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epa06945854 West Ham United's Arthur Masuaku (L) in action with Liverpool's Xherdan Shaqiri (R) during the English Premier League soccer match between Liverpool and West Ham at the Anfield in Liverpool, Britain, 12 August 2018.  EPA/PETER POWELL

Xherdan Shaqiri in seinem ersten Pflichtspiel gegen West Ham. Bild: EPA/EPA

In Liverpool muss Schnäppchen-Shaqiri beweisen, dass er der Königstransfer ist

Das Schweizer Jahrhunderttalent Xherdan Shaqiri und die Chance, seine Karriere beim FC Liverpool zu krönen.

Markus brütsch / schweiz am wochenende



Shaqiri? Kein Wort über ihn! Als Liverpools Teammanager Jürgen Klopp am Freitag im Trainingszentrum Melwood zur Pressekonferenz erscheint, brennen den Journalisten viele Fragen auf den Nägeln: Ist Captain Henderson fit? Was für eine Rolle spielt Sturridge in Klopps Plänen? Ist der neue Goalie Alisson bereit?

20 Minuten lang werden Personalien auf und ab diskutiert, Shaqiri aber wird kein einziges Mal erwähnt. Das muss indes kein schlechtes Zeichen sein. 48 Stunden vor dem Kickoff zum Heimspiel gegen West Ham United sind auch die Superstürmer Mohamed Salah, Roberto Firmino und Sadio Mané kein Thema.

Und ohnehin hat Klopp in den vergangenen Wochen ja deutlich genug zum Ausdruck gebracht, was er von Shaqiri hält. Dem dritten Schweizer im Trikot des FC Liverpool nach Stéphane Henchoz und Philipp Degen.

Liverpool's Xherdan Shaqiri, left, and Torino's Alex Berenguer battle for the ball during the pre-season soccer match between Torino and Liverpool at Anfield, Liverpoo, England, Tuesday, Aug. 7, 2018. (Nick Potts/PA via AP)

Xherdan Shaqiri konnte Jürgen Klopp in Liverpool bisher überzeugen. Bild: AP/PA

Klopp hat erzählt, wie Shaqiri nach der Vertragsunterzeichnung gleich dableiben und trainieren wollte, obwohl er noch Ferien zugute hatte. Und er hat den Spieler dafür gelobt, wie dieser bloss vier Tage gebraucht habe, um sich im Liverpooler Spiel zurechtzufinden. «Nicht normal», hat Klopp gesagt.

Die Hoffnung auf Gesundheit

Liverpooler Medien gehen trotzdem davon aus, dass sich im Sturm vorerst nichts ändert. Sie fragen sich allerdings, ob Klopp auf einer anderen Position ein Plätzchen für Schnäppchen-Shaqiri findet. Oder sogar das System in ein 4-2-3-1 modifiziert mit Firmino als Spitze, Salah und Mané auf den Flügeln und Shaqiri im Zentrum.

Wie auch immer: Der Schweizer, der im Oktober 27 Jahre alt wird und in Liverpool einen Fünfjahresvertrag erhielt, wird bei den Reds angesichts des chargierten Pensums zu seinen Einsätzen kommen. Wenn er denn gesund bleibt.

Die Hoffnung: Sind Verletzungen in Shaqiris Laufbahn in früheren Jahren immer mal wieder ein Problem gewesen, so ist er in der vergangenen Saison bei Stoke City von Muskelbeschwerden verschont geblieben und konnte sich mit insgesamt acht Toren und sieben Assists für die grossen Klubs empfehlen.

Wie Liverpool. Der 18-fache englische Meister und fünfmalige Meistercup/Champions-League-Sieger, ist unter Jürgen Klopp wieder zu einem Schwergewicht des Klubfussballs geworden. Mit Transferinvestitionen von 180 Millionen Euro hat der Klub in diesem Sommer gewaltige Anstrengungen unternommen, die Lücke zu Manchester City zu schliessen, um erstmals seit 1990 Meister zu werden.

Weil Shaqiri in seinem Vertrag mit Stoke eine Ausstiegklausel hatte und nur 17.5 Millionen Franken kostete, war er für Liverpool tatsächlich ein Schnäppchen. Experten haben diesen Transfer gar als den besten bezeichnet, was das Preis-Leistungs-Verhältnis betrifft. Shaqiri sei jetzt schon 39 Millionen Euro wert.

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Das Level, das seinem Selbstverständnis entspricht

Denn vielversprechender hätte Shaqiri nach Basel, Bayern, Inter und Stoke nicht in seine fünfte Profi-Ära starten können. Gleich im ersten Spiel, einem Test gegen Manchester United, jagte er die Kugel mit einem Fallrückzieher ins Netz, der jenem Traumgoal bei der EM 2016 in Nichts nachsteht.

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Shaqiri, das Schweizer Jahrhunderttalent, kann es schaffen, nach seinem steilen Aufstieg zu Bayern und ein paar kräftigen Dellen danach, seiner Karriere noch einmal richtig Schub zu geben und sie auf ein Level zu hieven, das seinem Selbstverständnis entspricht. Voraussetzung dafür ist, dass er gesund bleibt und sich als ideale Werbefigur nicht zu sehr von äusseren Einflüssen vereinnahmen lässt.

Dann wird auch der einfach gestrickte Shaqiri-Kritiker Gary Neville Abbitte leisten müssen. Weil dieser eine Wette gegen den früheren Liverpool-Star Jamie Carragher verloren hat, muss er demnächst in dessen Premier-League-Fernsehshow ein Shaqiri-Shirt tragen. Und, so hoffen wir schwer, seinen Lieblingsfeind in den höchsten Tönen für einen spektakulären Einstand loben.

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Video: watson/Sandro Zappella, Lya Saxer

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7 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
TheKen
13.08.2018 10:57registriert April 2018
Lasst ihn doch einfach mal spielen. Das Maul über ihn zerreissen könnt ihr Zürcher dann später immer noch
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Hans der Dampfer
13.08.2018 11:06registriert March 2014
Scheint als hätte gerade wieder Shaqiri wieder Oberwasser im internen Nati Duell nachdem lange ja Xhaka das Nonplusultra war. Ich mag ihn noch er ist ein pfiffiger schneller Kerl.
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mrlila
13.08.2018 10:47registriert January 2017
'Das Schweizer Jahrhunderttalent Xherdan Shaqiri'
Oh... Die Ironie.
Konnte sich in Bayern, Inter etc nicht richtig durchsetzen, landet bei Stoke, Stoke steigt ab, dank Klausel kommt er 'günstig' zu den Reds.
Ein Akanji oder ein Xhaka, das sind für mich Talente.
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