Sport
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
ZSC Spieler reagiert nach der Niederlage (2-3), beim Eishockey Meisterschaftsspiel der National League zwischen den SC Bern und dem ZSC Lions, am Freitag, 19. Oktober 2018, in der Postfinance Arena in Bern. (KEYSTONE/Anthony Anex)

Am Freitagabend kassierten die Lions eine 3:2-Niederlage gegen den SC Bern. Bild: KEYSTONE

Die ZSC Lions – ein typischer «Herbst-Meister»

Der SC Bern erzwingt gegen den Meister den Sieg (3:2). Aber wir haben nicht die wahren ZSC Lions gesehen.



Ein Spiel? Ja, das auch. Es ist eine gute, zeitweise sogar eine grosse Partie. Aber eigentlich ist es mehr als nur ein Spiel: Es ist die faszinierende Konfrontation von System und Kreativität. Und nach dieser Partie können wir sagen: Die ZSC Lions können noch viel besser spielen. Die Berner hingegen nicht.

Es ist die grosse, die mächtige, die unerbittliche Hockeymaschine: Der grosse Meister Kari Jalonen hat die Mannschaft perfekt abgestimmt. Die Balance zwischen Offensive und Defensive stimmt. Der Gegner findet kaum Raum und Zeit, um das Spiel zu entfalten. Die Konter werden präzis, schnell und direkt gefahren.

Die grosse SCB-Hockeymaschine hat normalerweise eine Schwäche: Sie ist berechenbar. Aber diesmal ist es nicht so. Yanik Burren bricht zehn Minuten vor Schluss aus dem System aus, stürmt beim Konter in Unterzahl nach vorne. Tristan Scherwey spielt ihm die Scheibe präzis auf den Stock – 3:1. Am Ende wird es der Siegestreffer sein. Solche «Extras» braucht es im SCB-Schachspiel für einen Sieg gegen einen Grossen.

Aubin passt zu diesen ZSC Lions

Lions Trainer Serge Aubin im Eishockey Meisterschaftsspiel der National League zwischen den ZSC Lions und den SCL Tigers, am Dienstag, 25. September 2018, im Zuercher Hallenstadion in Zuerich. (KEYSTONE/Melanie Duchene)

Serge Aubin: selbstsicher, aber nicht arrogant, mit klarer Linie, aber nicht stur. Bild: KEYSTONE

Aber eben: Es war zwar ein grosser Gegner, aber es waren nicht die wahren ZSC Lions. Wir haben einen typischen «Herbst-Meister» gesehen. Oder besser: So spielt ein Meister in der Regel im Herbst. Erst recht nach einem Trainerwechsel.

Serge Aubin hat die meisterlichen Zürcher ja erst im Sommer übernommen. Also können die ZSC Lions noch nicht mit der Präzision und Konstanz funktionieren wie der SCB, der bereits im dritten Jahr unter gleicher Leitung arbeitet und spielt.

Aber der dynamische Serge Aubin (43) ist ein «junger» Trainer: selbstsicher, aber nicht arrogant, mit klarer Linie, aber nicht stur und ein sehr guter Kommunikator. Er passt zu diesen ZSC Lions.

Eigentlich braucht es für eine grosse Mannschaft mit grossen Egos einen grossen Trainer. Dominant, autoritär und bisweilen arrogant. Einen taktischen «Ideologen», der seine Vorstellungen kompromisslos durchsetzt.

Dynamischer, frecher und schneller

So einen Trainer hatten die Zürcher mit Hans Wallson. Er war zu dominant, zu autoritär, zu arrogant und zu sehr taktischer «Ideologe». Die Nordamerikaner haben für das, was ihm letzte Saison passiert ist, eine wunderbare Redewendung: Er verlor die Kabine. Also den Zugang zu seinen Spielern. Erst seine Amtsenthebung ebnete unter seinem Nachfolger Hans Kossmann den Weg zum Titel.

Bei der Wahl des neuen Trainers haben die ZSC Lions nichts dem Zufall überlassen. Zum Jobinterview flogen Sportchef Sven Leuenberger, Manager Peter Zahner und Verwaltungsrat Peter Spuhler nach Wien. Sie prüften Serge Aubin (zu diesem Zeitpunkt noch Trainer in Wien) und befanden ihn für gut.

Die ZSC Lions sind unter ihrem neuen kanadischen Trainer dynamischer, frecher und schneller geworden. Und die jungen Spieler bekommen Verantwortung, die Tiefe des Kaders wird genutzt: 20 Spieler haben diese Saison pro Spiel mindestens 11 Minuten Eiszeit. Beim SCB sind es 15.

