingefärbte Proteine in einem zweidimensionalen Gel. Bild: Wikimedia/Caspardavid

Es zeigte sich, dass die Signaturen den Schweregrad der Krankheit korrekt beschrieben. Die Methode könnte laut Ralser einerseits zur Vorhersage der Krankheitsprognose genutzt werden: Eine frühe Blutuntersuchung könnte es ermöglichen, den weiteren Krankheitsverlauf abzuschätzen, also ob ein Patient schwere Symptome entwickeln wird oder nicht. Dafür werden zusätzliche Erkenntnisse benötigt, wie sich die Protein-Signaturen während des Krankheitsverlaufs verändern. Andererseits könnten diese Biomarker als Diagnosemittel eingesetzt werden, die objektiv Aufschluss über den Zustand eines Patienten geben, ungeachtet der subjektiven Selbstauskunft des Patienten. Das Verfahren soll nun an einer grösseren Anzahl von Patienten geprüft werden.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Froggr 09.06.2020 19:37
    Highlight Highlight Also doch. Da hatte Martullo Blocher doch ein gutes Näschen. Und sofort gaben alle auf ihr rumgehackt, köstlich 😄.
  • MartinZH 09.06.2020 18:50
    Highlight Highlight Zu Hydroxychloroquin, bzw. Chloroquin: Es wird (in den Medien) häufig behauptet, dass dieser Arzneistoff nicht gegen Corona wirkt. Leider wird oft ein Link zu Trump gemacht – und damit wird das ganze ins Lächerliche gezogen.

    Der Mangel der ersten Studien war, dass es verabreicht wurde, als die Patienten im Endstadium waren (zu spät). Präventiv nützt es auch nichts (Trump).

    Fakt ist: Der Arzneistoff könnte vielleicht gegen Corona wirken, wenn er "genau zum richtigen Zeitpunkt" [!] verabreicht wird.

    Es ist wie z.B. mit "Valtrex 500" bei einer Gürtelrose (Herpes). Genau beim Ausbruch nützt es.
    • Mat_BL 09.06.2020 19:56
      Highlight Highlight Sehr interessanter Kommentar! Danke.

      Valtrex oder seine Generika funktionieren auch bei dem Herpes-Simplex-Virus (HSV-1- Virus).

      Circa 90% aller Menschen tragen das Virus in sich, aber nur bei etwa 20% bricht es regelmässig zwei- bis dreimal im Jahr in Form von Fieberbläschen an den Lippen aus. Frauen und Männer sind in jedem Alter gleich betroffen.

      Und wie Du schreibst: Genau beim Ausbruch hilft es. Präventiv geht nicht. 24h nach dem ersten Jucken an der Lippe ist schon zu spät.

      Nur blöd, wenn man den richtigen Zeitpunkt für ein wirksames Corona-Medi nicht wirklich feststellen kann.
    • MartinZH 09.06.2020 21:00
      Highlight Highlight @Mat_BL: Dank zurück! 😏

      Die Überlegung ist nicht "auf meinem Mist" gewachsen: Ich habe vor rund zwei Wochen einen Arzt dazu gehört (SRF4? Uni Zürich?). Der Mediziner äusserte sich sehr differenziert zum Arzneistoff.

      Eigentlich schade, dass solche Stimmen nicht prominenter vertreten sind, nach der ganzen Berichterstattung zum Medikament.

      Ich schätze, das Thema "Tamiflu" (oder "Steuerzahler-Trauma"?) wirkt offensichtlich leider noch nach, so dass sich (in den Medien) damit niemand die Finger verbrennen will.

