Schweiz
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Analyse

Neue Reform-Ideen: Die Quadratur des Renten-Kreises kann gelingen

Das Schweizer Rentensystem ist baufällig geworden. Nun liegen Reformvorschläge für die erste und zweite Säule auf dem Tisch. Die Kritik ist teilweise heftig, doch sie bilden eine gute Grundlage.



Alain Berset ist nicht zu beneiden. Der Freiburger Sozialdemokrat führt das wohl schwierigste Departement im Bundesrat. Die ständig steigenden Krankenkassenprämien und die Sicherung der Altersvorsorge nehmen in der Sorgenliste der Schweizer Bevölkerung einen Spitzenplatz ein. Gleichzeitig haben sich Reformen in diesen Bereichen als schwierig bis unmöglich erwiesen.

Die letzten grossen Reformschritte konnten in den 1990er Jahren unter der damaligen Bundesrätin Ruth Dreifuss realisiert werden. Seither sind mehrere Anläufe im Parlament oder spätestens in der Volksabstimmung gescheitert. Zuletzt war dies vor zwei Jahren bei der Altersvorsorge 2020 der Fall. Sie war ein ehrgeiziger Versuch, die erste und zweite Säule im Gesamtpaket zu erneuern.

Bundesrat Alain Berset spricht an einer Medienkonferenz ueber die Stabilisierung der AHV (AHV21), am Mittwoch, 3. Juli 2019, in Bern. (KEYSTONE/Peter Schneider)

Alain Berset bei der Vorstellung der neuen AHV-Reform. Bild: KEYSTONE

Der Umfang der Reform war gemäss der VOTO-Analyse ein Grund für den Absturz, neben dem AHV-Zuschlag von 70 Franken als Kompensation für Einbussen in der beruflichen Vorsorge und der Erhöhung des Frauenrentenalters auf 65 Jahre. Allerdings hätte keines dieser Motive allein die Rentenreform zum Absturz gebracht – ein wichtiger Aspekt im Hinblick auf die heutige Debatte.

Denn der Reformbedarf in der ersten wie in der zweiten Säule ist unverändert hoch. Das gesamte Rentensystem ist baufällig geworden, und das Problem wird sich mit der Pensionierung der geburtenstarken Nachkriegs-Jahrgänge – der Babyboomer – weiter verschärfen. Die Zahl der Rentnerinnen und Rentner steigt laut NZZ im nächsten Jahrzehnt von 2,6 auf 3,6 Millionen.

Nun liegen neue Vorschläge auf dem Tisch. Am Dienstag präsentierten Arbeitgeber und Gewerkschaften ihren gemeinsam erarbeiteten Kompromiss für eine Reform der beruflichen Vorsorge (BVG). Tags darauf legte Alain Berset den neusten Reformplan des Bundesrats für die AHV vor. In beiden Fällen gibt es Kritik, und das nicht zu knapp. Was ist davon zu halten?

AHV

Das Umlageergebnis der AHV ist seit 2014 defizitär. Sie zahlt mehr an Renten aus, als sie durch die Beiträge der erwerbstätigen Bevölkerung einnimmt. Die Finanzspritze von zwei Milliarden Franken pro Jahr, die mit der Annahme der AHV-Steuervorlage am 19. Mai beschlossen wurde, verschafft der AHV eine Atempause und wird ihr bis 2022 schwarze Zahlen bescheren.

Falls nichts weiter geschieht, wird sich die Lage durch die grosse Zahl neuer Rentnerinnen und Rentner wieder verschärfen. Der AHV-Ausgleichsfonds, der die Defizite deckt, könnte bis 2035 leer sein. Bersets neuer Reformplan sieht deshalb eine schrittweise Erhöhung des Frauenrentenalters auf 65 Jahre sowie eine Erhöhung der Mehrwertsteuer um 0,7 Prozentpunkte vor.

