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Wer mit süssstoff gesüsste Produkte isst, hat danach trotzdem Lust auf Süsses.
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Also doch kein wirklicher Ersatz: Süssstoff kann die Lust auf Zucker nicht stillen

Glukose befriedigt und bremst das Verlangen nach zuckerhaltigen Speisen – Süssstoff dagegen nicht. Forschende der Universität Lausanne haben an Mäusen aufgeklärt, welche Nervenschaltkreise dahinter stecken.

Publiziert: 21.06.16, 16:46 Aktualisiert: 21.06.16, 16:56

Ein Forscherteam um Gwenaël Labouèbe von der Uni Lausanne hat ein Netzwerk von Nervenzellen im Gehirn von Mäusen identifiziert, das das Essverhalten beeinflusst: Der Abfall des Blutzuckers regt bestimmte Nervenzellen an, die dann wiederum ein bestimmtes Verhaltensmuster auslösen – den Drang zu zuckerhaltigen Nahrungsmitteln, so eine Mitteilung der Hochschule vom Dienstag.

«Wenn ein Mangel an Glukose diese Neuronen aktiviert, wechselwirken diese mit dem Belohnungssystem des Gehirns», erklärte Labouèbe laut der Mitteilung. Das erhöhe die Motivation der Tiere, Zucker zu suchen und zu sich zu nehmen.

Reaktion nur auf Glukose

Wie der Forscher und sein Team im Fachjournal «Nature Neuroscience» berichten, unterdrückt Glukose (Traubenzucker) die Aktivität dieser Neuronen, Fruchtzucker oder Süssstoff hingegen nicht. Der Drang zum Zucker bleibt daher bei süssstoffhaltigen Nahrungsmitteln ungebremst und beeinflusst das Essverhalten.

Die Ergebnisse machten deutlich, wie komplex die Mechanismen im Gehirn seien, die den Konsum zuckerhaltiger Lebensmittel kontrollieren, liess sich Studienleiter Bernard Thorens von der Uni Lausanne in der Mitteilung zitieren. «Insbesondere unterstreichen sie die Tatsache, dass Süssstoff und Fruchtzucker, die massiv in Lebensmitteln eingesetzt werden, nicht das Verlangen nach Zucker bremsen.»

Kein Effekt auf Übergewichts-Epidemie

Das passe zu der Feststellung, dass die Einführung von süssstoff- oder fruchtzuckergesüssten Lebensmitteln das Übergewichtsproblem der industrialisierten Welt nicht gemindert habe, so Thorens.

In einer früheren Studie hatten amerikanische Forschende der University of Southern California bereits festgestellt, dass Fruchtzucker beim Menschen den Appetit nicht so befriedigt wie Glukose. Testpersonen, die ein mit Fruchtzucker gesüsstes Getränk zu sich nahmen, reagierten anschliessend stärker auf Essensbilder als Probanden, die ein glukosehaltiges Getränk erhalten hatten.

Die Studie der Lausanner Forschenden fügt nun ein weiteres Puzzlestück zum Wissen hinzu, wie unterschiedlich der Körper mit verschiedenen Arten von Zucker umgeht. (viw/sda)

Passend zum Thema: Frühstückscerealien und ihr Zuckergehalt

Minis Choco (Weetabix): 22 Prozent Zucker.
Cini Minis (Nestlé): 25 Prozent Zucker.
Farmer Croc Schokolade (Migros): 27 Prozent Zucker.
Honey Bsss Loops (Kellogg's): 29 Prozent Zucker.
Tresor (Kellogg's): 30 Prozent Zucker.
Nesquik Duo (Nestlé): 33 Prozent Zucker.
Nougat Bits (bei Aldi): 34 Prozent Zucker.
Choco Krispies (Kellogg's): 35 Prozent Zucker.
Frosties (Kellogg's): 37 Prozent Zucker.
Smacks (Kellogg's): 43 Prozent Zucker.

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