      Wer die Wirkung von "Valtrex" kennt, ist sicher froh, dass es diese Arznei gibt! 😉
    • Lightning makes you Impotent (LMYI) 09.06.2020 23:02
      Highlight Highlight Man nimmt Valtrex auch präventiv. Die Beschreibung hier ist falsch.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Porsche 09.06.2020 18:15
    Highlight Highlight 0+ bitches!
    Benutzer Bildabspielen
  • Gulasch 09.06.2020 15:46
    Highlight Highlight Die Aussage betreffend der Blutgruppe finde ich sehr vage.
    Bei einer Blutgruppe die 40% in der Bevölkerung vertreten ist, ist eine Häufung durchaus möglich, allerdings sind das höhere Ansteckungsrisiko für A+ und der protektive Faktor für 0 in der Studie signifikant.
    Des Weiteren wurde die Studie nicht Peer-reviewed, aber es haben doch immerhin 52 europäische Institutionen mitgearbeitet.
    Und zuletzt sind sich die Autoren nicht sicher, was mit dieser Aussage nun anzufangen ist!
    • lilie 09.06.2020 17:45
      Highlight Highlight @Gulasch: Es ging um die Wahrscheinlichkeit eines Lungenversagens, nicht einer Ansteckung.

      Und das Hinterfragen eines Studienergebnisses ist Teil einer jeden wissenschaftlichen Arbeit.
    • Gulasch 09.06.2020 22:24
      Highlight Highlight Im Artikel werden sowohl Lungenversagen und Ansteckung erwähnt! Und ich hinterfrage immer, am meisten mich selbst!
    • lilie 10.06.2020 06:57
      Highlight Highlight @Gulasch: Stimmt, in der chinesischen Studie wurden auch mehr Ansteckungen gefunden.

      Und sonst habe ich mich auf deine Verwunderung bezogen, dass "sich die Autoren nicht sicher (sind), was mit dieser Aussage nun anzufangen ist". Und das steht nun mal in jedem wissenschaftlichen Artikel, wenn er seriös ist, weil jedes Ergebnis immer als vorläufig zu betrachten ist, solange es nicht mehrfach, unter verschiedenen Bedingungen und unter Ausschluss anderer Erklärungsansätze bestätigt werden konnte.
  • lilie 09.06.2020 15:36
    Highlight Highlight Danke wieder einmal für eine tolle Übersicht, @Dani! 👍

    Einmal leer schlucken musste ich allerdings, als ich über die Studie zu Hydroxychloroquin las (#3): Da werden Leute einfach der Gefahr einer potentiell tödlichen oder schädigenden Erkrankung ausgesetzt? 😱

    Ich nehme an, hier wurde neben dem Peer-Review auch gerade noch die Ethikkommission weggelassen. 😥
    • Crazyscientist 09.06.2020 17:23
      Highlight Highlight Ein Klick auf die Quelle gibt Auskunft. Bei den Probanden handelte es sich um Angehörige und Mitbewohner von positiv getesteten. Niemand wurde absichtlich infiziert.
    • lilie 09.06.2020 17:41
      Highlight Highlight @Crazyscientist: Oh, danke fürs genau Hinsehen, ich dachte noch, das kann nicht sein. 👍

      Allerdings bekamen sie auch das Medikament erst nach dem Kontakt mit einer infizierten Person, von daher finde ich jetzt die Aussage der Studie recht begrenzt. 🤔
  • mrgoku 09.06.2020 14:48
    Highlight Highlight Ich hab Blutgruppe 0-

    Ich kann jedem Blut spenden, aber nicht von jedem erhalten... fieeees... aber passt schon.

    an alle 0- Blutgruppen-buddies. Geht Blut spenden :)
    • Magenta 09.06.2020 17:05
      Highlight Highlight Hab auch 0 neg. und gehe alle 3 Monate, war grad gestern 😉
    • K1aerer 09.06.2020 21:36
      Highlight Highlight Hab 0+, immerhin kann ich 0- noch gespendet bekommen. 🙈
  • Fairness 09.06.2020 14:32
    Highlight Highlight So viel zum Schutz durch Masken. Das sollte mittlerweile jeder kapiert haben. Trotz Maskenmangel und -lüge von Bund und Corona-Superman ...
    • MartinZH 09.06.2020 21:50
      Highlight Highlight @Fairness: Absolut Deiner Meinung! Das "Koch'sche Mantra" – "Wir [vom BAG] beobachten die Situation" – wird noch negativ in die Geschichte eingehen!

      Ich hoffe – aber ich denke, dass es leider zu viele politische Widerstände geben wird, weil zu viele grosse Fehler gemacht haben –, dass die ganze Angelegenheit noch im Rahmen einer parlamentarischen PUK (auch mit externen Gutachten [!]) behandelt werden wird.