Warum reicht es trotzdem nicht zum Sieg?

Der Meister hat ganz klar die grössere spielerische Substanz und die grössere Kadertiefe als der SCB. Topskorer Jerôme Bachofner beginnt die Partie in der dritten Linie und rückt erst durch Umstellungen im Laufe der Partie nach vorne.

Die Zürcher begeistern in lichten Momenten mit variantenreichem Lauf- und Tempohockey. Sie sind nicht verspielt und in der gegnerischen Zone suchen sie den direkten Weg zum Tor.

Und warum reicht es trotzdem nicht zum Sieg? Weil Konstanz und Stilsicherheit fehlen. Minutenlang läuft das Spiel wie Örgelimusik vorwärts – aber dann folgen Phasen des Stillstandes. Zu viele Konzentrations-Durchhänger erlauben dem Gegner schnelle Gegenstösse. Die Zürcher verlieren Zweikämpfe, die sie in den Playoffs nicht mehr verlieren werden.

Dafür ist der Herbst da

Es sind die typischen Mängel eines Meisters im Herbst. Die Nachlässigkeiten sind mehr dem meisterlichen Selbstvertrauen als Disziplinmängeln geschuldet. Dem Wissen, dass es dann schon noch reichen wird. Meistens reicht es. Aber nicht gegen den SCB.

Trainer Serge Aubin ist daran, das Spiel zu justieren. Dafür ist der Herbst da. Wir haben noch nicht die wahren ZSC Lions gesehen. Aber diese ZSC Lions sind besser als im Herbst 2017 – und im folgenden Frühjahr 2018 sind sie Meister geworden.

Wenn Hockeyspieler im Büro arbeiten würden

Play Icon

Video: Angelina Graf

Die Eishockey Saison 2018/19:

Die grosse Saisonvorschau des Eismeisters – heute: Davos, Fribourg und Langnau

Link to Article

Die grosse Saisonvorschau des Eismeisters – heute: ZSC Lions, Bern und Lugano

Link to Article

Die grosse Saisonvorschau des Eismeisters – heute: Genf, Ambri und Rapperswil

Link to Article

Die grosse Saisonvorschau des Eismeisters – heute: Zug, Biel und Lausanne

Link to Article

So gut sind die 17 neuen Ausländer der National-League-Klubs

Link to Article

Tigers-Kultfan «Zöggeler» sagt die Eishockey-Saison voraus

Link to Article

HCD-Neuzugang Shane Prince – der Prinz unter den neuen NL-Söldnern

Link to Article

Näher kommst du nicht ran an Segers Triumph zum Abschied vom Spitzensport

Link to Article

Was für ein Abgang, was für ein Interview! Lugano-Trainer Greg Ireland zeigt wahre Grösse

Link to Article

Alle Playoff-Topskorer seit der Saison 2002/03

Link to Article

Wie Freunde, Trainer und Lehrer Hischier erlebten: «Nico, setz dich doch mal richtig hin!»

Link to Article

Wie werden im Eishockey eigentlich alle Statistiken erfasst? Zu Besuch im Hallenstadion

Link to Article

Eishockey von A bis Z – mit diesen Begriffen wirst du vor dem Saisonstart zum Experten

Link to Article
Alle Artikel anzeigen
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

Abonniere unseren Newsletter

15
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
15Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Optimus Klein 20.10.2018 14:23
    Highlight Highlight Es ist Herrlich mit anzusehen wie die Jungen Zürcher wie Prassl, Miranda und vor allem J Bachofner der aufopfernd in jede Schulter rennt, das Spiel auch ind der dritten und vierten Linie gefährlich machen. Die Jungen werden den Z auch dieses Jahr wieder mit zum Titel führen wenn Sie so weiterspielen. Der Verband kann schon einmal ein Päckchen Asipirin in den Meisterpokal legen bevor er Bachofner ausgehändigt wird, der Junge wird einer der grossen mit dieser Arbeitsmoral.
    32 6 Melden
  • Petersilly 20.10.2018 11:42
    Highlight Highlight Wartet nur bis Gottéron kommt, die putzen alle weg !
    15 105 Melden
    • DINIMAMIISCHNDUDE 20.10.2018 12:08
      Highlight Highlight Ok.
      39 1 Melden
    • hockeyaner 20.10.2018 12:21
      Highlight Highlight 😂😅😂
      58 1 Melden
    • Hayek1902 20.10.2018 12:50
      Highlight Highlight Warte seit meimer Geburt darauf, dass das mal passiert. YB wurde wieder Meister, vielleicht habt ihr ja Glück.
      46 1 Melden
  • supi 20.10.2018 11:27
    Highlight Highlight Es war eine tolle Partie der beiden Teams. Am meisten Spass machen mir die vielen jungen Spieler beim Z, nichts da von Meisterblues :-)

    Schade haben die SR den heftigen Stockschlag gegen den Helm von Flüeler nicht sanktioniert haben ... dafür musste der "Rächer" Cervenka raus. Wenig später dann das 1:0 für Bern ... aber so was passiert halt immer mal wieder und gleicht sich im Laufe der Saison aus.