Die Kritik blieb nicht aus. Alain Bersets Partei, die SP, lehnt ein höheres Frauenrentenalter vehement ab. Sie übersieht, dass die Massnahme laut Umfragen mehrheitsfähig ist. Ausserdem will der Bundesrat sie mit einem «Zückerchen» von 700 Millionen Franken versüssen. Profitieren sollen Frauen mit geringem Einkommen, die kurz vor der Pensionierung stehen. Bürgerlichen und Arbeitgebern geht dies zu weit. Sie wollen auch die Mehrwertsteuer weniger stark anheben.

BVG

Für die Pensionskassen gilt ein Mindestumwandlungssatz von 6,8 Prozent. Dies ergibt bei einem Altersguthaben von 100'000 Franken eine Jahresrente von 6800 Franken. Wegen der gestiegenen Lebenserwartung ist dieser Satz nicht nachhaltig, weshalb viele Pensionskassen ihre Renten aus dem Kapital der Erwerbstätigen finanzieren. Das widerspricht der Idee der beruflichen Vorsorge.

Die systemwidrige Umverteilung betrug in den letzten zehn Jahren gemäss der «SonntagsZeitung» nicht weniger als 90 Milliarden Franken. Arbeitgeber und Gewerkschaften haben nun im Auftrag des Bundesrats eine Reform erarbeitet, die eine Senkung des Umwandlungssatzes auf 6,0 Prozent vorsieht. Das Rentenniveau soll mit zusätzlichen 0,5 Lohnprozenten gehalten werden.

Diese Massnahme ist eigentlich ebenfalls systemfremd, sie fügt ein «AHV-Element» in die zweite Säule ein. Der Gewerbeverband schert deshalb aus dem Kompromiss der Sozialpartner aus. Er will mit seinem Modell die Renteneinbussen während zehn Jahren aus dem BVG-Sicherheitsfonds kompensieren und die Altersgutschriften erhöhen, also die Abzüge am versicherten Lohn.

Rentenalter

Eine generelle Erhöhung des Rentenalters wäre eine nahe liegende Massnahme, um der Altersvorsorge mehr Einnahmen zu verschaffen. Leider sei sie «weiter ein Tabu in der Schweiz», klagt die NZZ. Sie verweist gerne auf Umfragen, die ihre Akzeptanz belegen sollen. Sie zeigen aber nur, dass die Bevölkerung ein höheres Rentenalter als unvermeidlich betrachtet.

In der Realität bleibt die Umsetzung schwierig. Dafür verantwortlich ist auf der einen Seite simpler Egoismus. Wer will schon später in Pension gehen? Hinzu kommt ein heisses Eisen: die Angst vor Arbeitslosigkeit im Alter und dem damit häufig verbundenen sozialen Abstieg. Solche Fälle gibt es nach wie vor, auch wenn neoliberale Betonköpfe das Problem bestreiten oder kleinreden.

Der Bundesrat will deshalb eine Überbrückungsrente für Ausgesteuerte über 60 einführen. Das Problem werde sich mit der Babyboomer-Pensionierung ohnehin von selber lösen, behaupten die Arbeitgeber. Dann würden auch ältere Arbeitskräfte gebraucht. Solche Versicherungen vernimmt man allerdings seit Jahren, weshalb viele Menschen ihnen schlicht nicht vertrauen.

Fazit

Die Vorschläge des Bundesrats (AHV) und der Sozialpartner (BVG) sind eine taugliche Basis für eine tragfähige Rentenreform. Die Finanzlage der AHV liesse sich damit bis 2030 stabilisieren. Das genügt für den Moment, denn man kann auch zu viel aufs Mal wollen, wie der Absturz der AV 2020 gezeigt hat. Und in einem Punkt sind sich alle einig: Tiefere Renten sind ein No-Go.

Bei der konkreten Umsetzung im Parlament ist durchaus etwas Kreativität angesagt. Dabei müssen Linke wie Rechte über ihren Schatten springen. Ein interessanter Vorschlag stammt ausgerechnet von SVP-Bundespräsident Ueli Maurer. Er will das Rentenalter um je ein Jahr auf 66 und 65 Jahre erhöhen. Die Frauen hätten damit weiterhin einen «Vorsprung» auf die Männer.