      Aber eben. Wir werden es sehen: "Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus." 😔

      Warum dieser "Superman" gehuldigt wird, kann ich immer weniger verstehen. Hat das etwas mit Denken zu tun?
  • Martin Fluxus 09.06.2020 13:36
    Highlight Highlight "Die durch die Pandemie gebotene Dringlichkeit führt überdies dazu, dass die Wissenschaftler auch vorläufige Erkenntnisse möglichst schnell teilen" - im Fall von Drostens "Studie" (eine schludrig ausgeführte Analyse mit groben methodischen und statistischen Mängeln) würde ich eher von verletztem Ego sprechen.
  • smoking gun 09.06.2020 13:25
    Highlight Highlight „Laut Angaben der Wissenschaftler ist der Test ähnlich sensitiv wie die klassische PCR.“

    Das wäre also ein Wert von ca. 97,5 %. Der wichtigere Wert ist in meinen Augen aber die Spezifität. Die liegt bei den klassischen Tests bei 96,5 %.

    Das heisst, wenn 1 Mio. Menschen getestet werden, sich bei 35‘000 ein positives Resultat zeigen wird, obwohl sie Corona negativ sind.

    Bei einer hypothetischen Durchseuchung von 5 % (95 % hatten keinen Kontakt mit SARS-CoV-2) ergibt sich also ein erschreckend hoher Wert an falschen, positiven Resultaten.
  • Gubbe 09.06.2020 13:25
    Highlight Highlight Die meisten Personen haben die Blutgruppe A Rh+. Ich auch. Die letzten 20 Jahre habe ich nie gehustet oder den Schnupfen gehabt. Ich würde deshalb das Covidrisiko nicht der Gruppe A+ anhängen wollen.
    Für Herrn Drosten tut es mir leid, er muss seine Studien so lange anpassen, bis sie stimmen. Wissenschaft.
  • RozaxD 09.06.2020 13:21
    Highlight Highlight Danke!!
  • Locutus70 09.06.2020 13:17
    Highlight Highlight Die ganzen Regelungen wurden doch am Wochenende durch die Demos ad absurdum geführt, das kann man doch alles gar nicht mehr ernst nehmen.
    • De-Saint-Ex 09.06.2020 13:26
      Highlight Highlight ... durch die Demos... durch den täglichen öffentlichen Nahverkehr natürlich nicht... so ein Kommentar ist absurd...
    • Locutus70 09.06.2020 14:17
      Highlight Highlight @De-Saint-Ex - Relativieren und ablenken. Ein Muster das sich sowohl scharf rechts als auch scharf links findet ^^
    • De-Saint-Ex 09.06.2020 14:23
      Highlight Highlight Als ob es Dir hier um „Corona“ ginge. Habe genügend Deiner Kommentare gelesen, um zu wissen, dass Dir diese Demos generell ein Dorn im Auge sind. Also komme Du mir nicht mit Ablenkung.
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  • Antinatalist ⚠ Lockdown-Fan-Club 09.06.2020 12:53
    Highlight Highlight Achtung Herr Huber, für die "Behauptung" mit der Blutgruppe hagelt's Blitze.

    War zumindest bei mir vor etwa 10 Wochen so. 🙄
    • PeteZahad 09.06.2020 14:33
      Highlight Highlight 1/2 Ich habe ihren diesbezüglichen Kommentar nicht gesehen. Ich bin mir aber aufgrund anderer Kommentare die ich von ihnen gelesen habe, nicht sicher ob es die "Behauptung" oder die Art und Weise wie diese aufgestellt wurde war, welche zu Blitzern geführt hat.

      Fakt ist, dass die nun erschienene (noch nicht peer-reviewte) Studie vor 10 Wochen noch nicht vorpubliziert war und es daher wirklich eine Behauptung, also Mutmassung ihrerseits und daher mE ein reines Gefühl ihrerseits war, welches sich nun zufällig bewahrheitet hat.