    Eine nette Geschichte von Herrn Zaugg auch wenn wir alle wissen, das die richtige "Musik" erst im Frühling spielen wird.
    44 43 Melden
    • MARC AUREL 20.10.2018 12:49
      Highlight Highlight Es gleicht sich aus wie du schreibst.. mit Blum der sich wohl schwerer verletzt hat als Flüeler der ein bisschen Kopfweh hat...
      23 67 Melden
    • CaptainObvious 20.10.2018 13:37
      Highlight Highlight Liegt wohl auch daran, dass es kein Stockschlag war gegen Flüeler.
      In der Wiederholung auf SRF sieht man es gut - der Berner trifft ihn mit dem Knie am Helm weil er ihn umfahren will während Flüeler sich nach vorn Richtung Scheibe wirft.

      Der Check gegen Blum scheint mir da viel absichtlicher und fahrlässiger - wirklich eine dumme Aktion von Baltisberger...
      34 49 Melden
    • Wir sind das Volk 21.10.2018 09:07
      Highlight Highlight Sorry Flüeler wurde von einem Schlittschuh an der Maske getroffen. Mit der Ferse, im Fallen, ohne Absicht.
      Ev. solltest Du dir die Spiele ansehen, bevor Du Kommentare dazu abgiebst!
      2 5 Melden
  • Hayek1902 20.10.2018 11:09
    Highlight Highlight Ja, macht ja sinn, aber auch nicht s speziells. So ein Artikel kann man zu dieser Zeit zu jedem grossen Team mal raushauen. Was mich aber interessiert: "So einen Trainer hatten die Zürcher mit Hans Wallson. Er war zu dominant, zu autoritär, zu arrogant und zu sehr taktischer «Ideologe»." War Wallson gemäss Zaugg nicht skandinavisch-antiautoritär aber Systemschach Spieler als Gegensatz zu den autoritären und feurigen NHL-Kanadiern vorher? Ich bin verwirrt ;)
    78 3 Melden
  • PizzaPestoni 20.10.2018 10:59
    Highlight Highlight Jetzt aber, selten habe ich den Klaus den Z in solchen Tönen loben gehört.
    Jay Bachofner ist ja mal brutal on fire, mit der Champions League inklusive zum sechsten mal nacheinander getroffen, mit jeweils weniger als 15 Minuten Eiszeit.

    Schon cool, das beim Z die jungen so viel Verantwortung bekommen, Prassl zum Beispiel spielte die letzen drei Spiele immer im ersten PK Block.
    120 7 Melden
    • Focke 20.10.2018 11:18
      Highlight Highlight das passt doch zum eismeister. er lobt den grossen zsc, welcher vom grossen scb geschlagen wurde.

      nebenbei gut analysiertert! wann kommt ein artikel über den hcl? elvis barchte erst gerade 3 shutouts zustande.
      27 11 Melden
    • Freilos 20.10.2018 14:33
      Highlight Highlight Wird Jerome mit Jay abgekürzt?
      6 3 Melden
    • PizzaPestoni 20.10.2018 14:42
      Highlight Highlight Nur mit „J“
      14 0 Melden
    Weitere Antworten anzeigen

Langnau wie ein grosser SC Bern, aber viel besser

Langnaus Heinz Ehlers vollbringt mit seinem «Hockey-Sozialismus» wahre Wunder. 4:1 gegen die ZSC Lions, Platz zwei in der Tabelle. Was wäre, wenn er ein Spitzenteam coachen würde?

Ein grosser Auftritt eines grossen Trainers. Langnaus Heinz Ehlers wird nach dem 4:1 gegen die mächtigen ZSC Lions gefragt, ob er zufrieden sei. «Nein», sagt er. «Wir haben zu viele Fehler gemacht. Es war das zweitschlechteste dieser Saison». Er sei schon stolz auf sein Team. Aber mit der Leistung, nein, da könne er nicht zufrieden sein.

Donnerwetter. Das ist wahrlich gelebte Bescheidenheit, echte Demut, vornehme Zurückhaltung. Er wird nun gefragt, warum er denn nicht zufrieden sei. Und er sagt, …

Artikel lesen
Link to Article