Und wer wie die NZZ über die Belastung der Bevölkerung durch «Zwangsabgaben» jammert, sollte die am Donnerstag veröffentlichte Analyse zur Abstimmung vom 19. Mai zur Kenntnis nehmen: Es war die Zusatzfinanzierung für die AHV unter anderem über Lohnprozente, die der Steuerreform zum Sieg verholfen hat. Die Altersvorsorge ist der Schweizer Bevölkerung eben lieb und teuer.

Presseschau zum Nein zur AHV-Reform.

Lohngleichheit zwischen Mann und Frau - Fehlanzeige!

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    Alle Leser-Kommentare
  • Lukas Figliuolo 05.07.2019 14:40
    Highlight Highlight Bezahlt den Frauen doch endlich mal den gleichen Lohn wie den gleichqualifizierten Männern. Somit wird auch nochmals etwas Geld in die AHV gespült. Unternehmen die das nicht tun, sollten eine saftige Busse zahlen, die ebenfalls der AHV zugute kommt. Die Vorschläge der Sozialpartner und des Bundesrates, allen voran, und jetzt kommt was, das ich dachte werde ich nie sagen, den Vorschlag von BR Maurer finde ich auch gut. Eine solide Basis. Alles ist besser, als nichts zu tun.
  • mutter und ehefrau 05.07.2019 10:24
    Highlight Highlight solange ich die vollen ahv sätze bezahle aber dann,nur weil ich verheiratet bin als frau nur 50% rente erhalte....sehe ich die erhöhung bei den frauen nicht ein,sorry...
  • El_Tucan 04.07.2019 22:26
    Highlight Highlight Ein mutiger Entscheid zur Finanzierung wäre zB die Mikrobesteuerung der Finanztransaktionen.
    Die zweite Säule war von Anfang an ein Konstrukt das zu Recht umstritten war.
    Viel zu teuer, ineffizient und verschachtelt bis zur Unüberblickbarkeit. Das BVG ist unter anderem mitschuldig an der Überhitzung im Immobiliensektor und vor allem auch an der Zersiedelung durch den Einfamilienhaus Krebs.
  • Dominik Treier 04.07.2019 20:58
    Highlight Highlight Das ist einfach nur lächerliche Pflästerlipolitik und Salamitaktik... Man will die Probleme einfach so eminent dingend werden lassen, bis eine der Seiten, letztlich wohl wieder der kleinste machtloseste, nämlich der Arbeitnehmer, nachgibt und sie in Form von Leistungskürzungen oder Rentenaltererhöhung ausbaden muss. Dabei ist es doch einfach. Die Leistungen der AHV sind heute schon massiv dürftig und decken ihren Verfassungsauftrag nicht und wir werden im Alter auch nicht leistungsfähiger nur, weil immer älter. Ergo braucht die AHV Geld und das muss von dort kommen, wo es vorhanden ist...
  • Maracuja 04.07.2019 20:31
    Highlight Highlight <Ein interessanter Vorschlag stammt ausgerechnet von SVP-Bundespräsident Ueli Maurer>

    Was soll an diesem Vorschlag interessant sein? Als Frau werde ich einer Erhöhung meines Rentenalters nur zustimmen, wenn damit ein gleiches Rentenalter für Mann und Frau erreicht wird. Maurers Vorschlag bedeutet für mich, 1 Jahr länger arbeiten und weiterhin beschimpft werden, dass ich als Frau privilegiert sei. Nein danke! Der Vorschlag von Maurer ist perfid (spielt Mann und Frau weiterhin gegeneinander aus) und feige (Maurer möchte Rentenalter 66 für Mann und Frau).
  • wolge 04.07.2019 19:01
    Highlight Highlight Die Reserven der Pensionskassen sind so hoch wie noch nie. Im Jahr 2017 verdoppelten sich die Wertschwankungsreserven fast um 47,6% auf 84,8 Mia. Die freien Mittel stiegen um 67,7% auf 7,5 Mia:
    https://www.ktipp.ch/artikel/d/pensionskassen-der-raubzug-auf-die-renten/