    • PeteZahad 09.06.2020 14:39
      Highlight Highlight 2/2
      Was die Motivation ist, dass man dieses Glück resp. diesen Zufall nun nochmals explizit erwähnen muss und sich versucht auf eine Stufe mit dem Autor dieses Artikels (welcher im Gegensatz zu ihnen damals nun eine Quelle und somit echte Argumente hat) zu stellen resp. versucht sich mit ihm gegen die bösen Blitzer von damals zu verbrüdern, ist mir absolut schleierhaft.
    • MartinZH 09.06.2020 15:24
      Highlight Highlight Mein Beitrag zu den Blutgruppen (von vor ca. 10 Wochen) wurde nicht mal aufgeschaltet, obwohl ich eine seriöse Quelle verlinkt habe.

      Wahrscheinlich war es für die Redaktion "zu neu" oder "zu heiss", weil Blutgruppen nicht in allen Bevölkerungsgruppen gleichmässig verteilt sind.

      Schade, dass wissenschaftliche Erkenntnisse offensichtlich auch noch "politisch korrekt" sein müssen, damit sie "als seriös" wahrgenommen werden.

      Wer sich mit Blutgruppen beschäftigt, weiss, dass auch zurückliegende Pockenepidemien etwas mit der Häufigkeit der Blutgruppe B zu tun hat. Es geht nicht um die Hautfarbe.
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  • Sarkasmusdetektor 09.06.2020 12:52
    Highlight Highlight Ich hab Blutgruppe A+ (*panic*)! Gelte ich jetzt als Risikogruppe und kann von meinem Arbeitgeber verlangen, weiterhin im Home Office arbeiten zu dürfen?
    • Nothingtodisplay 09.06.2020 13:01
      Highlight Highlight Ja, du musst nie mehr arbeiten. Herzlichen Glückwunsch.
    • Gulasch 09.06.2020 15:49
      Highlight Highlight Dieses Phänomen tritt auch in der Onkologie auf. Einige Blutgruppen haben höheres Risiko für einzelne Krebserkrankungen, jedoch aber auch abhängig von der Region.
      Die bis jetzt veröffentlichten Daten konnten aber selten bestätigt werden und die Literatur ist sehr widersprüchlich!
      Also, don't panic, wash your hands, keep social distance, go to work!
      So mach ich es als A+er!
    • fools garden 09.06.2020 17:30
      Highlight Highlight Dafür bist Du laut Japanischen Studien ein liebenswerter Mensch😉
  • i schwörs 09.06.2020 12:41
    Highlight Highlight Ich schätzte diesen Artikel! Abgesehen vom Erkenntnisstand, zeigt er einen schöne Charakteristik der wissenschaftlichen Methode: diese Methode verhindert natürlich nicht, dass Fehler gemacht werden. Aber sie zeigt wunderbar, dass Studien anstandslos zurückgezogen werden, wenn Fehler entdeckt werden. Es geht immer noch um gesicherten Erkenntnisgewinn, und nicht ums blosse "Rechthaben" oder "Glauben".Dies einfach mal so als Kontrast zu (ich sag mal) "Alternativtheorien". Denen sollte mal das übliche "wacht auf" zugerufen werden :)
  • Blues 09.06.2020 12:34
    Highlight Highlight Besten Dank für diese Informationen.

    Es ist immer besser wenn man mehr weiss, dann kann man auch die Empfehlungen eher verstehen.

    In ein paar Jahren sind wir auch über Studien klüger. Wenn man aber das Gewonnene nicht wahrhaben will, so schlittert man in die nächste Krise!
  • SBP 09.06.2020 12:34
    Highlight Highlight 1. Das Virus war schon viel früher bei uns am wüten als angenommen.
    2. Das Beispiel CH zeigt, dass die Wirkung von Masken marginal ist.
    3. Das Beispiel CH in Kombination mit z.B. BRA zeigt auch, dass es noch unbekannte Gründe für den Rückgang der Ansteckung gibt (die CH-Bevölkerung ist seit mehreren Wochen recht locker im Umgang mit der Gefahr).
    4. Alle Tests sind im besten Fall unzuverlässig, konkrete Rückschlüsse aus Feldstudien sind mit Vorsicht zu geniessen.
    5. Nicht nur die Politik, auch Medien und Wissenschaft machten nicht die beste Falle. Aber danke Huber, wie immer ein Lichtblick :-)
    • lilie 09.06.2020 15:24
      Highlight Highlight @SBP:

