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We will always love you – vor 60 Jahren veröffentlichte Dolly ihre erste Single

Bild: Keystone
15.06.2019, 21:0617.06.2019, 10:10

1959 veröffentlichte Dolly Parton ihre erste Single. Eine Huldigung an die Grande Dame der Countrymusik.

13 – so alt war Dolly Rebecca Parton, als ihre erste Single veröffentlicht wurde. Hier der Song:

Der Song selbst war etwas älter: Dolly war 11 Jahre alt, als sie zusammen mit ihrem Onkel Bill Owens «Puppy Love» komponierte. Aber im Frühling 1959 war es so weit: Dolly Partons erste Platte kam auf Goldbrand Records auf den Markt.

Dolly mit 13.
Dolly mit 13.

60 Jahre Dolly-Parton-Scheiben, also. Grund genug, der Über-Ikone der Countrymusik gebührend zu ehren!

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Dieser Artikel erschien bereits in ähnlicher Form im Jahr 2015. Aus aktuellem Anlass präsentieren wir hier eine restaurierte Fassung.

Also gut. Bringen wir die Busen-Witze hinter uns! Dazu lassen wir Dolly gleich selbst zu Wort kommen:

«Logisch habe ich eine winzige Taille und klitzekleine Füsse, denn jeder weiss doch, dass im Schatten nichts wächst.»
«Ich war schon immer auf der Seite der Feministinnen. In den Siebzigerjahren war ich die Erste, die ihren BH verbrannte. Die örtliche Feuerwehr benötigte vier Tage, um den Brand zu löschen.»
«Ob die operiert sind? Nun, vergrössern lassen musste ich nichts. Doch als mein Mann mir sagte, ‹Zeig mir deine Brüste!› und ich darauf meinen Rock heben musste, wusste ich, dass es Zeit war, chirurgisch der Schwerkraft etwas entgegenzuwirken.»
Bild: AP

Aber, eigentlich:

«Ich fühle mich bei Blondinenwitzen nicht angesprochen. Ich weiss ja, dass ich nicht dumm bin. Ich weiss auch, dass ich nicht blond bin.»
Bild: AP

Nein, Dolly Rebecca Parton ist mitnichten ein Dummerchen. Das kitschchirurgische Äussere ist Ablenkung, die ausladende Oberweite Legende («Dies sind meine Weapons of Mass Distraction»). In erster Linie ist Dolly Parton nämlich eines: ein Jahrhunderttalent. Genauer: Eine Sängerin mit weltweit 100 Millionen verkauften Tonträgern, 110 Singles in den Charts (davon 25 Mal die Nummer Eins der Billboard Country Charts), acht Grammys, 46 Grammy-Nominationen, zwei Oscar-Nominationen, zehn Country Music Association Awards, sieben Academy of Country Music Awards, drei American Music Awards, 3000 selbstkomponierten Songs, etlichen Hollywood- und TV-Hauptrollen und einem Klon-Schaf, das nach ihr benannt wurde.

Dolly, das erste erfolgreich geklonte Schaf, hier bei einem Pressetermin im Februar 1997. So benannt, weil es mittels Brustdrüsen-Zellen geklont wurde.
Dolly, das erste erfolgreich geklonte Schaf, hier bei einem Pressetermin im Februar 1997. So benannt, weil es mittels Brustdrüsen-Zellen geklont wurde.
Bild: AP NEWSFLASH

Anders als bei den heutigen Musik-Stars, die ihre Opulenz vor allem Werbedeals und Reality-Shows (in denen man noch mehr Werbedeals platzieren kann) verdanken, beruht Partons geschätztes 450-Millionen-Dollar-Vermögen auf der Tatsache, dass sie eine verdammt gute Songwriterin ist. Allein schon Whitney Houstons Coverversion von «I Will Always Love You» für den Soundtrack von «The Bodyguard» spielte ihr unschätzbare Summen in ihre Kassen. Und Dollys Originalversion war Jahre zuvor bereits ein Hit gewesen. Zwei Mal. Ach ja, Elvis wollte den Song ebenfalls aufnehmen (Dolly ging auf den Deal nicht ein, weil sie dazu die Hälfte der Songwriter-Rechte hätte abtreten müssen).