    Hingegen gibt es riesiges Sparpotential bei den Verwaltungskosten. Die über 2000 Kassen für obligatorische Versicherungen führen zu sehr hohen Verwaltungskosten von gut 2000.- pro Kopf und Jahr:
    https://www.ktipp.ch/artikel/d/hohe-lohnabzuege-fuer-die-verwaltung/
  • Böngu 04.07.2019 19:01
    Highlight Highlight Liebe Watson User,

    1993 stimmte das Volk mit Annahme der Vorlage ab, dass die Mwst um 1% erhöht wird zugunsten der AHV. Leider wird dieses Jahr für Jahr vom Parlament zweckentfremdet zugunsten der allgemeinen Bundeskasse.
    Solange die passiert braucht es keine Reform.
    Quelle K-Tipp
    Benutzer Bild
  • wolge 04.07.2019 19:01
    Highlight Highlight AHV Alter 65 für alle ist ja ok. Ansonsten sind jedoch KEINE Massnahmen erforderlich! Der AHV geht es blendend:

    - Die Lebenserwartung der über 65-Jährigen ist gesunken

    - Die Schweiz hat seit über 100 Jahren einen Geburten­überschuss

    - Das Wanderungssaldo ist positiv

    - Die Löhne steigen

    - Immer mehr Frauen arbeiten und zahlen damit AHV-Beiträge

    - Das Vermögen der AHV hat sich auf aktuell 45 Milliarden verdoppelt. Hinzu kommt das Vermögen der 78 Schweizer AHV-Ausgleichskassen. Dort liegen nochmals Hunderte Millionen Franken

    https://www.ktipp.ch/artikel/d/gute-entwicklung-fuer-die-ahv/
  • wolge 04.07.2019 18:58
    Highlight Highlight Der AHV geht es blendend. Sie benötigt keine Sanierung!

    Die AHV-Reserven betragen offiziell rund 45 Milliarden Franken. Nicht eingerechnet ist das Vermögen der 78 AHV-Ausgleichskassen. Diese horten zusätzlich Hunderte von Millionen https://www.ktipp.ch/artikel/d/ahv-millionen-von-denen-niemand-spricht/

    Rentner werden ­weniger alt, als die Politiker behaupten. https://www.ktipp.ch/artikel/d/k-tipp-rechnet-mit-wirklichkeitsnaeheren-zahlen/

    Deshalb trotzt die AHV seit Jahrzehnten allen Krisen. https://www.ktipp.ch/artikel/d/so-viele-erwerbstaetige-braucht-es-fuer-eine-ahv-rente/
  • wolge 04.07.2019 18:55
    Highlight Highlight Weil die Beschäftigten immer mehr erwirtschaften und die Löhne steigen, braucht es zur Finanzierung einer Rente immer weniger Erwerbstätige. Im Jahr 1950 brauchte es 7,8 Beschäftigte, um die Rente zu finanzieren. Heute sind zur Finanzierung einer Maximalrente nur noch 1,9 Beschäftigte nötig. Wichtiger als die ­demografische Entwicklung ist für eine solide AHV somit, dass Produktivität und Löhne steigen.

    https://www.ktipp.ch/artikel/d/so-viele-erwerbstaetige-braucht-es-fuer-eine-ahv-rente/?
    Benutzer Bild
  • wolge 04.07.2019 18:53
    Highlight Highlight AHV und Pensionskassen müssen deutlich ­weniger lang Renten zahlen als bisher ­angenommen. Die offizielle Lebenserwartung der über ­65-Jährigen, die das Bundesamt für Statistik angibt, ist zu hoch.

    Die Anzahl Jahre, in ­denen Pensionierte eine Rente bezogen haben, ist für jeden Jahrgang 1 bis 2 Jahre tiefer, als die publizierte Lebenserwartung des Bundesamts erwarten lässt ­(siehe Grafik).