      1. Behauptung ohne jeden Beleg

      2. In der CH gibts keine Maskenpflicht, damit kann ihre Wirkung auch nicht beurteilt werden

      3. Unser Verhalten hat sich im Vergleich zu vor der Krise massivst verändert (nur 1 Beispiel: Auslastung ÖV); "locker" sind wir nur im Vergleich zur Zeit während dem Lockdown (was auch zeigt: unsere Wahrnehmung hat sich stark verändert)

      4. Die Tests werden derzeit geeicht; bereits Koch sagte zu den Tests, dass die noch nicht stimmen können

      5. Hubers Artikel ist wieder einmal super! 👍
    • MartinZH 09.06.2020 19:17
      Highlight Highlight @SBP:

      Fakt ist: Wären in der Schweiz von Anfang an genügend Masken verfügbar gewesen und hätten sich alle mit einer Maske geschützt, hätten auch hier tausende von Ansteckungen – und evtl. viele Tote! – verhindert werden können.

      Fakt ist: In Jena (Thüringen) wurde sehr früh (fast analog zu Österreich) ein Masken-Obligatorium verfügt.

      Die Zahlen zeigen, dass es einen direkten Nutzen gegeben hat. Dies nennt man "empirische Forschung".

      Auch Ökonomen kennen sich sehr gut mit Zahlen und Kausalitäten aus, nicht nur Mediziner. 😉

      Die Wissenschaft bringt es mit sich, dass man laufend lernen kann.
  • Mike Milligan 09.06.2020 12:31
    Highlight Highlight Bin 0+. Ferien und Schweinewetter, also null positiv. Aber eben auch Blutgruppe 0+
  • sikki_nix 09.06.2020 12:21
    Highlight Highlight Guter Artikel! Ich weiss leider meine Blutgruppe nicht mehr auswendig also muss ich davon ausgehen gegenüber dem Virus gleichzeitig resistent und empfindlich zu sein. Schrödinger's Blutgruppe sozusagen.
    • rodolofo 09.06.2020 13:19
      Highlight Highlight Geht mir ganz ähnlich, wie Dir.
      Vielleicht warte ich darum so lange mit nachschauen...
    • MartinZH 09.06.2020 20:30
      Highlight Highlight @sikki_nix / @rodolofo:

      Geht doch einmal Blut spenden.

      Dann klärt man euch auch auf, welche Blutgruppe (0, A, B oder AB) ihr habt. Auch den Rhesusfaktor (+ oder -) kennt ihr nachher. So wisst ihr das für immer und ewig, was evtl. einmal von Nutzen sein könnte (z.B. in einem Spital im Ausland, wenn ihr Blut-Konserven braucht). 😉

      Übrigens: Bis in die 80-er wurde diese Information auch im Militär auf der ID sowie auf der Erkennungsmarke (im Volksmund "Grabstein") vermerkt/eingeprägt. 😉

      Eigentlich schade, dass heutzutage nicht mehr alle ihre Blutgruppe kennen...

      Kein Organspende-Ausweis? 🤔
    • sikki_nix 10.06.2020 12:09
      Highlight Highlight Zu deinem letzten Punkt: Doch ich habe einen Organspendeausweis. Dort steht jedoch nur eine nummer drauf. Vor dem Blutspenden habe ich in meinem Fall etwas respekt, da ich die letzten Male als eine Nadel meinen Unterarm penetrierte, weggekippt bin. Deswegen vermeide ich diese Sorte Eingriff wenn ichs kann.
    Weitere Antworten anzeigen
  • bbelser 09.06.2020 12:11
    Highlight Highlight Danke, Dani Huber, für diesen Überblick zum Stand des Unwissens in diversen Forschungsbereichen zu Corona.
    Bewundernswert, deine Akribie und die Fähigkeit zum Einordnen und Vermitteln.
    Und dein Mut, den Leser*innen etwas zuzutrauen 😉
    Für mich sind deine Artikel immer wieder Highlights des Wissenschafts-Journalismus'.
  • Vecchia 09.06.2020 12:09
    Highlight Highlight "Die durch die Pandemie gebotene Dringlichkeit führt überdies dazu, dass die Wissenschaftler auch vorläufige Erkenntnisse möglichst schnell teilen, ohne das sonst übliche Peer-review-Verfahren abzuwarten."