Hit zum Ersten: «I Will Always Love You», 1974.
Zum Zweiten: «I Will Always Love You», 1982.
Und der Hit zum Dritten: «I Will Always Love You» von Whitney Houston, 1992.

In das Musik-Mekka Nashville kam sie als Teenie in den Sechzigerjahren – nicht als Sängerin, sondern als Songwriterin. Sie kam bei einem Verlag unter und schrieb Hits für die Country-Stars der damaligen Zeit. Darin beschrieb sie vor allem eigene Erfahrungen, die vielfach auf ihre Herkunft aus bitterarmen Verhältnissen in der Smokey-Mountains-Region von Ost-Tennessee zurückgingen. Ihre Songs handeln von Trennung, von Zwangsverwaisungen, von Totgeburten gar. Und immer wieder von verlorener Liebe. Waschechte Country-Themen, halt.

Der Über-Hit: «Jolene», 1973.

Darin liegt die Faszination Partons: Das Nicht-Verleugnen ihrer Herkunft einerseits, der Wunsch, ebendieser zu entfliehen andererseits. Für Letzteren steht wohl auch ihr ungemein kitschiges Äusseres.

«In meinem Dorf gab es da diese eine Frau, sie galt als das ‹leichte Mädchen› des Ortes. Sie hatte blondierte, auftoupierte Haare und trug immer High Heels und knallenge Röcke und, Mann, war sie das hübscheste Ding, das ich je gesehen habe! Meine Mutter sagte, ‹die ist nichts als Dreck›, doch ich wusste, ich wollte später einmal genau so aussehen – wie Trash.»

Dolly blondierte und toupierte sich also auf und ging in die Welt hinaus, blieb aber letztlich ihren Roots treu. Drückte man ihr ein Banjo in die Hand, konnte sie wie keine Zweite urige Appalachen-Folksongs zum Besten geben. Und ob man ihre Paillettenkleidchen und Perücken nun mag oder nicht, sie blieb ihrem Stil bis heute treu:

«Ich würde niemals so tief sinken, der Mode zu folgen.»

War es das Kokettieren mit dem Schlampen-Look, das Dolly genug Aufmerksamkeit verschaffte, um im Showbiz zu starten, war es aber stets ihr Talent, welches über das exzentrische Äussere triumphierte. So erstaunte es nicht, dass es in den Siebzigern die wesentlich bodenständigere Linda Ronstadt und die Hippie-Ikone Emmylou Harris waren, die mit Dolly zusammen zuerst in TV-Shows, danach für das legendäre Album «Trio» zusammenarbeiteten.

Linda, Dolly und Emmylou bringen dem TV-Publikum die Appalachen näher, 1976.
«Trio»: Verkäufe so um die vier Millionen.
«Trio»: Verkäufe so um die vier Millionen.

Auch stellte sich bald heraus, dass Dolly als Schauspielerin einer Rolle genug Tiefe geben konnte, um als Hauptdarstellerin einen abendfüllenden Spielfilm zu tragen. Ja, und ausserdem besitzt sie einen Freizeit-Park (Dollywood) und die gemeinnützige Stiftung Imagination Library, die Lesefähigkeit bei sozial benachteiligten Kindern fördert.

Und bis heute findet sie mit nunmehr 73 Lenzen immer noch Zeit, Musik aufzunehmen – mal kommerzieller, mal weniger (wie etwa das Radikal-Bluegrass-Album «The Grass Is Blue») – und Auftritte zu absolvieren.

Verneigt euch, also, vor der Queen of Country!

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