    Die Anzahl Rentenjahre stagniert seit 7J. Bei den Männern betrug sie 2010 rund 17,3 und 2017 rund 17,6. Bei den Frauen 20,9 bzw. 21,1

    https://www.ktipp.ch/artikel/d/altersrenten-politiker-rechnen-falsch/
    Benutzer Bild
  • Sir John 04.07.2019 18:38
    Highlight Highlight Angesichts der riesigen gesellschaftlichen Veränderungen, die durch die technologischen Errungenschaften auf uns zu kommen werden, kann ich ab solchen Reformvorschlägen nur den Kopf schütteln. Wenn man bedenkt, dass in den nächsten Jahrzehnten sehr viele Jobs durch Computer und Roboter übernommen werden und damit viele Menschen arbeitslos werden, wie soll dann ein solches Rentensystem noch funktionieren?
    • Dominik Treier 04.07.2019 21:06
      Highlight Highlight Ganz einfach. Das Geld müsste durch neue modernere Steuersysteme da geholt werden, wo es vorhanden ist, denn es kann mir keiner sagen, dass es nicht viele Kapitaleigner gibt, die von dieser Entwicklung massiv profitieren. Doch die versuchen im Moment mit allen Mitteln davon abzulenken und so lange wie möglich ungeschoren ihre Pfründe zu sichern. Die Einkommenssteuer muss dringendst als wichtigste Staatseinkunft abgelöst werden, da ein immer grösserer Teil der menschlichen Arbeitskraft ausserhalb der monetär geprägten Wirtschaft eingesetzt wird und davon im Moment nur Kapitaleigner Profitieren.
  • imposselbee 04.07.2019 18:35
    Highlight Highlight In 10 Jahren sorgen 2/3 der Bevölkerung für die restlichen 1/3. In 20 Jahren wird jeder zweite dem anderen danke für seinen Einsatz wünschen. Wie motivierend ist das dann? Da sind noch ganz andere Probleme zu lösen, als lediglich das Milchbüechli zu frisieren. Es müsste jetzt schon über Pensionierten-Zonen oder Regionen im In- oder Ausland nachgedacht werden. Sonst gibt das zwangsläufig Unruhen oder ein harten Kollaps. Die Bevölkerung durch Einwanderung zu verdoppeln scheint ja kein wünschenswertes Szenario zu sein. Wir können auch nichts machen und warten, dann ist in 30 Jahren alles gratis.
    • Dominik Treier 04.07.2019 21:11
      Highlight Highlight Ich sehe kein Problem... Ein Grossteil aller Arbeit in der Produktion von Gütern wird heute schon von Maschinen gemacht, wobei aber viele davon heute noch überwacht und bedient werden müssen. Das wird sich ändern und das ist auch gut so. Der Mensch könnte sich einem für ihn geeigneteren Leben für ihn als eintöniger Fliessbandarbeit hingeben, nur ist wohl eher unsere Gesellschaft noch nicht so weit das zu begreifen, neue Lösungen zu suchen und das als Chance, denn als Bedrohung zu sehen...
  • Flo1914 04.07.2019 18:26
    Highlight Highlight "Für die Pensionskassen gilt ein Mindestumwandlungssatz von 6,8 Prozent."
    Für welche Pensionskassen? In meiner Firma wird er ab 1.1.2020 von 5,6 auf 4,9 Prozent gesenkt.
    • Maracuja 04.07.2019 20:17
      Highlight Highlight @Flo1914