    Dringlichkeit und vorallem sehr viel Gewinn, der winkt.
    Bei mir persönlich wird das Vertrauen in die Forschung durch die Veröffentlichung halbfertiger Studien mit Mutmassungen, die sich bald im Stundentakt ablösen, nicht wirklich gestärkt.

    Und bevor man eine Blutgruppe in Panik versetzt, sollte man schon fundiert begründen können, woran die Unterschiede liegen.
    • bbelser 09.06.2020 13:23
      Highlight Highlight Kann deine Skepsis nachvollziehen. Für mich selbst sind jedoch die Live-Einblicke in den Erkenntnisprozess von Wissenschaft sehr faszinierend. Natürlich bedarf es dabei der Einordnungshilfe durch Wissenschafts-Journalismus, aber man darf ja ruhig auch selber denken und sortieren. Mit Blutgruppe A+ bin ich nun informiert und werde das im Auge behalten, aber sicher nicht hyperventilieren... 😉
    • Vecchia 09.06.2020 13:56
      Highlight Highlight Sicher kann man selber denken, ich hypere für mich übrigens ebenso wenig ... mit Blutgruppe 0. ;-)

      Ich staune einfach, wie bei Covid jede temporäre Erkenntnis aus anlaufenden Studien sofort in Medien veröffentlicht wird. Während wir bei anderen Themen 10-20 langfristig angelegte und abgeschlossene Studien verlangen, bevor wir uns überhaupt auf neue Erkenntnisse einlassen.

      Gleiches mit Impfstoffen: vor Covid brauchte ein Impfstoff bis zur Zulassung rund 5 Jahre Prüfungen und Studien, Covid-Impfungen werden in weniger als einem Fünftel dieser Zeit in Aussicht gestellt...
  • Stinkstiefel 09.06.2020 12:00
    Highlight Highlight Punkt 5 zu den Masken
    Im Titel:
    Studie belegt Wirksamkeit von Masken.

    Im Text:
    Die Studie ist eigentlich ein Diskussionspapier. Von Wirtschaftswissenschaftlern. Wir nehmen mal an es waren die Masken, aber welche Massnahme genau für den Rückgang der Neuinfektionen verantwortlich war muss weiter untersucht werden.

    Ein Lehrbeispiel für zwei Beobachtungen:
    1. Die Darstellung wissenschaftlicher Forschung in den Medien ist oft ziemlich verkürzt.
    2. Die Deutschen produzieren gerade fleissig Studien, die die Wirksamkeit der in der Bevölkerung immer unpopulärer werdenden Massnahmen belegen sollen.
    • Dubio 09.06.2020 13:51
      Highlight Highlight Dachte ich auch. Als Beispiel der geringen Wirksamkeit von Masken kann man eigentlich auch einfach die Schweiz nehmen. Kaum jemand trägt Maske und dennoch sind die täglichen Ansteckungen tief.
    • Uranos 09.06.2020 18:49
      Highlight Highlight @Dubio
      Nur dass dies ein logisch unzulässiger Schluss ist.
    • MartinZH 09.06.2020 19:20
      Highlight Highlight Tja, Fakt ist: Wären in der Schweiz von Anfang an genügend Masken verfügbar gewesen und hätten sich alle mit einer Maske geschützt, hätten auch hier tausende von Ansteckungen – und evtl. viele Tote! – verhindert werden können.

      Fakt ist: In Jena (Thüringen) wurde sehr früh (fast analog zu Österreich) ein Masken-Obligatorium verfügt.

      Die Zahlen zeigen, dass es einen direkten Nutzen gegeben hat. Dies nennt man "empirische Forschung".

      Auch Ökonomen kennen sich sehr gut mit Zahlen und Kausalitäten aus, nicht nur Mediziner. 😉

      Die Wissenschaft bringt es mit sich, dass man laufend lernen kann. 😉
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Analyse

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