      Die Pensionskasse besteht aus einem überobligatorischen Teil (dieser Teil kann gesenkt werden) und einem obligatorischen Teil (für den ist der Umwandlungssatz von 6.8% gesetzlich festgelegt). Immer mehr Kassen wenden das umhüllende Modell an (ein Mischsatz bei dem die Leistung für den obligatorischen Teil zwar garantiert wird, man aber bei sehr tiefem überobligatorischem Anteil für diesen sehr schlecht fährt). Bekommen Sie die 4,9% in einem gesplitteten Modell (d.h. 4,9% für das Überobligat., 6,8% für das Obligat.) bedeutet diese Zahl etwas anderes als in einem umhüllenden Modell.
  • na ja 04.07.2019 18:22
    Highlight Highlight Eine echte Reform wäre, dass diejenigen einzahlen, die auch beziehen und nicht bezahlen für die ältere Generation.
    Und dass es mal mehr Alte als Junge gibt, also bitteschön, das hatten wir ende 70er in der Schule schon durch, dann wussten es die in Bern oben schon längst, aber nix wurde getan. Frauen, wie meine Omi, die massiv jünger waren als der Mann, bekamen auch gleich AHV, auch wenn nur der Mann im Rentenalter war.. d.h. Omi war 55gi.
  • Pointer 04.07.2019 17:48
    Highlight Highlight Ich hätte da einen Ansatz, das Problem anders zu lösen:
    1. und 2. Säule zusammenlegen. Den Finanzierungsanteil gekoppelt an die Löhne abschaffen und durch eine Abgabe auf den Unternehmensumsatz ersetzen.
    Gleiches Rentenalter für Mann und Frau. Personen in körperlich anstrengenden berufen dürfen sich früher pensionieren lassen und evtl. Personen, die lange studiert haben, müssen etwas länger arbeiten.
    Die "Rente" wäre für alle gleich hoch und muss gut zum leben reichen. Verbesserung der 3. Säule fürs optionale Alterssparen.
    • Kaspar Floigen 04.07.2019 20:10
      Highlight Highlight Schön in der Theorie, aber das wäre ein bürokratischer Albtraum.
    • Dominik Treier 04.07.2019 21:21
      Highlight Highlight Das wäre ein bürokratischer Albtraum? Ich bin nicht mit allem einverstanden, vor allem das Rentenalter nach Beruf ist dürftig und nimmt kaum auf Einzelfälle Rücksicht aber das System mit 1000en verschiedenen Sozial- und Rentenversicherungen, von denen sich in jedem Fall zuerst mal keine für irgendetwas zuständig fühlt, ist aus meiner Sicht der wirkliche bürokratische Albtraum...
    • Kaspar Floigen 04.07.2019 21:53
      Highlight Highlight Wer definiert, was ein körperlich anstrengender Beruf ist? Ändert sich das über die Jahrzehnte. Ab wann ist ein Studium nicht berufsbegleitend. Was ist, wenn du Berufskategorie geändert hast? Zwischenzeitlich im Ausland gearbeitet hast? Was gilt als Nachweis?
      Ausserdem: Habe ja nicht gesagt, dass es jetzt nicht auch schon ein bürokratischer Albtraum ist. Man hätte nur den einen mit dem anderen ausgewechselt.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Carry62 04.07.2019 17:44
    Highlight Highlight Hört auf mit der Angstmacherei!
    Die AHV hat ein Vermögen von über 40 Mia! Das würde also ca. 20 Jahre reichen, um die 2 Mia/Jahr Minus zu überbrücken.

    Warum kommt eigentlich nie der Vorschlag mit Lebensarbeitszeit? Zum Beispiel 45 Jahre arbeiten...
    Der Handwerker wäre dann mit 65 pensioniert...
    Der ewige Student müsste dann halt bis 70 oder 75 durchhalten 😂
  • murrayB 04.07.2019 17:40
    Highlight Highlight Bitte entpolitisiert die Altersvorsorge! Politiker haben hier nichts zu suchen!
    • Neruda 04.07.2019 22:13
      Highlight Highlight Das geht gar nicht, auch bei einer "entpoltisierten" Altersvorsorge entscheidet die Politik über die Kriterien wie und wann man in Rente gehen kann. Schon der Entscheid das Rentenalter von der Lebenserwartung oder dann doch von den realen Bezugsjahren (welche übrigens seit 7 Jahren stagnieren) abhängig zu machen ist politisch! Du siehst, so etwas wie eine entpolitisierte Altersvorsorge gibt es gar nicht!
  • MeinAluhutBrennt 04.07.2019 17:13
    Highlight Highlight Die Zauberzutat heisst übrigens damals wie heute:

    S-O-L-I-D-A-R-I-T-Ä-T


  • Fairness 04.07.2019 17:08
    Highlight Highlight Eine echte Reform ist für mich twas Anderes. Das sind wieder nur ein paar Pflästerchen.
    • Platon 04.07.2019 20:28
      Highlight Highlight @Fairness
      Und was schlägst du vor?🙄
  • Zwerg Zwack 04.07.2019 17:03
    Highlight Highlight Was war eigentlich die ursprüngliche Idee dahinter, dass Frauen ein Jahr früher in Pension gehen können? In meinen naiven Jugendjahren habe ich immer gedacht, das sei, weil bei den meisten (Ehe-)Paaren der Mann etwas älter ist und dann beide etwa gleichzeitig pensioniert werden können... 🙈 Das wird ja wohl kaum der Grund dafür sein, oder?
    • raues Endoplasmatisches Retikulum 04.07.2019 17:14
      Highlight Highlight Die technische Erklärung von dazumal ist, dass die Erwerbstätigen Frauen dadurch "entschädigt" werden sollen gegenüber den den nicht-erwärbstägigen, nach der Logik, für dies ändert sich ja nichts, können sich weiter um Haus und Herd kümmern.
      Die Idee, dass Frauen "schwächer" sind und deshalb früher un Rente gehen müssen, hat auch eine Rolle gespielt.
    • Arts 04.07.2019 17:30
      Highlight Highlight Die Ursprüngliche Idee war was ich in erfahrung brachte:

      "Das Alleinstehende Frauen dafür entschädigt werden, dass sie mit ihren Beiträgen die Renten von nichtberufstätigen Ehefrauen mitfinanzierten."
    • Arutha 04.07.2019 17:32
      Highlight Highlight Die Idee war, dass der Körper der Frauen schneller gebrechlich wird und deshalb früher nicht mehr einer Arbeitstätigkeit nachzugehen.

      https://www.nzz.ch/schweiz/der-kampf-um-das-rentenalter-1.18126457


      Interessant auch, dass zu Beginn (1948-1972) eine Ehepaarrente ausbezahlt wurde sobald die Frau 60 wurde, sofern der Ehemann bereits das ordentliche Rentenalter bereits erreicht hatte.

      https://www.bsv.admin.ch/dam/bsv/de/dokumente/ahv/faktenblaetter/die_geschichte_derahv.pdf.download.pdf/die_geschichte_derahv.pdf
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  • raues Endoplasmatisches Retikulum 04.07.2019 16:52
    Highlight Highlight 2) Aber diese beiden Vörschläge werden im Parlament so sowieso keine Chance haben.
    Besprochen wird das ja nach den Wahlen, zu hoffen ist, dass eine Allianz aus GLP bis SVP eine allgemeine Erhöhung des Rentenalters (die auch in der II Säule hilft) als Kernstück einer Reform aufgleisen und dann gegen ein Linkes Referendum, dass zwangsläufig kommen wird, durchsetzten.
    "neoliberale Betonköpfe das Problem bestreiten"
    Die Statistiken zeigen halt einfach etwas anderes, dieser Mythos aus unterschiedlichen Gründen von SVP und den Linken gepflegt.
    Und beide hätten sowieso keine Lösungen anzubieten.
  • raues Endoplasmatisches Retikulum 04.07.2019 16:47
    Highlight Highlight 1)Bin klar Team Ueli, sein Vorschlag ist sehr viel besser als das was Berset jetzt gebracht hat. Das ist einfach keine strukturelle Reform, sondern einfach der nächste Sozialdemokratische Bremsklotz, bei welcher einfach wieder Geld in die AHV gepumpt werden soll. Und 1/3 bis die Hälfte der Einsparungne sollte ja gerade wieder für "Kompensation" ausgegeben werden, na danke.
    Langfristige Sicherung? Fehlanzeige.
    Königsweg wäre natürlich Koppelung an die Lebenserwartung.
    Die II Säule ist besser, aber die zusätzlichen Lohnprozent dort gehen gar nicht, diese sind völlig systemfremd.
    • sowhat 04.07.2019 21:39
      Highlight Highlight Seh ich nicht so, Uelis Idee ist nicht mehr zeitgrmäss. Der Vorschlag, hingegen, die lohnschwachen Frauen zu stützen, ist eine absolut faire Sache. Noch dazu wo die wahrscheinlich insgesamt kostenneutral wäre. Das dind nähmlich die, die heute EL brauchen. Die würden wegfallen oder markant reduziert.

      Das gleiche Rentenalter ist nicht mehr zu verhindern, muss es auch nicht.
    • raues Endoplasmatisches Retikulum 04.07.2019 21:51
      Highlight Highlight Das Rentenalter für beide zu erhöhen mach der Gleichberechtigung nicht zudiendlich sein, leistet aber einen grossen Beitrag zu Sicherung der AHV, was mir wichtiger ist.
      Bezüglich EL und Kostenneutral: Das ist ein Taschenspielertrick, weil von unterschiedlichen Töpfen finanziert, sprich nicht die gleichen werden belastet oder entlastet.
      Reformen müssen entlang der Geldflüsse erfolgen und nicht queerbeet.
      Auch ist kostenneutral sinnloss, es geht darum, die AHV zu sanieren, sprich das Ausgabenwachstum einzudämmen, sodass sie stabil finanziert ist Nicht einfach Geld vom Topf A in den Topf B.
    • sowhat 05.07.2019 17:15
      Highlight Highlight raues E. Verstehe deine Argumentatipn mit den Kostenflüssen grundsätzlich schon, aber ich sehe es als Ganzes. Die AHV hat bisher die schlecht verdienenden benachteiligt, das darf man schon korrigieren.
      Möglich, dass dann die "Töpfe" neu geordnet werden müssen. Ist wahrscheinlich im Gesamten ein unüberschaubares Projekt.
  • Kaspar Floigen 04.07.2019 16:45
    Highlight Highlight Alles streichen. Bedingungsloses Grundeinkommen einführen. Jeder ist für's Sparen selber verantwortlich.
    • aglio e olio 04.07.2019 17:18
      Highlight Highlight Und was ist mit denen die noch sparen können weil sie sich von Lohn zu Lohn hangeln? Was sich wahrscheinlich auch noch verschärft da z.B. die Mieten und KK-Prämien erheblich mehr steigen als die Löhne? Inwiefern sollte das BGE da helfen? Zumal dies ja für jeden gleich hoch wäre, während z.B. AHV Abgaben einkommensabhängig sind, die Rente jedoch gedeckelt ist und somit eine Umverteilung zu Gunsten der Einkommensschwachen bedeutet.
      Dein Vorschlag ist, pardon, asozial.
    • Stehaufmännchen 04.07.2019 17:53
      Highlight Highlight Das wär mal was....
    • In vino veritas 04.07.2019 18:16
      Highlight Highlight Ja genau. Schliesslich sparen ja alle fleissig für die 3. Säule und verzichten auf Karibikferien und geleasten BMW, damit sie im Alter nicht der Allgemeinheit auf der Tasche liegen... NICHT.
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  • Starforrze 04.07.2019 16:34
    Highlight Highlight “Ein interessanter Vorschlag stammt ausgerechnet von SVP-Bundespräsident Ueli Maurer. Er will das Rentenalter um je ein Jahr auf 66 und 65 Jahre erhöhen. Die Frauen hätten damit weiterhin einen «Vorsprung» auf die Männer.”

    Warum soll man die Pensionsaltersdifferenz artifiziell beibehalten? Es erschliesst sich mir nicht, welchen Sinn dies hätte, so ganz in Anbetracht der sich anschleichenden (gigantischen) Finanzierungslücke. Und zudem finde ich, ginge diese Vorgehensweise dem Grundgedanken der Gleichberechtigung zuwider.
  • Frère Jacques 04.07.2019 16:32
    Highlight Highlight Flexibilisierung des Rentenalters ja, eine generelle Erhöhung nein. Wer 45/46 Beitragsjahre hat (zu diskutieren), soll die volle Rente erhalten. Ansonsten finde ich die Vorschläge für ahv und pk vernünftig. Jeder sollte seinen Beitrag dazu leisten, dass das System nicht vor die Hunde geht. Bei den Vermögensverwaltungskosten bei den PK sollte man aber auch noch ansetzen.

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